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Die Schöne und das Biest – Kino-Test / Review

Veröffentlicht 21. März 2017 | 17:16 Uhr von Sven Huber




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Sei… hier… Gast! Sei hier Gast! Lies das Review ohne Hast… Ja ok, diese Textinterpretation war eher frei gewählt, jedoch sollten Disney-Fans bereits jetzt glänzende Augen bekommen. Für alle, die noch immer nicht wissen worum es geht: Disneys Die Schöne und das Biest hatte seinen Kinorelease. Wer sich nun fragt ob wir 26 Jahre im Koma lagen, darf beruhigt aufatmen. Uns geht es gut, wir sprechen auch nicht vom 1991 erschienen Trickfilm, sonder dessen neuste Realfilmadaption. Ob diese denselben Charme hat wie damals, verraten wir euch in der Filmkritik.

Belle (Emma Watson) hat es nicht leicht. Die junge, lebensfrohe Dame lebt in einem kleinen französischen Dorf. Ein nettes Plätzchen für alle, aber nicht für eine junge Frau, die sich eher für Literatur als für Landwirtschaft interessiert. So träumt Belle eben davon in die weite Welt zu ziehen, einen Traumprinz zu finden und was eben sonst so wichtig ist für freigeistige Disneyheldinnen. Das einzige, was Belle hält, ist ihr schrulliger Vater (Kevin Kline). Als ob das dörfliche Leben nicht schon unerträglich genug wäre, muss sich Belle auch noch mit den Nachstellungen und Anträgen des „tollsten Hechts im Dorfteich“ Gaston (Luke Evans) herumärgern.

DIE SCHÖNE UND DAS BIEST

Eine schönen Tages, Belles Vater ist gerade unterwegs, um eine seiner Erfindungen an den Mann zu bringen, geschieht ein Unglück. Papa wird im Wald von wilden Wölfen attackiert und rettet sich mit Mühe und Not in ein altes, halb verfallenes Schloss. Leider ist dieses so gar nicht unbewohnt. Dort lebt ein verwunschener Prinz der einst, auf Grund seiner Arroganz und Menschenfeindlichkeit, in ein wildes Biest verwandelt wurde. Und mit ihm seine gesamte Dienerschaft. Als Bells Vater Maurice, nachdem er sich im Schloss an einer reich gedeckten Tafel bediente auch noch eine Rose im Garten pflückt, um seiner Belle eine Freue zu bereiten, platzt dem Hausherr der haarige Kragen. Er wirft Maurice in einen Kerker. Als Belle nun statt ihres Vaters nur dessen Pferd zu Hause vorfindet, reitet sie mit diesem zurück zum Schloss und tauscht ihre Freiheit gegen die ihres Vaters ein.

So kommt es, das Belle als Geisel des Biests im Schlosskerker sitzt und vor sich hin schmachtet. Zu ihrem Glück wird sie dort aber schnell befreit von Lumiere (Ewan McGregor), der damals in einen Leuchter verwandelt wurde. Dieser quartiert sie in einem bequemeren Schlosszimmer ein, entgegen des Weisungen des Hausherren. Lumiere und andere verwandelte Diener, die ihr Dasein nun als Küchen- und Haushaltsgegenstände fristen, sehen in Belle ihre einzige und letzte Hoffnung auf Erlösung ihres Herren – und damit auch ihrer selbst.

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Der Rest der Geschichte dürfte mittlerweile auch „nicht-Disney-Fans“ bekannt sein. Belle und das Biest nähren sich einander an, entdecken zum Beispiel die gemeinsame Liebe zu Büchern und langsam lernt Belle mehr zu sehen als das klauenbewehrte, verbitterte Biest. Alles könnte so schön sein, wären da nicht die Dorfbewohner, allen voran Gaston, die im fulminanten Finale zur Rettungsaktion blasen. Wahre Liebe, allen Äußerlichkeiten zum Trotz, bringt schließlich die Erlösung. Happy End.

Die Schöne und das Biest ist mittlerweile der dritte Realfilm, in dem Disney seine alten Trickfilme aufgreift. Den Auftakt machte Maleficent (Schneewittchen) gefolgt von Cinderella. Erneut an Bord ist Alan Menken, der bereits die Musik für den Trickfilm schrieb. Im Großen und Ganzen bleibt Disney der eigenen Vorlage auch treu. Es wurden nur einzelne Szenen erweitert oder hinzugefügt, die man sich aber auch hätte sparen können. Die bekanntesten Songs wie „Beauty and the Beast“ und „Sei hier Gast“ dürfen natürlich nicht fehlen. Letzterer wurde sogar noch spektakulärer inszeniert als in der Trickfilmvorlage. Überhaupt solltet ihr einen Faible für Musicals haben (ganz wie beim Trickfilm), wenn ihr den Film wirklich genießen wollt.

Der Cast

Hier hatte Regisseur Bill Condon wirklich ein goldenes Händchen. Neben der bezaubernden Emma Watson als Belle überzeugen Ewan McGregor als Lumiere, Ian McKellen als Monsieur von Unruh (die Uhr) und Luke Evans als herrlich schmierig-arroganter Gaston. Witzige Anekdote am Rande: Wie auch schon im Trickfilm wirkt das Biest (Dan Stevens) als Monster wesentlich attraktiver als nach der Rückverwandlung.

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Fazit

Märchen reloaded… Ich bin ein großer Musical-Fan und tief im Herzen ein echter Softie. Die Schöne und das Biest gehört seit Jahren zu meinen Lieblings-Disney-Streifen, umso skeptischer war ich vor der Kinobesuch… und umso beruhigter danach. Disney hat wirklich ein traumhaftes, kitschiges Leinwandmärchen zum Leben erweckt. Der Cast geht mit Spielfreude zur Sache und ist, bis in die Nebenrollen, hochkarätig besetzt. Die Songs begeistern heute wie damals und die Geschichte über die wahre Liebe, die die innere Schönheit erkennt, ist herzzerreißend wie anno 1991. Die Schöne und das Biest ist der perfekte Film für einen Familienkinobesuch mit den Kindern.

 

Abschließend ein Wort zum „homosexueller Charakter“-Skandal, wenn ihr erlaubt…

Im Vorfeld gab Disney bekannt dass LeFou, Gastons bester Freund, der erste offen homosexuelle Charakter ist. Darauf entbrannte im Web ein Shitstorm der Konservativen, die zum Boykott aufriefen, gefolgt von Begeisterungsstürmen der LGBQ-Bewegung. Ich persönlich finde das Ganze lächerlich hoch zehn. Versteht mich nicht falsch, dass soll keinesfalls homophob klingen. Ich halte dieses ganze „Drama“ für einen kalkulierten, aber werbeträchtigen, Schachzug Disneys. Darüber hinaus sprechen wir hier von einem Märchenfilm. Eine Geschichte, die in erster Linie Kinder für eine kurze Zeit in ein Reich der Phantasie entführen und sie unterhalten soll. Gender-Correctness/Genderwahn hat da einfach nichts verloren, wenn ihr mich fragt. Ist es wichtig über das Thema zu reden? Ja. Ist es richtig dass in Filmen, Serien oder Videospielen auch homosexuelle Figuren auftauchen? Ja, aber nicht auf Teufel komm raus, sondern wenn es glaubwürdig zur Handlung gehört oder eine Rolle spielt. Ist das bei LeFou der Fall? Nein, LeFou ist halt ein kleiner Fanboy, der gerne so wäre wie sein Vorbild Gaston. Muss man deshalb einen homosexuellen Charakter aus ihm machen? Nein, meiner Ansicht nach ist das völlig irrelevant und hat daher den Beigeschmack von „Zielgruppenerweiterung“ oder eben Marketing. Abgesehen davon: Schaut man sich den Film an, stellt man fest, dass die ganze Sache nicht einmal halb so heiß gegessen wird, wie die Medien sie im Vorfeld gekocht haben.


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Kategorien: Filme Test
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Gamer aus Leidenschaft. Seine ersten Worte waren angeblich nicht "Mama" und "Papa" sondern "LOAD"Name",8,1". Wenn er nicht zockt oder hauptberuflich Atome spaltet, schreibt er, schaut Filme/Serien oder bastelt an youtube-Videos für seinen Channel...was ein Vollblut-Nerd eben so im Kellerloch macht ;)

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