G.I. Joe: Die Abrechnung – Stumpfsinniges Actionfest (Film-Kritik) - insidegames

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G.I. Joe: Die Abrechnung – Stumpfsinniges Actionfest (Film-Kritik)

Veröffentlicht 1. April 2013 | 16:49 Uhr von Nicolas




G.I. JOE: RETALIATION

Einen Monat vor dem Kinostart wurde der Release von G.I. Joe: Die Abrechnung satte neun Monate nach hinten verschoben. Der Grund dafür war die 3D-Konvertierung, oder aber vielleicht auch die grosse Konkurrenz im Action-Genre zu dieser Zeit. Seit dem letzten Donnerstag läuft der Film in den Kinos und wir waren genau dort, um ihn uns anzusehen.

G.I. Joe: Die Abrechnung knüpft da an, wo der Vorgänger Geheimauftrag Cobra aufgehört hat. Die Joes sind die Elite-Einheit der USA und werden für einen Auftrag in die heiße Wüste geschickt. Dort wird klar: Der Auftrag war eine Falle und diente dazu, die Joes auszuschalten. Die Mission stammte vom Präsident der USA höchstpersönlich. Beim Hinterhalt gegen die Elite kommt ein Großteil dieser ums Leben. Die Überlebenden merken aber, dass mit dem Präsidenten etwas nicht stimmen kann und holen sich Hilfe beim ersten Joe. Jetzt liegt es an den verbleibenden G.I. Joes herauszufinden, was mit dem US-Präsidenten nicht in Ordnung ist.

Stumpfe, explosive Unterhaltung

Für G.I. Joe: Die Abrechnung gilt dasselbe, wie mittlerweile für praktisch jeden Actionfilm: Hirn aus, Film an. Die Story ist so stupide, es tut schon fast weh. Beispielsweise sieht man im Trailer, dass London regelrecht zerbombt wird, von der Metropole bleibt nichts mehr übrig. Am Ende wird davon gesprochen, dass die Welt in Ordnung ist und mit dem Wiederaufbau begonnen wurde. London wird schlicht vergessen. Wer interessiert sich schon für London? Das ist nur einer von vielen seltsamen Abläufen des Films. Teils wird versucht, auf die Tränendrüse zu drücken, doch das misslingt kläglich. Aber bei G.I. Joe: Die Abrechnung geht es nur sekundär oder gar tertiär um die Story. Der Film ist so unrealistisch und nimmt sich so nicht ernst, was einen herrlichen Kontrast zum aktuellen Trend bietet. Alles muss realistisch sein, alles muss düster sein. G.I. Joe: Die Abrechnung entfernt sich von diesem Trend, was sehr erfrischend wirkt.

The Rock stiehlt die Show

Dwayne Johnson spielt Roadblock, den Anführer der verbleibenden Joes und der Mann ist einfach ein Biest. Mit dem sollte man sich nicht anlegen, und das müssen auch die Bösewichte im Film lernen – auf die harte Tour. Es macht definitiv am meisten Spass, ihm beim Vernichten der Gegner zuzuschauen. Außerdem hört es sich immer wie eine Rede an, wenn er spricht. Seine Sidekicks Lady Jaye (Adrianne Palicki) und Flint (D.J. Cotrona) sind irgendwie einfach da, wofür ist nicht ganz klar. Adrianne Palicki ist offensichtlich da, um hübsch auszusehen, und das macht sie gut. Flint ist sogar so unwichtig, dass er nicht mal auf dem Filmposter drauf ist. Es wird versucht eine kleine Liebesstory zwischen den beiden aufzubauen, doch auch das klappt nicht. Verstärkt werden die Joes von Snake Eyes und seiner Gefährtin Jinx. Snake Eyes’ Gesicht sieht man nie und sprechen tut er auch nicht, aber kämpfen kann der Typ, und sobald er das tut, ist die Welt in Ordnung. Jinx wird kurz vorgestellt, ist in einigen Szenen zu sehen, schlussendlich aber eigentlich nutzlos. Channing Tatum, der Star des ersten Films, hat nicht sonderlich viel Screentime. Er wird langsam aber sicher zu einem soliden Schauspieler, früher doch von den meisten Männern nicht gern gesehen. Ebenfalls sehr wenig zu sehen ist Bruce Willis. Willis spielt den ursprünglichen Joe, aber irgendwie spielt er – wie in letzter Zeit normal – einfach sich selbst. Flotte Sprüche, bisschen Geballer und sein typischer Bruce-Willis-Blick.

Die Joes habens nicht leicht

Neben den Guten gibt es selbstverständlich eine ganze Handvoll Bösewichte. Darunter gesellen sich Zartan, der Cobra Commander, Firefly und Storm Shadow. Teilweise ist es nicht ganz einfach herauszufinden, wer jetzt auf welcher Seite ist, denn gewisse Figuren wechseln die Seiten im Film. Der Cobra Commander sollte eigentlich der Oberbösewicht sein, kommt aber nur kurz vor, spricht in seiner Roboterstimme irgendetwas und verschwindet wieder. Der coolste dieser Truppe ist aber definitiv Firefly. Sein Gadget sind kleine Fliegen, die auf Knopfdruck explodieren und einen Haufen Schaden anrichten. Genau sowas gehört in einen Actionfilm. Storm Shadows Geschichte wird weitererzählt, ansonsten ist die Figur eher langweilig. Zartan, ein Meister der Tarnung, nimmt die Gestalt des Präsidenten an, um die Joes zu vernichten. Er wird mehrheitlich von Jonathan Pryce gespielt und ist vor allem in der Endszene erfrischend witzig.

Tanzfilm-Regisseur übernimmt Actionfilm?

Mit Jon M. Chu wurde ein eher ungewöhnlicher Regisseur für die Fortsetzung von Geheimauftrag Cobra verpflichtet, war er doch bisher nur für die Step Up-Filme und die Justin-Bieber-Doku Never Say Never verantwortlich. Wie Chu in einem Interview sagte, haben Tanz- und Actionfilme aber eine grosse Gemeinsamkeit: Bewegung. Dies kommt in G.I. Joe: Die Abrechnung tatsächlich gut zur Geltung. In den Kampfszenen kann man trotz schnellen Schnitten sehen was passiert und muss nicht annehmen, dass der Böse jetzt gerade einen Faustschlag ins Gesicht kassiert hat. Die Kämpfe sind toll inszeniert und an Explosionen wird nicht gespart. Eine der besten Szenen ist leider bereits im Trailer zu sehen: Snake Eyes und Jinx bekämpfen einige Schergen von Zartan an einer Felswand, wobei sie an Seilen hängen und sich hin- und herschwingend die Köpfe einschlagen – sehr stark inszeniert. Visuell gibt es wirklich gar nichts auszusetzen. Das 3D ist solide und kommt in diversen Stellen gut zur Geltung, auch wenns nur kleine Dinge sind, wie Fireflys kleine Fliegenbomben, die in Richtung Zuschauer fliegen. Der Soundtrack ist gut, unterscheidet sich aber herzlich wenig von anderen Actionfilmen. Der Komponist Henry Jackman war bisher an grossen Filmen wie Kick-Ass, The Dark Knight oder Wreck-It Ralph beteiligt.

Fazit

G.I. Joe: Die Abrechnung ist ein wahnsinnig flacher, aber sehr amüsanter Actionfilm. Dwayne Johnson und seine Truppe unterhalten, solange sie etwas in die Luft jagen und nicht reden. Sobald es um die Story geht, verliert der Film an Biss. Erneut gilt wieder, wer eine spannende Geschichte und Tiefgang erwartet, ist selbst Schuld. Um die volle (Explosions-)Kraft von G.I. Joe 2 geniessen zu können, empfehlen wir, den Film auf der grösstmöglichen Leinwand zu sehen!


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