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Asterix & Obelix XXL 2 – Test / Review

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Veröffentlicht 29. Januar 2019 | 15:18 Uhr von Alexander Winkel

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Beim Teutates, die spinnen doch die Römer. Nach langer Abwesenheit kehren deren Legionen zurück auf die Mattscheibe und wollen nun im poliertem HD die Welt endlich erobern. Da hat der gute Julius Caesar aber nicht mit Asterix und Obelix gerechnet, die mit eurer Unterstützung schlagkräftig den Legionen das Fürchten lehren. Die in Frankreich und Deutschland extrem beliebten Comic-Helden haben sicherlich ihren Charm, können jedoch nicht über die dicke Staubschicht hinwegtäuschen.

Nach dem Kino nun auch Hochkonjunktur der Retrowelle im Bereich der Videospiele – und sicherlich durchaus lukrativ. Immerhin verzücken solche Perlen wie die Remakes zu Spyro, Crash oder neuerdings Resident Evil 2 auch heute noch die Massen. Doch wo bereits in der Antike, sage und schreibe anno 2005, die Klasse fehlte, ist auch heute nur schwer viel herauszuholen. Bei Asterix & Obelix XXL 2 seinerzeit auf der unter anderem der PlayStation 2 zog vor allem die Lizenz und vielleicht auch die Tatsache, dass diese verrückten Gallier auf diverse Anspielungen trafen, die für ein derartiges Spiel dann doch mehr als Ungewöhnlich waren.

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Wenn ein Römer mit roter Mütze plus M drauf sowie einem Wassertank und Spritzpistole euch hinterher jagt, wenn ein geheimnisvoller Kerl mit drei Leuchten auf der Stirn euren Weg weist, ihr mit einem offensichtlichem Bomberman eine Mauer aus Tetris-Blöcken zum Einsturz bringt und dann auch noch fast gar ein sattes Hadoken vernehmen könnt, na dann bleibt doch kein Auge wirklich trocken. Alles mit Rang und Namen der damaligen Zeit ist vertreten und wurde ein wenig auf die Schippe genommen. Ein solcher interkultureller Mix ist heute nur selten zu sehen. Vielleicht in so manchem Prügelspiel, wo sich die Helden aller Klassen und Rassen eine auf die Mütze geben.

Schlachten werden aber auch zwischen den Galliern und den Invasoren, den römischen Truppen geschlagen. Die Tracht Prügel haben sich die Legionäre jedoch auch wirklich verdient, bei den mysteriösen Machenschaften der Römer. Miraculix, Dorfzauberer und Meister des geheimen Trankes soll wohl tatsächlich sein Geheimnis verraten haben – Das können wir als auch die Helden der Geschichte nur kaum glauben. Den Lügen hinterher forschend, bekommen die zahlreichen Legionäre ihre verdiente Tracht Prügel, wenn der kleine Asterix zusammen mit seinem dicken (Dick? Wer ist hier dick?) Kumpel Obelix und dem gewieften kleinen Kläffer Idefix die Reise zur neuesten Attraktion Roms antreten. Las Vegum steht kurz vor der Eröffnung und soll ein Paradies des Vergnügens für die High Society werden. Vom Eiffelturm bis zu den Kanälen von Venedig, zahlreiche kulturelle Orte finden sich zusammengepfercht auf einem riesigen Areal, welches ganz klassisch erkundet wird. Dank der aufpolierten Optik macht das Spaßviertel auf dem ersten Blick so einiges her, auf dem zweiten jedoch stellt man das eher altbackene Leveldesign fest.

Ihr wandert durch verwinkelten Gassen, verwirrende Gänge und zahlreiche Räume wie auch Außenareale, die mehr oder weniger zusammenhängend sind, aber eine ordentliche Orientierung missen lassen. Daran ist mitunter auch die stoische Kamera schuld, die sich nur zoomen und drehen lässt. Dadurch bleibt gerne mal ein ordentlicher Blick dank der Kulissen verwehrt. Immerhin sorgen einige kleine Aufgaben für Abwechslung. Es gibt Dinge, die nur Asterix erledigen kann und sich daher durch enge Gassen und ähnliches zwängt. Auch Obelix bekommt so seine Alleingänge, letztendlich kommen die Gallier aber nur gemeinsam ans Ziel. Zum Beispiel wenn Asterix in einer Gondel sitzt und per Seil von Obelix quer durch die Straßen gezogen wird. Immer wieder müsst ihr auch Schalter oder ähnliches finden, um auch in bereits erkundeten Gegenden neue Wege freizuschalten. Der Fußmarsch zwischen den Gebieten ist nervig – wird immerhin durch ein Schnellreisesystem vereinfacht.

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Trotz der zahlreichen Gebiete bis hin zu einer Pirateninsel und Caesars Palast ist das ursprüngliche und etwas antike Leveldesign jedoch nicht abstreitbar. Darüber hinaus werdet ihr beständig in ausartende Scharmützel verwickelt. Auflockerung findet sich immerhin in einigen flachen, hin und wieder jedoch auch ganz flotten Sprüchen, die sogar komplett synchronisiert in Deutsch aus den Lautsprechern schallen. Die herrlichen Animationen in einer Prügelei erinnern zudem an die beliebten Comics oder Zeichentrickfilme und fangen den Scharm durchaus ein.

Schicke Sandalen flatten herrenlos zu Boden, wenn ein ordentlicher Kinnhaken ausgeteilt wird. Manchem Opfer bleibt der Drehwurm, wenn Obelix ihn an den Füßen packt und kreisrund den Kumpanen an die Ohren schnallt. Immer wieder steckt gar Teamarbeit in den Haudegen, zum Leidwesen der Legionäre. Die wiederum fahren unterschiedliche Techniken auf. Dicke Brocken mit Schild müssen erst mal benommen gehauen werden, bevor diese wirklich was einstecken und der vorhin erwähnte Super Mario, bzw. Römer mit Wasserspritze muss man erst mal austricksen, sonst sehen die Gallier kein Land mehr.

Das Kampfsystem gibt sich mit einige witzigen Momenten und einigen Kombinationsangriffen alle Mühe und wird durch den Erwerb weiterer Methoden beim Händler bereichert, kann aber dennoch über ein meist simples Buttonshmashing nicht hinwegtäuschen. Schon gar nicht, wenn mal wieder dutzende, ja manchmal gar hunderte von Gegner in einer Dauerschleifen kurz und klein gehauen werden, nur um die nächste Türe betreten zu dürfen. Langeweile ist in solchen Situationen kein Ausdruck – mit den Massenschlachten hat man es eindeutig übertrieben.

So dümpelt auf Dauer das Spiel vor sich hin, aufgrund der immer ähnlichen Situationen und dem schwachen Leveldesign. Die Videosequenzen lockern den Ausflug nach Las Vegum auf, vor allem wenn Julius Caesar mal wieder den Choleriker spielt. Leider werden diese nicht sonderlich aufgepäppelten und in einem kleinem Fenster als Art Mäusekino abgespielt. An allen Ecken und Enden merkt man schlichtweg, dass hier ein altes, nicht gerade gut gealtertes und damals schon eher mittelmäßiges Spiel in die heutige Realität geholt wurde. Da kann man nur hoffen, dass der Nachfolger eher den heutigen Idealen entspricht und damit besser.

 

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Bild 1 von 9

 

Getestete Version: Xbox One

 

Unser Fazit

57 %

Ich mag die unbeugsamen Gallier und die Scharmützel gegen Julius Caesar bzw. seinen römischen Legionen sorgen sowohl Comic als auch im Fernsehen auch heute noch für vergnügsame Stunden. Die Lizenz ist es auch, welche dem eher unscheinbaren Titel Asterix & Obelix XXL 2 seinen Charme gibt und zumindest alte Hasen hinterm Ofen hervorlocken kann. Leider merkt man dieser Portierung beständig sein Alter an - und bereits damals war es nicht der große Wurf. Hier wurde kaum Staub gewischt, geschweige richtig poliert, da wohl einfach nicht so viel Geld wie bei der Spyro Reignited Trilogy oder dem kürzlich erschienenen Resident Evil 2 in die Hand genommen wurde. Sowohl Level- als auch Spieldesign wirkt antik und nicht mehr zeitgerecht und die häufigen Dauerkämpfe regelrecht sind zermürbend. Letztendlich zogen die Achievements uns noch weiter in den Kampf gegen Julius Caesar und motivierten zur Rettung von Miraculix, andernfalls hätten wir wesentlich früher das Handtuch geworfen. Als Appetithäppchen auf den Nachfolger zum günstigen Preis wäre es ok gewesen, aber nicht zum Vollpreis. Bei den gelungenen Remakes von Spyro und Crash bekommt man für weniger Geld gar dreimal so viel Spiel!

Pro

  • + Endlich mal wieder zusammen mit Asterix und Obelix die Römer vermöbeln.
  • + Komplett in Deutsch mit netten Videosequenzen und einigen witzigen Sprüchen zwischendurch.
  • + Unterschiedliche Fähigkeiten von Asterix und Obelix führen zu speziellen Spielabschmitten einzig für den Charakter
  • + Ausbaufähiges Kampfsystem

Kontra

  • - Altbackenes, wenn nicht gar antikes Leveldesign, bei dem man gerne mal die Orientierung verliert.
  • - Die vielen Massenkämpfe sind nicht gerade unterhaltend und abwechslungsreich.
  • - Das Kampsystem artet schnell in simples Buttonsmashing aus.
  • - Die Kamera ist suboptimal und lässt sich auch manuell nur bedingt gut bedienen.
  • - Leider gibt es keinen Mehrspielermodus, obwohl man mit Asterix, Obelix und Idefix unterwegs ist.
  • - Vollpreis ist zu viel! Bei den gelungenen Remakes von Spyro und Crash bekommt man für weniger Geld dreimal soviel Spiel!

Unsere Bewertung

Grafik
 
60 %
Sound
 
60 %
Steuerung
 
70 %
Gameplay
 
50 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
60 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

Kommentare

  • Ewelyn sagt:

    Ich hätte es mir sicherlich auch angeschaut, aber ohne Multiplayer bereitet mir so ein Spiel echt nur wenig Freude.
    Schade eigentlich.

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