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007 Legends – Test / Review

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Veröffentlicht 21. November 2012 | 22:48 Uhr von Sandra

007 Legends - Slider

„Mein Name ist Bond … James Bond“ – offenkundig einer der wohl berühmtesten Zitate der Filmgeschichte und gleichwohl der Geheimagent der britischen Majestäten, der inzwischen 50 Jahre jung geworden ist, stellt dies noch lange keinen Grund dar auf die Bresme zu treten. Das beweist auch der zwischenzeitlich frisch angelaufene Blockbuster James Bond: Skyfall – im Übrigen der 23. Streifen der James Bond Saga, die in großen Teilen auf Romanen des britischen Schriftstellers Ian Fleming basieren. Auch wenn der neuste Skyfall nicht aus Flemings-Feder stammt bzw. eine andere Basis hat, ist nichts desto weniger zusammenfassend der neuste Film sowie der 50. Geburtstag des stets smarten Recken Grund genug ihn auch „legendär“ in virtuelle Geschehen zu entsenden – nachspielbaren Stoff gibt es bekanntlich zur Genüge.

Reise in die Vergangenheit

Mit 007 Legends werden euch die – zumindest nach Auffassung von Activision – „legendärsten Undcover-Missionen“ geboten, die ein James Bond in seiner 50jährigen Roman- und zugehörigen Filmgeschichte bisher erlebt hat. Es ist durchaus streitbar, ob die angebotene Kost dem Prädikat legendär entspricht – oder auch nicht. Das dürfte am Ende eine Frage des Geschmacks sein und die wollen wir an dieser Stelle nicht kritisieren. Ob euch das Portfolie gefällt, welches in 007 Legends angeboten wird, solltet ihr besser selbst entscheiden.

Wenn ihr das Spiel startet, landet ihr noch im Hier und Jetzt mit Skyfall und natürlich Daniel Craig als James Bond. Um Spoilern vorzubeugen, nur so viel: Craig Bond hat einen Unfall, knallt mit dem Kopf auf, verliert das Bewusstsein und entschwindet in den damit einhergehenden Träumen in seinerzeit erfolgreich beendete Einsätze. Gemeint sind damit verschiedene, sozusagen Bond-Klassiker: Goldfinger, Moonraker, Stirb an einem anderen Tag, Lizenz zum Töten, Im Geheimdienst ihrer Majestät und last not least gibt es via DLC eine Skyfall-Mission zu spielen. Stimmig ohne jeden Zweifel, die typischen Bond-Musiken sind mit von der Partie und, man staune und vor allem höre, ihr bekommt die Original-Synchronstimmen, wie ihr sie aus den Filmen kennen werdet, auf die Ohren.

Wie erwähnt, diese Zusammenstellung erscheint für den einen oder anderen ein wenig willkürlich, ungewöhnlich, aber es hätte, da sind wir ehrlich, schlimmer kommen können. Irgendwie negativ aufgestoßen ist dagegen die Tatsache, dass egal welche Mission zum Spielen einlädt, immer nur Daniel Craig als Bond seinen virtuellen Dienst schiebt. Keine Spur von Roger Moore oder auch – wie er gern genannt wird – „Mr. Bond himself“ Sean Connery, welcher laut vielen Fan-Bekundungen der einzig wahre Bond-Darsteller aller Zeiten im Reigen der Mimen sei. Aber auch hier gilt wie immer „über Geschmack streitet man nicht“.

Damit zurück zu 007 Legends … besagte Bond-Akteure fehlen, wie erwähnt, aber immerhin sind die aus den jeweiligen Filmen bekannten beispielsweise Bösewichte nicht nur gut erkennbar, sondern – viel wichtiger – vorhanden. So gibt es ein Wiedersehen mit dem schon lange verstorbenen, nichts desto weniger großartigen Schauspieler Gert Fröbe, der in Goldfinger sein Unwesen getrieben hat. Auch sind die jeweils aus den Filmen bekannten als auch markanten Situationen dabei, da ihr mit James Daniel Bond Craig mit Highspeed die Piste auf Skiern runterfahren müsst (Geheimdienst ihrer Majestät) oder ihr feuert aus allen Rohren in einer Tempelanlage (Lizenz zum Töten) bzw. visiert mit der Fotolinse den Ober-Fiesling Gustav Graves an (Stirb an einem anderen Tag).

Sparsame Agenten-Gadgets

007 Legends Klingt nach spannender Abwechslung, oder?! Nun, das könnte es prinzipiell schon sein, aber unterm Strich beweist sich 007 Legends eher als zum Teil stumpfsinnige Ballerei mit wenig Raffinesse. Dass das Ganze so fade daher kommt, hat u.a. auch damit zu tun, das die spielbaren Missionen recht lieblos aneinander geklatscht worden sind und keinen roten Faden erkennen lassen. Es wirkt wie eine Art –Kapitel-Hopping, bei dem ihr mit der ersten Runde beginnt, durch rennt, meistens auf alles ballert was sich bewegt, ab und an ein wenig trickreiches Q-Equipment nutzt und  fertig ist die Laube. Auftrag ausgeführt, Mission zu Ende, ab zum nächsten Film-Kapitel, ohne Verbindung, ohne Überleitung, ganz nach dem Motto „friss oder stirb“. Dabei ist doch auch der James Bond Stoff ideal einen richtig coolen durchgängigen Plot zu liefern, mit Übergängen, Sequenzen, etc. pp. – aber nichts dergleichen ist präsent.

Irgendwie sind wir das Gefühl einfach nicht los geworden, dass man uns als Spieler einfach nur banal und schnell durchschleusen möchte. Das ist jedoch nicht alles, denn leider sind die virtuell aufbereiteten Film-Adaptions-Abschnitte recht unterkühlt und wenig abwechslungsreich ausgefallen, so dass damit ein weiterer, nicht gerade wohlschmeckender Aspekt zum Tragen kommt. Wenig intelligent agierende KI-Gegner, die zudem alle den Anschein machen einer Mehrlingsgeburt zu entstammen, hübschen das Ambiente nicht wirklich auf. Gleiches gilt auch für die immer mal wieder vorhandenen Fahrsequenzen, in denen ihr verschiedenste Vehikel von A nach B bringt – sozusagen in Anlehnung an heiße Verfolgungsjagden. Heiß ist daran leider gar nichts, denn die Fahrzeuge reagieren schwerfällig und träge, die Landschaften fliegen vorbei und sehen noch nicht einmal gut aus und Explosionen sind zwar nett, reißen das Steuer aber nicht rum. Wenigstens hat man es geschafft, dass wir so etwas wie ein angenehmes Geschwindigkeitsgefühl wahrgenommen haben.

Immerhin ist die Steuerung ordentlich ausgefallen und liefert, für einen Shooter durchaus elementar, gute Arbeit ab. Gefallen hat uns auch, dass wir zu Beginn des Spiels auswählen konnten, wie wir mit der Bond’schen Gesundheit während der Missionen verfahren. Klassisch oder mit dem guten alten Medikit, das durch Schutzwesten ergänzt wird. Im Klartext heißt das, im modernen Sinne  regeneriert sich der virtuelle Bond von allein, bei der klassichen Variante muss Medikit und Schutzweste gefunden, eingesammelt und bei Bedarf genutzt werden. Retro kann doch hin und wieder einfach nur süß sein!

Weniger Retro, dafür voll auf der Höhe der Zeit die vorhandenen Q-Gadgets, mit denen Bond sich in verschiedenen Situationen behelfen kann, bzw. auch muss. Somit leisten die Uhr wertvolle Dienste, da diese über eine Laserwaffe verfügt oder auch das Mobiltelefon (Handy), mit dem ganz CSI-like Fingerabdrücke und mehr untersucht werden können. Sozusagen das Mini-Labor für reisende Agenten. Die Fotofunktion des Handys wirkt dabei schon fast wieder antiquiert. Ein wenig schade mutet es an, dass obgleich der verfügbaren Goodies deren Einsatz oft vorgeschrieben ist und nicht selbst bestimmt werden kann. Leider wiederholen sich Vorgänge recht häufig, so dass auch hier die Abwechslung sparsam dosiert wurde.

Klau dem Endboss doch mal den Stecker!

007 Legends Steht ihr auf Trial & Error? Wir inzwischen nicht mehr, denn 007 Legends hat einige Passagen, da waren wir kurz davor die teuren Joypads an die Wand zu pfeffern. Was war passiert?! Nun, im Grunde ganz einfach: Generell sind gewisse Formen des Trial & Error eigentlich vollkommen ok, vor allem dann, wenn sie nach ein paar Versuchen doch zum Erfolg bzw. Ziel führen. In 007 Legends wiederum ist – wenn man so will – das Gegenteil der Fall, denn wir haben uns angestrengt wie blöd und doch hat uns der Alarm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Mission failed und wieder von vorne. Wenn man das gefühlt irgendwie 1.000 Mal und mehr hinter sich bringen muss, steigt das persönliche Frust-Barometer in ungeahnte Höhen. Wie gut das ein Endboss auf uns wartet, an dem wir uns verlustieren und die Laune wieder in die Höhe schrauben können. Verdammt, der Kerl hält nicht viel aus und ein gezielter Schlag bzw. ein vordefinierter Steuerungsbefehl und der Käse ist gegessen.

Angesichts der Tatsache das 007 Legends extrem empfindlich ist was das Auslösen des Alarms anbelangt, ist es fast schon nebensächlich, dass ihr generell entscheiden könnt, ob ihr leisen Sohlen das betreffende Terrain betretet und zum Boss vordringt oder ganz wie die Axt wie Walde Rambo-like euch den Weg mit Bleispritzen frei pustet. Da in der Regel genug Munition zu finden ist, natürlich für das durchaus ordentlich ausgefallene und stetig wachsende Waffenarsenal, ist es fast schon müßig einen auf „alten Sam Fisher“ machen zu wollen. Der direkte Weg erweist sich in den meisten Fällen als das deutlich entspanntere Unterfangen. Und selbst wenn ihr mal schleichender Weise ein gutes Stück vorwärts gekommen seid, spucken euch die KI-Wachen und Kollegen gern in die Suppe, denn während sie sich in Kämpfen als bisweilen echte Nullnummern erweisen, beim Aufpassen sind sie spitze und schnattern beim kleinsten Geräusch wie aufgescheuchte Gänse.

Technische Stippvisite

007 Legends Ob Bond-Fan oder nicht, aber diese Präsentation hat der berühmte Geheimagent von der Insel nicht verdient. Wie zuvor schon mehrfach angesprochen, eine gute Performance – und das bezogen auf alle Belange – sieht schlichtweg anders aus. Würde mangelende Abwechslung vielleicht mit ordentlichen Texturen oder vernünftigen Animationen wieder gut gemacht, könnte man nochmals Gnade vor Recht ergehen lassen. So aber stellt euch darauf ein, dass sehr grobe Körnungen sichtbar werden und die KI-Kollegen und Statisten einen dezent ungelenken und wenig agilen Eindruck hinterlassen. Die Fahrzeuge sind mitunter schwer zu handhaben, da oft sehr träge. Mit Effekten wurde eher gegeizt und nicht geklotzt und in Sachen Umfang hätte es gern ne Handvoll mehr sein dürfen. Ca. 5-7 Stunden werdet ihr benötigen, bis ihr den Abspann der Kampagne sehen werdet. Das ein 08/15-Mehrspieler-Modus mit Splitscreen-Option mit an Board ist, macht den Bock nicht fett. Wenn schon, dann solltet ihr euch den Herausforderungsmodus ein wenig näher anschauen. Wenigstens haben Erfolgs- und Trophäenjäger noch ein bisschen was von 007 Legends, denn die Offline zu holenden Erfolge bzw. Trophäen sind soweit recht gut machbar. Online jedoch geht ohne gezielte Boosting-Sessions nichts! Bei verschiedenen Anläufen zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten haben wir nur ganz selten mal eine einsame Seele angetroffen.

Unser Fazit

60 %

Wenn Ian Fleming noch erleben müsste ... Selbst bei aller Liebe zu James Bond, aber ein guter Spiele-Vertreter sieht definitiv anders aus, wertes Activision-Team. Wir sind den Eindruck einfach nicht los geworden, dass man scheinbar auf Biegen und Brechen ein James Bond Titel zum bzw. um den 50. James Bond Geburtstag heraus bringen wollte! Aber warum?! Vor allem warum dann so halbherzig, halbgar und halbfertig?! Zumal ihr, wertes Activision-Team, mit anderen Spielen schon mehr als einmal bewiesen habt, dass ihr das Zeug habt eigentlich gute Spiele abzuliefern. Aber die 007 Legends Nummer, das vermeintlich legendäre Spielerlebnis, ist im wahrsten Sinn des Wortes eine „Doppel-Null“ – aber ganz sicher nicht im positiven Agentensinn. Als Shooter für zwischendurch, wenn man sonst so gar nichts mehr zum Spielen hat, mag 007 Legends noch durchgehen. Wer sich jedoch auf das Spiel gefreut haben sollte, so als Bondianer, der wird wohl eher herbe enttäuscht werden. Schade, schade, denn wir finden, das hätte nicht sein müssen die eigentlich vorhandenen guten Ausgangsbasen auf die abeliefert Art und Weise in den Satz zu setzen. Ergo wünschen wir uns fürs nächste Mal ein wenig mehr Zeit und mehr Liebe fürs Detail und dann klappt das auch wieder mal mit einem guten „legendären 007 James Bond" Spiel!

Pro

  • + bekannt Schaplätze erfolgreicher James Bond Film-Klassiker
  • + Original-Synchronsprecher sorgen für akustische Wiedererkennung
  • + ordentliche Steuerung
  • + James Bond Musiken
  • + Splitscreen im Multiplayer möglich
  • + keine gravierenden Unterschiede hinsichtlich der Plattformen vorhanden

Kontra

  • - zu wenig Abwechslung innerhalb der Locations
  • - grobe Texturen
  • - kein roter Faden, keine zusammenhänge Geschichte
  • - viele Agenten-Gadgets, die mehr schmücken als das man sie braucht
  • - sparsame Animationen
  • - nervige Trial & Error Abschnitte
  • - belangloser Multiplayer-Modus
  • - Kampagne zu kurz (max. 5-7 Std.)
  • - langweilige, uninspirierte Bosskämpfe
  • - öde möchte-gern Verfolgungsrennen
  • - unausgeglichene Gegner-KI
  • - belanglose FX-Sounds

Unsere Bewertung

Grafik
 
61 %
Sound
 
68 %
Steuerung
 
69 %
Gameplay
 
62 %
Multiplayer
 
50 %
Spielspaß
 
62 %

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Kommentare

  • Testave sagt:

    Sehr gute und ehrliche Review aber man hätte die Wertung doch viel tiefer ansetzen sollen, warum bekommt so ein Schrott so eine hohe Wertung? Ihr seid zu nett!

  • Soulwounds sagt:

    Sehr gutes Review…ich bin bei Verfilmungen von Games schon immer vorsichtig und genauso auch umgekehrt ;)

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