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Batman: Arkham Origins – Test / Review

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Veröffentlicht 23. November 2013 | 14:31 Uhr von Fabrice

Batman: Arkham Origins

Mit Batman: Arkham Asylum hat sich Rocksteady einen Namen gemacht. Es ist der Beweis dafür, dass Spiele rund um Superhelden und -Schurken eben nicht immer nur schlechter oder mittelmäßiger Lizenzschrott sind. Mit dem Nachfolger Batman: Arkham City konnten sie diesen Eindruck nur noch weiter untermauern.

Mit Batman: Arkham Origins ist kürzlich das Prequel zu Asylum und City erschienen. Obwohl es ganz klar zur Serie gehört und auf diese auch aufbaut, wurde es nicht von Rocksteady, sondern von Warner Brothers Montreal entwickelt. Besonders bei einigen Fans ließ dies schon einige Alarmglocken aufschrillen. Dass zudem auch noch ein kompetitiver Mehrspielermodus enthalten ist, sorgte für weiteren Unmut. In unserem Test der Xbox 360-Version können wir aber zum größten Teil absolute Entwarnung bekannt geben, denn die Fledermaus kann es noch immer.

Von der Fledermaus und seinem neuen besten Freund

Arkham Origins handelt an einem Weihnachtsabend fünf Jahre vor den Ereignissen in Arkham Asylum. Bruce Wayne ist noch ein junger, wenig erfahrener Held, der es bisher eigentlich nur mit gewöhnlichen Straßendieben zu tun hatte. Das ändert sich jedoch schlagartig in dieser verschneiten Nach. Black Mask setzt ein Kopfgeld von 50 Mio. $ auf Batmans Kopf aus, welches gleich acht tödliche Kopfgeldjäger für sich haben wollen. Dazu gehören bekannte Gesichter wie Bane und Killer Croc. Aber auch weniger bekannte Schurken und Schurkinnen wie Copperhead, der Electrocutioner oder Shiva machen Jagd auf die Fledermaus. Doch an Verbündeten mangelt es dem guten Bruce noch. Zwar steht im Alfred, sein Butler und einstiger Erzieher, ständig zur Seite, doch der dunkle Ritter hat das Gefühl, dass er dessen Hilfe nicht braucht. Die Polizei steht mit Batman ebenfalls auf dem Kriegsfuß. James Gordon und seine Männer halten den maskierten Vigilanten für einen Kriminellen, kaum besser als der restliche, gesetzlose Abschaum. Zu guter Letzt wäre da auch noch das SWAT Team und deren Anführer Branden. Das ganze Team ist korrupt bis auf die Knochen, wieso sollten sie also nicht auch Jagd auf die 50 Millionen machen? Ach, der Joker ist natürlich auch noch irgendwie mit von der Partie.

Die Geschichte ist, besonders für Comic-Fans, nichts bahnbrechend Neues und schlussendlich wissen viele potentielle Spieler auch schon wie es in den Spielen mit der Story weiter geht. Dennoch wird eben genau deswegen hier und da mit diesen Erwartungen gespielt, was dann wiederum sehr spannend ist. Ebenfalls interessant ist es den Werdegang von Batman aus erster Hand miterleben zu können, besonders wie die fast schon bizarr liebevolle Beziehung zwischen ihm und dem Joker ihren Anfang genommen hat. Sehr nett sind, wie für die Serie gewohnt, die umfangreichen Hintergrundinformationen für jede, sei sie noch so unbedeutend, Figur im Spiel. Biographien und Audio-Logs bieten viele Infos für alle die, die bereit sind sie zu suchen und sie sich anzusehen bzw. hören.

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Kennen wir das nicht schon?

Wer schon einmal eines der Rocksteady Spiele rund um den maskierten Helden gespielt hat, der wird sich auch hier direkt heimisch fühlen. Der Kern dreht sich immer noch um Nahkämpfe gegen allerlei gefährliche Ganoven. Um diese ordentlich zu vermöbeln, wird im Freeflow richtig ausgeteilt. Am wichtigsten sind die normalen Schläge und Konter. Mit gutem Timing kann man den Gegnern richtig zusetzten, ohne selbst getroffen zu werden. Doch je weiter man im Spiel voran kommt, desto mehr unterschiedliche Gegner werden einem auch entgegentreten. Angriffe von Gegnern mit Messern können nicht gekontert werden. Schusswaffen sind stark und können einen in Kürze erledigen. Schwer gepanzerte Gegner müssen zuerst betäubt werden, sonst richten Schläge nichts aus. Diese abwechslungsreichen Kämpfe sind gut gelungen, erfordern schnelle Reaktionen und lassen richtig das Gefühl aufkommen, dass man in der Haut von Batman steckt.

Selbstverständlich verfügt man aber auch über eine Vielzahl von Gadgets, die man in- aber auch außerhalb von Kämpfen benutzen kann und muss. Mit dem Explosiv-Gel können schwache Strukturen gesprengt oder aber Feinde zu Boden geworfen werden. Batarangs sind perfekt, um weit entfernte Schalter zu aktivieren oder um Feinde kurzzeitig zu betäuben. Mit der Klaue kann man weit entfernte Objekte anvisieren oder Gegner zum Stolpern bringen. Jedes Tool hat seine Verwendung in der offenen Spielwelt und in den Kämpfen. Das macht die Kämpfe dynamisch, spannend und immer interessant. Nichts desto trotz bringt Arkham Origins außer ein paar neuen Gadgets nicht viel Frisches auf den Tisch. Alles ist altbekannt und noch immer gut gelungen. Wer aber auf frischen Wind gehofft hat, dem wird dieser hier nicht entgegen wehen. Dennoch ist das nicht zwingend negativ.

Nicht ganz so gut gelungen sind die Boss-Kämpfe. Diese sind in der Regel ganz typisch aufgebaut. Einen Gegner mehrmals betäuben, im richtigen Moment Angriffe kontern und so weiter und so fort. Bei einigen funktioniert das auch ganz gut. Andere hingegen sind einfach nur langweilig und anstrengend. Der Aufbau ist zu linear, wodurch es dem ansonsten doch so gelungenen Freeflow-System den Wind aus den Segeln nimmt.

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Zurück in der Stadt der Alpträume

Natürlich wären die Kämpfe und die Geschichte nichts, wenn es keinen interessanten Spielplatz geben würde, um sich so richtig in Batman hinein zu versetzten. Und mit Gotham City wurde auch ein solcher Spielplatz geschaffen, der einiges zur Unterhaltung bietet. Neben den Story-Missionen kann man sich in der offenen Spielwelt auf die Jagd nach weiteren Schurken machen. Je nachdem müssen gewisse Objekte gesucht und zerstört werden oder man erledigt ganz einfach eine Nebenmission. So wird man zum Beispiel in eine ziemlich absurde Alice im Wunderland Welt gezogen, wenn man eine gefangene Frau vom Mad Hatter retten will. Und diese Nebenmissionen machen das Spiel eigentlich erst zu dem was es ist. Die Story an sich ist nämlich ziemlich schnell abgefertigt. Wer aber alle Rätsel lösen, alle Schurken erledigen und sämtliche Sammelobjekte finden will, der wird einiges zu tun habe. Die Stadt an sich ist mehr oder weniger bekannt, weshalb sie besonders für Kenner nicht allzu viel Spannung bieten wird. Das Layout ist zwar neu, ja, aber alles in allem fühlt es sich zu bekannt an, auch wenn alles unter einer Schicht Schnee begraben ist.

Ebenfalls gewohnt sind die Upgrades, die man freischalten kann. Erledigt man Missionen oder kämpft besonders gut, dann hagelt es fast schon Erfahrungspunkte. Hat man genug gesammelt, kann man eine Fähigkeit verbessern. Batarangs betäuben Gegner für einen längeren Zeitraum oder mehr Gel kann platziert werden, um Feinde aus dem Kampf zu nehmen. Leider sind viele der Upgrades nicht von aktiver, sondern von passiver Natur. Man verbessert die Gesundheit und die Panzerung gegen Schusswaffen oder kann seinen Kombo-Zähler verbessern.

Der Story Modus bietet im Prinzip drei Varianten, die man spielen kann. Eine normale Version, eine Neues Spiel+-Variante, in welche man alle seine Upgrades mitnehmen kann aber der Schwierigkeitsgrad deutlich anzieht, sowie ein neuer Modus, in dem man nur ein Leben hat und versemmelt man es, fängt man wieder von vorne an. Daneben gibt es wieder die Challenge-Karten. Entweder in einer Kampf- oder in einer Schleich-Ausführung. Darin kann man seine Skills in der direkten Konfrontation oder als ungesehener dunkler Ritter testen, Punkte sammeln und diese auf einer Bestenliste mit seinen Freunden oder dem Rest der Welt vergleichen. Da das Gameplay an und für sich gut gelungen ist, machen natürlich auch diese Herausforderungen jede Menge Spaß, auch wenn sich schnell Monotonie einstellen kann.

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Alle gegen die Helden

Wirklich neu hingegen ist der Mehrspielermodus. In diesem treten drei Teams gegeneinander an. Zwei der Teams bestehen aus den Ganoven des Jokers und von Bane. Diese werden aus einer von einem 3rd-Person-Shooter gewohnten Ansicht gesteuert. Das dritte Team besteht aus Batman und Robin. Diesen stehen dieselben Möglichkeiten zur Verfügung, die man auch im Einzelspielermodus hat. Das Ziel der beiden Gangs ist es, das andere Team, bestehend aus drei Ganoven, oft genug zu erledigen, damit diese keine Tickets mehr auf dem Konto haben, welche wiederum benötigt werden, um in das Spiel wieder einzusteigen. Für das Helden-Duo besteht die Aufgabe jedoch darin, einen Einschüchterungs-Balken genug zu füllen, wodurch die Gangs die Beine in die Hand nehmen.

Die Idee für den Mehrspielermodus ist an und für sich richtig gelungen. Besonders einmal in die Haut eines Verbrechers zu schlüpfen und gegen Batman anzutreten hat schon etwas ganz Spezielles an sich. Ständig ist man auf der Hut, sucht Dächer und erhöhte Positionen ab, immer mit der Angst im Nacken gleich verprügelt zu werden. Leider ist die Umsetzung des Gameplays nicht ganz so gelungen. Besonders das Handling der Waffen ist nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Auch das Level-System ist kaum ausbalanciert, denn Spieler mit einem hohen Level haben einen deutlichen Vorteil gegenüber Neueinsteigern. Immerhin gibt es bei beiden Gangs viele Gadgets und Waffen, die man freischalten kann, was durchaus positiv ist und theoretisch für Langzeitmotivation sorgen könnte. Besonders das Aussehen der Ganoven kann stark verändert werden. Für Batman und Robin stehen außerdem eine Vielzahl von verschiedenen Kostümen zur Auswahl, die sich freischalten lassen. Leider gibt es nur eine Handvoll Level, wodurch es einfach zu wenig Abwechslung gibt. Die Frische des Modus geht schnell verloren, wodurch er wohl nur etwas für echte Hardcore-Fans ist, die sich mit der Steuerung herum schlagen könne. Der Fakt das man über Mikrotransaktionen außerdem Gegenstände erhalten kann, zu denen man erst später Zugang erhält, passt auch nicht wirklich.

Unser Fazit

80 %

Warner Brothers Montreal haben eigentlich das Beste aus einem Spiel heraus geholt, das nicht von ihnen entwickelt wurde. Wer einfach nicht auf Batman verzichten kann und die Vorgänger mag, der wird auch hier viel Spaß haben. Es fehlt zwar an neuen Dingen und richtigen Wow-Momenten, die spannende Geschichte und ein ordentlicher Umfang können jedoch über das hinweg trösten. Wem die Serie aber noch nie wirklich zugesagt hat, der wird auch hier nicht glücklich werden. Der Mehrspieler-Modus ist eine nette Idee und für die ersten zwei bis drei Stunden auch ziemlich unterhaltsam. Danach fehlt es aber an Abwechslung und die eher ungenaue Steuerung, Lags und das ungenaue Waffenhandling sorgen für wenig Spaß. Trotzdem: Batman: Arkham Origins ist ein sehr gelunges, wenn auch nicht wirklich neues Spiel!

Pro

  • endlich wieder mehr Batman
  • interessante Geschichte die mit gewissen Erwartungen spielt
  • richtig gute Nebenmissionen
  • viel Umfang mit mehreren Spielmodi
  • Herausforderungs-Karten zeigen die Stärken des Gameplay
  • im Mehrspielermodus einmal gegen Batman antreten hat was

Kontra

  • bietet kaum Neuerungen
  • Story eher kurz
  • Mehrspielermodus fehlt es an Abwechslung
  • das Setting fühlt sich einfach zu bekannt an

Unsere Bewertung

Grafik
 
82 %
Sound
 
81 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
83 %
Multiplayer
 
65 %
Spielspaß
 
79 %

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