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BATMAN: The Telltale Series – Episode 1: Reich der Schatten Test / Review

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Veröffentlicht 22. August 2016 | 17:44 Uhr von Fabrice

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Es ist inzwischen offensichtlich, dass Telltale Games die Formel gefunden hat, um so gut wie jede Marke in ein storygebundenes Spiel zu verpacken. Ihr neuester Streich, für den gerade erst die erste Episode auf allen großen Plattformen erschienen ist, dreht sich um Batman.

Die Geschichte folgt dabei weder einer Comic- noch einer Filmvorlage. Statt dessen steht sie auf eigenen Füssen. Gewisse Einflüsse sind natürlich nicht zu übersehen, was bei einer so umfangreichen Historie wie sie der Dunkle Ritter hat, nicht verwunderlich ist. Wieso dies hauptsächlich eine gute Entscheidung ist, haben wir in der ersten Episode “Reich der Schatten” auf der Xbox One herausgefunden!

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Von den ersten Minuten weg ist klar, dass diese Geschichte nicht nur eine, sondern gleich zwei Hauptfiguren hat: Batman und Bruce Wayne. Der eine kann nicht ohne den anderen existieren, dennoch wird Mr. Wayne oft sträflich vernachlässigt, denn man will ja ein paar Schurken ordentlich aufs Maul geben.

Wenn der Fokus schon auf der Story liegt, kann an diesem Missstand etwas geändert werden. Bruce Wayne steht noch am Anfang seiner Karriere und das gleiche gilt für alle anderen Figuren auf die man trifft. Harvey Dent ist noch der Staatsanwalt und kandidiert als Bürgermeister. Oswald Cobblepot ist ein Kindheitsfreund von Bruce und hat, von anarchistischen Gedankengut abgesehen, noch keinen Bezug zum Bösewicht, als welcher er besser bekannt ist. Catwoman ist ganz neu in der Stadt und trifft bei einem Raub zum ersten Mal auf Batman.

Es macht auch durchaus Sinn, denn dadurch hat man selbst in der Hand, welche Art von Batman und Bruce Wayne man sein will. Steht man als Bruce seinen Mann oder gibt man klein bei, um jemandem einen Gefallen zu machen? Setzt man als Batman Gewalt ein, um ans Ziel zu kommen oder nicht? Die Wahl hat man immer selbst und diese erste Episode ist schon vielversprechend, in welche Richtung es im weiteren Verlauf gehen wird.

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Wer schon einmal eines von Telltales Abenteuern gespielt hat, wird vom Gameplay nicht überrascht werden. Es wird viel geredet und man kann wählen, wie man auf die Situation reagiert. Aufgelockert wird es durch Action, in der Form von Quick Time Events. Die ausgedehnten Kampfsequenzen sind dieses Mal nicht direkt verloren, wenn man eine Eingabe versemmelt. Die Kämpfe schlage erst fehl, wenn Batman mehrere Treffer einsteckt. Es gibt trotzdem Storymomente bei denen ein falscher Tastendruck für ein sofortiges Gameover sorgen kann, es muss also Vorsicht geboten werden.

Die Action ist aber auch der grösste Schwachpunkt dieser Episode. Das Geschehen auf dem Bildschirm sieht zwar nach Batman aus, fühlt sich aber nie so an. Eine einzelne Taste drücken um zuzusehen, wie Batman einen Söldner per Greifhaken packt und ihn dann an seinen Füssen an der Decke aufhängt, ist ziemlich öde.

Auf der anderen Seite hebt dieser Schwachpunkt hervor, was gut funktioniert. Ist man in Zivil unterwegs und kämpft auf diese Weise mit politischen Intrigen und Gothams dunklen Seiten, erlebt man eine Facette aus Bruce Waynes Leben, die man viel zu selten auf diese Weise hautnah erleben kann.

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Ziemlich unterhaltsam sind auch die eher langsamen Passagen als Batman. Wie erstmals in Arkham Origins muss ein Tatort untersucht werden, um mehrere Beweise zu finden. Diese müssen korrekt miteinander verbunden werden, um den genauen Tathergang zu rekonstruieren. Es ist leichte und simple Rätselkost, die für geübte Spieler keinerlei Herausforderung darstellt.

Ähnlich verhält es sich mit einer weiteren Sequenz, in der man einen Angriff auf das Versteck eines Bösewichts planen muss. Dabei stellt man einen Plan auf, wie genau man alle Wachen ausschalten will. Es ist eine coole Mechanik, solange es nicht in jede weitere Folge eingebaut wird.

Beide Mechaniken drehen sich um Fähigkeiten, die genau so wichtig sind für den Charakter, wie die brutalen aber öden Kämpfe die unweigerlich auf die Detektivarbeiten folgen.

Nicht nur beim Gameplay, auch bei der Technik bleibt alles mehr oder weniger beim gewohnten Telltale-Standard.

Der Comic-Look passt exzellent zu Batman. Diese eigene Interpretation des Materials ist interessant und gut gewählt. Alle bekannten Figuren sind eigentlich auf den ersten Blick erkennbar, obwohl kein Comic, Film oder Spiel als direkte Vorlage benutzt wurde. Es wirkt ein wenig befremdlich, dass Harvey Dent grösser und muskulöser als Batman ist, aber in dieser Welt scheint dies nun einfach mal so zu sein.

Die hervorragende englische Sprachausgabe, welche ebenfalls nicht auf die gewohnten Synchronsprecher zurückgreift, hilft zusätzlich dabei, diese Interpretationen zu etwas Eigenem zu machen.

Leider krankt auch Batman an den gewohnten Telltale Krankheiten. Eine instabile Bildrate und gelegentliche Stocker die gerne ein paar Sekunden anhalten, vermiesen ein gemütliches Zocken.

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Unser Fazit

66 %

Bruce Wayen? Top! Batman? Flop! Die erste Episode von Telltales Batman Serie ist eigentlich das genaue Gegenteil davon, was man vielleicht erwartet. Die politischen Intrigen und Ränkespiele sind interessanter als die Action und die Kämpfe. In Batmans Anzug zu stecken und Bösewichter zu vermöbeln, fühlt sich sehr lasch an. Die Detektivarbeit wird zwar cool präsentiert und bietet auch Abwechslung, ist jedoch schlussendlich auch nur wenig unterhaltend und gar nicht fordernd.

Pro

  • + Einblicke in das Leben von Bruce Wayne
  • + Tolle Präsentation
  • + Detektivarbeit interessant umgesetzt
  • + Batman und Bruce Wayne können nach eigener Vorstellung gespielt werden
  • + Eigene Interpretation des Quellenmaterials

Kontra

  • - Rätsel sind extrem einfach
  • - Batman zu sein fühlt sich nicht gut an
  • - Langweilige Kämpfe

Unsere Bewertung

Grafik
 
71 %
Sound
 
82 %
Steuerung
 
69 %
Gameplay
 
52 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
59 %

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