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Adidas miCoach – Test Review

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Veröffentlicht 1. November 2012 | 22:13 Uhr von Sandra

Adidas miCoach - Logo (breit)

Winston Churchill, ehedem sehr bekannter britischer Staatsmann des letzten Jahrhunderts, prägte die wohl beste Entschuldigung für alle jene, die mit körperlicher Aktivität auf Kriegsfuß stehen: „No Sports“ – zu Deutsch „kein Sport“! Turnvater Jahn hingegen konterte seinerzeit mit den bis heute bekannten Worten „frisch, fromm, fröhlich, frei“ und fordert damit zusammen mit den Herstellern von inzwischen zahlreich erschienen Sportspielen für Konsole heimisch verwachsene Couch-Potatoes dazu auf, sich vor und mit Hilfe der elektronischen Geräte zu bewegen. Fit werden und dabei vielleicht noch abnehmen mit virtueller Hilfe – warum eigentlich nicht?!

Adidas, 505 Games und prominente Pixel-Trainer
Aller Anfang ist schwer und aus dem Grund haben wohl Adidas, die ergänzend ein paar bekannte Sportler verpflichtet haben, und 505 Games, zusammen mit Entwickler Lightning Flesh Adidas miCoach aus der Taufe gehoben. Kernthema: Na klar, Sport und Fitness! Klingt gut, klingt nach einem Plan und auf den ersten Blick auch durchaus für den einen oder anderen motivierend zu Hause im Wohnzimmer mit ein wenig Sport zu beginnen. Immerhin ist Adidas miCoach nicht einfach nur ein Programm mit sportlichem Inhalt, sondern ein Sport- und Trainingsbegleiter, eine Art virtueller Coach, der zur körperlichen Ertüchtigung auffordert und darüber sowas wie Buch führt, ob und wie gut man das Ganze umgesetzt hat. Dass sportliche Größen wie z.B. FC Bayerns Torwart Manuel Neuer oder auch Real Madrids aufs Mittelfeld spezialisierte Koryphäe Kaká als Pixel-Trainer fungieren, die britische Mehrkämpferin Jessica Ennis oder auch Tennisspielerin Andrea Petkovic, ist ein nettes Beiwerk, hat jedoch mehr damit zu tun, dass vorbenannte Kollegen einen Vertrag mit Adidas haben. Na ja, als Unternehmen schmückt man sich nun einmal gerne mit dem was man hat und die Jungs und Mädels, mit denen darf man sich ohne jeden Zweifel rühmen. Aber welchen Nutzen hat das für den Spieler von miCoach? Im Grunde ganz einfach: Die Pixel-Versionen der großen Sportler vermitteln euch Grundübungen, geben Trainingseinheiten weiter und zeigen, mit welchen Aktivitäten, Verrenkungen und sonstigen Bewegungen man sich fit halten kann – sofern man das möchte. Das Programm ist diesbezüglich vielversprechend: Mehr als 400 Übungen werden versprochen, mit denen man sich fitter, besser, gesünder und vielleicht auch leichter fühlen wird können.

Terminplaner, Webseiten, Apps und Zubehör
Adidas miCoach - Closeups - 5 Was sich auf den ersten Blick als eine Art weiterer Ableger a la z.B. EA Sports Active entpuppen könnte, ist auf den zweiten Blick eher eine Form des gekonnten Marketings. Sorry, aber wir können das nicht anders feststellen, denn allein die Tatsache, dass diverse Übungen nur mit ergänzendem Zubehör ausgeführt werden können, welches man – Achtung jetzt kommt’s – bei Adidas im Shop kaufen kann (“Nachtigall ick hör dir trapsen”), erfüllt nicht unbedingt den Zweck. Auch hat sich beim Testen recht schlagartig der Wunsch nach Bewegung verflüchtigt, bzw. hat wieder „tänzerische Formen“ angenommen – denn da ist wenigstens gleich alles dabei was man braucht. Sei es drum – Fakt ist, Dinge wie den Adidas CORE Stabilitätsball oder auch die Adidas Hanteln sind gern genommene Bestandteile der verfügbaren Übungen. Sind diese nicht greifbar, schrumpft das Übungspaket zusammen.

Abgesehen von den Extras, die es käuflich zu erwerben gibt, ist auch das Programm an sich eher so lala ausgefallen. Gehen wir einfach mal davon aus, man tut sich das komplette System an, d.h. man braucht nicht nur die Konsolen-Version und diverses Zubehör von Adidas miCoach. Ein Computer, auf dem man die zugehörige Webseite aufrufen kann, ist auch nicht schlecht, zumal dort das Anlegen des Trainingsplans leichter von der Hand geht als mit Kinect. D.h. auf der Webseite anmelden, das Spiel mit einem Code registrieren und schon kann die Webseite mit der Konsole ihre Synchronaufgaben wahrnehmen und jede Veränderung wird getrackt und kann sowohl hüben wie drüben abgefragt werden. Ergänzt wird der technische Reigen im Übrigen auch mit dem Smartphone. Auf der miCoach Seite steht eine kostenlose App zu Verfügung, welche ebenfalls hilft den Trainingsalltag besser zu meistern. Bis es jedoch soweit ist, heißt es den Trainingsplan erst einmal terminieren, planen, feststecken. Denn das ist auch der Hauptbestandteil von miCoach, getreu dem Motto „was mache ich wann, um meiner Plautze zu Leibe zu rücken.“ Steht das alles fest, erwählt man sich den gewünschten Trainer und dann kann es los gehen.

No Feedback, no Fortschritt, no Spaß
Um eins vornweg klar zu stellen: Es braucht keinen Trainer der einem ständig sagt wie gut oder nicht gut man eine Übung macht. Aber einfach drauf los turnen, ohne große Anweisung, ohne große Beschreibung oder Hinweise, was man ggf. beachten muss, ist dann schon nicht mehr so ganz ok.. Das haben wir bei den Einheiten, die man ohne ergänzende Hilfsmittel machen kann, doch vermisst. Es gibt keine Basis für die virtuellen Trainer und keine Eingabeoption wie der Fitness-Stand des jeweiligen Teilnehmers ist. Vielmehr agiert der Vorturner in einer Art Dauerschleife und wenn man als Spieler denkt man hat raus was der auf der Mattscheibe von einem will, steigt man ein und macht mit. Fertig ist die Laube! Wichtig ist – das sollte an der Stelle erwähnt sein, dass man den TV als Spiegel sieht – nur dann kann man die Übungen richtig ausführen, also in gleicher Bewegung wie der Trainer selbst. Davon abgesehen, wenn der Trainer mal was sagt, kann das durchaus mal in Englisch passieren. What?! Na ja, abgesehen davon hält der Trainer meistens die Klappe und lediglich Takte geben an ob und wie welche Übung korrekt  gemacht wurde. D.h. einmal gibt es die Taktung die verrät, in welchem Tempo die Übung ergehen soll und ein weiterer Ton sagt, ob das Nachgemachte stimmt oder nicht. Wir fanden bei den ganzen Tests, die wir gemacht haben sehr lustig, dass oftmals falsch gemachte Übungsfolgen richtig gegeben wurden, während die korrekte Ausführung als falsch deklariert wurde. Und ja, das spricht leider einmal mehr dafür, dass miCoach durchaus zu den Ablegern gehört, die auf Xbox 360 mit Kinect nicht immer einwandfrei funktionieren.

Adidas miCoach - Closeups - 3 Entspannter und ein wenig mehr Spaß machen dagegen die drei – sagen wir – Minispielchen: Tennis, Fußball und Basketball. Beim Fußball drescht ihr gegen die Uhr Bälle ins Tor, anfänglich eine recht leichte Übung, mit der Zeit jedoch kommen Hindernisse dazu, die es zu umschiffen gilt. Mit genug Zielwasser intus lässt sich jedoch mit einem gut platzierten Treffer extra Zeit schinden. Beim Tennis ist der  Gegner eine Wand, aus der sich Klötzchen lösen, wenn getroffen wird. Diese kleinen Kasten sind mit unterschiedlichen Farben verstehen und spendieren einen Bonus. Cool ist, dass man – ganz wie beim echten Tennis – Rück- und Vorhand inklusive der verschiedenen Spieloptionen (Schmettern, Lupfen, etc.) mit berücksichtigen muss (wird vom Spiel vorgegeben). Basketball hingegen funktioniert wieder wie Fußball, nur dass eben Körbe geworfen werden müssen.

So ganz nebenbei: Auch Läufer werden von miCoach berücksichtigt, wobei das natürlich nicht im heimischen Wohnzimmer passiert. Dafür heißt es raus an die frische Luft und durchgestartet. Jedoch kann die Konsole in dem Fall nur den Erfolg tracken, wenn dafür wenigstens die App vorhanden ist. Alternativ aber, und das würde Adidas sicher freuen, kauft ihr euch passende Schuhe und für diese Schuhe optimierte „Speed Cells“ und dann verliert ihr sicher keine Daten mehr, wenn ihr quer durch die Walachei joggt.

Unser Fazit

51 %

Was uns, fangen wir mal so rum an, wirklich sauer aufstößt ist die Tatsache, dass Adidas miCoach eine Art Kaffeefahrt für Konsolen ist. Es werden einem durchaus sinnige Brocken attraktiv verpackt vor die Nase gehalten, aber wenn es ans Eingemachte geht heißt es „ätsch, ätsch … da fehlt noch ein bisschen was“. Butter bei die Fische, wir verstehen, dass ein Unternehmen leben will, das Gewinne wichtig sind, Zahlen und das die bestmöglich schwarz und nicht rot sind – aber um jeden Preis?! Die Zocker-Gemeinde ist ein eigenes Völkchen, groß, aber definitiv eigen. Und ja, wir haben auch als Zocker, ganz entgegen dem gängigen Vorurteil, viel Spaß an Bewegung, aber sie sollte sinnig sein, stimmig, ordentlich und im gesamten komplett. Wenn man einen Trainingskalender erstellen möchte, dazu braucht es kein Xbox 360 Spiel, dazu gibt es genug Webseiten, außerdem Fitness-Einrichtungen mit vor allem auch weitaus gesprächigeren Trainern. Das in den meisten Fällen auch mehr darauf geachtet wird, wie fit jemand ist und wo eventuelle Schwächen sind, worauf man achten muss, ist nur ein nettes aber wichtiges Feature nebenbei. Adidas, 505 Games, Lightning Flash … wir respektieren sehr, dass ihr versucht habt mit miCoach eine Art virtuellen Trainer zu schaffen, um Couch-Potatoes zu mehr Bewegung zu verhelfen. Aber auf die dargebotene Weise wird das nichts, vor allem nicht, wenn man einen gewissen Teil gar nicht nutzen kann, weil dafür extra noch Zubehör benötigt wird. Davon ab, wenn Daten haben wollt, dann fragt die Leute doch einfach, dafür braucht es keine Webseite und kein Registrierungsverfahren – schon gar nicht, wenn es einfach nur darum geht Leute ein bisschen fitter zu machen. Dass ihr berühmte Trainer am Start habt – tolle Sache, aber die geben mir so viel Feedback wie eine Kuh beim Grasen, der ich einen Flickflack vorführe. Bei aller Liebe, aber nee, so funktioniert das nicht mit der Konsolen-Fitness für Zuhause. Wir gehen jetzt lieber wieder eine Runde Tanzen – da haben wir wenigstens nicht nur gute Mucke, sondern auch noch Spaß dabei!

Pro

  • bekannte Trainer in virtueller Form
  • eigentlich recht umfangreiches Trainingsangebot
  • soweit ordentliche Darstellung
  • entspannte, lustige Minispielchen

Kontra

  • viele Übungen nur mit teurem extra Zubehör möglich
  • Kinect-Steuerung unausgereift
  • Trainer geben wenig bis gar kein Feedback
  • keine Korrekturen, wenn Übungen falsch laufen
  • umständliche Menüführung
  • fehlende Anleitungen, gerade im Bezug auf die Übungen
  • Warm-Up fehlt ganz, inklusive Hinweisen
  • für einen Trainingskalender in allem zu teuer und zu wenig effektiv

Unsere Bewertung

Grafik
 
53 %
Sound
 
53 %
Steuerung
 
58 %
Gameplay
 
55 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
53 %

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