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Assetto Corsa – Test / Review

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Veröffentlicht 20. Januar 2017 | 16:03 Uhr von Nightliner69

Letzte Änderung 27. Januar 2017

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Eine echte Simulation die das Herz von Rennfreunden höher schlagen lassen soll? Mit diesem Anspruch hat Assetto Corsa viele Herzen von Rennfahrern erobert, die am heimischen PC ihre virtuellen Runden mit dem Lenkrad gedreht haben. Der Erfolg war Grund genug das Spiel nach fast zwei Jahren auch auf die aktuelle Konsolengeneration zu bringen. Nur kann eine Simulation, die auf Fahr-Realismus und Lenkradsteuerung ausgelegt ist, an einer Konsole auch die Gamepad-Fraktion überzeugen? Diese und viele weitere Fragen haben wir in unserem Test genauer betrachtet.

Pure Simulation? Scheint so, denn gleich zu Beginn von Assetto Corsa sind wir etwas irritiert. Nach dem Intro landen wir direkt im Hauptmenü. Wo wir eigentlich eine Einführung oder eine umfassende Erklärung aller Möglichkeiten erwarten, ist erst mal nur ein gekacheltes Hauptmenü vorhanden. Betreten wir für gewöhnlich einen neuen Bereich eines Rennspiels, wird uns mehr oder weniger genau erklärt, worauf man achten muss und was die Besonderheiten entweder vom Modus oder von den gefahrenen Wagen ist. Bei Assetto Corsa – Fehlanzeige, denn es ist ja schließlich ein Simulations-Rennspiel. Entsprechend des Anspruchs schauen wir uns die entsprechenden Modus-Möglichkeiten genauer an.

Im Hauptmenü finden wir neben den Spezial Events unter anderem den klassischen Bereich des fahrens. Neben schnelles Rennen, Rennwochenende und dem klassischen Mehrspieler Bereich, finden wir auch spezielle Bereiche wie Drift, schnelle Runde und Zeitfahren. Letzteres ist ein Modus mit dem Ziel, auf einer bestimmten Strecke, kontinuierlich immer schnellere Rundenzeiten zu fahren, um dafür dann Punkte zu sammeln. In jedem Modus den wir wählen, können wir nach Belieben alles frei einstellen. Aus knapp 100 Fahrzeugen wählen wir unser Lieblingsfahrzeug aus und die 12 Rennorte bieten uns 27 Streckenvariationen. Alles in allem verhältnismäßig wenig Auswahl im Vergleich zur Konkurrenz, jedoch erst mal ausreichend.

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Diese Freiheit, alles nach unseren Wünschen einstellen zu können, ist Fluch und Segen zugleich. Vor jedem Event werden wir immer wieder nach allen möglichen Einstellungen gefragt. Warum diese Auswahl nicht einmalig getroffen, in die Einstellungs-Optionen verbannt wurde ist wohl der Simulationsnähe geschuldet. In Wirklichkeit würden wir ja auch vor jeder Fahrt in unserem Wagen erneut überlegen ob wir den Schaden einschalten wollen oder die Rennlinie anzeigen lassen wollen. Kleiner Scherz am Rande, was man im übertragenen Sinne auch über die angesprochene Rennlinie sagen kann. Die Ideallinie, in den wechselnden Farben grün bis rot, ist leider nicht wie bspw. in den Forza Teilen oder dem eher zu vergleichenden Project Cars umgesetzt und eher ein schlechter Scherz. Sie ist alles andere als dynamisch und egal mit welchem Wagen wir fahren, die Ideallinie liegt starr unverändert am Boden. Ob wir einen Kleinwagen oder einen Rennwagen fahren, die Bremspunkte sind immer gleich markiert und wir können uns quasi so gut wie gar nicht darauf verlassen.

Ein weiterer essentieller Modus ist die Karriere. Auch hier finden wir wenig Erklärung und viele Einstellungsmöglichkeiten. Egal welches Event wir uns vornehmen, wir müssen auch wieder durch den Bildschirm mit den Renn-Voreinstellungen auf dem Weg zum nächsten Event. Je Event bekommen wir verschiedene Zielvorgaben wie etwa eine Punktezahl oder eine Zielpositionierung zu erreichen, um mit Edelmetall in Form von Gold, Silber oder Bronze belohnt zu werden. Alles in allem sehr einfache Karriere Vorgaben die sich durch jede Fahrzeugklasse ohne jegliche Erklärung und Ausschmückungen ziehen.

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Auch grafisch ist Assetto Corsa nicht die erwartete Augenweide. Wo uns die Simulations-Konkurrenz in einem von vielen Bereichen glänzen kann, so nehmen wir die Grafik als eher durchschnittlich wahr. Die Fahrzeuge sind sehr nahe an der Realität, die Strecken dafür um so weniger und an einigen Stellen eher wiederholend eintönig. Das Simulations Genre hat in den letzten Jahren doch stark an Klasse zugenommen, auch was die Inszenierung von Strecken und Umgebungsdetails angeht. Technisch kann uns die Konsolenfassung leider nicht wirklich überzeugen. Die Ladezeiten des Spiels überraschen da leider eher negativ, denn wir müssen je nach Strecke und Fahrerfeld knapp mehr als eine Minute Ladezeit in Kauf nehmen obwohl die Daten von einer USB 3.0 Festplatte geladen werden.

Zu Testzwecken haben wir uns natürlich auch den Schwierigkeitsgrad der KI genauer angesehen und uns ist besonders der Schwierigkeitsgrad “Einfach” aufgefallen. Wir würden diesen Schwierigkeitsgrad eher nicht als einfach bezeichnen, denn wenn es uns gelingt dem Fahrerfeld davon zu fahren und uns auf Platz 2 vorzuarbeiten, dann sticht ein Fahrzeug aus der Menge heraus und fährt fortan mit Abstand bessere Rundenzeiten als alle anderen. Teilweise so gut, dass der Fahrer eigentlich schon Profi sein könnte und man teilweise Probleme hat diesen noch einzuholen. Einen simulierten Realismus vermissen wir hier leider doch wehmütig.

Abschließend möchten wir noch erwähnen, dass wir unseren Test der Xbox One Version kurz nach Erscheinen der Konsolenfassung abgebrochen haben. Zum einen war das Spiel an manchen Stellen wegen extremen Frameraten-Einbrüchen unspielbar, zum anderen haben wir als klassische Gamepad-Fahrer relativ ratlos versucht die passenden Einstellungen für unser Gamepad zu finden. Ausgelegt ist Assetto Corsa ganz klar auf Lenkradsteuerung und das zeigte es uns an fast jeder Ecke bei fast jedem Rennen. Mit Erscheinen des Oktober-Updates wurden unter anderem verschiedene Optimierungen im Grafikbereich durchgeführt, es sind ergänzende Schwierigkeitsgrade hinzugekommen und es wurden empfohlene Einstellungen für Gamepad-Spieler ins Spiel aufgenommen. Rundum sind sowohl Steuerung als auch die Grafikfehler ausgebessert worden, jedoch nach wie vor nicht einwandfrei.

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Unser Fazit

65 %

Assetto Corsa konnte uns leider im Test nicht wirklich überzeugen. Ob Grafik, Inszenierung, Umfang oder auch die KI der Gegner, alles ist irgendwie mittelmäßig und sticht an keiner Ecke wirklich hervor. Wer pure Simulation ohne das gewisse Drumrum sucht und ein Lenkrad besitzt, der könnte sicherlich so manch schöne Stunden mit diesem Simulator verbringen, der Durchschnitts Konsolenspieler mit Gamepad wird jedoch vermutlich keinen großen Spaß daran haben.

Pro

  • + Sehr hoher Anpassungs- und Freiheitsgrad bei den Einstellungen und Tunings
  • + Sehr gutes und nachvollziehbares Fahrverhalten und Feedback des Fahrzeugs
  • + Innovative Spezial-Rennen sorgen für Abwechslung

Kontra

  • - Grafisch keine Augenweide mit einigen Frameraten-Einbrüchen
  • - Lieblose Menüs mit fehlenden Einführungen
  • - Immer wiederkehrende Frage nach dem Schwierigkeitsgrad
  • - Lächerlicher starrer Abklatsch einer Renn-Ideallinie
  • - Steuerung viel zu stark auf Lenkrad-Spieler ausgelegt
  • - Gamepad Spieler haben es richtig schwer
  • - Teilweise nicht nachvollziehbare KI-Schwierigkeit
  • - Der Spielspaß wird relativ schnell durch Frust ersetzt

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
55 %
Gameplay
 
75 %
Multiplayer
 
65 %
Spielspaß
 
50 %

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