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ABZU – Test / Review

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Veröffentlicht 7. Januar 2017 | 14:35 Uhr von Alexander Winkel

Abzu

Einfach mal treiben lassen. Sich auf das farbenfrohe Spiel einlassen. Dem pulsierenden Leben zuschauen und dabei die Artenvielfalt genießen. Eintauchen in eine Welt, die so schillernd schön und doch auch mörderisch sein kann. Abzû einführt euch in die unendlichen Weiten des Ozeans mit mystischen Elementen und ein Abenteuer, dem von Flowers oder Journey nicht ganz unähnlich.

Ohne sich groß mit Hintergründen aufzuhalten taucht man in Abzû in den Ozean ein. Einmal schnell mit den Flossen paddeln, die Arme kräftig schwingen und schon rauscht das Meer an einem vorbei. Mit einem beherzten Sprung aus dem Wasser, den Delfinen gleichtuend, erobert die unendliche Freiheit dieses Lebensraums des Spielers Herz. Der Taucher selber bleibt jedoch blass. Es gibt keine Informationen über den Grund seines Tauchgangs oder was gefunden werden soll. Abzû lässt einen treiben, in die Unterwasserwelt eintauchen und sorgt dank einer unglaublich stimmigen Geräuschkulisse und einer perfekten Sounduntermalung für eine geradezu meditative Stimmung. Kein Wunder, finden sich überall diese mystischen Haistatuen, auf denen sich der Beobachter im Schneidersitz nieder lässt und sein Umfeld genießt. Die Kamera wird nach Herzenslust die verschiedenen Meeresbewohner begleiten, deren Lebensraum offenbaren. Ein wenig wie ein interaktives Aquarium.

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Die meditativen Elemente sind auch die größte Stärke des ungewöhnlichen Titels. Das Meer gibt sich farbenfroh und die vielen verschiedenen Bewohner sorgen für ein pulsierendes Leben unter dem Wasser. Ganzen Schwärme durchziehen die bunten Gräser und die Riffs, riesige Lebewesen durchstreifen beeindruckend das Szenario und wenn man gemeinsam mit den riesigen Blauwalen seine Bahnen taucht, entsteht ein audiovisueller Sog, den man kam entkommen kann. Das Höchste alle Gefühle ist es mit den erhabenen Geschöpfen mit zu schwimmen, auf deren Rücken gar durch die Meere zu streifen und das pure Leben zu genießen. Ganz frei nach Lust und Laune und wohin uns das Herz auch treibt.

Völlig grenzenlos gibt sich Abzû aber leider dann doch nicht, denn das halbe Duzend Areale bietet uns einen eher schlauchförmigen Verlauf, welcher unterbrochen wird mit augenscheinlich riesigen Gebieten, die aber unsichtbar den Spieler in einem engeren Umkreis halten. Ein offensichtliches Ziel gibt es nicht, vor allem nichts, was von Anfang an als Motivation den Spieler voran treibt. Immer wieder können Meeresbewohner aus kleinen Tümpeln befreit werden und manchmal findet sich ein kleiner mechanischer Helfer, welcher unwegsames Terrain für den Taucher ebnen können. Alsbald sorgen untergegangene Tempelanlagen und mysteriöse mechanische Objekte einerseits für ein mystisches Ambiente, aber auch manch verstörenden Szenen. Was sollen uns die vielen Zeichnungen verraten, welche sich hinter mächtigen Türen der Tempelanlagen verbergen, deren Mechanismus oftmals durch den Spieler erst aktiviert werden soll.

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Das fehlende Ziel vor Auge ist auch die größte Schwäche von Abzû. Man lässt sich treiben, genießt die grafische Vielfalt und das wundervoll inszenierte Unterwasserleben, jedoch nur mit einem äußerst geringen Spieldruck im Nacken. Dadurch fehlt ein gewisser Spannungsbogen, der auch die Neugierde weckt, wirklich mehr über die mysteriöse Welt zu erfahren oder gar Geheimnisse aufzudecken. Man lässt sich im Strom des Meeres treiben, wohin einen die Strömungen auch bringen mögen und beobachtet, meditiert und genießt. Das ist letztendlich nach vier bis fünf Stunden des entzückenden Ausfluges zu wenig, um hinterher wirklich zufrieden mit dem erreichten Ergebnis zu sein. Was wollte mir der Titel sagen? Was sollte vermittelt werden? Etwas, was nur wenige sicherlich aus den vielen Andeutungen anhand der Wandmalereien für sich ausmachen werden.

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Unser Fazit

70 %

Farbenfroh und lebendig gibt sich Abzû, untermauert mit einer herrlichen Geräuschkulisse. Audiovisuell kann der Titel in jeglicher Hinsicht überzeugen. Die mystischen, pulsierenden Tiefen des Ozeans werden gekonnt eingefangen und sorgen für ein geradezu meditatives Erlebnis. Atemberaubend, wenn sich aberhunderte Fische zu Schwärme organisieren oder ein majestätischer Blauwahl erhebt und durch die Tiefen pflügt. Jedoch lässt Abzû ein ultimatives Ziel und somit einem nötigen Spannungsbogen missen. Man lässt sich von den Strömungen treiben ohne jedoch spielerische Höhepunkte zu genießen. Am Ende bleibt ein nicht ganz zufrieden stellendes Erlebnis, welches aber innerhalb der wenigen Stunden einen audiovisuellen Schmaus liefern konnte.

Pro

  • + Wundervoll animierte und farbenfroh aufgezeigte Unterwasserwelt.
  • + Mit einer unglaublich dichten Artenvielfalt sowie majestätischen Momenten.
  • + Grandiose Geräuschkulisse mit toller Hintergrundmusik.
  • + Was ein geradezu meditatives Erlebnis offerieren kann.

Kontra

  • - Kein wirkliches Ziel vor Auge, man lässt sich vielmehr einfach treiben.
  • - Fehlender Spannungsbogen lässt auch Entdeckerneugierde missen.
  • - Tatsächliche Hintergründe der antiken Tempel und den mystischen Objekten bleiben oberflächlich.
  • - Kaum spielerische Momente. Die wenigen Aufgaben sind offensichtlich und regen kaum die Hirnzellen an.

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
85 %
Steuerung
 
70 %
Gameplay
 
50 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
70 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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