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Assassin’s Creed Liberation HD – Xbox 360 Test / Review

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Veröffentlicht 15. Januar 2014 | 12:44 Uhr von Fabrice

Assassins-Creed-Liberation-HD-Screenshot

Im Herbst 2012 ist mit Assassin’s Creed Liberation das erste Spiel der Serie erschienen, welches nicht auf einer Konsole oder dem PC seine Heimat fand (den furchtbaren Ableger für Smartphones lassen wir gewollt außen vor). Der damals für die PlayStation Vita exklusive Titel hat in unserem Test satte 85% einsacken können, dennoch scheint es als ob diese exklusive Heimat dem Titel nicht bestimmt war.

Diese Woche erscheint Assassin’s Creed Liberation HD auf PC, PlayStation 3 und Xbox 360. Wir sind deshalb erneut in die Haut der weiterhin einzigen spielbaren, weiblichen Assassine geschlüpft und haben uns die High Definition Version auf der Xbox 360 genauer angeschaut.

Von New Orleans über den Bayou bis nach Mexico

Die Hauptfigur in diesem Spin-Off zu Assassin’s Creed III ist Aveline de Grandpré. Ihre Mutter war eine afrikanische Sklavin, welcher aber die Freiheit zugesagt wurde und sie schon im Kindesalter verließ. Sie blieb bei ihrem Vater, einem französischen Edelman. Sie wuchs in New Orleans auf und wurde dort auch in den Orden der Assassinen aufgenommen. Doch New Orleans geht einige Veränderungen durch, besonders weil die Stadt den Franzosen abgenommen wurde. Die neue spanische Regierung die einzieht scheint jedoch Dreck am Stecken zu haben und wenn so etwas im Assassin’s Creed Universum passiert, bedeutet das in der Regel dass die Templer gar nicht weit sein können. So, wie könnte es auch anders sein, liegt es an Aveline und ihren Verbündeten aus dem Orden heraus zu finden was die Spanier vorhaben, denn viele Sklaven scheinen aus der Stadt einfach so zu verschwinden und niemand weiß so recht was eigentlich los ist.

Was viele sicherlich begeistert, ist die Tatsache dass man in Liberation wirklich nur die Rolle über eine Assassine übernimmt. Die ganzen Sequenzen in der echten Welt, bekannt aus der Hauptreihe, fallen komplett weg. Leider wird die dadurch gewonnene Zeit nicht wirklich genutzt, um Aveline als die starke Frau zu präsentieren die sie zu sein scheint. Man erfährt im Spielverlauf leider nur herzlich wenig über sie und wie sie zu einer Assassine wurde oder zum Orden kam, wird im Spiel selbst gar nicht erklärt. Auch die Nebenfiguren wie das Schmugglerduo Elise und Roussillon hätten besser ausgearbeitet werden können.

Das ist schade, denn der eigentliche Plot ist eigentlich ganz interessant auch wenn er gegen Ende ein wenig abflacht. Dieser erstreckt sich über drei Hauptgebiete die man im Verlauf der Geschichte mehrfach besucht. New Orleans ist eine spannende und lebendig wirkende Stadt. Der Bayou ist ein Sumpfgebiet, wodurch man viel Möglichkeit hat seine Talente auf interessante Wege zu nutzen. Außerdem gibt es noch Ausflüge in eine Sklavenkolonie in Chechén Itza in Mexico, wo die Templer anscheinend Grabungen in alten Ruinen vornehmen. Die Geschichte an und für sich kann in 4 bis 5 Stunden beendet werden, was relativ kurz ist. Hier wird klar dass es sich bei Liberation HD nur um die Umsetzung eines mobilen Titels handelt. Gleichzeitig darf man nicht vergessen dass es nur digital erhältlich ist und der Preis dadurch auch niedriger liegt als bei Teilen der eigentlichen Serie.

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Die Frau mit den drei Gesichtern

Spielerisch unterscheidet sich Liberation wenig von seinen großen Brüdern. Man steuert Aveline aus einer 3rd-Person Ansicht, rennt über Dächer und Baumkronen, meuchelt fiese Templer mit den versteckten Klingen oder kämpft gegen sie mit allerlei Waffen sowie Hilfsmitteln.

Die größte Neuerung betrifft die Möglichkeit das man zwischen drei verschiedenen Outfits wählen kann. Als Assassine kann Aveline wie aus der Serie gewohnt ihre vollen Parcours Fähigkeiten nutzen und darf auch im Kampf nicht unterschätzt werden. Dort verfügt sie nämlich über mehr Gesundheit und kann mehr Waffen nutzen, im Vergleich zu den anderen Outfits. Als Sklavin kann man immer noch ohne Einschränkungen rennen und springen, hat jedoch eine deutlich schwerere Zeit in Kämpfen. Auf der anderen Seite kann man als Sklavin relativ problemlos feindliche Zonen infiltrieren ohne in Kämpfe verwickelt zu werden. Zu guter Letzt kann man sich in das Outfit einer feinen Dame werfen. Dadurch verschwinden sämtliche Möglichkeiten sich schnell zu bewegen, schränkt die Kleidung doch zu sehr ein. Dasselbe gilt auch für Kämpfe. Stattdessen kann Aveline mit der feinen Kleidung das schwächere Geschlecht betören, um auf diesem Weg Zugang zu versperrten Gebieten zu bekommen oder Wachen in stille Eckchen zu locken um sie dort ohne großen Kampf zu erledigen.

Neben den offensichtlichen Unterschieden im Gameplay bietet jedes Outfit außerdem noch ein eigenes Set an Sammelobjekte die es zu finden oder zu ergattern gilt. Leider wäre damit der Nutzen der Kleidung auch schon durch. In der Regel sind die Outfits die man nutzen muss durch die Geschichte strikt vorgegeben. Nur in wenigen Ausnahmen hat man die Wahl wie man vorgehen will. Hier wäre mehr machbar gewesen, sind die Outfits an sich doch eine tolle Idee um das Gameplay aufzufrischen. Und wenn das gemacht wird, funktioniert es auch richtig gut. Ein Beispiel ist eine Mission in der eine Villa infiltriert werden muss. Dadurch hat man die Wahl als Sklavin durch den Hintereingang einzusteigen. Oder man geht graziös als Dame durch den Vordereingang, wodurch sich die Mission leicht verändert.

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Verfolge dies, verfolge das

Bei den Missionen an sich werden die Wurzeln des Vita Spiels deutlich sichtbar. Sie sind nämlich kürzer als man es von der eigentlichen Serie gewohnt ist. So gut wie jede Mission dauert maximal fünf Minuten, zudem scheinen sie noch leichter zu sein als man es bisher kennt. Besonders deutlich wird der Schwierigkeitsgrad bei den optionalen Missionszielen. Muss man in der Hauptserie oft genau darauf achten was man macht, ist das hier nicht der Fall. Höchst selten bieten diese den Anspruch wodurch die Hauptserie doch ein wenig an Schwierigkeit gewann, ist man denn gewillt dies überhaupt zu machen.

Auffallend ist der starke Fokus auf Missionen in denen man Personen ungesehen verfolgen muss. Das diese wenig Spaß machen muss wohl niemandem gesagt werden der die Serie kennt. Sie sind eher langweilig und gehören zum größten Schwachpunkt von Liberation HD.

Das klingt jetzt alles sehr negativ, dennoch funktioniert das Spiel einfach irgendwie und kann jede Menge Spaß machen. Die Assassin’s Creed Formel mag inzwischen arg ausgelutscht sein, dennoch kann sie für Unterhaltung sorgen. Und genau deshalb machen die kurzen Missionen auch irgendwie doch Sinn. Man kann sich einfach hinsetzten und kurz ein paar Missionen erledigen. Man kommt immer voran, es gibt immer etwas zu tun und dadurch fühlt sich der Ablauf angenehm an. Da können auch die vielen Beschattungsmissionen oder der eher einfache Schwierigkeitsgrad nicht dran rütteln.

Zudem gibt es für die Jäger und Sammler auch noch jede Menge zu tun wenn die Geschichte geschafft ist. Broschen, Statuen oder Tagebuchseiten sind nicht alles was man in der Spielwelt sammeln kann. Auch gibt es einige Nebenmissionen in denen man Personen erledigen oder ausspähen muss. Wer wirklich alles im Spiel machen will, der ist bestimmt für gute 10 bis 12 Stunden beschäftigt. Dadurch wird die Spielzeit doch deutlich länger. Wer jedoch überhaupt keine Lust auf diese Aktivitäten hat, wird wohl sehr enttäuscht von der eigentlichen Spielzeit.

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Verschwinde du böser Geist der Vita

Assassin’s Creed Liberation HD kommt optisch nicht an das kürzlich erschienene Black Flag heran, selbst wenn man es mit der aktuellen Konsolenversion vergleicht. Dies ist aber auch kein fairer Vergleich. Das eine ist ein Vollpreisspiel, während das andere ein günstig, nur digital erwerbliches Spiel ist. Und wenn man dies bedenkt, sieht Liberation HD auch gar nicht schlecht aus. Es läuft flüssig und ohne Ruckler. Die Weitsicht ist jedoch eher dürftig, was besonders durch häufige Pop-Ups auffällt. Details sind auch weniger zu sehen, was besonders bei den Haaren der Figuren auffällt. Nichts desto trotz ist es ein hübsches Spiel. Die Straßen von New Orleans wirken authentisch und der Sumpf im Bayou sowie der Dschungel in Mexico sehen toll aus. Der Soundtrack kommt jedoch in keinen Belangen an die Hauptserie heran und ist zu keinem Zeitpunkt so gut wie die anderen Musikstücke aus der bekannten Serie. Anders sieht es da bei der deutschen Sprachausgabe aus, diese ist nämlich, zumindest bei den wichtigeren Figuren, richtig gelungen. Kleine Nebenpersonen mit nur einer oder zwei Zeilen sind jedoch oft eher daneben. Außerdem ist die deutsche Sprachausgabe absolut nicht lippensynchron, was einen doch ein wenig aus dem Spiel heraus reißen kann.

Unser Fazit

72 %

Assassin's Creed Liberation HD ist ein schwerer Fall wenn es zur abschließenden Bewertung kommt. Ist es ein gutes Spiel für den Preis den man bezahlen muss? Definitiv. Ist es ein gutes Assassin's Creed Spiel? Es ist sicher kein schlechtes. Dennoch gibt es viele negativen Punkte, manche wichtiger und manche weniger wichtig. Wer auf die Serie steht und mal ein wenig Abwechslung will, der sollte definitiv zuschlagen. Wer jedoch nur die Geschichte durchspielen will und kein Interesse an sekundären Missionen oder Sammelobjekte hat, der wird zu wenig für sein oder ihr Geld bekommen. Liberation HD ist kein schlechtes Spiel aber alles in allem doch nur ein schwacher Eintrag in der langlebigen Serie.

Pro

  • + Interessante Geschichte
  • + Spannende Spielwelt
  • + Viele Nebenaktivitäten
  • + Kurze Missionen halten bei Laune

Kontra

  • - Sehr kurze Hauptgeschichte
  • - Kaum Langzeitmotivation für alle die sich nicht für Sammelobjekte und Aufgaben interessieren
  • - Schwacher Soundtrack
  • - Zu viele Verfolgungsmissionen
  • - Grafik mit vielen kleinen Fehlern
  • - Keine lippensynchrone dt. Sprachausgabe

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
68 %
Steuerung
 
71 %
Gameplay
 
72 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
77 %

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