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Das Bourne Vermächtnis – Blu-Ray Filmkritik / Test (Review)

Veröffentlicht 21. Februar 2013 | 19:36 Uhr von Sandra




Das Bourne Vermächtnis - 2

Das Bourne Vermächtnis ist Film Nummer Vier der erfolgreichen Bourne-Reihe, jedoch mit einem eklatanten, optisch sehr auffälligen Unterschied: Jason Bourne ist Geschichte und damit auch sein Darsteller Matt Damon. Aber ein Bourne-Action-Streifen ohne Matt Damon als Jason Bourne – geht das gut? Ja, definitiv –aber dafür fehlt eine gewisse, durchaus wichtige Handschrift, welche die Bourne-Reihe zu dem gemacht hat, was sie ist: Außergewöhnlich. Warum Das Bourne Vermächtnis nicht mehr zu Creme de la Creme der Agenten-Thriller gehört, haben wir für euch anhand der von Universal frisch veröffentlichte Blu-Ray entschlüsselt.

Bourne zwischen Autor und Regisseur

2007 kam mit Das Bourne Ultimatum der bisher letzte Teil der Bourne-Reihe auf die Leinwand. Soweit nichts besonderes, mag man annehmen, jedoch ist der mehr oder weniger Austausch der kompletten Crew maßgeblich dafür verantwortlich, dass Bourne zwar weitergeht, dabei aber auch neue, andere Wege beschreitet.

Verantwortlicher Autor Tony Gilroy ist ein Meister der Verschwörungs-Thriller und hatte zunehmend Probleme mit der Art und wie Weise, wie Regisseur Paul Greengrass seine Filme machte. Das Skript ist nicht alles und Dinge wie Kinetik oder auch Dynamik kommen bei den Briten gerne an erster Stelle, der Rest ergibt sich oft beim Drehen, ist ein Stück weit dem Zufall als auch der Fähigkeit der beteiligten Akteure überlassen. Für den New Yorker Gilroy allerdings steht das Skript an erster Stelle – Zoff ergo auf Dauer vorprogrammiert. Nachdem Gilroy unterschwellig zu Verstehen gab, dass ihm weder Bourne Teil 1 noch Teil 2 gefallen hätten und er bei Teil 3 keine Ambitionen hatte mit Greengrass am Set zu kommunizieren, war der finale Bruch unvermeidlich. Der Todesstoß, wenn man so will, dieser brüchigen Zusammenarbeit erging, als Matt Damon und Greengrass einen Film in der Bourne freien Zeit zusammen machten. Green Zone hieß der Streifen, der als Lückenfüller fungieren sollte, das Budget aber maßlos sprengte und Universal zum Handeln zwang. Eine Entscheidung wurde gefällt, da man sich zu Gunsten von Gilroy als Autor und Regisseur für Das Bourne Vermächtnis entschied.

Und Matt Damon? Ihm wurde stets nachgesagt, er sei nicht gut auf Gilroy zu sprechen und er er bewies, wenn man so will, Loyalität zu Greengrass, womit Damon kurzerhand aus der Bourne-Franchise ausstieg. Auf diese Weise jedoch hat man sich das Türchen offen gelassen, dass zumindest einmal Matt Damon zurück kommen könnte – im Schlepptau eventuell dann auch wieder Regisseur Greengrass.

Immer wenn er Pillen nahm

Folglich stand Matt Damon als Hauptakteur nicht mehr zur Verfügung und diese Lücke galt es zu schließen. Bezogen auf den zu verfilmenden Stoff scheint die Wahl Jeremy Renner aufzufahren und die Figur Aaron Cross ins Zentrum der Ereignisse zu rücken, geglückt. Renner ist durchaus in der Lage eine Figur, ähnlich wie Damon mit Bourne, überzeugend in Sachen Charakter und Körperlichkeit darzustellen. Dies Fähigkeit stellt Renner alias Cross zu Beginn von Das Bourne Vermächtnis unter Beweis, da er sich ihm Rahmen einer Trainingseinheit durch eine winterliche Gebirgslandschaft kämpfen muss. Recht bald kommt aber auch Cross in die Situation, welche einem dank Jason Bourne nur allzu vertraut erscheint: Cross muss sich vor denen verstecken, die ihn sozusagen erschaffen haben.

Cross ist ein psychisch wie physisch manipulierter Angent der CIA; Wenn man so will der Versuch eines Supersoldaten, der willig, gehorsam Befehle entgegen nimmt und ohne zu hinterfragen ausführt. Drogen-Input, im Film auch ‚Chems‘ genannt, sei Dank kann Cross Leistungen abrufen, welche einem Normalsterblichen versagt bleiben. Aber die regelmäßig konsumierten blauen oder auch grünen Pillen fordern ihren Tribut. Nimmt Cross die Pillen nicht, verfällt er in eine posttraumatische Katatonie. Ein Zustand, da weder Geist noch Körper sich regen und Vernunft sowie klare Gedanken mit Abwesenheit glänzen. Ein Idealzustand für die Herren Regierungsbeamten, denn die haben den Plan gefasst, dass alle gezüchteten Superagenten und jene, die davon wissen, eliminiert werden sollen.

Die Rechnung des CIA geht allerdings nicht auf, auch wenn man als Zuschauer fürs Erste den Eindruck gewinnt, dass Cross ein Super-Junkie ist und kein Superagent. Die Obrigkeit versucht zu verhindern, dass Informationen zum geheimen Projekt an die Presse und damit an die Öffentlichkeit gelangen und somit auch den Druck der auf den Funktionären (u.a. Scott Glenn, David Strathairn) in der CIA-Zentrale lastet, zu nehmen. Was liegt also näher als die inzwischen global verteilten menschlichen Kampfmaschinen zu beseitigen. Eine Aufgabe wie geschaffen für den Cleaner Colonel Byer (Edward Norton).

Cross jedoch weiß sich zu helfen, und schließlich will er nicht nur seinen eigenen – auf gut Deutsch gesagt – eigenen Arsch retten, sondern auch die Machenschaften der CIA aufdröseln. Ober ohne Pillen schwer möglich. Ergo muss Cross auf seiner Flucht auf Hilfe zurückgreifen, die er von der Ärztin Marta Shearing (Rachel Wiesz) erhält. Cross kennt Shearing von seinen regelmäßigen Kontrollterminen. Gleichwohl Cross die gute Dame entführt, hat sie wenig dagegen, steht auch sie als Mitwisserin auf der Abschussliste. Cross hingegen hat mit Shearing die Frau an der Hand, die ihm mit den dringend benötigten Pillen versorgen kann. Der Weg führt beide nach Manila, wo die Pillen synthetisch hergestellt werden. Das sich die Reise als nicht wirklich angenehm erweisen wird, liegt wie selbstverständlich auf der Hand.

Das Bourne Vermächtnis – Trailer Deutsch:

Getreue Drehbuch-Logik contra Action

Kenner der Bourne-Reihe werden recht schnell dahinter steigen, dass Gilroy sowas wie ein Plagiat zum Bourne Ultimatum geschaffen hat – zumindest einmal auf den Anfang des Films bezogen. Eine gewisse chronologische und sehr gleichmarschierende Abfolge lässt sich nicht leugnen. Recht schnell verlässt Gilroy diese Pfade und versucht sich daran, die Geschichte als auch die Hintergründe von Cross plausibel, logisch darstellen zu wollen. Dazu gehört auch, dass zunächst verdeutlicht wird, warum der gute Cross ein Junkie ist und erst einmal als solcher verkauft wird, damit hernach schlüssig seine übermenschlichen Kräfte sinnig zentrieren kann. Immerhin sind die extremen Fähigkeiten wichtige Helfershelfer auf der Flucht und der damit verbundenen Reise nach Manila. Auf jeden Fall erweist sich Jeremy Renner, der im Übrigen Hawkeye in The Anvengers gespielt hat, als Glücksgriff. Ambitioniert haucht er Cross das Leben ein, wie man es von einem innerlich zerrissenen CIA-Agenten erwarten würde, wenn er feststellt, dass er am Ende nur für fadenscheinige Zwecke missbraucht wurde. Zu Gute heißen kann man Renner auch, dass er, wie schon in The Avengers auch, seine Stunts alle selbst gemacht hat.

Dieser Umstand reicht unterm Strich aber nicht aus, um Das Bourne Vermächtnis auf gleicher schwimmen zu lassen wie seine drei Vorgänger. Man spürt den Unterschied, dass etwas Entscheidendes fehlt – und das ist beileibe nicht Matt Damon. Es ist die eher typische Handschrift des Regisseurs, seine Art und Weise dem Moment einzufangen, dabei auch dem Hauptdarsteller unangenehm nah auf die Pelle zu rücken. Es fehlt einfach Atmosphäre und Das Bourne Vermächtnis verliert sich ein Stück weit in Gilroys Versuch die Geschehnisse logisch abhandeln zu wollen. Es hat fast den Anschein, dass Gilroy selbst über seine Prinzipien gestolpert ist und dabei einen Film geschaffen hat, der zwar in Sachen Action – zumindest nach einer gewissen Zeit und dank seines zentralen Darstellers – beweist, was möglich gewesen wäre, hätte man den roten Faden kontinuierlich durchgezogen. Aber dem gegenüber steht, dass Das Bourne Vermächtnis ein Stück weit zu lange braucht, bis er richtig in Fahrt kommt. Und eine, wenn auch zugegeben genial inszenierte Verfolgungsjagd am Ende des Streifens, entschädigt nicht dafür, dass zwischendrin einfach ein paar abflachende Momente zu viel drin sind. So bleibt an dieser Stelle leider nur festzuhalten, dass die Bourne-Reihe aus den hohen Kreisen der außergewöhnlichen ActionThriller in das Becken der gewöhnlichen, durchschnittlichen Verfilmungen angekommen ist.

Was bietet die Blu-Ray?

Technisch besehen liefert die Das Bourne Vermächtnis Blu-Ray Standardkost,  gesamt ordentich präsentiert in Bild und Ton. Fehler, Aussetzer oder dergleichen konnten wir nicht feststellen. An Bildformaten sind die gängigen Kandidaten vorhanden, gleiches gilt auch für die Sprachausgabe, da u.a. eine deutsche, französische oder auch englische Sprachspur enthalten sind. Wahlweise lassen sich zum gesprochenen Wort im Film verschiedene Untertitel zuschalten. Ergänzende Extras jedoch, wie z.B. ein gerne genommenes Making Of oder entfallene Sznene, Interviews und dergleichen mehr fehlen ganz.


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Kategorien: Filme Test
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