Alan Wake's: American Nightmare Review/Test - insidegames

insidegames

Alan Wake’s: American Nightmare Review/Test

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 23. Februar 2012 | 4:58 Uhr von Fabrice

Alan Wake_Night Springs_Remedy_New_150x150

Das ursprüngliche Alan Wake hatte vor seinem Release 2010 eine ziemlich lange Entwicklungszeit hinter sich. Ursprünglich wurde es vom finnischen Entwicklerstudio Remedy Entertainment für PS3, Xbox 360 und PC angekündigt. Als sich Microsoft als Publisher gefunden hatte, wurde die PS3 Version gestrichen und die PC auf unbestimmte Zeit verschoben. Erst kürzlich erschien es jedoch auch nach 2 Jahren für den PC und konnte in kürzester Zeit mehr als eine Million Kopien verkaufen. Der 16. Februar wurde jedoch nicht zufälligerweise gewählt, denn jetzt, nicht einmal eine Woche später, wurde ein neuer Ableger mit Alan Wake in der Hauptrolle veröffentlicht.

Alan Wake’s: American Nightmare ist ein Downloadspiel das momentan exklusiv über Xbox Live Arcade erhältlich ist. American Nightmare ist jedoch nicht ein richtiger Nachfolger zum Erstling, sondern viel mehr eine Zwischenepisode. Neben dem Vertriebsformat wurden auch am Spiel selbst einige Veränderungen vorgenommen. Obwohl das erste Spiel keineswegs perfekt war, konnte es besonders durch seine dichte Atmosphäre überzeugen. War der Wechsel zu einem Spiel das nur per Download zum Preis von 1200 MSP verfügbar ist ein guter Schritt oder hätte sich Remedy lieber auf ein richtiges Alan Wake 2 konzentrieren sollen?

Wüste statt Wald

Alan Wake ist ein Schriftsteller. Bevor er seine erfolgreiche Buchreihe rund um den grimmigen Alex Casey geschrieben hat, hat er ein Jahr als Schreiber für eine Fernsehserie gearbeitet. Night Springs, ganz offensichtlich von der echten Serie Twillight Zone inspiriert, war bereits im richtigen Alan Wake auf in der Spielwelt verstreuten Fernsehern zu sehen. Nun scheint es, als ob Alan in einer der Episoden feststeckt die er damals selbst geschrieben hat. Aber er ist nicht alleine, alan-wake-american-nightmare-4 denn sein böser Doppelgänger Mr. Scratch scheint ihn überhaupt erst in die Wüste von Arizona verfrachtet zu haben. Schnell wird klar das der psychopathische Mr. Scratch, der inzwischen Freude gefunden hat als Alan Wake zu posieren und in guter alter Serienkiller-Manier Leute zu schlachten, mit Alan spielt und ihn brechen will. Er provoziert Alan mit den Morden an Menschen, erzählt ihm was er mit seiner geliebten Alice so alles anstellen wird und das auch sein bester Freund Barry Wheeler dran glauben wird. Der gute Alan, dieses Mal in einem neuen Outfit, lässt das aber nicht über sich ergehen und versucht erneut die Realität zu seinen Gunsten zu verändern um seinem Häscher und der Dunkelheit zu entfliehen. Das wird aber nicht so einfach, denn Mr. Scratch hetzt ihm eine Armee von Besessenen auf den Hals die Blut sehen wollen.

Die Story in American Nightmare ist nicht so dicht gehalten wie noch im normalen Alan Wake. Es gibt weniger Zwischensequenzen, weniger Nebenpersonen und alles wirkt irgendwie schnörkelloser. Das ist aber gar nicht so schlimm, denn Mr. Scratch ist ein würdiger Gegenspieler der einem gleichzeitig das Blut in den Adern gefrieren und ein Lächeln auf die Lippen zaubern kann. Auch ist die Geschichte nicht mehr so sehr auf Alans Persönlichkeit fokussiert, sondern eher auf die Ereignisse in die er in Bright Falls hineingezogen wurde was sie doch ziemlich vom Original abhebt. Erwähnenswert ist an dieser Stelle das die wenigen Zwischensequenzen die es gibt vom „echten“ Alan Wake gespielt wird. Wie schon im alan-wake-american-nightmare-3 Vorgänger und einigen Spin-Off Produkten (wie der Bright Falls Mini-Serie in der er ganz am Ende kurz zu sehen war) übernimmt der Finne Ilkka Filli die Rolle von Alan Wake und logischerweise auch von Mr. Scratch. Und gerade als böser Doppelgänger liefert er eine mehr als überzeugende Darbietung ab. Gleichzeitig sympathisch wie auch absolut psychopathisch wird der böse Alan von ihm verkörpert und besonders in seinen Videobotschaften an Alan zeigt er sein Können. Es ist alles ein wenig übertrieben dargestellt aber das gehört nach dem ersten Teil eben zu Alan Wake. Auch Barry Wheeler und die Old Gods of Asgard sind mit von der Partie, wobei man sie nur in einem Radiointerview hören kann. Die Old Gods of Asgard performen ausserdem einen neuen Song, welcher wie schon im Original von der Band Poets of the Fall beigesteuert wurde.

Wir brauchen Waffen, jede Menge Waffen

Der grösste Kritikpunkt an Alan Wake war, das der spielerische Fokus auf dem Kampf gegen die Bessenen war. Denn obwohl man hauptsächlich nur mit Schusswaffen düstere Gestalten über den Haufen ballern konnte, war das Kampfsystem nicht allzu gut ausgearbeitet.Zu wenige Waffen, zu wenige Gegnertypen und ein nicht wirklich flüssig wirkende Bewegungen fingen viele Spieler schnell an zu langweilen. Wie eingangs schon erwähnt wurde der Story Anteil dieses Mal ein wenig reduziert, weshalb eine Verbesserung des Gameplays ein Muss war. Und im Kern ist das Gameplay immer noch genau gleich geblieben. Ihr steuert Alan aus einer nahen 3rd-Person Ansicht. Ausgerüstet mit einer Taschenlampe und einer Schusswaffe, gilt es Horden von Besessenen auszuschalten. So gut wie alle diese Gestalten werden von einer schützenden Schicht Dunkelheit vor direkten Angriffen bewahrt, weshalb die Taschenlampe fast noch alan-wake-american-nightmare-2 wichtiger ist als die Waffen selbst. Um die Gegner besiegen zu können müssen diese zuerst lange genug mit der Lampe angeleuchtet werden, damit die Dunkelheit vertrieben wird. Sind die Feinde erst mal verwundbar, können sie auf konventionelle Shooter Art und Weise erledigt werden. Im Vorgänger konnte das Waffenarsenal noch an einer Hand abgezählt werden, doch das ist Geschichte. Revolver, Maschinenpistolen, Schrotflinten, Sturmgewehre und sogar Nagelpistolen oder Armbrüste können zur Gegnerbeseitigung genutzt werden. Die verschiedenen Waffen dienen alle ihrem ganz eigenen Zweck, weshalb es wichtig ist sie gemäss ihren Stärken und Schwächen zu brauchen. Neue Gegnertypen wie die Splitter die sich bei Lichteinfluss in bis zu vier Gegner aufteilen und flinke Spinnen sind nur zwei der neuen Varianten, welche für mehr Abwechslung in den Kämpfen sorgen. Auch die Bewegungen in den Kämpfen und das Zielsystem fühlen sich flüssiger und geradliniger an.

Die Kampagne selbst kann in etwa 5 bis 6 Stunden abgeschlossen werden, was für ein Arcadespiel ganz ordentlich ist. Im Verlauf dieser Zeit besucht ihr drei verschiedene Areale: eine Raststätte, ein Observatorium und ein Autokino. Das klingt nach wenig, doch jedes Areal wird mehrmals besucht. Das wiederum klingt nach Resteverwertung, wird jedoch geschickt durch die Story erklärt und bietet bei jedem neuen Besuch neue Missionsziele und Nebenareale. Wie schon bei Alan Wake gibt es dieses Mal mehr als 50 Manuskript-Seiten zu finden. Diese vertiefen die Story, nehmen Bezug auf den Vorgänger und erklären sogar wieso Alan genau das Outfit trägt mit dem er in American Nightmare unterwegs ist.

From Dusk till Dawn

Neben dem Story-Modus bietet Alan Wake’s: American Nightmare noch einen komplett neuen Modus, der aber aus anderen Spielen bereits altbekannt ist. Hier wird er Arcade-Action genannt, was jedoch nur eine andere Bezeichnung für den mittlerweile hundertfach bekannten Horde- bzw. Wellen-Modus ist. Es gibt fünf Karten auf denen ihr jeweils 10 Minuten Zeit habt um eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen. Zu Beginn jeder Runde startet ihr mit einer einfach Pistole mit begrenzter Munition. Überall auf den Karten gibt es Munition, Ausrüstungsgegenstände und neue Waffen zu finden. Damit ihr die meisten Waffen jedoch überhaupt erst nutzen könnt, müsst ihr zuerst eine bestimmte Anzahl an alan-wake-american-nightmare-1 Manuskript-Seiten im Story-Modus finden. Es ist zwar auch ohne diese starken Waffen machbar gute Punktzahlen zu erreichen, es ist jedoch sehr empfehlenswert zuerst den Story-Modus abzuschliessen bevor man sich an den Arcade-Modus wagt. Jede der fünf Karten gibt es in einer normalen und einer so genannten Alptraum-Version. Im normalen Modus kämpft ihr gegen Welle um Welle an Gegnern. Im Alptraum-Modus erscheinen die Gegner jedoch beliebig und halten mehr aus. Ein kooperativer Modus wäre mehr als wünschenswert gewesen, wird jedoch schmerzlich vermisst. Dennoch macht es grossen Spass gegen die Besessenen zu kämpfen, da sich hier zeigt wie gut das Waffen-Gameplay gelungen ist. Je mehr Gegner ihr besiegt ohne getroffen zu werden, desto höher wird euer Punktemultiplikator ausfallen. Bestenlisten auf denen man sich mit seinen Freunden oder der ganzen Welt vergleichen kann, sorgen für viel Motivation und Spannung.

Gute Grafik, besserer Sound, noch bessere Sprachausgabe

Dafür das es sich hier um ein Downloadspiel handelt das keine 2 GB gross ist, sieht das Spiel gut aus. Im Gegensatz zu den sehr düsteren, ländlichen Gebieten im Originalspiel sind die Umgebungen dieses Mal deutlich heller und freundlicher ausgefallen. Das Wüstensetting ist gut gewählt, da dadurch nicht allzu Arbeit in die Umsetzung der Umgebung gesetzt werden musste. Dennoch ist es atmosphärisch und gelungen. Es gibt immer wieder einige kleine Schönheitsfehlerchen die beispielsweise beim Nachladen der Waffen zu sehen sind aber nicht wirklich störend auffallen. Der begleitende Soundtrack orientiert sich am Original und bietet neben untermalenden Stücken auch Lieder von Poets of the Fall (die inzwischen schon fast die hauseigene Band von Remedy geworden sind) oder Kasabian runden das Paket ab. Was die Sprachausgabe angeht wurde dieses Mal auf eine deutsche Synchronisation verzichtet. Alan Wake bot damals noch eine komplett eingedeutschte Sprachausgabe, die zwar nicht wirklich schlecht war, aber der Originalsprachausgabe nicht das Wasser reichen konnte. Aus diesem Grund ist die Entscheidung die englischen Sprecher zu behalten sehr gut.

Unser Fazit

85 %

Nachdem das erste Alan Wake, zumindest auf der Xbox 360, verkaufstechnisch nicht allzu gut abgeschnitten hat, wird sich das mit dem günstigeren Downloadableger hoffentlich ändern (Remedy hätte es verdient). Im Gegensatz zum Erstling wird eher auf die besser präsentierte Action als auf die Story gesetzt. Ob das nun eher positiv oder negativ ist, muss wohl jeder selber entscheiden. Alan Wake's: American Nightmare wird aber den Mainstream-Geschmack sicher treffen. Die Spielzeit des Story-Modus von etwa 6 Stunden mag zwar relativ niedrig erscheinen, der Arcade-Modus bietet jedoch stundenlangen Spielspass wenn man denn auf die pure Action steht. Der Preis von 1200 MSP ist also durchaus gerechtfertigt.

Pro

  • Besser Kämpfe
  • Mehr Waffen, mehr Gegner, mehr Abwechslung im Kampf
  • Süchtigmachender Arcade-Modus
  • Geniale Live-Action Sequenzen mit famosen schauspielerischen Leistungen
  • Sehr gute englische Sprachausgabe
  • Ausgezeichneter Soundtrack
  • Einfache Steuerung
  • Verständlichere Story

Kontra

  • Wenige Zwischensequenzen
  • Kurze Spieldauer
  • Wenige Spielareale
  • Nicht ganz so atmosphärisch wie der Vorgänger
  • Mehr Thriller als Horrorgeschichte

Unsere Bewertung

Grafik
 
78 %
Sound
 
92 %
Steuerung
 
87 %
Gameplay
 
84 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
88 %

- ANZEIGE -


Tags:

Weitere News und Spiele zum Thema

Im Forum als MrNice oder auf Google+ unterwegs.

Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Erfolge Trophy Leitfaden Keyword-Wolke:


  • Alan Wakes American Nightmare deutsche sprache
  • alan wake american nightmare deutsche synchro
  • alan wake american nightmare deutsche sprache
  • alan wake american nightmare waffen
  • alan wakes american nightmare deutsche sprachausgabe
  • alan wake american nightmare manuskriptseiten
  • <>alan wake american nightmare deutsche sprachausgabe
  • alan wake american nightmare sprache

- ANZEIGE -


*