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AER: Memories of Old – Test / Review

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Veröffentlicht 12. November 2017 | 16:48 Uhr von Alexander Winkel

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Nicht nur Leonardo Da Vinci warf einen Blick auf den Vogel und wünschte sich fliegen zu können, zahlreiche weitere Menschen hegten und hegen diesen speziellen Wunsch. Auk ist eine Gestalltwandlerin. Sie kann sich mühelos in die Lüfte schwingen und die Welt erkunden. In der zerklüfteten Trümmerwelt von AER – Memories of Old auch nötig, um all die idyllischen Orte besuchen zu können. Ein verträumtes Abenteuer zum Genießen, jedoch nichts für anspruchsvolle Spieler. 

Zerklüftete Landstriche, zahlreiche kleine und große Insel in allen erdenklichen Formen und Ausprägungen und Ruinen prägen die durchwegs idyllische und doch trümmerhafte Landschaft von AER – Memories of Old, einem verträumten, geradezu meditativen Abenteuer, dass hoch oben über den Wolken stattfindet. Die einstige Welt und ihre großen Götter sind vor sehr langer Zeit durch unerklärte Ereignisse untergegangen. Nur noch wenig zeugt von der ehemaligen Kultur. Das Land teile sich in viele Bruchstücke auf, die wie Scherben im All völlig mysteriös durch das Himmelreich gleiten. Ruinen großer Bauten und Statuen zeugen noch von einer Hochkultur, doch nur wenige Tafeln erinnern an einstige Zeiten und verraten uns etwas mehr von der Geschichte der Trümmerwelten. Denn nur noch wenige Menschen mysteriöse Fabelwesen bewohnen die Inseln und können euch noch aus bruchstückhaften Erinnerungen berichten, oder hinterfragen die Ereignisse, die zum Bruch der Welt geführt haben.

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Ihr übernehmt die Rolle der Jungen und charmanten Auk, einer geheimnisvollen Gestalltenwandlerin. Als Pilgerin kehrt sie an einen heiligen Ort zurück und löst durch ihre Gebete Ereignisse aus, welche das Land zum erschüttern bringen. Im Dorf, der einzige Ort, an dem noch Menschen weilen, erfährt sie ein wenig mehr über die Ereignisse und vor allem die alten Ruinen und Tempelanlagen und bricht alsdann auf, um diese zu erkunden und ihrer Bestimmung nachzueifern. Im Handumdrehen kann sie sich in einen Vogel verwandeln uns so die riesige Welt mühelos erkunden. Es ist ein herrliches Gefühl, durch die Wolken, zu gleiten und die herrlichen Landschaften zu genießen, das mit einer völlig freien und eingängigen Steuerung der Protagonistin. Frühlingshafte Inseln, teils riesige Ruinen und große Berge die gar komplett in Schnee getaucht sind, bereichern das große Abenteuer von Auk. Die Trümmerwelt mag leer wirken sowie nur sehr wenig Leben beinhalten, doch zusammen mit der Musik erzeugt das Spiel einen gar meditativen Sog, dem man kaum entgehen kann.

So kommt es auch, dass die Erkundung der Welt trotz der leblosen Inseln den wesentlichen Anteil am Abenteuers hat, auch wenn ihr tatsächlich nur wenig über das Land erfahren könnt und noch weniger Interaktion finden werdet. Immerhin führt die Reise zu drei größere Tempelanlagen, deren Erkundung auch immer wieder mit kleineren Rätseleinlagen sowie Sprungpassagen gespickt ist. Oftmals müssen Türen geöffnet und magische Schalter betätigt werden, um letztendlich begehrte Bruchstücke eines Artefakts zu bekommen. Das Ganze erinnert frappierend an eine Mischung von The Legend of Zelda: Wind Waker und The Legend of Zelda: Skyward Sword, ohne jedoch die Action und Kämpfe der beliebten Nintendo-Titel mit zu übernehmen. Auk erkunden ganz friedlich die weite, offene Welt, ohne jedoch ein Schwert zu erheben oder anderweitig auf Feinde zu stoßen. Sterben könnt ihr zudem ebenso nicht. Sollte sie im Flug vom Weg abkommt, findet ihr euch irgendwann wieder an einem sicheren Ort und stürzt Auk von luftigen Höhen, so kann sie den Sturz mit den Flügeln abbremsen und kommt daher immer sicher auf zwei Füßen auf. Letzteres führt jedoch zu häufigen Wiederaufstiegen über zahlreiche Plattformen in den Ruinen, wobei die Sprungpassagen dank der schwierigen Handhabe etwas knifflig bis ärgerlich sind.

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Die Rätselkost wie auch Geschicklichkeitseinlagen fallen jedoch weiterhin seicht aus, daher mutiert das Abenteuer eher zu einem idyllischen Ausflug, der aufgrund fehlender Bevölkerung etwas leer und dadurch nur umso melancholischer wirkt. Die Leere der Trümmerwelten wird gar in der Story aufgegriffen und erläutert, dadurch auch nochmals die Absichten der Entwickler untermauert, den Spieler einsam und verlassen die Bruchstücke der Welt und der Bewohner erkunden zu lassen. Das ganze macht durchaus Spaß und wer sich auch mal ohne Action auf ein Abenteuer einlassen und sich ein wenig entspannen möchte, wird aufgrund der wirklich hübschen Optik und idyllischer Landstriche einfach die Ruhe genießen können. Etwas mehr spielerischen Anspruch hätte AER – Memories of Old dennoch gut vertragen, denn so ist das eher plötzliche Ende nach einigen wenigen Stunden bereits erreicht und es fehlt der zufrieden stellende Abschluss, dass man was erreicht hat.

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Getestete Version: Xbox One

Unser Fazit

70 %

AER - Memories of Old ist einfach nur idyllisch und entführt völlig stressfrei in eine mystische, außerordentliche Welt, die man einfach erkunden möchte. Dass die Welt nur noch von wenigen Fabelwesen und Menschen bewohnt wird, unterstreicht die Leere, in die ihr euch begebt und so genüsslich nach einem harten Arbeitstag entspannen könnt. Man taucht ein, der Stress verfliegt und man genießt einfach das Ambiente. Leider birgt der Titel darüber hinaus kaum spielerischen Anspruch. Es wirkt wie ein seichtes The Legend of Zelda ohne Kämpfe und Gewalt. Die drei Tempelanlagen sind recht kurz und die darin befindlichen Rätsel nichts, was erfahrene Spieler wirklich überfordern wird. Insgesamt ist das Ende dann auch viel zu schnell erreicht und stellt den Spieler nicht wirklich komplett zufrieden. Nichts desto trotz ein herrlicher Ausflug, den ich nicht missen möchte.

Pro

  • + Herrlich idyllische Spielwelt mit farbenfrohen Inseln und mystischen Ruinen.
  • + Die Vogelfreiheit ist einer herausragendsten Features des Spiels. Die Handhabe als Vogel ist sehr gut gelungen und.
  • + Interessanter Hintergrund und mystische Götter locken, mehr zu erfahren.
  • + Ein regelrecht entspannendes und meditatives Abenteuer.

Kontra

  • - Die Rätsel und Tempelanlagen stellen für erfahrenere Spieler keine Herausforderung dar.
  • - Die Steuerung in Höhlen und in den Tempelanlagen ist weniger gelungen als die Flugsteuerung in der Außenwelt.
  • - Zu wenig spielerischen Anspruch und zu schnell durchgespielt.

Unsere Bewertung

Grafik
 
75 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
75 %
Gameplay
 
65 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
65 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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