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Battlefield 1 – Test / Review

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Veröffentlicht 7. November 2017 | 15:18 Uhr von Marc Wunder

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Zurück in die Vergangenheit! Mit Battlefield 1 verabschiedet sich die Reihe vom postmodernen Setting und besinnt sich zurück auf seine Wurzeln. Ob diese der richtige Weg war, lest ihr hier. 

Der Schrecken des Krieges

Statt erneut eingetretene Pfade der Serienanfänge im 2. Weltkrieg zu betreten, bedient sich Battlefield 1 passend zum Namen eines in Videospielen etwas weniger beachteten geschichtlichen Ereignisses: dem 1. Weltkrieg. Dieser ist der Welt grade durch seine rohe Brutalität in den Schützengräben von Verdun in Erinnerung geblieben. Anders als im 2. Weltkrieg fungierte der „Rohstoff“ Mensch als Kriegsmittel, Technik und Fahrzeuge traten eher am Rande auf.

Schon im Tutorial möchte DICE dem Spieler mit allen Mitteln die Sinnlosigkeit des Mordens vor Augen führen. Man findet sich mitten in einem Schlachtfeld wieder. Um einen herum explodieren Mörsergranaten, Projektile zischen durch die Luft. Es dauert nicht lange und wir sterben den ersten Tod. Ein schwarzer Bildschirm mit Namen und Lebensdaten erscheint auf dem Schirm. Dann wechselt man zum nächsten Soldat – und wird bald wieder sterben.

Dieser Twist in der Einleitung macht einen mehr als alles andere den Schrecken des Krieges deutlich. Zudem ergibt es auch spielerisch Sinn, denn man darf jede Soldatenklasse „ausprobieren“. Leider wird dieser dramatische Kniff in der späteren Kampagne nicht mehr aufgegriffen. Schade! Die Story ist abermals kein alleiniger Kaufgrund von Battlefield.

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Es herrscht Krieg

Die Kampagne besteht aus fünf verschiedenen Kriegsgeschichten, die sich jeweils über bis zu fünf Missionen erstrecken. In jeder dieser Geschichten fokussiert sich die Handlung auf einen anderen Schauplatz und Protagonist. Thematisch und dramaturgisch unterscheiden sich die Minikampagnen sehr stark. Man spielt einen frisch rekrutierten Panzerfahrer in Frankreich, einen angeberischen Jagdflieger über Deutschland und England oder auch einen berittenen Widerstandkämpfer in Nordafrika. Selbst eine Stranderstürmung darf nicht fehlen. Inszenatorisch bekommt man hier einiges geboten. DICE versteht es prächtig, den Chaos des Krieges in Michael-Bay´scher Manier zu präsentieren. Leider geht dabei wie angesprochen der Schrecken des Krieges verloren. Zum einen fehlt es an der nötigen Brutalität, die einen diesen Schrecken vor Augen führt. Zum anderen Fehlen die leisen Momente eines guten Anti-Kriegsfilmes, die zum Nachdenken anregen. Da hätte man durchaus mehr daraus machen können. Als Ausgleich erlebt man over-the-top Actionszenen. Man stürzt auf einem Zeppelin ab, kapert selbigen und zerlegt mit dessen Geschütz umliegende Zeppeline. Nicht realistisch, aber cool.

Insgesamt wird einen die knapp bemessene Spielzeit der Kampagne aber nicht lange bei der Stange halten.

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Es herrscht Krieg und alle gehen hin

Herzstück des Spiels ist natürlich der Mehrspielermodus. Um es kurz zu machen: Man nehme Battlefield 1942, verfrachte es in den WW1 und schon erhält man Battlefield 1!

Das Spieltempo ist wesentlich langsamer, als noch bei den Vorgängern. Zudem fallen die gefühlt Millionen Optionen zur Waffenanpassung weg. Es kommt also mehr denn je auf den eigenen Skill an. Zudem ist die Auswahl der Schießprügel epochengemäß sehr übersichtlich. Quasi Klasse statt Masse. Was etwas stört ist jedoch, dass das Waffenhandling sich irgendwie zur einfach für Gewehre dieser Zeit anfühlt. Selbiges gilt für Fahrzeuge. Flugzeuge lassen sich zentimetergenau manövrieren und Panzer, die in der Realität damals eher eine Randerscheinung waren, mutieren zu fast unaufhaltsamen Bestien für bis zu sechs Spieler – ein Fahrer plus fünf MG-Schützen. Klar muss eine gewisse, leichte Spielbarkeit gegeben sein um niemanden abzuschrecken, aber zeitweise fühlt es sich einfach nur nach Battlefield 4 mit geänderten Skins an.

Fahrzeuge spawnen übrigens nicht einfach, sondern die Spieler müssen sie auswählen. Man bedient sich hier also mehr am System von Star Wars Battlefront aus dem eigenen Hause. Gerät ein Team zu sehr in Rückstand, stehen ihnen je nach Map mächtige Kriegswaffen wie Panzerzüge oder Zeppeline zur Verfügung, um eine verloren geglaubte Partie doch noch zu drehen. Die Maps sind durchgängig sehr abwechslungsreich und verfügen über zerstörbare Objekte und dynamisches Wetter – Sandstürme in der Wüste oder plötzlich aufziehender Nebel an der Küste ist also keine Seltenheit.

Größter Beliebtheit erfreuen sich wie schon in den Vorgängern Conquest und Rush für bis zu 64 Spieler. Deathmatch, Vorherrschaft und Kriegstauben sind eine nette Ergänzung. Spannend ist der neue Operationen-Modus. Ziel des angreifenden Teams ist es, dem Gegner Sektor für Sektor abzujagen. Gelingt dies, ist es aber nicht vorbei. Der Gegner formiert sich auf einer anderen Map neu. So wechselt man 2-3 Mal das Szenario. Auch hier scheint man sich einiges bei Battlefront abgeguckt zu haben. Den Angreifern steht dabei pro Sektor nur eine gewisse Anzahl von Respawns zur Verfügung.

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Getestete Version: Playstation 4

 

Unser Fazit

89 %

Das neue Szenario tut der Serie sichtlich gut! Wenn man damals Battlefield 1942 toll fand, so sollte man hier unbedingt zuschlagen. Der Multiplayer ist nach wie vor eine Wucht und die neuen Modi ergänzen das Spiel perfekt. Solo-Spieler sollten den Kauf allerdings überdenken. Die Kampagnen sind zwar toll inszeniert, aber leider kurz und kaum erinnerungswürdig. Außerdem lassen sie jegliche Dramaturgie vermissen, so dass der „Schrecken des Krieges“ nie wirklich zu einem durchdringt.

Pro

  • + Toller Mehrspielermodus
  • + Aufregende, neue Spielmodi
  • + Große Maps mit zerstörbarer Umgebung
  • + Interessante Zeitepoche
  • + Grafik und Sound auf hohem Niveau

Kontra

  • - Zu kurze Kampagne
  • - Dumme KI
  • - Action statt Schrecken
  • - Unpassende Schleichmechanik

Unsere Bewertung

Grafik
 
85 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
92 %
Gameplay
 
95 %
Multiplayer
 
95 %
Spielspaß
 
85 %

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Hier im Forum als RONIN unterwegs. Seit über zwei Jahrzehnten leidenschaftlicher Gamer. Als Multiplattformer auf jedem System zuhause.

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