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Air Conflicts: Vietnam – Unser Review aus luftigen Höhen

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Veröffentlicht 18. November 2013 | 19:40 Uhr von Manuel

Air-Conflicts-Vietnam-Logo

Wenn man zurück Blickt, und sich vor Augen führt was wir früher, und wir meinen wirklich früher, also vor vielen Jahren, so gezockt haben, dann war eigentlich immer wieder mal etwas fliegendes dabei. Etwas das heutzutage sehr selten geworden ist. Flugsimulationen, und davon allerdings richtig gute, waren damals regelmäßig in den Laufwerken und der Spieler in luftigen Höhen unterwegs. Es war aber auch eine absolute Bereicherung und auch aus der physikalischen Sicht wirkliche Erlebnisse die man damit haben konnte. Heutzutage hat sich das Thema deutlich gelegt, zwar gibt es hier und da ein paar Versuche von großen Publishern den Markt mit neuen Flugsimulationen zu entern, auf Dauer konnte sich davon bis heute aber nichts durchsetzen. Da bleibt die Arbeit und auch der Mut dann mehr bei den kleineren Vertretern der Gamingbranche hängen, wie jetzt auch am Beispiel von Air Conflicts: Vietnam zu sehen. Bitcomposer Games geht aber den Schritt und bringt damit den zweiten Ableger der Air Conflicts Serie auf den Schirm. Ob sich das Wagnis am Ende wirklich lohnt, sollen die folgenden Zeilen klären.

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Ansprüche mit genug Abstand

Im letzten Jahr ging es erstmals los mit der Karriere der Air Conflicts Serie, die von Bitcomposer Games zusammen mit Games Farm aus dem Boden gestampft worden ist. Oft sind es aber genau diese Versuche die gerne mehr Erfolg haben als man es annehmen könnte. Die Vergangenheit zeigt eben das Mut auch gerne mal belohnt wird. Im Falle von Pacific Carriers war es zumindest so viel Lohn, dass es am Ende für einen Nachfolger reichen würde. Der ist genau jetzt bei uns aufgeschlagen mit Air Conflicts: Vietnam. Aufgeschlagen im wahrsten Sinne des Wortes, denn trotz Ankündigung und regelmäßigen Neuigkeiten glaubte man nicht so recht daran. Aber die Flugsimulation, die eigentlich eine reinrassige Action-Fliegerei ist, hat es definitiv zur Marktreife und damit auch zu uns geschafft. Der Hunger nach neuen Spielen, anderen nicht alltäglichen Spielweisen war am Ende schuld daran, dass man einen langen Blick in das Stück Software geworfen hat. Und so enttäuscht wie angenommen wurden die Augen da gar nicht mit dem was man zu sehen bekommt. Klar dass man hier nicht auf dem Niveau von millionenteuren Projekten agiert, aber das verlangt auch niemand. Am Ende zählt nur das was hinten rauskommt, und so sollte man eigentlich auch jedes Spiel betrachten. Den nötigen Abstand hat man hier klar einfacher als bei einem gehypten, heiß erwarteten Blockbuster.

Viel Arcade, viel zu wenig Simulation

Alien Conflicts: Vietnam konzentriert sich im Kern genau auf das was der Name erahnen lässt. Vietnam dient als Hauptangelpunkt des Spiels, und in Sachen Geschichte bedient man sich sehr gut an dem was das Thema hergibt. Tatsächliche Schauplätze, reale Fluggeräte und Brennpunkte und Schlachtfelder der damaligen Zeit geben sich die Klinke in die Hand. Gerade in Sachen Erlebnis und authentischem Spielen bekommt man also die volle Packung aufs Auge gedrückt. Etwas lockerer hat man es da mit der Verpackung gesehen. Der Ton macht die Musik heißt es so schön, Töne kommen zwar überall raus und klingen auch ganz gut, aber von Musik kann man da leider nicht ganz reden. Dazu fehlt es a Nachdruck, an Wucht und an Explosivität. Wenn ich mir so ein Spiel zulege erwarte ich bombastische Action, massive Gefechte und luftigen Höhen, Bombeneinschläge müssen spürbar sein und die Kugeln aus dem Geschütz sollen mir nur so um die Ohren fliegen. Ich will jeden Einschlag hören und auch die Folgen davon hautnah miterleben. So ist es zumindest bei richtigen Flugsimulationen, weswegen das neue Air Conflicts da einfach mithalten kann. Der Fokus liegt hier auf einfacher Action-Spielerei. Dadurch ist zwar die Steuerung ein Klacks, aber auch der Rest ist eben auf Arcade-Niveau. Aber mit der Steuerung ist dann schon mal ein großer Punkt abgehakt, der bei derartigen Spielen gern mal aus dem Ruder läuft. Alles kann problemlos bedient werden, und man muss kein Handbuch auswendig lernen um zu wissen welche Taste mit welcher Funktion belegt ist.

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Die unterschiedlichen Fluggeräte sind auch einfach zu steuern, haben nur immer wieder das Problem das die Steuerung schon fast zu leichtgängig ist. Gerade zielgenaues Anfliegen und Angreifen ist schwer, Hubschrauber schwingen gern mal etwas über das anvisierte Ziel hinaus und Bomber sind viel zu leichtgängig, im Extremfall dann aber wieder fast zu schwerfällig. Der guten Steuerung liegt also nicht unbedingt das beste Balancing zugrunde, was man leider immer wieder mit Zähneknirschen feststellen muss. Die Gegner interessiert es am Ende einen Hauch von gar nichts ob man mit der Steuerung zurechtkommt. Ein paar Treffer und der gerade gestartete Angriff geht wieder von vorne los. Eben auch wieder eine Sache der Balance. Auf der einen Seite Arcade, aber wenn man von gegnerischen Kugeln oder Raketen getroffen wird eine beinharte Simulation. Wer darüber aber mit Kopfschütteln nachdenkt sei beruhigt, es war genau das Ziel von Bitcomposer ein authentisches, möglichst realistisches Spiel zu erschaffen das spielerisch aber voll auf Arcade-Gameplay setzt

Grundsolide Technik und deutsche Tugenden

Im Hinblick auf die Technik kann man ohnehin nicht allzu viel erwarten. Insgesamt wirkt Air  Conflicts: Vietnam aber schon wie der Vorgänger Pacific Carriers sehr solide, bauen doch beide auf demselben Gerüst auf. Bildgewaltig ist dabei zwar etwas komplett anderes, aber alles läuft flüssig, man erkennt Dinge als das was sie sein sollen und es wirkt insgesamt stimmig. Nicht ganz dazu passen die optischen Grenzen die man dem Spiel gesetzt hat. Jeder Level bzw. jeder Einsatz hat seine spielerischen Grenzen, indem um das Areal herum Netzgitter installiert wurden, die erscheinen sobald man sich zu nah an die Spielfeldgrenzen heranwagt. Erst gelb dann rot, es geschieht zwar nichts, aber das hätte man eigentlich deutlich einfacher lösen können. Wer braucht denn schon im Zeitalter der offenen Spielwelten noch virtuelle Grenzen?

An diesen soliden Grundstein lehnt sich dabei auch die akustische Präsentation. Hubschrauber klingen wie Hubschrauber, ein Black Hawk klingt klar anders als ein anderer Heli, auch Kampfjets und Bomber haben Ihren speziellen, wenn auch etwas eigenartigen Klang. Insgesamt kann man sich so an die Geräusche von über 20 Geräten herantasten.

Umgeben wird man das ganze Spiel hindurch von einer aufgesetzt wirkenden Storyline, die uns angeblich in das Leben von Joe Thompson versetzen soll. Im Jahr 1962 schwelt noch immer der Vietnam-Konflikt und wir sind fortan mittendrin. Aber gerade wie es erzählt wird, eigentlich nur im Form von vorgelesen Briefen, ist nicht unbedingt das was man sich mit einer fesselnden Story erhoffen würde. Aber immerhin ist komplett alles in Deutsch, sowohl Text als auch die Sprachausgabe. Und das muss man einer Low-Budget Produktion wie dieser hier sehr hoch anrechnen, denn selbstverständlich ist das nicht.

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Ohne Koop, aber trotzdem gut gelöst

Objektiv betrachtet fehlt dem Spiel eigentlich nur ein vernünftiger Koop, mit zwei oder gar vier Spielern, und schon hätte man auch auf lange Sicht viel Spaß mit dem neuen Air Conflicts. Und so bleibt es am Ende doch nur bei einem gut gelaunten aber kurzen Ausflug in ein fernes Land. Auch wenn das Thema Vietnam-Krieg nach wie vor auf offene Wunden stößt hat man das Thema im Spiel so verarbeitet, dass es nicht anstößig wirkt und trotzdem so authentisch rüberkommt dass man fast hautnah die Geschichte in Bruchstücken miterleben kann.  Brenzlig ist das Ganze aber nach wie vor, gerade für Betroffene.

Unser Fazit

68 %

Air Conflicts: Vietnam wollte von Anfang an eines sein: Ein Spiel mit realistischem Setting aber mit Arcade-Gameplay. Genau das hat man auch geschafft, denn diese Mischung kommt genau so auch beim Spieler an. Wenn man es nicht wissen würde könnte man fast von einem ungewohnten Kauderwelsch sprechen, aber Bitcomposer wollte es so und hat es so zu Papier gebracht. Um das etwas ausführlicher zu erklären benötigt es nicht viel. Air Conflicts: Vietnam ist ein durchaus authentisches, wenn auch nur sehr dünn erzähltes Action- Spiel, das uns mit zahlreichen realistischen Fluggeräten ermöglicht den Vietnam-Krieg mit genügend Abstand mitzuerleben. Leichtgängiges Steuern, gutmütiges wenn auch ein etwas unerwartetes Balancing und der Fokus auf tatsächlichen Ereignissen bescheren am Ende ein durchaus solides Spielerlebnis. Das hätte man zwar zum Ende mit einem guten Koop abrunden können, aber auch so bekommt man für sein Geld ein gutes Spiel für zwischendurch, das klar nicht mit großen Blockbustern mithalten kann, wohl aber eine Randgruppe sehr gut bedient. Lediglich Abzüge bei Spielzeit und Langzeitmotivation schmälern das Ganze, dafür bekommt man aber ein Spiel das komplett der deutschen Sprache mächtig ist.

Pro

  • + Authentisches Spielerlebnis
  • + Seltenes Vietnam-Szenario
  • + 20 verschiedene Fluggeräte
  • + Einfacher Einstieg
  • + Leichtgängige Steuerung

Kontra

  • - Unausgereiftes Balancing
  • - Kein Koop-Modus
  • - Langzeitmotivation quasi nicht vorhanden
  • - Zu viel Arcade, zu wenig Simulation

Unsere Bewertung

Grafik
 
72 %
Sound
 
70 %
Steuerung
 
75 %
Gameplay
 
69 %
Multiplayer
 
60 %
Spielspaß
 
65 %

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