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Ghost Recon: Wildlands – Closed Beta Eindrücke und erstes Fazit

Veröffentlicht 7. Februar 2017 | 15:31 Uhr von Sven Huber




Ghost-Recon-Wildlands-Buggy-Artwork

Wenn irgendwo ein Diktator gestürzt, eine korrupte Regierung destabilisiert oder einfach ein Drogenkartell zerschlagen werden muss, ohne dass man dafür ein Land, oder besser gesagt die USA, verantwortlich machen kann, ist das ein klarer Fall für die Ghosts. Wir haben die Eliteeinheit im Rahmen der Closed Beta auf ihrem neusten Einsatz nach Bolivien begleitet. 

Wer sind denn eigentlich die Ghosts? Die Spielreihe nahm damals auf PC ihren Anfang und überzeugte durch eine offene Welt, freie Wahl bei Vorgehen und einem taktischem, anspruchsvollem Gameplay. Ghost Recon war kein Shooter a la Doom und Co, denn jede Fehlentscheidung, jeder ungeplante Feindkontakt konnte den Tod und das Ende der Mission bedeuten. Im Laufe ihrer Karriere fanden die Ghosts auch ihren Weg auf andere Plattformen, blieben jedoch dem grundsätzlichen Gameplay relativ treu. In wenigen Wochen präsentiert uns Ubisoft mit Wildlands den neusten Teil der Serie und lässt uns die größte Open World der Reihe erkunden. Im Rahmen der Beta war allerdings nur ein kleines Areal des virtuellen Bolivien begehbar. Für uns aber genug, um uns einen Eindruck vom Solo- und Koop-Gameplay zu geben.

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Das Spiel beginnt mit einem Charaktereditor. Hier könnt ihr neben der Geschlechterwahl auch den Look und das Outfit eures Ghost-Soldaten bestimmen. Die Auswahl an Outfits und Zubehör (rein optischer Natur) ist durchaus ausreichend. Schnell noch etwas Tarnschminke ins Gesicht und ab geht’s.  Nach einer kurzen Videosequenz, die uns noch einmal vor Augen führt, wie ultra-geheim die Ghosts doch sind, setzt uns der Heli mitten in der Pampa ab. Von nun an ist es einzig unsere Entscheidung, wie wir gegen das Kartell und die korrupten Regierungseinheiten La Unidad vorgehen. Eure Aufträge setzen sich immer aus denselben Mustern zusammen: Infos beschaffen, Zielperson verhören – extrahieren – exekutieren und nebenbei Rebellenaufträge absolvieren, um euch Unterstützung zu sichern. Storytelling scheint definitiv nicht die Paradedisziplin von Ghost Recon, viel mehr müsst ihr euch, idealerweise im Koop mit Buddies, eure eigene Geschichte machen. Fangen wir also direkt mit der Stärke des Titels an, dem Koop-Gameplay.

Im Zusammenspiel mit drei weiteren Mitspielern entfaltet Ghost Recon Wildlands seine Stärke. Hier sprecht ihr euch ab, plant eure Aktionen, legt euer Vorgehen fest und absolviert so mustergültige Stealth-Einsätze – denn nicht vergessen: Die Ghosts waren nie hier und existieren nicht. Als Mittel zur Wahl stehen euch, neben der unverzichtbaren Aufklärungsdrohne, auch ein beachtliches Arsenal an Waffen, von Sturmgewehr über Sniper bis zur Schrotflinte, zur Verfügung. Nebenbei dürft ihr jeden fahr- und fliegbaren Untersatz in der Welt nutzen. Wo sich Autos und Motorräder gerade noch gut steuern lassen, sind Helis und Flugzeuge eine Katastrophe. Es dauerte extrem lange mit dem Heli einen gezielten schnellen Anflug auf das Ziel zu landen und so im Sturm die Mission abzuschließen. Selbst nach laaaanger Eingewöhnung crashten wir mit schöner Regelmäßigkeit in die bolivianischen Pampa. Man kann nur hoffen, dass Ubisoft hier noch deutlich nachbessert. Dasselbe gilt für das Gunplay. Die Waffen handeln sich zwar gut, jedoch sind die Trefferzonen der Gegner und deren Verhalten teilweise noch mehr als fragwürdig.

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Für erfolgreiche Einsätze und Operationen bekommt ihr dann auch Fertigkeitspunkte. Leider steckt kein RPG-System in Ghost Recon. Euer Charakter wird generell nicht stärker, ihr könnt nur neue Items oder Funktionen (z.B. Nachtsicht für die Drohne, Fallschirme für schnelle Infiltration) freischalten. Eine Spezialisierung a la Division gibt es nicht, die müsst ihr in Absprache mit eurem Team selbst erstellen.

Was im Koop noch gut funktioniert, scheitert im Solospiel kläglich. Hier übernimmt die KI eure drei Squad-Mitglieder. Ihr habt keinen Einfluss auf deren Bewaffnung und könnt ihnen auch nur rudimentäre Befehle erteilen. Ein detailliertes System wie in den alten Rainbow-Titeln, bei dem ihr minutiös einen Schlachtplan vorgeben konntet, sucht ihr vergebens. So verkommen eure Kameraden zum halbherzigen Support und sporadischen Heiläffchen, wenn sie nicht gerade durch das Licht von Suchscheinwerfern flanieren und damit eure Infiltration versauen.

Technisch kommt Ghost Recon recht sauber daher (auf PS4 Vanilla). Die Spielwelt sieht hübsch aus und im fertigen Spiel soll auch genug Abwechslung durch Klimazonen geboten sein. Leider leidet Bolivien, ebenso wie New York, an Unterbevölkerung. Mit anderen Worten, wo die leere Welt bei Division sich noch mit Winter und Epidemie erklären ließ, bleibt Bolivien diese Erklärung schuldig. Ab und an ein Rohstoffcontainer oder eine Waffenkiste und sporadisch auftretende Zivilisten lassen die Welt leblos wirken. Da helfen auch sporadische Außenposten und Patrouillen nicht.

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Fazit zur Beta

Solisten können wir aktuell nur dazu raten auf den Budgetpreis zu warten. Habt ihr 2-3 Freunde an der Hand und seid bereit euch bei den Klassen (Sniper, Sturmsoldat, Fluchtwagenfahrer) und während des Spiels abzusprechen, könntet ihr mit Ghost Recon Wildlands durchaus Spaß haben. Skeptisch sind wir noch bei der Fahrzeugsteuerung, der leblosen Welt und der Langzeitmotivation.

 


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Kategorien: PC News PS4 News Xbox One News
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Gamer aus Leidenschaft. Seine ersten Worte waren angeblich nicht "Mama" und "Papa" sondern "LOAD"Name",8,1". Wenn er nicht zockt oder hauptberuflich Atome spaltet, schreibt er, schaut Filme/Serien oder bastelt an youtube-Videos für seinen Channel...was ein Vollblut-Nerd eben so im Kellerloch macht ;)

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