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Might & Magic: Heroes 6 – Preview

Veröffentlicht 4. August 2011 | 18:39 Uhr von Keysjore

Letzte Änderung 16. Juni 2012




Heroes 6 - 0002

Aller guten Dinge sind sechs? Nach vier Jahren ist die Might & Magic: Heroes-Reihe wieder auf der Bildfläche. Doch wer jetzt denkt, dass alles beim alten bleibt, hat sich geschnitten. Entwicklerschmiede Black Hole wagt es das bewährte Spielprinzip umzukrempeln – zumindest zum Teil. Ich hab mich in die aktuelle Preview-Version gestürzt und konnte mich als alter Heroes-Hase über gelungene Neuerungen freuen, aber auch über Probleme ärgern.

Ein Sprung ins kalte Wasser

Die Story in Heroes 6 lässt nicht lange auf sich warten und so geht es gleich zu Beginn im Tutorial richtig los. In einer schlichten Einführung, die komplett in InGame-Grafik gehalten wird, erfahren wir das ausgerechnet unser rühmliches Menschenvolk die naturverbundenen Orks abschlachtet. Naturverbundene Orks? Für gewöhnlich sind die Stammeskrieger keulenschwingende Plünderer, die in Scharen über die arme Menschheit herfallen. In Heroes 6 wird die Rolle der Orks neu verteilt: Der fiese Gerhart schlachtet mit Rittersleuten friedlich vor sich hin dübelnde Orks ab und richtet ein Blutbad des Schreckens an. Auch wenn das Orkvolk hier zu alternativen Fantasy-Hippies abgestempelt wird, sehnt sich ein blutdurstiger Schamane nach Rache und geht einen Pakt mit den Dämonen ein. Doch nicht nur die verbleibenden Orks, kämpfen gegen das kaiserliche Genozid an, sondern auch einige Menschen, darunter Herzog Slava. Und so schließen sich die letzten geistig gesunden Menschen mit den Ork-Freunden zusammen, um die alles verschlingenden Dämonen zu besiegen.
Das Tutorial beginnt schlicht: Lediglich der gut Slava mit einer handvoll Speerkämpfer und Armbrustschützen steht uns zur Verfügung. Hier ein paar Gegenstände aufnehmen, da eine Horde Dämonen niederprügeln und ein Gebäude einnehmen. Zum Bauen kommt man in dem ersten Tutorial-Level nicht, auch wenn am Ende ein übermächtiger Bosskampf auf uns wartet. Dieser ist leider auch nicht mit der besten Taktik zu schlagen, an einer ordentlichen Balance fehlt es dieser Preview-Version noch. Da hilft nur Cheaten – Ubisoft sei Dank, haben wir zur Preview ein paar Tricksereien beigelegt bekommen. Schon dieser Spieleinstieg dauert zwischen einer und zwei Stunden, was Gutes für die Gesamtlänge erhoffen lässt.

Großfamilie

Herzog Slavas Kreuzzug mit dem grausamen Gerhart, endet bereits nach der zwei Missionen langen Einleitung. In der eigentlichen Story dreht sich alles um Slavas Nachkommen. Dessen fünf Kinder, die jeweils eine der fünf Fraktionen anführen, haben alle ihren eigenen Storyzweig bekommen, der sich zu einem großen Ganzen verbindet. Für jede Partei gibt es eine vier Missionen lange Kampagne, die ihr in beliebige Reihenfolge durchspielen könnt. Der Aufbau erinnert dabei stark an den vierten Teil der Heroes-Reihe.

  • Die Zuflucht-Fraktion wird von Anton geführt, dem ehrgeizigen Thronfolger. Zu seinem Gefolge gehören Speerkämpfer, Armbrustschützen, Priesterinnen, Lanzenritter und Greifen.
  • Die Nekropolis-Fraktion untersteht Antons Schwester Anastasia, die durch ein Komplott zur Untoten wurde. Ihre Armee der lebenden Toten enthält unter anderem Skelette, Ghule und Vampire. Twilight-Fans sind gott sei dank nicht dabei.
  • Die Inferno-Fraktion hört auf Kiril, der von einem Dämonen besessenen wurde. Kiril kommandiert Höllenhunde, Juggernauts, Succubi, dämonische Brüter und mehr.
  • Die Stronghold-Fraktion hat sich Slavas unehelichen Sohn Sandor als Anführer ausgeguckt. Seine Armee besteht unter anderem aus Goblins, Orks, Harpyen und Zentauren.

Die letzte Fraktion basiert auf einer wirklich neuen Struktur. Das Novum »Sanctuary« ermöglichst zum ersten Mal die Naga-Rasse in einer vollständig eigenständigen Fraktion zu spielen. Ursprünglich waren die wasseraffinen Schlangenwesen schon für den Vorgänger Heroes 5 geplant, haben es trotz zweier Erweiterungen bisher nicht in die Spielereihe geschafft. Die Kultur der Naga ist in Heroes 6 stark japanisch inspiriert. Das herrschende Haus ist ein Daimyo, die Figuren tragen japanische Namen und auch der Kampfstil spiegelt die Kultur des Landes der aufgehenden Sonne wieder. Heldin der Kampagne ist Slavas Tochter Irina, die von ihrem Vater zu einer Hochzeit mit Erzfeind Gerhart gezwungen wurde und darauf hin zu dem Naga-Volk floh. Irinas Armee besteht überwiegend aus völlig neuen Einheiten, die aber dennoch stark an die Dungeon-Fraktion aus früheren Teilen erinnert. Neben bissigen Haikriegern, Flussgeistern und wütenden Naga-Schwestern, gibt es auch als schmackhafte edle Figur einen beeindruckenden Wasserdrachen. Für altgediente Heroes-Spieler ist ohne Zweifeln die Sanctuary-Partei die spannendste.

Alles wird einfacher

Besonders aufgefallen ist mir, dass in Heroes viel simpliziert wurde. Entwickler Black Hole reduziert die Zahl der Rohstoffe von sieben auf vier. Holz, Stein, Kristalle und Gold – mehr braucht ihr nicht. Schade, durch das Wegfallen der Rohstoff verkümmert das Handelssystem und auch edle Kreaturen werden so für alle leichter zugänglich. Ein Heroes für Dumme. Ob das der Balance im Spiel gut tut, wird sich zeigen. Auch das Initiative-System im Kampf wurde komplett gestrichen. Auch wenn die nächste Kürzung banal wirkt, ist sie für mich jedoch besonders schmerzlich: Die bildhübschen Stadtgrafiken, die man aus den Vorgänger kennt, wurden gestrichen. Stattdessen erscheint nun ein statisches, schmuckloses Fenster – sehr traurig. Neben etlichen Verschlankungen, gibt es aber auch ein paar Erweiterungen in Heroes 6.
Der Schwerpunkt bei Heroes 6 liegt ganz klar auf der Heldenentwicklung. Das fängt schon beim Inventar an, hier lassen sich jetzt stolze 13 Ausrüstungsgestände platzieren und erstmals sogar zu einem Artefakt-Set kombinieren. Während ihr im Singleplayer immer wieder mit einem frischen Helden startet, ist es möglich in Mehrspieler über ein Konto seinen Helden zu managen und so feste Eigenschaften über ein extra Erfahrungssystem zu erlernen. Leider ist das Konzept in der Preview-Fassung noch nicht richtig einsichtig, aber dennoch ist der Ansatz äußerst interessant. Das Talentsystem bekommt ebenfalls eine Generalüberholung und verabschiedet sich von Zufälligkeiten. Stattdessen erwartet den Spieler ein dreistufiger Talentbaum in satten zehn Untergruppen; fünf für »Might«-Fertigkeiten, fünf für »Magic«. Zauber werden ab jetzt nicht mehr in den Städten über die Magiergilde erforscht, sondern direkt im Talentbaum. Bereits als Level 2-Held habt ihr die Auswahl aus rund drei Dutzend Möglichkeiten. Zu erforschen gibt es also viel, selbst Kenner werden vor neuen Herausforderungen gestellt.

Guter Held, Böser Held

Bei all diesen neuen Rollenspiel-Eigenschaften, darf euch die wohl derzeit Beliebteste, nicht fehlen. Die Rede ist von einem Moralsystem: Je nach Vorgehen sammelt euer Held Punkte für gute oder böse Taten. Das ganze wird in Tränen und Bluttropfen gehandhabt und zieht sich durch fast alle Spielaktionen. Lässt ihr z.B. eine unterlegende Armee laufen oder unterstützt ihr im Kampf eure Kreaturen mit Heilungszauber, folgt ihr dem Pfad der Tränen. Aggressives Verhalten bringt euch wiederum Blutpunkte ein. Aber auch neutrale Spielstile sind möglich für alle die sich auf keine Seite schlagen können. Das Reputations-System schaltet je nach Moralverhalten nicht nur besonders mächtige Fertigkeiten frei, sondern entscheidet letztendlich auch über das Ende der Kampagne von Might & Magic Heroes 6.

Fazit:

Was ich bisher von Heroes 6 gesehen habe, gefällt mir sehr gut. Zwar kann man noch nicht viel über den Singleplayer sagen, dafür durfte ich im Hotseat-Modues einen Blick auf alle Fraktionen werfen. Die zahlreichen Erneuerungen sind passend und binden sich gut in die Serie ein. Heroes-Veteranen finden sich sofort zurecht und vermissen nur wenig. Besonders schade finde ich, dass man das Rohstoffsystem beschnitten hat und auch der optische Aufbau der Burg nicht mehr ersichtlich ist. Auch die Zwischensequenzen und der Erzählstil wirken arg hölzern. Hier muss sich auf jeden Fall noch etwas tun. Trotz allem muss ich sagen, dass Heroes 6 mich wieder in den typischen Sog hineingezogen hat und selbst mit einer abgespeckten Preview-Version für stundenlangen Spielspaß sorgte.


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