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Assassins Creed: Revelations Test / Review

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Veröffentlicht 4. Dezember 2011 | 4:27 Uhr von Fabrice

Letzte Änderung 4. Januar 2012

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Altaïr Ibn La-Ahad, Ezio Auditore da Firenze und Desmond Miles: drei Namen, eine Geschichte, ein gemeinsames Schicksal. Es herrscht ein ewiger Kampf zwischen zwei sich ebenbürtigen Fraktionen. Die Assassinen, eine Bruderschaft von Männern und Frauen, stehen für das Gute und die Freiheit der Menschen. Sie agieren im Geheimen und lenken die Geschehnisse der Welt so gut sie können. Ihnen gegenüber steht der Orden der Templer. Sie stehen für die Kontrolle der Massen und all das was der Orden der Assassinen zerstören will. Im Zentrum dieses jahrhunderte umspannenden Konflikts stehen Altaïr, Ezio und Desmon. Jeder zu seiner eigenen Zeit, mit seinen eigenen Mitteln, gegen den selben Gegner.

Nachdem sich die Assassins Creed Reihe von Jahr zu Jahr gesteigert und zu einem echten Publikumsliebling gemausert hat, steht mit Revelations der neuste Teil in den Regalen der Händler. Die grundlegende Forme blieb immer gleich, Veränderungen und Neuerungen erweitern das Spielerlebnis eher als das es gleich neu erfunden wird. Das ist aber völlig legitim, denn wieso sollte man etwas das gut funktioniert, Spass macht und sich verkauft wie geschnitten Brot? Ausserdem hat das letztjährige Brotherhood gezeigt, das Assassins Creed im Mehrspielermodus sehr gut funktioniert. Der diesjährige Ableger soll die Messlatte jedoch ein weiteres Mal nach oben legen. Wir haben uns in den redaktionseigenen Animus, von uns liebevoll Xbox 360 genannt, begeben um die Kontrolle über mehrere Asassinen zu übernehmen. Erfahrt mehr in unserem umfangreichen Reisebericht aus Assassins Creed: Revelations.

Das Gesetz der Strasse

Der inzwischen deutlich gealterte Ezio macht sich auf die Suche nach der geheimen Bibliothek vom ehemaligen Assassinengrossmeister Altaïr. Diese befindet sich in Masiaf, unterhalb der alten Assassinenfeste. Bei seiner Ankunft stellt er jedoch fest, dass auch die Templer schon ihr Lager aufgeschlagen haben. Alle Widrigkeiten und sogar einer Gefangenahme zum Trotz, schafft es Ezio zur Bibliothek vorzudringen. Dort muss er jedoch feststellen, dass er fünf Schlüssel benötigt um überhaupt Zugang zu erhalten. Nicht nur das, denn die Templer sind selbst schon auf der Suche nach den Schlüsseln und haben sogar bereits einen in ihren Besitz gebracht. Seine einzigen Anhaltspunkte auf der Suche führen ihn nach Konstantinopel. Im Gegensatz zu seiner Heimat in Italien, sind die Assassinen eine etablierte Macht im antiken Istanbul. Zusammen mit den ansässigen Assassinen, einer wunderschönen Italienerin und anderen verbündeten wie den Roma wagen sie einen Aufstand gegen die Templer, damit diese unter keinen Umständen in die Bibliothek gelangen können.

Der zweite Handlungsstrang versetzt einen zum ersten Mal seit dem Erstling wieder in die Rolle von Altaïr. In kurzen Flashbacks erfährt man was nach den Ereignissen von Assassins Creed aus Altaïr geworden ist und wie der Orden den Verlust ihres Meisters verkraften musste.

Desmond Miles, der über den Animus die Kontrolle über Ezio übernimmt, ist dabei in keiner guten Verfassung. Er liegt im Koma und muss sich innerhalb des Animus selbst retten. Falls ihm das nicht gelingt, bleibt von seinem Verstand schlussendlich nicht viel anderes als eine breiige Masse übrig. Um das zu erreichen steht im Subjekt 16 zur Seite. Das ist sein Vorgänger, der ebenfalls im Animus den Verstand verloren hat. Um sich selbst zu retten muss Desmond seine eigene Vergangenheit erkunden und mehr darüber erfahren wer er ist.

Die Geschichte an sich war bisher immer ein Knackpunkt bei Assassins Creed. Zum einen wurde eine glaubhafte Welt geschaffen. Die Vermischung von echten Schauplätzen und realen Persönlichkeiten, mit einer fiktiven Geschichte hat eigentlich ganz gut funktioniert. Alle Personen, ausser der Hauptfigur selbst, waren jedoch immer sehr blass. Diesem Umstand wurde inzwischen Abhilfe geleistet. Die prickelnde Liebesgeschichte die sich mit Sofia entfaltet, ist interessant und menschlich gestaltet. Und obwohl Revelations mit drei Handlungssträngen fast schon jongliert, gelingt dieses Kunststück meisterhaft.

Der James Bond der Renaissance

Wie gewohnt steuert man die Spielfigur aus der 3rd-Person Ansicht und bewegt sich in einer offenen Spielwelt. Dieses Mal dient Konstantinopel als Spielplatz, wobei man auch in Flashbacks oder anderen Situationen einmal eine Mission an einem anderen Schauplatz ausführt. Das Gameplay dreht sich um drei wichtige Elemente: Kämpfe, parcourartige Kletterpartien und Stealth. Wobei gerade das kämpfen und klettern die klar dominierenden Spielelemente sind. In der offenen Spielwelt bekommt man fortlaufend neue Missionen die sich um die Geschichte rund um Ezio dreht. Wer jedoch Lust und Zeit hat, findet jede Menge Aufgaben die er für zusätzliches Geld und andere Vorteile erledigen kann.

Das Kampfsystem ist dabei ziemlich simpel. Mit wenigen Knöpfen lassen sich Nahkampfangriffe, Blocks und Konterangriffe ausführen. Bevor ein Gegner nämlich angreift, blinkt eine kleine Anzeige über dessen Kopf auf, welche auf den bevorstehenden Angriff hinweist. Jetzt gilt es nur noch im richtigen Moment die Angriffstaste zu betätigen, um einen Konter auszuführen welcher den Gegner sofort erledigt. Hat man erst mal einen Gegner auf diese Weise erledigt, kann man gleich mehrere Feinde hintereinander mit einer stylischen Kombination ausschalten. Wirklich anspruchsvoll ist das Ganze nicht. Es gibt zwar Gegnertypen die ein wenig spezielle Vorgehensweisen verlangen, schwierig werden die Kämpfe dadurch trotzdem nicht. Das ist aber auch gar nicht weiter schlimm, denn es macht Spass und sieht verflucht cool aus. In den Kämpfen selbst kann man auf unterschiedliche Nahkampfwaffen wie Dolche, Schwerte oder Äxte zurückgreifen. Als Assassine stehen einem jedoch noch einige eher unkonventionelle Angriffswaffen zur Verfügung. Ikonisch für das Spiel sind natürlich die versteckten Klingen. Diese eignen sich gut für verdeckte Morde, können sich jedoch auch im Nahkampf als sehr nützlich erweisen wenn man gerade keine anderen Waffen zur Verfügung hat. In Konstantinopel angekommen, werden die versteckten Klingen auch gleich von den türkischen Assassinen ordentlich aufgemotzt. Mit einem Haken versehen können sie dazu genutzt werden schneller zu klettern oder an Seilrutschen entlang zu gleiten. Auch im Kampf selbst entpuppen sie sich als äusserst effektiv, kann man damit seine Feinde doch ordentlich austricksen. Eine ebenfalls willkommene Neuerung in Revelations sind Bomben die sich Ezio zusammen bauen kann. Bei besiegten Gegnern, in versteckten Kisten oder zum Kauf bei Händlern erhältlich sind Einzelteile wie Sprengpulver oder Zünder. Jede Bombe besteht aus drei Bauteilen, wobei es von den Bauteilen viele verschiedene Varianten gibt. Dadurch lassen sich drei Typen von Bomben bauen. Tödliche Bomben die Gegner erledigen, Köder welche Feinde anlocken und Ablenkungsbomben wie z.B. Rauchbomben. Zum einen fügen sich die Bomben prima ins Spiel ein und passen zum Vorgehen der Assassinen. Zum anderen sind sie extrem hilfreich um bestimmte Situationen heil überstehen zu können.

Wie in den Vorgängern gibt es auch dieses Mal wieder viele Möglichkeiten zu rennen und zu klettern. Wie gewohnt führt der schnellste Weg nämlich nicht durch die verstopften Strassen, sondern über die Dächer der Stadt. Dank der Hakenklinge kann Ezio jetzt noch schneller klettern und die Seilrutschen dienen als schnelles Transportmittel für grössere Distanzen. Im Gegensatz zu den Vorgängern funktioniert die Steuerung beim klettern noch einmal einen Zacken genauer und reagiert besser auf die eingegebenen Controllerbefehle.

Das Beste aus allen Teilen

Ein aus Brotherhood übernommenes Feature ist die Möglichkeit seine eigenen Assassinen auszubilden. Auf der Strasse kann man bestimmte Personen ansprechen und ihnen helfen, wofür sie sich dankbar zeigen und sich der Assassinengilde anschliessen. Danach stehen sie zur Ausbildung bereit, wodurch sie stärker und effektiver werden. Einerseits lassen sich die Assassinen dann im Kampf rufen, damit man Unterstützung erhält. Andererseits kann man sie auf Missionen in fremden Städten schicken, wodurch sie Erfahrungspunkte erhalten und Geld mit nach Hause bringen. Neuerdings kann man diese Städte sogar erobern, wodurch sich permanente Geldquellen öffnen. Haben die Rekruten erst einen bestimmten Erfahrungslevel erreicht, kann man sie sogar noch weiter ausbilden und aus ihnen Meisterassassinen machen.

Ebenfalls wieder mit von der Partie ist das Wirtschaftssystem das in Assassins Creed 2 eingeführt wurde. Hat man durch Missionen oder Diebstahl genug Geld gesammelt, kann man sich bestimmte Immobilien wie Banken oder Schneider kaufen. Dadurch erhält man in regelmässigen Abständen einen bestimmten Goldbetrag auf das Konto gut geschrieben. Die Neuerung mit den einnehmbaren Städten gibt diesem System noch ein wenig mehr Tiefe und Sinn. Man hat jedoch relativ schnell genug Immobilien gekauft, damit man gar keine Geldsorgen mehr haben muss, da die Währung gar nicht so wichtig ist. Dennoch ist es ein cooles Feature das für zusätzliche Langzeitmotivation sorgt.

Nicht ganz so gelungen ist eine Art Minispiel namens Festenverteidigung. In diesem betätigt man sich als Stratege und muss Truppen geschickt platzieren, damit die eigene Festung nicht eingenommen werden kann. Dieses Prinzip ist eigentlich aus den so genannten Tower Defense Spielen die man hauptsächlich im Netz oder auf Smartphones finden kann durchaus bekannt. So platziert man verschiedene Kämpfer mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen auf Dächern, während auf den Strassen unterhalb feindliche Truppen versuchen zur eigenen Festung vorzudringen. Aber irgendwie will dieses Minigame nicht ins Spiel selbst passen. Die Steuerung ist ungenau und viel Spass macht es erst recht nicht. Falls man in zukünftigen Ablegern an dieser Art von Spiel im Spiel festhalten will, muss das ganze nochmal komplett überabeitet werden. Glücklicherweise kann man durch geschicktes Spielverhalten zum grössten Teil verhindern das es überhaupt zur Festenverteidigung kommt.

Es gibt jedoch auch richtige Neuerungen zu vermelden. In optionalen Missionen kann man die Kontrolle über Desmond im Animus übernehmen. Diese entpuppen sich jedoch als anders als vielleicht erwartet. Denn man steuert Desmond aus einer ungewohnten First Person Ansicht. Dabei bewegt man sich durch computergeneriete Gebilde mit dem einzigen Ziel den Ausgang zu erreichen. Um das zu erreichen hat man die Möglichkeit Blöcke zu platzieren, welche als Brücke dienen. Dadurch werden diese First Person Abschnitte zu richtigen Puzzles, denn man muss sich an verschiedene Bedingungen wie Luftströme welche die Blöcke bewegen anpassen. Die Abschnitte mit Desmond mögen vielleicht ungewohnt sein, spielen und steuern sich jedoch gut und verraten mehr über die Geschichte von Desmond Miles. Wer jedoch keine Lust auf diese Eskapaden hat, muss sich auch nicht daran versuchen, denn sie sind wie erwähnt völlig optional.

Der Kampf der Templer

Der in Brotherhood eingeführte Mehrspielermodus feiert ebenfalls seine Rückkehrt und zwar in deutlich überarbeiteter Form. Zur Auswahl steht ein gutes Dutzend an Spielmodi in denen man entweder für sich alleine oder zusammen im Team meuchelt. Klassische Modi wie Deathmatches oder eine eigene Version von Capture the Flag sind genauso wie die Jagd nach Artefakten mit von der Partie. Gewisse Modi setzten dabei auf ein eher ruhiges, gezieltes Spielerlebnis, während andere Modi auf ein schnelles und actionbetontes Gameplay setzten. Es sollte also für jeden etwas dabei sein. Das Gameplay macht dabei viel Spass, gut gestaltete Levels und fein ausbalancierte Fähigkeiten sorgen für viele spannende Stunden Spielspass.

Schlägt man sich gut und sammelt viele Erfahrungspunkte, kann man sich mit steigendem Level neue Dinge freischalten um das Erlebnis zu personalisieren. Dazu gehört die Möglichkeit eigene Klassen zu erstellen. Dort kann man Fähigkeiten wählen, welche einem den entscheidenden Vorteil in den Kämpfen bieten kann. Dadurch kann man Wurfmesser nutzen, sich als normaler Zivilist tarnen oder Rauchbomben zur Ablenkung platzieren. Ebenfalls einstellbar sind die Charaktermodelle und das eigene Onlineprofil mit Titel und Emblem.

Motivierend ist ausserdem die Tatsache, dass es selbst im Onlinemodus eine eigene Geschichte gibt. Sobald man gewisse Stufen erreicht hat, schaltet man Zwischensequenzen frei welche die Geschichte erzählen. Dabei sieht man erstmals die Vorgänge bei Abstergo, also den Templern, aus ihrer eigenen Sicht. Die Integrierung einer Hintergrundgeschichte im Mehrspielermodus ist fantastisch und sorgt für zusätzliche Motivation.

Eine fremde Welt mit ihrer eigenen Kultur

In Sachen Grafik kämpft Revelations mit ähnlichen Problemen wie schon Brotherhood letztes Jahr. Regelmässig auftretende Pop-Ups, deutliches Tearing und Grafikfehler sind ziemlich auffällig. Dennoch fühlt sich die Welt an sich sehr authentisch an. Das Verhalten der Menschen, die Animationen von Ezio und die Gestaltung der Spielwelt sind auf höchstem Niveau. Wie von Ubisoft gewohnt, bietet Assassins Creed: Revelations eine rundum gelungene deutsche Sprachausgabe welche den Figuren sehr viel Leben einhaucht. Die Hintergrundmusik ist passenderweise eher orientalisch gehalten, wodurch sie perfekt zum Spiel passt.

Unser Fazit

86 %

Mit Revelations ist Ubisoft erneut ein grossartiges Stück Software gelungen. Es vereint all die positiven Eigenschaften der Vorgänger, verfeinert das Gameplay und bringt interessante Neuerungen dazu. Die Geschichte zeigt sich ebenfalls als hervorragend und schafft es einen zu packen. Leider ist das Tower Defense Minispiel ziemlich in die Hose gegangen, da es nicht gut funktioniert und wenig Spass macht. Der Mehrspielermodus auf der anderen Seite ist noch besser gelungen als im Vorgänger. Alles in allem handelt es sich um den besten Teil der Serie, wer jedoch bisher nicht viel mit ihr anfangen konnte, wird auch mit Assassins Creed: Revelations nicht allzu viel Freude haben.

Pro

  • Spannende Geschichte
  • Menschliche Figuren
  • Flüssiges Gameplay
  • Interessante First Person Missionen
  • Lebendige Spielwelt
  • Viele Nebenbeschäftigungen
  • Verbesserte Steuerung
  • Motivierender Mehrspielermodus
  • Gelungene Sprachausgabe
  • Passender Soundtrack

Kontra

  • Unnötiges Tower Defense Minispiel
  • Technisch ähnliche Probleme wie im Vorgänger
  • Sehr seltene Schwierigkeiten beim Klettern
  • Probleme bei der Onlinespielersuche

Unsere Bewertung

Grafik
 
85 %
Sound
 
89 %
Steuerung
 
79 %
Gameplay
 
88 %
Multiplayer
 
81 %
Spielspaß
 
89 %

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