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Assassin’s Creed 3 – Test / Review

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Veröffentlicht 30. Oktober 2012 | 18:02 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 18. März 2013

Assassin\'s Creed 3

Endlich ist es so weit: mit Assassins Creed 3 geht die Serie um den Konflikt zwischen Assassinen und Templern endlich in die nächste Runde. Nachdem Ezio Auditore eine eigene Trilogie spendiert bekam, bietet der dritte Teil nun einen neuen Protagonisten, eine neue Spielwelt und viele Neuerungen. Und obwohl der letzte Teil den Untertitel Revelations (dt. Offenbarung, Enthüllung) trug, warf es für viele wohl mehr Fragen auf als es beantwortet hat.

Assassins Creed 3 verlagert die Geschichte nach Amerika. In der Zeit der Kolonialisierung und dem amerikanischen Unabhänigkeitskrieg im 18. Jahrhundert. Als Sohn eines Engländers und einer amerikanischen Ureinwohnerin muss man sich seinem Schicksal stellen, die versteckten Klingen auspacken und die Templer davon abhalten die neue Welt als ihr eigenes Territorium zu beanspruchen. Bekannte Persönlichkeiten wollen getroffen (oder getötet) werden, noch bekanntere Schlachten sollen miterlebt und das grosse Geheimnis um Desmond Miles und seine Vorfahren soll endlich gelöst werden. Doch kann Ubisoft die enormen Erwartungen erfüllen? Wir haben die PS3-Version genau unter die Lupe genommen und können euch Antworten auf all diese Fragen geben!

In unserer Testversion konnte wir leider den Mehrspielermodus nicht ausprobieren. Weder die kompetitven noch die kooperativen Modi konnten angetestet werden, weshalb die finale Wertung ausschliesslich auf dem Einzelspielermodus beruht.

Gut gegen Böse

Connor Kenway, geboren mit dem indianischen Namen Ratonhnhaké:ton, ist das Kind von einem britischen Kolonialisten und einer amerikanischen Ureinwohnerin. Ohne jeglichen Kontakt zu seinem Vater wächst er bei seinem Stamm auf und lernt mit der Natur im Einklang zu leben. Doch die Templer finden sein Dorf, brennen es nieder und töten dabei seine Mutter. Connor schwört Rache, fühlt sich seinem Stamm jedoch weiterhin verpflichtet bis zum Tag als er Bekanntschaft mit einer Gestalt aus der Vergangenheit macht. Ihm wird offenbart das er ein Assassine ist und das er allein eine grössere Rolle in den Geschehnissen der Weltgeschichte haben wird, als ihm je selbst klar sein wird. Er muss einen Ausbilder aus den Reihen der Assassinen finden, sein Training beenden und eine Gruppe von verschwörerischen Templern erledigen welche die freie Welt bedrohen. Diese Templer haben nicht nur seine Mutter auf dem Gewissen, sondern werden auch noch von Connors eigenem Vater angeführt. Doch der britisch-indianische Assassine hat einen eisernen Willen und viele talentierte Verbündete, weshalb ihm kein Hindernis zu gross erscheint um sein Ziel zu erreichen. 

Wie von der Serie gewohnt vermischt auch der dritte Hauptteil von Assassins Creed viele belegte historische Fakten mit einer ordentlichen Portion Fiktion. Man trifft im Spiel auf bekannte Schlüsselfiguren des Krieges wie Benjamin Franklin, Charles Lee oder George Washington. Eines der grössten Probleme des Spiels, sowohl was die Geschichte aber auch das Gameplay angeht, ist ein eher langgezogener, oft gestreckt wirkender Start. Nach einer extrem spannenden ersten Viertelstunde plätschern Geschichte und Charaktere für gute zwei bis vier Stunden einfach nur vor sich hin bevor wieder etwas passiert. Es ist logisch das der Aufbau von Figuren und einer Geschichte eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, dieser Bogen wird jedoch leider Assassin's Creed 3 Screenshot Leak überspannt. Immerhin ist Assassins Creed 3 nicht nur für Serienveteranen geeignet, sondern ist auch ein guter Einstieg für alle die die alten Teile überhaupt nicht gespielt haben. Eine kurze Einführung in die Geschehnisse der vergangenen Episoden zu Beginn des Spiels frischt bei allen das Gedächtnis an das Vergangene wieder auf und wird gut präsentiert. Wer jedoch alle Teile gespielt hat, wird auch mehr Spass an der Geschichte des Spiels haben. Erneut verschmelzen die Geschichten vom Dreh- und Angelpunkt der Serie, Desmond Miles, in der Gegenwart mit der Geschichte seines Vorfahrens aus der Reihen der Assassinen zu einem spannenden, oft ziemlich überraschenden, Thriller der Extraklasse. Wer über den eher zähen Start hinaus kommt, dem wird eine tolle, spannende und selten langweilige Geschichte mit einem echten Hintergrund präsentiert.

Freiheit!

Wer bereits eines der vier bisher erschienen Assassins Creed Teile gespiet hat, weiss im Grossen und Ganzen was einen erwartet. Aus der 3rd-Person Ansicht steuert man seine Spielfigur durch eine offene Spielwelt. Das Spiel ist dabei in 12 Sequenzen unterteilt, welche alle ein grosses Ziel haben welches in der Regel darin besteht ein bestimmtes Ziel auszuschalten. Um dieses Ziel jedoch überhaupt erreichen zu können, müssen eine Vielzahl von abwechslungsreichen Aufgaben erledigt werden. Ziele müssen ungesehen verfolgt werden. Personen wollen überzeugt oder bestochen werden oder ein feindliches Lager will heimlich infiltriert werden ohne das man von den Gegnern entdeckt wird. Dazu hat man eine grosse Anzahl an Fähigkeiten und Ausrüstung zur Verfügung. Wie alle Assassinen zuvor ist auch Connor ein Talent im erklimmen von Gebäuden, entlanghangeln von Dächern und waghalsigen Sprüngen. Durch den Wechsel der Szenerie nach Amerika gibt es zudem viele weitere Möglichkeiten die Umgebung zu nutzen. Viele Sequenzen spielen sich in der freien, ungezähmten Natur ab. Man kann durch Baumwipfel schleichen, von Ast zu Ast springen und Attentate aus dem Blätterdickicht starten. Die Natur bietet auch auf dem Boden neue Herangehensweisen an bestimmte Situationen. Flüsse und Seen bieten einem Tarnung bei einer Mission und auch Büsche können dazu benutzt werden um sich an unachtsame Wachen heranzuschleichen. Auch die Städte unterscheiden sich von blühenden Metropolen wie Rom oder Konstantinopel. Wenige, nicht ganz so prächtige Häuser und kleine Siedlungen dominieren. Alles funktioniert jetzt noch besser und flüssiger als in den vorherigen Teilen. Die Steuerung wurde vereinfacht, wodurch man schneller, sicherer und noch einfacher klettern, springen und hangeln kann. Das nimmt zwar einerseits ein wenig die Herausforderung bei diesen Aufgaben, dennoch sehen die geschmeidigen Bewegungen toll aus und schlussendlich hat man es ja mit einem ausgebildeten Assassinen zu tun, für welchen solche Manöver keine Schwierigkeiten darstellen sollten. In diesem Kontext unterscheidet sich das Kampfsystem jedoch von den Vorgängern. Dort liess sich mit Assassin's Creed 3 simplen Blocken und Attentats-Kombinationen jeder Konflikt, egal gegen wie viele Gegner eigentlich mit Leichtigkeit gewinnen. Assassins Creed 3 bietet hier einen neuen Ansatz, denn es stehen einem mehr Möglichkeiten zur Auswahl. Und diese Auswahl muss auch genutzt werden, besonders im späteren Spielverlauf wenn man gegen eine grössere Anzahl an unterschiedlich agierenden Gegner antreten kann oder muss. Ein Block muss genau im richtigen Moment ausgeführt werden, ein Konter verlangt eine noch genauere Reaktion nach einem Block. Relativ neu ist auch der Gebrauch von Schusswaffen. Zwar gab es sie schon in der Ezio-Trilogie, doch dank dem technologischen Fortschritt sind Steinschlosspistolen oder Musketen überhaupt keine Seltenheit mehr. Dennoch ist der Gebrauch dieser Waffen nicht oft wirklich nützlich. Keine allzu hohe Genauigkeit und extrem lange Nachladezeiten machen Schusswaffen zu keinen verlässlichen Alternativen im Kampf gegen einen oder mehrere Gegner. Das ist auch gut so, denn dadurch mutiert Assassins Creed 3 nicht zu einem weiteren, generischen Shooter. Noch immer liegt der Fokus auf die Nutzung der Umgebung um ungesehen sein Ziel zu erreichen oder eben den direkten Nahkampf, dieses Mal passenderweise mit einem Tomahawk.

Neben diesem hauptsächlichen Gameplayanteil gibt es jedoch noch sehr viel mehr zu tun, was jedoch offt nicht zwingend notwendig ist um im Spiel voranzukommen. Die beeindruckendste und mit Abstand beste Neuerung ist der Kampf auf hoher See. Relaltiv früh im Spiel erhält man Zugang zur Aquila, einem ganz eigenen Schiff welches man steuern und im Kampf brauchen kann. Der Kampf gegen britische Kanonenschiffe und Fregatten ist unglaublich gut gemacht. Immerzu muss man versuchen parallel zum Gegner zu fahren damit man ihnen eine volle Breitseite verpassen kann. Dank einer exzellenten Steuerung machen eben diese Sequenzen unglaublich viel Spass und der Schiffskampf wurde wohl noch in überhaupt keinem Spiel so toll umgesetzt. Besonders wenn man im Spielverlauf sein Schiff mit noch mehr Kanonen ausstattet und dadurch gegen eine ganze Armada antreten kann, ist das einfach nur unglaublich gut. Wie schon in den Teilen mit Ezio gibt es auch wieder die Möglichkeit seine Heimatstääte zu verbessern, auszubauen, Geld zu verdienen und Gegenstände zu produzieren. Nebenmissionen ziehen neue Bewohner in die eigene Region, welche verschiedene Ressourcen produzieren können. Diese können entweder weiterverarbeitet oder per Konvoi verkauft werden. Dieser eigene kleine Mikrokosmos innerhalb des Spiels ist zwar vernachlässigbar, was er aber überhaupt nicht werden sollte. Es bringt viele Vorteile neue Bewohner zu rekrutieren, Geld zu verdienen Assassin's Creed 3 und die eigenen Produktionen anzukurbeln. Ansonsten gibt es noch eine anständige Anzahl an weiteren Nebentätigkeiten. Bei Spielen wie Dame kann Geld gewettet werden, bei Botengängen kann zusätzliches Bargeld verdient werden und Sammelobjekte bringen einem neue, bessere Ausrüstung an die man sonst gar nicht gelangen kann. Zusätzlich kann man in der Wildnis auf die Jagd nach Wildtieren gehen um Fleisch oder Felle zu finden, welche sich auch weiterverarbeiten oder verkaufen lassen. Auch hier wird der geduldige Jäger belohnt, denn wer Tiere mit Schusswaffen erlegt kann nicht ganz so viele Gegenstände absahnen wie jemand der ein Reh im Nahkampf mit dem Tomahawk erledigt.

Halbwegs neu sind auch richtige Missionen in denen man Desmond selbst steuert. Man turnt nicht mehr nur in verlassenen Lagerhallen oder uralten Ruinen herum, sondern erklimmt unter anderem einen mächtigen Wolkenkratzer. Diese Szenen sind spielerisch zwar nicht wirklich neu oder anders als das eigentliche Spiel, dennoch ist es erfrischend auch ihn einmal zu effektiv zu steuern und seine in den vorherigen Teilen erlangten Fähigkeiten auszuprobieren.

Leider hat das Gameplay ein ähnliches Problem wie die Story. Die ersten Sequenzen sind träge und es gibt wenig zu tun. Man muss sich durch etliche Tutorials für alles mögliche arbeiten, bevor man selbst an den verschiedenen Aufgaben versuchen kann. Es ist einfach träge, öde und nicht wirklich spannend. Erst ab etwa Sequenz 6 (etwa vier bis fünf Stunden nach dem Start) öffnet sich die Spielwelt und gibt einem die Möglichkeit alles selbst auszuprobieren und in den unzähligen Nebenaktivitäten zu versinken.

Schnee soweit das Auge reicht

Zwar gab es schon in Vorgängern Tag- und Nacht-Zyklen, dennoch setzt Assassins Creed 3 mächtig einen drauf. Da das Spiel mehrere Jahrzehnte umspannt, bekommt man auch unterschiedliche Jahreszeiten zu sehen und erlebt wie sich die Natur auch verändert. Während man zu Beginn einer Sequenz noch bei Sonnenschein durch den hellen Wald rennt, kann es schnell passieren das man bald darauf durch knietiefen Schnee stapft. Allgemein ist die Spielwelt enorm glaubwürdig gestaltet. Von den wilden Grenzlanden, über die ruralen Dörfer der amerikanischen Ureinwohner bis zu den aufstrebenden Städten wie Boston und New York. Auch Personen sehen lebensecht aus, besonders natürlich alle Hauptfiguren wie Connor selbst. Gesichter in Assassin's Creed 3-07 denen selbst die kleinsten Emotionen sichtbar sind sowie butterweiche Animationen sorgen für totale Immersion.

Doch trotz all des Lobs ist speziell die technische Abteilung wohl das grösste Problem des Spiels, was auf der aktuellen Hardware bei einem so ambitionierten Projekt nicht wirklich verwunderlich ist. Die K.I. von Gegnern und Zivilisten ist oft merkwürdig, läuft in Wände oder dreht sich im Kreis. Oft gibt es unschöne Pop-Ups wenn man beispielsweise auf einem Pferd durch weniger dicht besiedelte Gebiete reitet, wo Büsche, Gras und Bäume einfach nur so aufpoppen. Auch sonst bleibt das Spiel nicht mit Bugs verschont. Ausrüstung lässt sich nicht richtig wechseln, das Zielsystem mit Fernkampfwaffen funktioniert nicht so wie es sollte oder die eigene Spielfigur ladet erst sehr spät ins Spiel nach einer Zwischensequenz. Das ist schlussendlich aber nicht weiter schlimm, denn die Spielwelt ist beeindruckend gestaltet und weiss trotz all der erwähnten Probleme fast vollends zu überzeugen. 

Der orchestrale Soundtrack in grossen Schlachten klingt genauso gut wie eher melodiöse Töne wenn man sich in der Wildnis befindet. Die deutsche Sprachausgabe ist zwar exzellent, passt aber oft einfach nicht ins Spiel und kann einen doch aus der Immersion hinaus reissen. Einerseits fehlt einfach der Unterschied zwischen den britischen und den amerikanischen Figuren, was doch störend wirken kann. Ausserdem ist die Sprachausgabe überhaupt nicht synchron mit den Bewegungen der Spielfiguren, was besonders in Zwischensequenzen extrem stark auffällt. Oft laufen Sprachausgabe und Zwischensequenz extrem asynchron ab. Teilweise bewegen sich die Münder der Charaktere sogar überhaupt nicht obwohl die Sprachausgabe munter vor sich hin redet. 

Unser Fazit

81 %

Wie fast schon nicht anders zu erwarten ist Assassins Creed 3 ein wirklich spektakuläres Spiel geworden. Ein spannendes Kampfsystem, vielfältige Nebenmissionen, eine extrem glaubwürdige Spielwelt und eine interessante Geschichte bieten ein fantastisches Spielerlebnis. Dennoch ist es nicht ohne Fehler, ganz im Gegenteil. Besonders im technischen Bereich gibt es einige Mängel, wie z.B. viele Bugs oder Fehlerchen in der Grafik. Ein eher zäher erster Akt voller Tutorials der besonders alte Hasen die mit der Materie vertraut sind eher langweilen wird ist auch nicht wirklich auf dem selben Level wie der Rest des Spiels den man vor sich hat. Wer sich an den Kleinigkeiten bei der Technik nicht stört und sich von der Spielwelt gefangen nehmen lässt, der bekommt mit Assassins Creed 3 ein echtes Highlight das einen für etliche Stunden an den Controller fesseln kann wenn man sich darauf einlässt.

Pro

  • + Beeindruckende Spielwelt
  • + Unterhaltsames Kampfsystem
  • + Gelungene Schleichpassagen mit offener Herangehensweise
  • + Viele Nebenaufgaben
  • + Süchtigmachendes Ressourcenmanagement
  • + Fantastische Seeschlachten
  • + Guter Soundtrack
  • + Ideale, eingängige und flüssige Steuerung
  • + Richtige Abschnitte mit Desmonds Miles

Kontra

  • - Einige störende Bugs
  • - Zäher erster Akt mit vielen Tutorials
  • - Sich ein wenig zu langsam entwickelnde Story
  • - Asynchrone Sprachausgabe besonders in Zwischensequenzen

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
81 %
Steuerung
 
88 %
Gameplay
 
90 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
81 %

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Autor: Fabrice

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