Prometheus - Dunkle Zeichen - Test / Review (Filmkritik) - insidegames
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Prometheus – Dunkle Zeichen – Test / Review (Filmkritik)

Veröffentlicht 28. Januar 2013 | 20:06 Uhr von Sandra




Prometheus

Einem erfolgsverwöhnten Streifen aus Zelluloid ein Prequel vorzusetzen, versuchen die Vorgeschichte zu dem zu erzählen, was eigentlich schon lange Geschichte ist, beweist sich gemeinhin als alter Hut. Aktuellstes Beispiel dürfte wohl der Hobbit sein, in dem der Vorlauf zum Kino-Epos Der Herr der Ringe bildgewaltig laufen lernt. Ähnlich bekamen die Star Wars Teile vier bis sechs ihre drei ersten Ableger spendiert. Auch das Grauen, das brillante Science-Fiction darf nicht fehlen, denn mit Prometheus – Dunkle Zeichen wurde der Versuch unternommen dem Klassiker Aliens seine Roots zu verpassen.

Gutes Kino kann so einfach sein: Man nehme ein gigantisches Drehbuch aus der Feder von Dan O’Bannon (u. Ronald Shusett), setze Ridley Scott als Regie-Meister ein, dazu Schauspieler der Extraklasse à la Sigourney Weaver, Tom Skerritt, John Hurt oder auch Ian Holm und fertig ist einer der wohl jemals am besten geratene Science-Fiction Horror-Streifen der Filmgeschichte: Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (1979). Der Erfolg nahm seinen Lauf und offenbarte sich u.a. in drei Fortsetzungen, gleichwohl selbige (Aliens – Die Rückkehr, Alien 3, Alien – die Wiedergeburt) mit verschiedenen Regisseuren (J. Cameron, D. Fincher, J.-P. Jeunet) als auch Autoren realisiert wurden. Die einzige Konstante in allen vier Filmen: Lieutnant Ellen Ripley (Sigourney Weaver). Stilmittel als auch Inhalte gingen durchaus mit Scotts Erstling konform, obwohl sich die Streifen dahingehend abwechselten, dass ein Mal mehr mit dunklem Weltraumgrusel und beengender Atmosphäre gespielt, das andere Mal wieder mit krachender Action überzeugt wurde.

Aber all diese Zutaten sind nichts ohne das von dem Schweizer Künstler H.R. Giger entworfene Alien, welches sich gekonnt in allen Streifen durch die Eingeweide seiner Darsteller futtert und so die Nachkommenschaft sichert. Wer vor allem Aliens (1979) gesehen hat, wird wohl nie vergessen, wie sich Figur Gilbert Ward Kane (John Hurt) beim Verzehr seiner Astronauten-Nahrung wie aus dem nichts heraus unsägliche Schmerzen erleidet, und im nächsten Moment platzt seine Bauchdecke auf, und ein an Reptilen erinnerndes kleines Monster mit fletschenden Zähnen schält sich aus seinem Inneren. Fortan war die Crew des Raumschiffs Nostroms nicht mehr sicher, denn der kleine Alien-Kerl wollte wachsen, hatte Hunger und viel Lust zum Töten.

 

Alien-Prequel? Nope – dafür Prometheus mit eigener Dynamik!

Es war ein unausgesprochenes, lange auch nicht wirklich spruchreifes Geheimnis, dass Regisseur Ridley Scott schon nach seinem 1979er Alien-Erfolg eine Art Vorgeschichte erzählen wollte. Das Geheimnis der mysteriösen Steinkreatur aus besagtem Streifen sollte dabei gelöst werden. Allerdings brauchte es rund 30 Jahre, dass Scott dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt hat. Prometheus – Dunkle Zeichen heißt das Machwerk, mit dem das Rätsel gelöst werden sollte. Allerdings hat sich der gute Scott beim Entwicklungsprozess derart verrannt, dass die Prometheus-Geschichte eine ganz eigene Dynamik erhalten hat. So werden vor allem Fans der Alien-Reihe allenfalls Fetzen dessen wieder erkennen, was die außerirdische Kreatur zu bieten hat. Diese sind jedoch so dünn gesät, so dass es besonders für den Alien-Freund durchaus eine Enttäuschung sein könnte.

Scott hingegen erklärte in einem Interview zu diesem Story-Wandel, dass Prometheus einfach etwas tiefgreifend Neues darstelle, eine rare Genre-Geschichte, nach der er schon so lange gesucht habe. Somit müsst auch ihr als Zuschauer mit einem durchaus gravierenden Sinneswandel leben. Aliens lässt grüßen, auf eine gewisse, jedoch sehr weit entferne Art, und der Fokus scheint – zumindest wird es für den Anfang suggeriert – mehr darauf zu liegen zu entdecken, wer die Menschheit eigentlich erschaffen hat. Glücklicherweise sind – was für ein derartiges Epos durchaus einmal vorkommen kann – enthaltene Längen und Sparflammen-Phasen äußerst gering ausgefallen und halten sich sehr in Grenzen.

Prometheus – Dunkle Zeichen – Regie: Ridley Scott – 2012:

Wer will nicht ewig leben?

Ihr werdet auf eine durchaus sehr bildgewaltige Reise mitgenommen. Betretet zusammen mit dem Archäologen-Liebespaar Elizabeth Shaw und Charlie Holloway (Noomi Rapace, Logan Marshall-Green) das Raumschiff Prometheus und lasst euch anhand der eigegebenen Zielkoordinaten auf den Planten LV-223 entführen. Das es natürlich nicht um die menschlichen Erschaffer geht und es immer einen sehr egoistischen Zeitgenossen gibt, der ganz eigene Vorstellungen hat und einfach nur sein persönliches Ding verfolgt, offenbart sich nur unwesentlich später. Dass ihr recht schnell auf den Zug „da stimmt doch was nicht“ aufspringen könnt, dafür sorgt Commander Meredith Vickers (Charlize Theron), welche zudem auch mit der Weyland Industries in Verbindung steht. Weyland hat nicht nur das Raumschiff Prometheus, im Übrigen eine Anlehnung an die Gottheit aus der antiken Sagenwelt, welche die ersten Menschen aus Ton formten, gestellt, sondern ist sowas wie der Drahtzieher der Expedition.

Zentral steht jedoch die Frage nach dem Sein im Vordergrund und erst recht spät lüftet sich der Schleier, welches Ziel mit dem Ausflug ins All tatsächlich erreicht werden soll. Zwischenrein sorgen partiell etwas konfuse Dialoge als auch Theorien, die anhand der Entdeckungen auf dem Planten gemacht werden, für Chaos im Kopf als für Klarheit, welche irgendwie doch mit Prometheus als eine Art Vorgeschichte zu Alien geschaffen hätte werden sollen. Spätestens an diesem Punkt solltet ihr über Board werfen, dass der Film mal ein Prequel hätte werden können.

 

Wohltat für Auge und Ohr!

Abgesehen von diesen Irrungen und offenbar noch durch Scott zu öffnende Sackgassen, getreu dem Motto „ich behalte mir Optionen vor“, sind es vor allem die Darsteller, die durchaus überzeugen. Gleiches gilt auch für das eher spartanisch anmutende Setting, das auf den ersten Blick sehr banal, auf den zweiten Blick jedoch sehr detailreich und einladend abstoßend zugleich wirkt. Visuell werden keine Wünsche offen bleiben, allein schon deshalb, da die Sets allesamt nachgebaut, und nicht am Computer generiert wurden. Versehen mit 3D-Effekten bekommt das verwöhnte Auge filmischen Genuss pur serviert.

Auch die Crew-Mitglieder David (Michael Fassbender), seines Zeichens ein Roboter sowie die beiden Archäologen spielen fantastisch und Kollegen wie Charlize Theron dezent an die Wand. Allein das David als künstliches Wesen eigenständig die Intuition entwickelt seine ihm auferlegte, programmierte Fassade los zu werden, macht den Androiden mehr als sympathisch – durch seinen Darsteller auch sehr glaubhaft. Besonders auffällig wird dies in den Momenten, da er sein Ebenbild nach Peter O’Tool in „Lawrence von Arabien“ wandelt. Neben seinem optischen Wandel ist David auch eine der Zielpersonen, die ihr auf eurer Prometheus-Reise konstant auf dem Schirm haben solltet – auch wenn es scheint, dass alles verloren ist.

Gleiches gilt auch für Elizabeth Shaw, die scheinbar sämtlich mögliche Emotionsextreme durchläuft – körperlicher Einsatz inklusive, denn es ist schon beachtlich, dass die Hollywood-Newcomerin Noomi Rapace, Stig-Larson Filme-Guckern eventuell bekannt, Großmeisterin Sigourney Weavers nachhaltig hinterlassene Fußspuren würdig füllt. Shaw (Rapace) muss einiges über sich ergehen lassen, u.a. eine High-Tech-Alien-Abtreibung – eine Szene, da einem der Schock auch in Form des hässlichen Fötus von alleine ins Gesicht springt.

 

Ausstattung und Technik

Für unseren Film-Test haben wir eine DVD zur Verfügung gestellt bekommen. Deren Ausstattung in Sachen Bild und Ton geht einwandfrei in Ordnung. Geboten werden sowohl Deutsch als auch Englisch in Dolby Digital 5.1, wahlweise zuschaltbare Untertitel, ebenfalls verfügbar in Deutsch und Englisch. Vorhandene Bildformate entsprechen dem Standard (16:9 – 2.40:1). Wer die 3D-Effekte nutzen möchte, muss zur Blu-Ray greifen. Die Extras der DVD sind mit entfallene und alternative Szenen eher spartanisch ausgefallen. Laufzeit des Films: DVD ca. 119 Minuten; Blu-Ray ca. 124 Minuten. DVD mit Regionalcode 2, Blu-Ray Regionalcode frei.

 

Das meint die Insidegames-Redaktion:

Es kommt darauf an, wie ihr an den Film heran geht beim potentiellen Anschauen. Erwartet ihr, dass ihr tatsächlich eine Vorgeschichte zum 1979er Aliens Film zu sehen bekommt, werdet ihr enttäuscht werden. Prometheus – Dunkle Zeichen ist davon doch recht weit weg und hat allenfalls Anleihen drin, die vermuten lassen, woher Scotts Intention zu diesem Film gekommen ist. Die Suche nach den sogenannten Konstrukteuren hat eine eigene Dynamik erhalten, sich sozusagen selbstständig entwickelt und damit aber auch das Potential eschaffen, ein eigener Mythos werden zu können. Sollte Scott weiter auf diesem Zug fahren, immerhin hat er sich das mit einem – sagen wir – interessanten Ende offen gehalten, darf man auf jeden Fall weitere, gesamt überzeugenden futuristischen Horror in den Weiten des Alls erwarten. Daher empfehlen wir euch auch, solltet ihr euch Prometheus – Dunkle Zeichen ansehen zu wollen, dies zu tun, ohne Hintergedanken an Alien zu haben. Seht ihn einfach als ein weiteres Kunststück von Großmeister Ridley Scott an und genießt schlichtweg den Ausflug ins All.


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Kategorien: Filme Movie News Test
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Kommentare

  • Tim sagt:

    Das war leider mein Fehler. Ich habe den Film mit Vorfreude geschaut, damit ich auch wirklich eine Vorgeschichte erhalte und dementsprechend auf die Alien-Filme eingestimmt werde. Leider war dies nicht so.
    Stylisch, und ich spreche auch explizit die Kameraführung und das Bild an, muss nicht diskutiert werden, natürlich top! Scott halt.
    Aber alles in allem bin ich ein wenig enttäuscht.

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