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Astro Bot: Rescue Mission – Test / Review

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Veröffentlicht 6. November 2018 | 23:21 Uhr von Alexander Winkel

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Es gibt sie nicht häufig, die Tage, an denen man erstaunt und doch huldvoll  den Hut vor der Kreativität der Entwickler ziehen muss. Die putzigen und unglaublich charmanten Roboter aus Astro Bot: Rescue Mission erobern aber im Sturm die Herzen, sorgen jedoch erst mit der grandiosen Integration der PlayStation VR für ein nie dagewesenes Spielgefühl. Sony hat zusammen mit dem Asobi-Team einen Meilenstein geschaffen, der in keiner guten Sammlung wirklich fehlen darf.

Die weißen Roboter sind klein, unglaublich charmant und absolut niedlich, so wie sie kleinlaut um Hilfe rufen oder mit einem Schwimmreif durch das Wasser paddeln. Darüber hinaus wiegen sich die Blumen im Wind und lächeln den Spieler an, sobald dieser ihnen ein Auge zuwirft und selbst die „schrecklichen“ Widersacher sehen mit ihren Animationen geradezu knuddelig aus. Ihr übernehmt einen mutigen Helden, steuert diesen Roboter durch die meist eher linearen Plattformlevels und trotzt dabei unglaublich vielen Gefahren. Donnernde Kanonenkugeln fliegen euch um die Ohren, gähnende Abgründe sorgen geradezu für Höhenangst, und auch heiße Lava und fiese Feinde warten nur darauf den rennenden, hüpfenden und kletternden Kerl an der Rettung seiner Freunde zu hindern. Denn die Mannschaft der Roboter wurden nach dem Angriff eines gemeinen grünen Aliens in alle Gefilde der Galaxie verstreut und dazu das Raumschiff stark in Mitleidenschaft genommen. Daher auf, die Jungs retten und das Schiff wieder startklar machen!

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Eines ist schnell klar: Astro Bot: Rescue Mission ist ein absolut liebevolles Abenteuer, welches mit Details und aberwitzigen Momenten nur so um sich wirft und doch auf den allerersten Blick nur ein ganz gewöhnlicher 3D-Plattformer. Sicherlich wird nicht zu unrecht erst mal hinterfragt, warum so viel Wind um die putzigen Roboter gemacht wird. Zugegeben, aus spielerischer Sicht bekommt man ein ganz klassisches Hüpfspiel im Stile von Super Mario und Co. serviert. Da ist es einerlei, dass die sechs bis achtstündige Rettungsmission unglaublich abwechslungsreich ausfällt und jede Welt vollgepackt mit kreativen Ideen und zahlreichen geheimen Extras daherkommt. Es ist halt ein polierter und perfektionierter Titel im besagten Genre. Jedoch sorgt die Sicht dank PlayStation VR für den grandiosen Wandel. Der Spieler wird derart gekonnt in das Geschehen integriert, dass Astro Bot: Rescue Mission das Genre wie einst Super Mario 64 in eine neue Dimension katapultiert.

Während der schnuckelige Held den Gefahren trotzt und immer wieder zu euch aufschaut oder einfach mal ganz freundlich winkt, wenn er über einen Balken schwebend der Tiefe trotzt, erlebt der Spieler das ganze Geschehen aus der Sicht einer Art Drohne, die sich teilweise mit dem Roboter mit bewegt, jedoch häufig das Geschehen aus einem mehr oder weniger fixen Position heraus betrachtet. Der Clou dabei ist, dass ihr euch regelrecht umschauen müsst, um den abwechslungsreichen Welten all ihre Geheimnisse zu entlocken. Mal hört man aus der Tiefe das Rufen der Freunde, ein anderes mal ist der Hilfesuchende hinter dem Spieler versteckt. Ganz klassisch gibt es auch Geheimräume und Verstecke, die nicht unbedingt offensichtlich sind. Ihr müsst nicht nur um die Ecke herum denken, sondern im wahrsten Sinne des Wortes auch schauen. In keinem Plattformer fühlte man sich als Spieler so mittendrin, statt nur einfach dabei zu sitzen. Trotz der ungewohnten Perspektive verhindern die Entwickler jegliches Problem bezüglich Motion-Sickness, da sich die Kamera weder dreht noch kontinuierlich dem Helden folgt.

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Während der Roboter durch die Gefahren gesteuert wird, hüpfend von Plattform zu Plattform und diversen Fallen ausweichend, ist man oftmals einfach nur überwältigt, wie grandios sich Astro Bot: Rescue Mission tatsächlich spielen lässt. Egal, ob das Geschehen in der Ferne stattfindet, oder direkt vor eurem Auge, nur selten misslingen die Sprünge aufgrund der teils doch ungewohnten Perspektive. Die Entwickler nehmen den Spieler auch bei der Hand. Steuert ihr den Roboter zu nahe an Abgründe, fängt er wild mit den Händen an zu rudern und ihr könnt das selbige noch herumreißen, um das Schlimmste zu verhindern. Auch gestalten sich die meisten Kämpfe nicht sonderlich schwer und es bedarf nur selten einer wirklich ausgefeilten Taktik zum Sieg. Vom Anspruch her werden hier auch jüngere Spieler bestens bedient, wobei Erwachsene trotzdem auf ihre Kosten kommen. Die oftmals imposanten und übergroßen Bosse direkt vor eurer Nase haben es dann doch in sich und vor allem die letzteren Herausforderungen fordern Fingerfertigkeit und wahres Geschick, um den kleinen Kerl ans Ziel zu bringen. Häufige Speicherpunkte verhindern jedoch jeglichen Frust, bevor er überhaupt aufkommen könnte.

Doch nicht nur die Perspektive, welche den Spieler gerne mal mit herabhängenden Gräsern, Stalaktiten und Stalagmiten sowie einer um den Spieler herum agierenden Flora & Fauna umschmeichelt, verzückt den VR-Begeisterte. Die Immersion von Astro Bot: Rescue Mission ist derart ausgefeilt und kreativ, dass dadurch einfach ein komplett neues Spielgefühl zustande kommt. Von Beginn an seid ihr Teil des Geschehens. Der Controller wird bereits zur Aktivierung der Maschinen in eine Kuhle gelegt und sobald der Roboter Kisten öffnet, wird das Gamepad mit diversen Gadgets ausgerüstet. Ihr könnt einen Enterhaken nutzen, mit der Wasserpistole herumspielen oder mit Shurikens um euch werfen, und alles fühlt sich nahezu authentisch an, da die Bewegungssensoren optimal ausgewertet werden. Mit dem Enterhaken müsst ihr z. B. ein Seil spannen, über welches der Held balancieren kann oder ihr zieht mit Schwung an einem Objekt, das heißt den ganzen Controller zurück, um dieses aus der Wand, oder auch dem Maul eines riesigen Gorillas zu reißen. Sollte sich mal eine Pusteblume vor eurem Auge auftun, folgt einfach eurem Instinkt und ihr werdet staunen, mit welchen liebevollen Details die Entwickler diese Welt zum Leben erwecken.

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Mit vollem Einsatz taucht ihr in die famose Welt ein. Ein Fußball wird mit dem Kopf per Kopfball zurückgeschlagen oder aber diverses Levelinventar mit selbigem aufgebrochen, und nicht selten weicht man der klebrigen Spucke mancher Biester aus, ansonsten läuft euch der Schleim über die Linse. Diese bekommt gerne mal Risse oder wird durch zu viel Wasserdampf milchig – ihr bekommt nahezu alles ab, was auch euer Held zu erleben hat. Zur Steigerung fehlen nur noch Gerüche, die zum Glück jedoch nicht möglich sind. Man möchte sich nicht ausmalen, welche Geruchsnuancen Alienschleim von sich gibt. Bis zum Abschluss gibt es immer wieder Überraschungen oder neue Elemente, dadurch wird Astro Bot: Rescue Mission zu keiner Zeit langweilig. Kaum ein Titel kann so gekonnt begeistern und man merkt dem Entwicklerteam an, dass sich alle Gedanken dazu gemacht haben, wie man die VR-Perspektive in ein solches Abenteuer einbringen kann. Dies zeugt nicht nur von Kreativität, sondern auch Fingerspitzengefühl und Können.

Der Wermutstropfen auf dem heißen Stein ist neben der leider sehr sehr kurze (aber intensiven) Spielzeit die eher schwächere Technik der PlayStation VR. Gekonnt wird das Problem der Unschärfe und mangelnder Details in der Ferne umschifft, indem das Spielgeschehen direkt vor der Nase des Spielers stattfindet oder eben durch Bauten bzw. Höhlen die Sicht entsprechend eingeschränkt ist. Auch Ausflüge in die Wolken oder auf Inseln verhindern, dass allzu viele Details in den hinteren Ebenen benötigt werden. Die Musik spielt im Vordergrund und das was uns dort serviert wird, ist liebevoll und reichlich detailliert gehalten. Auch die riesigen Bosse oder andere Überraschungen gefallen. Der tatsächliche Soundtrack wiederum birgt ähnlich der Optik einen niedlichen Faktor und passt sich dem Geschehen an, ohne jedoch mit Ohrwürmern aufzuwarten. Letztendlich ist Astro Bot: Rescue Mission spielerisch wie auch technisch dennoch eine runde Sache, die mit besserer Hardware sicherlich noch opulenter geworden wäre.

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Getestete Version: Playstation 4/PSVR

Unser Fazit

92 %

Ich bin schon lange nicht mehr derart in ein Spiel eingetaucht, schon gar nicht einem klassischen 3D-Plattformer ohne tiefgreifender Story, doch Astro Bot: Rescue Mission hat nicht nur dank der liebevollen Charaktere (und auch niedlichen Feinde) mein Herz im Sturm erobert, sondern auch aufgrund der unglaublichen Immersion dank PlayStation VR. Mit diesem Werk hat das Asobi-Team nicht nur einen grandiosen Vorzeigetitel für VR-Brillen geschaffen, sondern das Genre der Jump & Runs in eine neue Dimension katapultiert. Ein Feuerwerk an kreativen Ideen verzaubern für (leider nur) 6-8 Spielstunden und sorgen immer wieder für staunenswerte Momente. Ihr steuert zwar den kleinen Helden, wie eh und je, seid aber stets mit von der Partie und greift mit Controller und Kopf beständig ins Spielgeschehen ein. Die ausgefeilten Perspektiven, die Liebe zum Detail und der Blick für eine perfekte Positionierung der Kamera sowie die liebevollen Charaktere wie auch detailverliebten Welten runden dieses kunterbunte Abenteuer ab. Ein Pflichtkauf für alle PlayStation VR-Besitzer, und jeden, der etwas für grandiose Hüpfspiele übrig hat.

Pro

  • + Eine unglaublich gelungene Immersion geschaffen durch geschickte Hände, die gekonnt die Möglichkeiten der VR-Brille und Bewegungssensoren einzusetzen wussten.
  • + Gekonnt umschifft man die Probleme in Richtung Motion-Sickness, indem die Kamera nicht kontinuierlich dem Charakter folgt.
  • + Liebevolle Charaktere und unglaublich abwechslungsreich sowie kreativ gestaltete Welten, die sich zwar linear spielen, aber an Faszination deswegen nicht verlieren.
  • + Viele kreative Aufgaben und Spielmöglichkeiten erfordern gar einen vollen Körpereinsatz des Spielers.
  • + Zusätzliche Herausforderungen sorgen ebenso für weitere Motivation nach dem Durchspielen, wie auch das Auffinden aller Roboter in der Spielwelt.

Kontra

  • - Mit 6-8 Stunden für den ersten Durchlauf leider eine sehr, sehr kurze Spielzeit (die es aber komplett in sich hat).
  • - Selten verliert man doch die Kontrolle oder kann zum Beispiel Sprünge nicht richtig abschätzen, aufgrund der teilweise natürlich auch ungewöhnlichen Perspektive.
  • - Die Grafik in der Ferne ist, bedingt durch die Hardware, wie so oft bescheiden und verzaubert eher weniger dank geringer Details. Umschifft wird das Problem, indem das Geschehen sich meist direkt vor der Nase abspielt.
  • - Der Schwierigkeitsgrad hält sich in Grenzen. Auch die Kämpfe fallen eher simpel ohne Anspruch aus. Nur die Bosse fordern gewisse Taktiken und Geschick für den Sieg.
  • - Der Soundtrack ist passend und ok, könnte aber durchaus etwas mehr Ohrwurmcharakter haben.

Unsere Bewertung

Grafik
 
85 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
95 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
95 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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