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ArcaniA: Gothic 4 – Das Review

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Veröffentlicht 15. November 2010 | 18:37 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 29. März 2011

gothic4titel

Von wahnsinningen Königen und vergessenen Tempeln

Vor fast zehn Jahren veröffentlichte ein deutscher Entwickler das Action-Rollenspiel Gothic für den PC. Das Spiel konnte durch ein tolles Gameplay und eine lebendige Spielwelt konnten sowohl Spieler als auch Kritiker überzeugen und deren Herzen im Sturm erobern. Wie es eben üblich ist wenn eine Spielemarke Erfolg hat, wurde im Laufe der Zeit zwei Nachfolger auf den Markt gebracht. Die Fortsetzungen brachten viele sinnvolle Neuerungen mit sich, der dritte Teil jedoch auch unzählige Bugs und Glitches. Die Hoffnungen in den neusten Ableger waren entsprechend hoch, doch leider hat der Wechsel des Entwicklerstudios nicht viel gebracht. Wieso das Spiel aber dennoch Spass machen kann, erfahrt ihr in unserem epischen Review.

Auf sie mit Gebrüll

Zehn Jahre sind geschichtlich vergangen, seit die Geschichte von Gothic 3 ihr Ende gefunden hat. Der wahnsinnige König Rhobar III. zieht durch die ganze Welt mit nur einem Ziel vor Augen: sich die ganze Welt Untertan zu machen. Auf seinem Weg kommt er auch am beschaulichen Heimatdorf des namenlosen Hauptcharakters von Gothic 4 vorbei. Dieser ist gerade im Auftrag einer Hexe unterwegs und bekommt nicht mit, wie Truppen sein Dorf zerstören und alle Bewohner töten. Zu spät erkennt er was passiert ist und kann nur noch mit ansehen, wie seine geliebte Verlobte in seinen Armen stirbt. Mit Hilfe seines Mentors Diego macht er sich auf um Rache zu nehmen und dem verrückten König ordentlich in den Hintern zu treten.

ArcaniA: Gothic 4 ist ein 3rd-Person Action-Adventure mit vielen Rollenspielelementen. Der namenlose Held wird aus der Verfolgerperspektive gesteuert um Gegner im Nah- und Fernkampf oder mit Magie zu bekämpfen. Mit der linken Schultertaste können Feinde anvisiert werden und mit der rechten Schultertaste wird die Fernkampfwaffe genutzt. Mit den vier Buttons werden Nahkampfangriffe gestartet oder Ausweichrollen durchgeführt. Leider funktioniert das automatische Zielsystem in den seltensten Fällen so, wie es der Spieler gerne hätte. Besonders im Kampf gegen grössere Gegnertruppen zeigen sich deutlich Schwächen. Manchmal wir der am nächsten stehende Feind anvisiert, manchmal auch einer der klar hinter anderen Gegnern steht. Teilweise geht das ganze sogar so weit, dass man von mehreren Gegnern attackiert wird, das Zielsystem aber einen 30 Meter entfernten und völlig unbedeutenden Hasen anvisiert. Nicht nur das funktioniert nicht so recht, denn auch die Steuerung ist ungenau und reagiert träge auf die gegebenen Eingabebefehle. Das Kampfsystem an sich ist auch relativ belanglos, egal auf welchen Kampfstil der eigene Charakter ausgelegt ist. Als Nahkämpfer ist es am sinnvollsten voll auf den Gegner loszupreschen, während Magier und Bogenschützen einfach rückwärts laufend auf die Gegner feuern. Dies ist aber auch nur möglich weil die Gegner keine erkennbare künstliche Intelligenz vorweisen können. Dumm wie ein hartes Stück Brot laufen sie der Spielfigur hinter her und greifen mit meistens nur zwei verschiedenen Attacken an.

Die Auswahl der Haupt-und Nebenaufgaben ist relativ unspektakulär und wenig abwechslungsreich. Nebenaufgaben gibt es nur sehr wenige und die Hauptquests wirken meist aufgesetzt. So gibt es immer wieder dieselbe Aufgabe: 1. Person finden 2. Aufgabe für diese Person lösen 3. Die Person sorgt dafür, dass der vorher versperrte Weg freigemacht wird. So geht’s weiter in die nächste Siedlung um dort das ganze erneut zu machen. Auch die Spielwelt wirkt nicht wirklich sauber programmiert. So ist es beispielweise möglich Gegenstände einzupacken oder gar die Kisten von NPCs auszuräumen, während diese einfach daneben stehen und kein Wort sagen. Auch die Dialoge sind nicht wirklich das Gelbe vom Ei, denn es gibt keine Möglichkeit das Gespräch in eine bestimmte Richtung zu lenken oder mehr Informationen zu erhalten.

Ist es ein Schatz? Ist es ein neuer Gegenstand? Nein, es ist ein Grafikfehler!

Technisch wirkt ArcaniA: Gothic 4 genau so wenig poliert wie das Gameplay. Die Figuren, abgesehen vom Hauptcharakter wirken wie aus der Konserve. Egal wo und wann, immer wieder trifft man auf NPCs die genau gleich aussehen. Ok, der eine hat vielleicht mal einen Schnauzer statt einem Vollbart doch auch das bringt keine Abwechslung. Zum anderen sind diese Figuren auch nicht mit Liebe zum Detail gestaltet. Am hässlichsten sind jedoch bei weitem die Lichteffekte. Läuft man früh morgens durch einen Wald während die Sonne aufgeht wird es nämlich ganz schlimm. Überall blitzen für wenige Sekunden „helle“ Stellen auf, die wohl das Sonnenlicht darstellen sollten. Durch das ständige aufblitzen an den unterschiedlichsten Plätzen wirkt das ganze extrem unansehnlich. Auch ansonsten gibt es nicht viel Lob für die Technik. Aufploppende Figuren oder Gegenstände trüben den Gesamteindruck extrem. Die deutschen Synchronsprecher machen eine durchschnittlich gute Arbeit, während der Sound belanglos im Hintergrund dudelt.

Spass macht es trotzdem

Irgendwie ist ArcaniA: Gothic 4 ein zweischneidiges Schwert. Zum einen gibt es unzählige Ungereimtheiten, Fehler und Bugs. Nichts desto trotz macht das Spiel, warum auch immer, irgendwie Spass. Obwohl die Aufgaben langweilig und die Kämpfe monoton sind, spornt es den Spieler trotzdem an weiter zu zocken. Leider hat das Spiel, abgesehen vom Versuchen, nicht viel mit den genialen Gothic Spielen von früher gemein. Somit ist das Spiel wohl nur Hardcore Fans zu empfehlen, alle anderen greifen zu den besseren Alternativen wie z.B. Two Worlds 2.

Unser Fazit

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Pro

Kontra

Unsere Bewertung

Grafik
 
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Sound
 
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Steuerung
 
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Gameplay
 
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Multiplayer
 
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Spielspaß
 
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