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Badland: Game of the Year Edition – Test / Review

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Veröffentlicht 23. Juni 2015 | 14:52 Uhr von Alexander Winkel

Letzte Änderung 21. Juli 2015

BADLAND-GotY-Edition

Badland stammt ursprünglich aus der Welt der Tablets und Smartphones und kann wohl ungeniert als eine Art künstlerisches Flappy-Bird angesehen werden. Ein kleiner, schwarzer, wohl flauschiger Knäuel wird durch Tastendruck durch ein kunstvolles Arrangement von mechanischen Fallen und Hindernisse hindurch bugsiert. Kann dieses simple Prinzip auch auf den Konsolen funktionieren?

Irgendwo, in einer fernen Galaxie leben diese kleinen, flauschigen Knäuel. Liebenswürdig anzusehen, mit ihren großen Augen und ihrer tapsigen Art, durch die Gegend zu flattern. Im Hintergrund lauern aber bereits bösartige Kerlchen mit weißen oder gar roten Augen und versuchen einen Blick auf die niedlichen Tierchen zu erhaschen. So idyllisch der wundervoll gezeichnete Wald in all seinen Fassetten und Tageszeiten auch wirken mag, so wundervoll sich die Sonne in den tropischen Pflanzen bricht und die detailverliebte Natur mit Pflanzen und Gräsern verzückt, die Welt ist nicht in Ordnung für den kleinen Protagonisten. Das Zirpen der Grillen und der schmeichelnde Klang der Vögel und anderen Tiere ist nur eine Fassade einer heilen Welt, die für den kleinen Knäuel zur Todesfalle wird.

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Von der Idylle zur Todeszone

Während die Hintergründe geradezu Kunstwerken gleichen und mitsamt der musikalischen (sehr seltenen, dezent und seicht) und akustischen Untermalung eine unglaublich gelungene Atmosphäre bilden, herrscht im Vordergrund von Badland Düsternis. Das kleine flauschige Bällchen mit zuckersüßen Augen und seinem flappig-tapsigen Flug muss sich quer durch ein gefährliches Labyrinth an Maschinen, gefährlichen Kreissägen und hunderten anderen industriellen Errungenschaften manövrieren und heil das Ende erreichen. Die Spielwelt legt sich auf den idyllischen Hintergrund und wird nur in schwarz und ohne filigrane Details dargestellt. Doch dieses Bild wird euch in über 100, mit der Zeit knackiger werdenden Welten, begleiten. Der Tag-Nacht- Wechsel sorgt zwar für entsprechende Stimmung und optische Vielfalt, der eigentlichen Aufgabe wird dadurch aber kaum etwas hinzugefügt. Das Ziel: Stets das Ende zu erreichen und wer möchte, darf dabei auch noch zusätzliche Missionen meistern. Rettet genügend Klone, schafft den Level ohne Lebensverlust und andere Aufgeben werden, vor allem von Erfolg-Sammlern, abverlangt.

Wie Flappy-Bird kann der kleine Kerl nun per Tastendruck ein wenig durch die Luft flattern und so über Hindernisse hinweg fliegen – nicht ganz der richtige Ausdruck für die Art der Fortbewegung, welche der Knäuel an den Tag legt – und somit auch höhere Punkte erreichen. Zu Beginn flattert man einfach von links nach rechts und erreicht ungehindert das Ende. Dabei bewegt sich der Bildschirm kontinuierlich mit, einfach nur herum sitzen und die Landschaft genießen ist also nicht. Alsbald sorgen etliche Fallen für bittere Niederlagen. Kreissägen zerfetzten das flauschige Kerlchen, stampfende Mechaniken verarbeiten ihn zu einer Briefmarke und spitze Stacheln piksen einen ungeniert auch mal auf, sofern man das kleine Kerlchen nicht gezielt manövriert und den Gefahren ausweicht. Es gibt zahlreiche Arten, von der Welt zu gehen und der kleine putzige Kerl wird sie uns nach und nach unweigerlich alle präsentieren. Aber keine Sorge, gut eingestreute Rücksetzpunkte lassen nur kaum Frust aufkommen.

Auf den Punkt gebracht: Badland ist in aller erster Linie ein Geschicklichkeitstest, welcher zudem optimales Timing abverlangt, um auch die kniffligen, oft nur wenige Zentimeter an Weg offerierenden Passagen auch wirklich meistern zu können. Viel zu oft hat man dann doch zu häufig auf die Taste gedrückt und verpasst die kleinen Durchgänge nur um Haaresbreite oder schafft es nicht mehr rechtzeitig, in den teils mit vorgefertigten Mustern agierenden Mechaniken die Lücken zu finden. Minen sprengen das muntere Kerlchen aus dem Bildrand, Steine erschlagen euch und vieles mehr kann auf den Bildschirm passieren und den bitteren Tod bedeuten.

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Neugierige können was erleben

Einer der größten Fähigkeiten des Protagonisten ist es, sich zu klonen. Passendes Item eingesammelt, flattern zig gleicher Kerlchen durch die Gegend und nur einer muss das Ziel erreichen, um den Level abzuschließen. Ohne Rücksicht auf Verluste flattert eine komplette Armee an Knäuel durch den Wald voller Sägen und Fallen, auf dass wenigstens einer überlebt. Bisweilen wird der Einsatz der Klonkrieger aber auch mit kleineren Rätseln verbunden. Ein Teil muss den offiziellen Weg folgen, während sich andere für Items opfern. Mit weiteren Elementen kann der Knäuel nämlich auch verkleinert werden, um enge Passagen passieren zu können oder gar aufgeblasen werden, um mit dem Gewicht ganze Levelkonstruktionen zum Einsturz zu bringen.

Weitere Buffs sorgen dafür, dass der Level schneller an uns vorüber zieht oder wie in Zeitlupe. Oder aber der Protagonist kugelt sich über den Boden bzw. bleibt wie eine Klette überall hängen. Sobald derartige Items auftauchen, solltet ihr diese in den meisten Fällen einsammeln. Gibt es Verkleinerung, kommt sicherlich bald eine enge Passage. Doch nicht immer verhelfen die Items zum Sieg und hin und wieder muss man über den Weg sogar nachdenken. Gibt es vielleicht einen Schalter, den ich betätigen muss? Kann ich einige der Röhren zerstören? Oder kann ich die Minen irgendwie einsetzen, um die Mauer auf zu sprengen? Es gibt ein paar kleinere Denkaufgaben, die aber selten wirklich schwer ausfallen. Die Entwickler haben dabei auch die Steuerung der Originalversion etwas verändert, so dass man den Kerl auch ein wenig zurück bewegen kann. Dadurch konnten auch die Items neu arrangiert und somit kniffliger in den Level verteilt werden.

Auf Dauer ist Badland aber etwas zu eintönig. Es gibt weder eine Story, die uns durch die zwei Tage und deren Tageszeiten begleitet, noch zeigen sich wirklich Überraschungen. Der Geschicklichkeitstest bleibt letztendlich flach, denn dazu lernt das putzige Kerlchen nicht wirklich. Beständig flattert es wie Flappy-Bird durch die Welt und versucht dabei immer gefährlicheren Fallen auszuweichen. Unweigerlich wird der Punkt kommen, wo auch Glück mehr zählt als das eigenen Können und etliche Neuversuche uns die Motivation rauben. Der Mehrspielerdmodus kann dies noch ein wenig retuschieren. Denn gemeinsam macht das Abenteuer durchaus mehr Laune und man hat mehr Chancen, dem Bösen zu trotzen. Zusätzliche Wettkampfarenen sorgen immerhin für etwas Abwechslung im Alltag. Hier steht das Duell zwischen den Kontrahenten im Vordergrund. Jedes Mittel ist recht, um hier die Klonarmee des Gegners über den Jordan zu schicken. Immer wieder mal unterhaltsam, aber ebenfalls nicht für längere Sessions ausgelegt.

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Unser Fazit

76 %

Atmosphärisch und vor allem aufgrund der Optik ist Badland auch auf der Konsole ein grandioses Kunstwerk geworden. Die wundervoll gezeichneten Hintergründe und vor allem opulent in Szene gesetzten Lichteffekte zu allen Tageszeiten sorgen für eine angenehme Stimmung. Im Vordergrund spielt sich aber der Kampf der Klonkrieger ab, indem man einen putzigen kleinen Kerl mitsamt seiner Klonarmee versucht, durch gefahrvolle Labyrinthe zu manövrieren. Steuerungstechnisch ist man sehr nahe an Flappy-Bird, kann aber mit den zahlreichen Items durchaus ein wenig Rätselkost und Strategie offerieren. Letztendlich ist Badland aber nichts anderes als ein Geschicklichkeitstest, der vor allem in den späteren Level eine gehörige Portion Glück abverlangt. Der Protagonist ist zudem recht farblos. Es gibt keinerlei Hintergrund, warum das flauschige Kerlchen sich wagemutig in den Kreissägen-Tod stürzt und warum man sich eigentlich durch all die mechanischen Bauten wagt. Letztendlich ist Badland aber dennoch kurzweilig und wer auf der Suche nach schneller Action ist, die man immer wieder als Appetithäppchen genießt, kann sich durchaus den Titel mal anschauen.

Pro

  • + Extrem simples Spielprinzip dass ein jeder nach nur wenigen Sekunden verstanden hat.
  • + Einhundert Aufgaben, die mit der Zeit ziemlich herausfordernd werden.
  • + Extrem gelungene Aufmachung mit einer geradezu idyllischen Atmosphäre.
  • + Geht was schief, sorgen faire Checkpoints für wenig Frust.
  • + Zahlreiche Items sorgen für Abwechslung im Flatterbetrieb.
  • + Etwas aufpolierte Steuerung für die Konsolen und dadurch etwas mehr Freiheit für den Spieler.
  • + Mehrspielermodus sorgt für mehr Spielspaß.

Kontra

  • - Das Spielprinzip nutzt sich (aufgrund der simplen Art) ziemlich schnell ab.
  • - Vor allem in den späteren Abschnitten benötigt man einfach auch eine gehörige Portion Glück.
  • - Das Spiel lebt recht stark von der grandiosen Aufmachung und nicht durch sein Gameplay.

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
70 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
75 %
Multiplayer
 
80 %
Spielspaß
 
75 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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