Assassin's Creed 3: Liberation (Vita) - Test / Review - insidegames

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Assassin’s Creed 3: Liberation (Vita) – Test / Review

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Veröffentlicht 6. November 2012 | 19:54 Uhr von Lucardis

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Zum ersten Mal Assassin’s Creed auf der Vita und zum ersten Mal eine weibliche Protagonistin in der Assassinen-Geschichte. Ubisoft macht auf Sonys Handheld noch so einige Dinge anders, als bisher von der Serie gewohnt, bleibt aber auf der anderen Seite den altbekannten Spielmechaniken treu. Ob man hier den Spagat zwischen alt und neu schafft und dazu noch den Sprung auf den Handheld bewältigt erfahrt ihr  in unserem Test.

Assassin's Creed 3: Liberation (TGS) Im neusten Assassin’s Creed-Ableger für die Hosentasche haben wir es nicht mit der gleichen „Grundgeschichte“ zu tun, wie bisher. Der gute Desmond wird hinten angestellt und quasi eine Art Nebenzweig der Geschichte um die Templer- und Assassinen-Bruderschaften gesponnen. Abstergo verkaufen nun nämlich einen Animus für jedermann, um das Leben bestimmter Personen in ferner Vergangenheit zu durchleben, wie es Desmond auch getan hat. Wir als Spieler halten quasi diesen „Animus für zu Hause“ in den Händen und schlüpfen in die Haut von Aveline de Grandpre im Jahre 1765. Sie lebt als Tochter eines reichen Geschäftsmannes in New Orleans. Ihre Mutter war einst eine Sklavin, sie machte sich aber aus dem Staub, als Avelines Vater ihr und ihrer Mutter die Freiheit schenkte. Sehr viel mehr erfahren wir über Aveline leider nicht. Wie sie überhaupt als Tochter einer reichen Familie zu der Assassinen-Bruderschaft gelangt ist wird unglücklicherweise leider auch nur sehr beiläufig erwähnt, sodass hier einiges an Potenzial verschenkt wird unserem Protagonisten an Tiefe zu verleihen. Generell wird auf Aveline als „Persönlichkeit“ viel zu wenig eingegangen, oder Reaktionen auf ihre Abstammung im New Orleans der 1760er Jahre sind komischerweise verschwindend gering. Würde sich der Titel mehr mit Aveline als Heldin und ihrer Persönlichkeit auseinandersetzen würde man sich vermutlich besser in ihre Lage versetzen können und ein engerer Draht zwischen Spieler und Heldin würde entstehen, was in diesem Fall aber leider verpasst wurde.

Assassin's Creed 3: Liberation (TGS) Doch was wäre Assassin’s Creed ohne irgendwelche „seltsamen“ Vorkommnisse. Wir machen hier natürlich nicht nur einen unverfänglichen Ausflug in das Leben einer toughen Assassinin, sondern wir haben es immerhin mit einem Programm von Abstergo zu tun. Während des Abenteuers wird einem immer wieder ein gewisser „Bürger E“ begegnen, welcher sich offensichtlich unseren Animus einhackt und versucht die „Wahrheit“ zu enthüllen…

Das New Orleans im Jahre 1765 ist aber umso authentischer. Die wuselnden Straßen, der Südstaaten-Flair dieser Zeit, die Villen der Reichen und heruntergekommenen Wohngegenden der Armen, die Docks mit den riesigen Handelsschiffen etc etc… die Stadt lässt sich aber natürlich serientypisch nicht nur durch die Straßen erkunden, sondern auch wieder über Dächer und Bäume, sodass sich auch der Handheld-Ableger anfühlt, wie auf der Heimkonsole. Alles läuft auch generell recht flüssig, was bei der für einen Handheld überaus guten Grafik keine Selbstverständlichkeit ist. Ab und an kann es aber dann doch mal ins Stocken kommen, speziell, wenn man es im Kampf mit mehreren Widersachern zu tun hat.

Assassin's Creed 3: Liberation (TGS) In diesem Ableger ist man aber wohl auch mal mehr in den Straßen unterwegs, denn Aveline hat viele Gesichter. So kann sie sich je nach Bedarf und Gelegenheit in verschiedene Outfits werfen und so das ein oder andere Problem geschickter angehen. Als Dame können wir zwar nicht sprinten oder klettern, dafür können wir Wachen betören und uns so Zugang zu Orten verschaffen, in die man sonst nur mit Gewalt gelangen würde. Als Sklavin verkleidet stiften wir Aufstände an oder können unauffällig unter den Arbeitern untertauchen. Als Assassinin ist Aveline im Kampf am Widerstandsfähigsten und effektivsten, da ihr so das größte Arsenal an Waffen zur Verfügung steht. Allerdings ist man als solche auch am Auffälligsten, sodass man immer seine Fahndungsanzeige im Auge behalten sollte. Begeht man zu viele Straftaten in einer Rolle wird man irgendwann sofort erkannt. Man sollte also rechtzeitig Maßnahmen ergreifen seine Bekanntheit zu reduzieren, beispielsweise indem man Zeugen ausschaltet oder Fahndungsplakate abreißt.

Leider läuft es meist darauf hinaus, dass man so schnell wie möglich wieder in seine Assassinen-Ausrüstung schlüpfen möchte, da es sich so einfach am besten spielt, das benutzen von Damen-Kleidern oder den Sklaven-Lumpen beschränkt sich meist auf  bestimmte Missionen, die eine bestimmte Rolle voraussetzen. Trotzdem: Eine abwechslungsreiche Idee ist es in jedem Fall. Neben New Orleans als Schauplatz bereist Aveline noch den Bayou, eine sumpfige Landschaft, die ebenfalls sehr authentisch und atmosphärisch gelungen ist und Mexico ist auch noch mit von der Partie, eine Maya-Ausgrabungsstätte.

Assassin's Creed 3: Liberation (TGS) Da die Probleme aber natürlich auf Schritt und Tritt folgen, egal wo Aveline sich aufhält, muss man sich früher oder später Auseinandersetzungen stellen. Doch natürlich lassen sich nicht alle  mit diskutieren oder weglaufen lösen, sondern manchmal müssen auch die Waffen sprechen, welche in reicher Auswahl vorhanden sind. Von groben und etwas filigraneren Nahkampfwaffen über die versteckten Messer bis hin zu Gewehren, Pistolen, Rauchbomben oder Giftpfeilen kommt wohl jeder auf seine Kosten und so kann man für jede Situation die richtige Wahl treffen um unerkannt zu bleiben oder seine Aggressionen auf dem Schlachtfeld auszuleben. Oft werden bei spektakulären Angriffen Sequenzen in Zeitlupe gezeigt, wodurch manche Gefechte einen cinematischen Flair bekommen und man seine „eigenen“ coolen Angriffe bestaunen kann. Die Schwierigkeit der Kämpfe ist aber eher im niedrigeren Bereich anzusiedeln. Aveline kann einige Treffer einstecken und teilt dabei selbst ordentlich aus. Anvisieren mit Fernwaffen geschieht automatisch oder durch einen Tip auf den Touchscreen auf das gewünschte Ziel. Bei Schleich-Aktionen  sind die Wachen außerdem nicht besonders aufmerksam, haben sie einen dann aber doch mal entdeckt kann man recht entspannt vor ihnen fliehen, denn die meisten in New Orleans scheinen keine besonders guten Kletterer zu sein, da hatte ich in anderen Assassin’s Creed Teilen mehr Mühe die lästigen Verfolger abzuhängen.

Assassin's Creed 3: Liberation (TGS) Obwohl es in allen Gebieten, die wir bereisen auch Nebenquests gibt, läuft es doch meist darauf hinaus, dass man von Hauptmission zu Hauptmission läuft und sonst kaum Zeit mit anderen Dingen verbringt. Zwar sind die Nebenaufgaben unterhaltend und machen Spaß, füllen einen aber irgendwie nicht aus und so beschäftigt man sich hauptsächlich mit der Storyline, anstatt auf Erkundungstour zu gehen. In der eigenen Assassinen-Basis gibt es außerdem noch die Möglichkeit sich durch Handeln ein paar Taler dazu zu verdienen, indem man Waren kauft, sie verschifft und dort zu einem (hoffentlich) höheren Preis wieder verkauft. Eine kurzweilige Idee, die aber ebenfalls wenig fesselt.

Der Multiplayer in Assassin‘s Creed 3 Liberation ist dieses Mal weniger actionlastig ausgefallen. Wie bei einem Brettspiel manövriert man seine Agenten von Stadt zu Stadt auf der Weltkarte, um Abstergo Industries das Handwerk zu legen, oder auch den Assassinen, je nachdem für welche Seite man sich entscheidet. Leider ist das Ganze unnötig kompliziert geraten, da eine einfache Erklärung schlicht fehlt. Startet man den Multiplayer zum ersten Mal steht man wie der Ochs vorm Berg und weiß nicht recht, wie man überhaupt Anfangen soll, geschweige denn, was eigentlich das Spielprinzip ist.

Unser Fazit

85 %

Trotz der vielen Ecken und Kanten, an denen es etwas rum zu mäkeln gibt hat uns Assassin’s Creed 3 Liberation durchweg sehr gut unterhalten. Mit Aveline als erstem weiblichen Protagonisten der Serie schlüpfen wir in die Haut einer Assassinin im New Orleans des 18. Jahrhunderts. Obwohl man verpasst hat das Potenzial zu nutzen und der Heldin durch eine interessante Hintergrundgeschichte mehr Profil zu verleihen haben wir es mit einem durchaus sympathischen und authentischen Hauptcharakter zu tun. Das New Orleans, welches man als Spieler in gewohnter Parcour-Manier erkunden darf versprüht authentischen Südstaaten Flair und weiß durch diverse Details zu überzeugen. Auch die beiden weiteren Gebiete, die Ausgrabungsstätte in Mexico und der Bayou sind atmosphärisch, abwechslungsreich und interessant. Trotzdem erwischt man sich immer wieder dabei, wie man von Hauptmission zu Hauptmission marschiert ohne sich groß mit den leider nicht ganz so fesselnden Nebenaufgaben zu befassen. Auch die Idee der drei verschiedenen Rollen in die Aveline schlüpfen kann ist super und bietet einige taktische Möglichkeiten. Aber auch hier macht man es sich oft einfach und verlässt sich auf die gute alte Assassinen-Garderobe, da es sich so einfach am besten spielt. Das Abendkleid und die Sklaven-Lumpen werden meist nur übergeworfen, wenn es das Spiel gerade für eine Mission erfordert. Generell ist Liberation aber ein gelungener Ableger der Assassinen-Geschichte für die Hosentasche und einer der Top-Titel, die die Vita momentan zu bieten hat.

Pro

  • + super Grafik
  • + sympathische Heldin
  • + klassisches Assassin's Creed-Gefühl für unterwegs
  • + authentische Schauplätze
  • + Kostümwechsel
  • + großes Waffenarsenal

Kontra

  • - unspektakulärer Multiplayer
  • - Nebenquests nicht sehr fesselnd
  • - Protagonistin hätte mehr Hintergrundgeschichte vertragen können

Unsere Bewertung

Grafik
 
87 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
84 %
Multiplayer
 
62 %
Spielspaß
 
85 %

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