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Battlefield: Hardline – Räuber und Bullen Simulator im Test!

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Veröffentlicht 26. Mai 2015 | 16:30 Uhr von Fabrice

Battlefield-Hardline-Screenshot

Seit Battlefield 1942, hat DICE immer die Entwicklung ihrer Serie selbst übernommen. Schon bei Battlefield 3 und 4 haben sie zwar Unterstützung bekommen, ein Großteil der Arbeit bleibt aber bei den Schweden selbst. Diese sind aber so sehr mit ihren eigenen Projekten beschäftigt, dass die Dead Space Macher Visceral Games ihr eigenes Battlefield entwickelten.

Battlefield Hardline hat nicht nur einen neuen Entwickler, sondern ein ganz neues Setting. Statt Militärs, geht es um die Polizei und Verbrecher. Es wird noch mehr Fokus auf das Einzelspielererlebnis gelegt und der Mehrspielermodus ist theoretisch ein wahr gewordener Bubentraum. Auf der Xbox One haben wir uns unsere Marke und unseren Taser geschnappt, um euch unseren ausführlichen Battlefield Hardline Test zu präsentieren.

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Böse Cops und gute Gangster

Nick Mendoza ist einer der guten Cops. Er hält sich an die Regeln und hat, scheinbar, als einer der einzigen Polizisten so etwas wie eine Moral. Alle anderen um ihn herum scheinen irgendwie Dreck am Stecken zu haben. Es dauert auch nicht lange, bis Nick selbst in einem Strudel aus Intrigen und Verrat mit drinnen hängt.

Die Präsentation dieser Geschichte ist absolut erstklassig ausgefallen. Aufgeteilt ist die Kampagne in insgesamt 10 Episoden. Dieser Begriff ist nicht leichtsinnig gewählt. Der Aufbau orientiert sich stark an einer TV-Serie. Das sorgt dafür, dass die Missionen gut einzeln spielbar sind und nicht allzu viel Kontext brauchen. Zudem lässt es viel Spielraum für die Handlung. Ortswechsel und Zeitsprünge lassen sich dank der episodischen Struktur gut umsetzen.

Die Geschichte spielt sich nämlich über eine Spanne von mehreren Jahren und in einigen Bundesstaaten ab. Obwohl eigentlich alle Haupt- und Nebenfiguren schlechte Menschen sind, sind sie erstaunlich sympathisch. Dargestellt von mehr oder weniger bekannten Schauspielern, liefern sie eine wirklich gute Leistung ab.

Trotz der genialen Präsentation und den ansprechenden Figuren, ist die Geschichte selbst nicht allzu packend. Es spult alle Klischees ab, die ein Cop-Drama einfach haben muss. Verräter die ihre Seiten in jeder Episode wieder wechseln, Drogen, Terrorismus. Zum Glück passt aber der Rest, wodurch diese altbekannte Geschichte immerhin gut rüber gebracht wird.

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Hände hoch!

Dank des Setting Wechsels, weg vom typischen Militär Shooter, hatten die Entwickler die Möglichkeit das Gameplay entsprechend anzupassen. Das gilt sowohl für die Kampagne als auch für den Mehrspielermodus. Im folgenden Abschnitt, schauen wir aber zuerst einmal die Einzelspieler Portion an.

Es bietet einerseits genau das was man von Battlefield erwartet. Ausladende Feuergefechte, eine Sequenz an einem fest montierten Geschütz und eine Panzerfahrt gehören einfach zur Serie. Das fühlt sich genau so an, wie man es gewohnt ist, wenn man in der letzten Dekade irgendwann mal mit der Serie in Kontakt gekommen ist. Das Handling der Waffen ist gelungen, die Umgebung lässt sich ganz gut auseinander nehmen und die Geräuschkulisse ist umwerfend. Es sind aber genau nicht diese Momenten die Hardline ausmachen, denn die normale Serie hat das schon besser gemacht.

Hardline legt einen Fokus auf die Polizeiarbeit, auf das Nicht-Tödliche Ausschalten von Gegnern. Die Wunderwaffe der Wahl ist nämlich kein hochmodernes Sturmgewehr sondern eine einfache Dienstmarke. Langsames, ungesehens Vorgehen funktioniert erstaunlich gut. Die Sichtkegel der Gegner sind auf der Minimap sichtbar, wodurch es sich gut schleichen lässt. Nähert man sich einem Gegner unentdeckt, kann man die Marke zücken um Gegner zur Aufgabe zu zwingen. Danach darf man sie jedoch nicht aus den Augen lassen, bis man sie dingfest gemacht hat. Hält man sie nicht mit vorgehaltener Waffe in Schach, ergreifen sie jede Chance um einen Gegenangriff zu starten.

Es ist kein wirklich logisches System, denn die überraschten Gegner ergeben sich immer, egal in welcher Situation oder Überzahl sie sind. Besonders in der zweiten Hälfte der Kampagne wird es, aus Gründen der Story, nur noch unlogischer. Trotz dieser ganzen Nörgelei, halte ich es für ein gelungenes System. Es funktioniert wirklich gut und lädt dazu ein, nicht wie eine Ein-Mann-Armee zu spielen. Das Gute ist, das es hauptsächlich optional ist. Wer einfach nur ballern will, der kann das problemlos machen.

Es gibt jedoch einen Widerspruch der mit dem System in Verbindung steht. Wer seine Ziele aus dem Verkehr zieht ohne sie zu töten, erhält dafür Punkte. Diese gibt es zwar auch für den Abschluss von Missionszielen und den Fund von Sammelobjekten, hauptsächlich aber für Festnahmen. Je mehr Punkte man sammelt, desto mehr Gadgets und Waffen werden freigeschaltet. Wer jedoch ohne tödlichen Waffeneinsatz spielt, braucht keine neuen Sturmgewehre oder Schrotflinten. Umgekehrt, wird Spielern die mehr Waffen ausprobieren, eine Spielweise aufgezwungen, die ihnen vielleicht nicht zusagt. Welcher Sinn dahinter steckt, ist nicht wirklich klar.

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Komm auf die dunkle Seite, wir haben… Raketenwerfer?!

Wie es sich für die Serie gehört, wird es aber dem Großteil der Spieler um den Mehrspielermodus gehen. Battlefield wird für seine massiven und intensiven Gefechte, in denen Kämpfe zwischen Infanterie, Boden-, Luft- und Wasserfahrzeugen toben, geliebt. Hardline bietet das auf Grund des Settings aber nicht. Es gibt zwar Fahrzeuge, schwere Panzer und Angriffshubschrauber sucht man aber vergeblich. Statt dessen ist man hautpsächlich mit normalen Autos und Lieferwagen unterwegs. Deshalb macht es wenig Sinn, dass man dann teilweise Zugang zu Hubschraubern mit Miniguns haben kann. Oder wieso auf den Karten schwere Waffen wie Granat- und Raketenwerfer einfach so herum liegen.

Es ist symptomatisch für das Hauptproblem in Hardlines Mehrspielermodus. Obwohl das Setting viel Spielraum für Neues bietet, wird hauptsächlich iterativ. Im Bereich der Gadgets gibt es passende Gegenstände. Gasgranate und dazu passende Masken, Taser oder taktische Einsatzschilder stehen bereit. Waffentechnisch bleibt aber alles wie gewohnt. Cops und Gangster laufen alle mit topmodernen Sturmgewehren, Maschinenpistolen und Schrotflinten inklusive unzähligen Aufsätzen und Visieren durch die Gegend. Das passt zwar zu Battlefield an sich perfekt aber nicht im Fall von Hardline. Das eine Gruppe von Verbrechern (und bis zu einem gewissen Grad auch die Polizei) über paramilitärische Ausrüstung und Waffen verfügt, ist ziemlich bizarr.

Die Spielmodi sind ähnlich iterativ. Bei Überfall handelt es sich um Capture the Flag, nur das es nicht um Flaggen sondern um Bargeld geht. In der neuen Version von Conquest, befinden sich die einzunehmenden Punkte innerhalb von Fahrzeugen in denen man über die Maps brettern kann. Beide genannten Modi machen richtig viel Spass. Das Problem liegt einzig und alleine darin, dass man oft das Gefühlt nicht los wird, alles schon irgendwie zu kennen. Natürlich sind die für Battlefield gewohnten Modi wie das normale Conquest oder Team Deathmatch auch hier vorhanden.

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Es lebe die Stabilität

Dort wo es zählt, hat Visceral aber auch wirklich gepunktet. Das Gameplay und besonders das Handling der Waffen sind sehr gut gelungen. Es unterscheidet sich nur wenig von Battlefield 4, was positiv zu verbuchen ist. Noch immer gibt  es, trotz den fehlenden schweren Fahrzeugen, diese Momente im Mehrspielermodus die es einfach nur in Battlefield gibt. Die zerstörbare Umgebung oder wilde Verfolgungsjagden machen einfach richtig viel Freude.

Noch positiver ist die anhaltende Online-Stabilität. Der Launch von Battlefield 4 war desaströs. Oft war es überhaupt nicht spielbar. Hat man es dann in ein laufendes Spiel geschafft, waren Stabilität und Qualität unter aller Sau. Von diesem missglückten Start konnte sich Battlefield 4 bis heute noch nicht komplett erholen.

Entwickler und Publisher scheinen daraus etwas gelernt zu haben. Denn Hardline wurde und wird auch aktuell von keinem dieser Probleme geplagt. EA und Visceral verdienen deshalb ein grosses Lob. Es sollte zwar selbstverständlich sein das der Mehrspielerpart eines Online-Shooters funktioniert, Battlefield 4 hat dennoch genau das Gegenteil bewiesen.

Unser Fazit

83 %

Hardline bietet vor allem eines: mehr Battlefield! Die Kampagne ist sehr gut inszeniert und wagt, zumindest teilweise, auch etwas Neues. Das ändert jedoch nichts an den Problemen die dort existieren. Im Mehrspielermodus kann es dafür brilieren. Es ist eine Tatsache, dass es sehr iterativ ist, was jedoch nichts daran ändert das man richtig viel Spass haben kann. Noch immer bietet es diese berühmten “Battlefield Momente”, denen man seinen Freunden ewig berichten könnte.

Pro

  • + Genial inszenierte Kampagne
  • + Gut funktionierende Stealth Passagen
  • + Stabiler Mehrspielermodus
  • + Gutes, altes Battlefield Feeling

Kontra

  • - Unlogische Elemente in der Kampagne
  • - Einige Schönheitsfehler in der Kampagne
  • - Sehr iterativer Mehrspielermodus

Unsere Bewertung

Grafik
 
84 %
Sound
 
89 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
74 %
Multiplayer
 
88 %
Spielspaß
 
78 %

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