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Game of Thrones – Staffel 1 Test/Review

Veröffentlicht 4. April 2012 | 5:26 Uhr von Fabrice




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Vor 15 Jahren erschien der erste deutsche Band von George R. R. Martins Fantasy-Epos Das Lied von Eis & Feuer. Inzwischen sind es acht Bände, wobei jeweils zwei Bücher einem Band im englischen Original entsprechen. Das Lied von Eis & Feuer ist eine Fantasy-Geschichte deren Fokus weniger auf mystischen Kreaturen oder fantastischen Ereignissen liegt, sondern eher auf ein realistisches Mittelalter-Setting setzt.

Vor einigen Jahren hat sich der amerikanische Fernsehanbieter HBO (unter anderem Die Sopranos, True Blood und Boardwalk Empire) die Rechte an Das Lied von Eis & Feuer gesichert. Es dauerte noch einmal einige Jahre bis 2009 dann die Produktion der Serie begann. Obwohl es sich dabei um eine amerikanische Serie handelt, sind sowohl Schauspieler als auch Drehorte fast ausschliesslich europäisch. Nachdem die erste Staffel vor fast genau einem Jahr ihre Premiere feierte und sie gerade erst auf RTL 2 bei uns im Free-TV lief, gibt es nun die erste Staffel auf DVD und Blu-Ray bei uns im Handel. Als langjähriger Fan der sämtliche Bücher fast in- und auswendig kennt, liess ich es mir nicht nehmen die DVD-Box der ersten Staffel genau unter die Lupe zu nehmen. 

Lug, Trug und Verrat

In einer fiktiven, mittelalterlichen Welt gibt es zwei Kontinente die durch ein Meer voneinander getrennt werden. Westeros lässt sich am ehesten mit dem mittelalterlichen Europa vergleichen, während Essos eher orientalisch daher kommt. Westeros besteht aus sieben Königreiche die alle von einem gemeinsamen König der auf dem eisernen Thron sitzt, regiert werden. Essos ist eine weniger dicht besiedelte Wüstengegend die von Nomaden bewohnt wird und wo man tagelang reisen kann ohne an einer der grösseren Städten vorbei zu kommen. Die beiden Regionen unterscheiden sich aber nicht nur in Sachen Flora und Fauna von einander, sondern auch in Sachen Kultur. In Essos gilt das ungeschriebene Gesetzt des Stärkeren. Fressen oder gefressen werden passt gut zum Lebensstil in diesem Gebiet. In Westeros steht jedoch der Name über allem. Wer das Glück hat in eine reiche, adelige Familie geboren zu werden, darf sich auf ein gutes Leben freuen. Wer dieses Glück nicht hat, wird sein Leben lang hart schuften müssten um über die Runden zu kommen.

Zu Beginn der Serie wird Westeros vom übergewichtigen König Robert Baratheon (Mark Addy) und seiner zwielichtigen Frau Cersei Lennister (Lena Headey) regiert. Als Jon Arryn, die Hand des Königs, also sein persönlicher Berater, unter mysteriösen Umständen verstirbt, gibt es für König nur eine Wahl für den Nachfolger: sein einziger wirklich loyaler Freund Eddard Ned Stark (Sean Bean) aus dem hohen Norden. Zusammen mit seinen beiden Töchtern, aber ohne seine Frau und seine zwei Söhne, begibt er sich zum Sitz des Königs nach Königsmund. Ned muss schnell feststellen das der königliche Hof eine wahre Schlangengrube ist, in der er niemandem vertrauen darf. Als er dann auf ein dunkles Geheimnis stösst, ist nicht nur er selbst, sondern seine ganze Familie in Gefahr. Zur gleichen Zeit wird in Essos die junge und wunderschöne Daenerys Targaryen (Emilia Clarke) von ihrem Bruder Viserys (Harry Lloyd) im Austausch für eine Armee an den Pferdelord Khal Drogo (Jason Momoa) als Braut verkauft. Das sind aber noch lange nicht alle Storystränge und wichtige Figuren. So begleitet man unter anderem Jon Schnee (Kit Harrington) auf seinem Weg ein Mitglied der Nachtwache zu werden und den kleinwüchsigen Tyrion Lennister (Peter Dinklage) der quer durch Westeros reist.

Die erste Staffel umfasst den ersten englischen Buchband (A Game of Thrones) bzw. die ersten beiden deutschen Bände (Die Herren von Winterfell und Das Erbe von Winterfell). So viel Material in eine Serie mit nur 10 Episoden à knapp 55 Minuten zu verpacken war sicherlich keine einfache Aufgabe, doch die Produzenten Weiss & Benioff haben eine hervorragende Arbeit geleistet. Das liegt zum Teil sicher auch am hervorragenden Ensemble an Schauspielern die fast schon perfekt für diese Serie gecastet wurden. Der ganz grosse Name der heraussticht ist klar Sean Bean als Eddard Stark, welcher den loyalen, guten aber oft auch naiven Mann aus dem Norden toll präsentiert. Positiv hervorstechen kann auch Lena Headey, welche der Cersei eine fast schon unheimliche Präsenz verleiht. Der grösste Coup ist aber ganz klar Peter Dinklage, welcher zurecht einen Emmy für seine Darstellung des Tyrion Lennister erhalten hat. Wann immer er in einer Szene zu sehen ist, kommt man einfach nicht drum herum beeindruckt zu sein. Ob er nun redet oder nicht, er zeigt in allen Situationen eine beeindruckende Leistung. Er zeigt in den richtigen Moment komödiantische Höchstleistungen, nur im nächsten Moment auf ernst zu schalten ohne dabei lächerlich zu wirken. Besonders erwähnenswert sind ausserdem die Kinderdarsteller. Allen voran Jack Gleeson als tyrannischer Prinz Joffrey Lennister und Maisie Williams als Arya Stark. Anders als viele junge Darsteller und Darstellerinnen in anderen Serien, schaffen sie es zu überzeugen und oft auch den gestandenen, älteren Schauspielern den Rang abzulaufen. Die Serie bleibt dabei dem Quellenmaterial sehr treu. Logischerweise mussten gewisse Änderungen vorgenommen werden, was unter anderem an der Erzählweise der Bücher liegt. Dort wird jedes Kapitel aus der Sichtweise einer bestimmten Person präsentiert, was in der Serie natürlich nicht möglich ist. Aus diesem Grund werden gewisse Szenen aus den Büchern anders gezeigt oder ganz gestrichen. Gleichzeitig gibt es Szenen zu sehen die es in dieser Form nicht in den Büchern gibt. Dabei ist es interessant wie sowohl Hauptpersonen als auch vermeintliche Nebenfiguren gleich stark präsentiert werden. Ein Problem das besonders Nicht-Kenner der Bücher anfangs betreffen könnte, ist die schiere Masse an Personen und Orten mit denen man konfrontiert wird. Es kann schwierig werden den Überblick zu behalten, besonders in den ersten beiden Episoden da dort regelmässig neue Personen eingeführt werden. Wer sich jedoch konzentriert, wird sich schnell einfinden und die Figuren an ihren speziellen Charakteristiken erkennen. Wie schon eingangs erwähnt gibt es nur wenige fantastische Elemente zu sehen. Genauer gesagt, ist abgesehen von der allerersten Szene in der ersten Folge und der allerletzten Szene in der letzten Folge, überhaupt nicht Übernatürliches zu sehen. Womit die Serie jedoch nicht unbedingt geizt, ist Gewalt und Sex. Mehr als einmal bekommt man zu entblösste Frauenkörper in eindeutigen Posen zu sehen und auch Enthauptungen und blutige Zweikämpfe gehören zum Alltag der Serie. Das liegt jedoch nicht direkt an der Serie selbst, denn schon die Bücher geizen nicht mit diesem eher erwachsenen Material. Allgemein kann man die ganze Geschichte als sehr erwachsen bezeichnen, denn im Gegensatz zu den üblichen Fantasy-Geschichten fehlt der böse Antagonist der alle verzichten will, nur damit es eine böse Figur gibt. In Game of Thrones gibt es nicht wirklich die Guten oder die Bösen, viel mehr haben alle Figuren ihre ganz eigenen Motive und ob diese nun gut oder schlecht sind, ist Ansichtssache.

Tolle Ausstattung für umfangreichen Fernsehspass

Die erste Staffel von Game of Thrones kommt in einer schicken Box mit insgesamt fünf DVDs daher. Auf jeder DVD gibt es zwei Folgen plus ein Haufen Extras zu sehen. Unter anderem gibt es kurze Interviews mit den wichtigsten Schauspielern zum ansehen oder ein schriftlicher Führer durch die wichtigsten Familien und Orte der Serie. Höchst interessant sind besonders die vielen Audiokommentare die für die meisten Folgen verfügbar sind. Darin gibt es Kommentare der Produzenten und Schreiber zu hören, unter anderem von George R.R. Martin, welcher für eine der zehn Folgen verantwortlich war. Die Bild- und Tonqualität ist für eine DVD auf hohem Niveau. An Sprachen sind auf der DVD die originale englische Tonspur sowie die deutsche Tonspur verfügbar. Während besonders die englische Sprache in dieser Serie schon fast ein Muss ist, kann sich auch die deutsche Übersetzung hören lassen. Besonders hörenswert ist auch der Score von Ramin Djawadi, denn dieser passt perfekt zur Serie. Schon wenn man das Hauptthema hört und dabei das geniale Intro sieht (welches ein beeindruckender, animierter Überflug über die Kontinente Westeros und Essos darstellt), kann man schon ins schwärmen kommen. Die Blu-ray überzeugt auch mit einer hohen Qualität! Die Bilder sind stechend scharf und mit vielen Details ausgeschmückt!

Fazit

HBO hat mit Game of Thrones eine fantastische Arbeit abgeliefert. Schauspieler, Kostüme, Drehorte und CGI-Effekte sind auf hohem Niveau und können begeistern. Dazu kommt eine tolle, erwachsene Fantasy-Geschichte die (zumindest in dieser Staffel) zum grossen Teil auf übernatürliche Elemente verzichtet. Fans der Buchvorlagen dürfen sich über eine detailgetreue Adapation der Vorlage freuen. Aber auch Serienfans werden mit einer hochwertigen Produktion verwöhnt. Wer eher auf actionlastige Serie steht und das erwartet, der wird jedoch enttäuscht werden. In Game of Thrones dreht sich alles im die Charaktere, deren Entwicklung und ihre persönlichen Motive. Wer Zeit investiert und sich auf die Serie einlässt, wird ein fantastisches Erlebnis haben. Während in den Staaten und anderen Ländern die zweite Staffel bereits diese Woche gestartet ist, müssen sich deutsche Zuschauer noch bis Mai gedulden. Denn dann startet auf dem Pay-TV Sender TNT auch hier die zweite Staffel. Ausserdem erscheint im Sommer endlich der erste deutsche Band des neusten Buchs, welches schon seit fast einen Jahr auf englisch erhältlich ist.


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