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101 Ways to Die – Test / Review

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Veröffentlicht 19. Mai 2016 | 16:38 Uhr von Alexander Winkel

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Forschernaturen können so unterschiedlich sein: Manch ein Professor arbeitet jahrelang um irgend ein Mittel gegen den Krebs zu finden, andere wiederum machen sich Gedanken zur erneuerbaren Energie und der Möglichkeit, diese möglichst effektiv zu speichern. Ganz anders Professor Splattunfuder, dessen Lebenswerk von Gemetzel und Zerstörung handelt, die 101 Arten zu sterben. Ein geradezu morbider, perfider Rätselspaß, der sich aber als unglaublich gewiefter und durchdachter Knobelspaß entpuppt.

In 101 Ways to Die mimt man den helfenden Assistenten des wirren Professors mit Nickelbrille und muss nochmals in über fünfzig Testkammern das Lebenswerk des greisen Professors nachstellen. Denn ein gar schreckliches Unglück vernichtete das Lebenswerk von Professor Splattunfuder, ein ausartendes Kompendium über Tod und Verderben niedergeschrieben in einem Buch. Daher begeben wir uns in das düstere Labor. Tief unter der Villa des Professors in der Erde liegend finden sich die schaurigen Testkammern, in denen selbst gezüchtete Klone ihrem unsäglichen und kaum vorhandenem Glück entgegen eifern. Einziges Ziel dieser hirnlosen Lemminge ist der alles rettende Ausgang, den sie zielstrebig aber mit geschlossenen Augen entgegen laufen. Egal ob es der normale Splatt ist, oder eben ein besonders schneller Sprinter-Splatt oder starker aber langsamer Tank-Splatt – Ziel des Assistenten ist es, die Flucht dieser Zombies zu verhindern und dadurch die verschiedenartigsten Tötungsmethoden zu erforschen. Neuentdeckungen werden natürlich in einem neuen Buch niedergeschrieben, um das Lebenswerk des Professors wieder zu vervollständigen.

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Damit ist die Rahmenhandlung zu 101 Ways to Die, so morbide diese auch sein mag, recht schnell umrissen. Das Gemetzel der Splatts und die Suche nach den Todesarten stellen den Ausgangspunkt für ein wirklich clever gestaltetes Knobelabenteuer darstellt. Jeder Level und somit auch jedes Puzzle hat denselben Grundaufbau und Mechanismus: Eine gewisse Anzahl an Splatts betritt das Labor und wackelt zielstrebig dem Ausgang entgegen. Als Assistent von Professor Splattunfuder gilt es vorab diesen Weg zu präparieren, damit die Splatts ihr Ziel hoffentlich niemals erreichen werden. Man stellt verschiedene Gerätschaften und Fallen auf, um die zombieähnlichen Kreaturen durch die Gegend zu schleudern, diese in Fallen zu werfen oder auf ganz andere Art in Stücke zu reißen. Stacheln, Lava und zermalmende Stahlkugeln sind nur einige Varianten, in denen die Biester ihr Leben aushauchen können.

Noch bevor die Klone ihrem makaberen Schicksal wie Lemminge entgegen eifern, ist es an dem Spieler, in einer Planungsphase das Testlabor zu bearbeiten. Aus einer seitlichen Ansicht – man stelle sich einfach das Testlabor als Puppenhaus mit einer Frontansicht dessen vor – werden an gewissen Stellen Sprungfedern, Mienen, Zeitzünder, Schleim, und viele weitere Dinge angebracht, um die Splatts anschließend in ihr Verderben zu stürzen. Die Handhabe ist dabei ganz gut, ab und an kommt der Controller und die Mechanik des Spiels aber an seine Grenzen – selten und nicht wirklich stärend. 101 Ways to Die gibt pro Aufgabe eine Mindestanforderung, die es zu meistern gilt. Anfänglich sollen einfach möglichst alle Splatts um die Ecke gebracht werden, später werden dann bereits vorgegebene Todesvarianten abverlangt: Tötet mindestens x Splatts in Stacheln oder schleudert diese in die Lava, um nur einige Beispiele zu nennen. Es gibt zahlreiche, nicht schwer zu erraten, insgesamt 101 Variationen dieses blutrünstigen Schauspiels, die es im Laufe der über fünfzig Missionen zu entdecken und meistern gilt.

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Der Knobelspaß ist anfänglich noch recht einfach gehalten, wird aber bereits nach dem einführenden Tutorial schon recht anspruchsvoll, vor allem wenn die Meisterherausforderungen ebenfalls gelöst werden sollen. Ist nicht nur das Hauptziel erreicht, es wurden auch weitere Anforderungen erfüllt, bekommt man nämlich zusätzliche Sterne, die man wiederum benötigt, um die weiteren Testlabore freizuschalten. Wer gerne physikalische Rätsel und Aufgaben löst, ist bei diesem verrücktem Professor auf jeden Fall gut aufgehoben. Denn all die Schalter, Sprungfedern, Schleimspuren und andere Dinge erfordern viel Tüftlerarbeit und Planung. Man muss sich die jeweiligen Umgebungen genau anschauen und präzise seine Ideen ausarbeiten, um alle Herausforderungen zu meistern. Dabei kommt es darüber hinaus oft auch noch auf Timing an, wenn zum Beispiel Zeitzünder ins Spiel kommen oder die Splatts synchron etwas machen müssen. Denn Klon-Lemminge werden meist in geordneter Reihenfolge und zeitlichen Abständen erst in den Level entlassen und wandern dann zielstrebig, nur durch unsere Mechanismen und Fallen verhindert, dem Ausgang entgegen.

Vor allem letzterer Einfluss mit dem genauen Timing sorgt letztendlich auch dafür, dass 101 Ways to Die einen gewissen Faktor an Trial & Error anhaftet. Man stellt seine Fallen auf, man plant alle Mechanismen penibel genau und auch die Flugbahnen der Splatts bei zum Beispiel Sprungfedern, doch nur der Praxistest zeigt, ob man sämtliche Faktoren bedacht hat oder die Physik einem doch wieder einen Strich durch die Rechnung macht. In dem Fall wird die Planungsphase, welche übrigens mit einer zusätzlich Spionageansicht für mehr Transparenz und Veranschaulichung der physikalischen Ereignisse sorgt, nochmals genauer getüftelt und der eine oder andere Mechanismus verschoben, ausgetauscht oder anders geplant. Wie bereits erwähnt, ist es anfänglich zwar gut zu meistern und auch Anfänger kommen auf ihre Kosten, doch wird es zunehmend recht knackig und man muss ordentlich das Köpfchen anstrengen, um den Meister zu übertreffen. Immerhin schleichen sich auch später mal leichtere Aufgaben ein, quasi eine Kaffeepause für den Assistenten, wenn es mal wieder zu knifflig geworden ist!

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Unser Fazit

74 %

in knuffiges Rätselspiel mit makaberer Thematik – doch spielerisch macht es auch richtig Laune, auf der Seite des Bösen zu stehen. Dieser Indie-Titel verlässt sich dabei nicht nur auf die Splatter-Effekte und den roten Lebenssaft, denn die Spielmechanik ist durchdacht und der pysikalische Knobelspaß hat ordentlich Tiefgang. Vor allem diejenigen, die auch die Meisterherausforderungen angehen, werden angenehm gefordert und dürften bei so mancher Aufgabe wahrlich ins Grübeln kommen. Ein wenig Trial & Error lässt sich leider nicht vermeiden und ab und an wäre etwas mehr Übersicht sicherlich dienlich gewesen. Auch wirkt der Titel auf Dauer dann doch eher eintönig. Dennoch hat uns der Rätselspaß schaurig-schön überrascht und auch ganz gut gefallen.

Pro

  • + Cleveres und durchdachtes Rätseldesign mit kniffligen Physikspielchen und peniblem Timing
  • + Einfacher Einstieg der dank Meisterherausforderungen dann recht knifflig werden kann
  • + Hilfreiche Tipps und Tutotrials lehren uns die Arbeit des Assistenten
  • + Recht hoher Spielumfang, der dank zusätzlicher Herausforderungen lange motiviert
  • + Optisch sehr ansprechend umgesetzt mit zwar blutigen, aber witzig inszenierten Szenen
  • + Die Texte des Spiels sind ins Deutsche lokalisiert

Kontra

  • - Vor allem spätere Aufgaben hängen immer wieder penibel vom Timing ab, das sorgt für Trial & Error
  • - Die Handhabe ist zwar ganz gut gelöst, aber hin und wieder doch zickig mit dem Controller
  • - Bisweilen schwankender Schwierigkeitsgrad

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
70 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
75 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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