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Beast Quest – Test / Review

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Veröffentlicht 25. September 2018 | 18:21 Uhr von Alexander Winkel

Beast-Quest-Artwork

Junge Spieler mit einer Leidenschaft für Bücher werden sicherlich bereits eine Reise in das sagenumwobene Avantia gemacht haben. Die Beast Quest Kinderbücher, in der deutschen Ausgabe im Loewe Verlag erschienen, begeistern seit Jahren jung Leser auf der ganzen Welt. Torus Games hat mit einem ähnlichen Gespür für sagenhafte Erzählungen die Welt von Tom und seinen Freunden auf PC/Steam, Playstation 4 und Xbox One zum Leben erweckt. 

Angelehnt an den ersten Zyklus der etliche Bücher umfassenden Beast Quest Reihe übernehmt ihr die Rolle des jungen Tom, dessen Vater einst bei einem größeren Abenteuer verschollen ging und der nun verweist seinen Tagträumen hinterher jagt, bis ihn Zauberer Aduro aufspürt. Viel braucht es nicht, um den Sohn des großen Abenteurers Taladon dem Flinken zu überzeugen und in eine Geschichte zu verwickeln, die umfangreiche Ausmaße annehmen wird. Allein kann Tom den vielen Gefahren jedoch kaum trotzen, sodass recht früh im Abenteuer eine junge Dame mitsamt ihrem wölfischen Anhang Silver tatkräftig in den Kampf treten, um Tom den Rücken freizuhalten.

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Gemeinsam ist es das Ziel, die bösen Machenschaften des dunklen Zauberers Malvel zu durchkreuzen. Vier epische Biester wurden versklavt und sorgen seitdem für Angst und Schrecken in den zahlreichen Dörfern Avantias. Schnell ist klar, dass die Hauptaufgabe darin besteht, den Drachen Ferno, den Bergriesen Arcta, das Schneemonster Nanook und den Phönix Epos zu befreien, bevor noch mehr Schaden angerichtet wird. Mit jedem Sieg gesellen sich die legendären Biester Toms Truppe hinzu und kämpfen gemeinsam mit ihm um die gerechte Sache und gegen den Zauberer Malvel.

Dieser hinterhältige Bösewicht lässt keine Chance aus, Tom ins Gewissen zu reden, doch mit dem Beistand seiner Freunde durchstreift er Wälder, Berge und Vulkane, auf der Suche nach den vier legendären Biestern. Unweigerlich wird man mit dem Schrecken in den Dörfern konfrontiert und darf parallel noch zahlreiche weitere Aufgaben erledigen. Die vielen Sammelquests und Sonderaufgaben lockern das Action-Abenteuer auf und lassen Beast Quest weniger linear aussehen, auch wenn der Hauptpfad ziemlich vorhersehbar ist und nur wenig Platz für ausgiebige Erkundungen bietet. Hier und da zweigen Wege ab und führen zu begehrten Kisten, in denen jedoch meist nur Gold und selten wirklich interessante Objekte warten.

Beast Quest orientiert sich dabei ein wenig an The Legend of Zelda, wobei keineswegs die Klasse der umfangreichen Rätsel vom Nintendos Vorzeigetitel erreicht wird. Selten müsst ihr einige Steinblöcke richtig durch die Gegend schieben und somit den Weg passierbar machen und gegen Ende könnt ihr durch die Fähigkeiten mancher Biester, wie das Gleiten über riesige Abgründe hinweg, auch neue Pfade und Wege gehen und damit die letzten Geheimnisse des Spiels lüften. Letztendlich ist der Weg aber linear und das Köpfchen muss kaum dabei angestrengt werden. Da wäre sicherlich mehr drin gewesen.

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Ungewöhnlich und gar nicht mal so unkreativ fällt das Kampfsystem aus. Sein schäbiges Holzschwert darf Tom bereits zu Beginn gegen eine schärfere Klinge tauschen. Schwungvoll vollführt er leichte und heftige Schläge in Kombination gegen Skelette, Spinnen, gefährliche Adler und Feuer spuckende Echse. Ab und an werden zudem Zauber und mächtige Attacken losgelassen. Ihr könnt die Kreaturen bereits vorab in der Welt von Avantia erkennen, werdet jedoch bei Annäherung in eine Kampfarena gezogen. Hier könnt ihr nicht nur agieren, sondern auch im richtigen Moment den Angriffen der Feinde ausweichen und damit einen Konter starten. Habt ihr es mit mehreren Feinden gleichzeitig zu tun, könnt ihr auch die Kampfposition nach rechts oder links wechseln. Letzteres findet vor allem in den Bosskämpfen Anklang, denn dadurch weicht man den heftigen Attacken aus oder begibt sich hinter Mauern und Säulen in Deckung. Gerät Tom arg in Bedrängnis, kann er seine Freunde rufen und damit einen riesigen Vorteil ausspielen – das wiederum aber nur sehr selten.

Das Action-Abenteuer Beast Quest liefert klassische Erkundungen gepaart mit einem simplen Charakteraufbau. Gewonnene Erfahrung wird in bessere Angriffe und Fähigkeiten investiert und selten gibt es den einen oder anderen Gegenstand, der eure Charakterwerte zusätzlich verbessert. Alles in allem handelt es sich um einen seichten Titel, der alle mögliche Ansätze aufweist, diese jedoch recht simpel und einfach umsetzt – eben auch ein Spiel, was sich generell an einem jüngeren Publikum orientiert, welches unkomplizierte Abenteuer und Aufgaben erledigen möchte, ohne tiefgründige Statistiken zu wälzen. Spaß macht die Reise mit Tom durchaus, sofern man die ersten Hürden überwunden hat.

Leider merkt man jedoch auch an allen Ecken und Enden, dass der letzte Feinschliff fehlt. Die Nebenaufgaben wirken trotz netter Hintergrundgeschichten eher uninspiriert und die Erkundung von Avantia gestaltet sich trotz aller Möglichkeiten im späteren Verlauf des Abenteuers zu linear und langweilig. Viel mehr fallen jedoch kleinere Probleme ins Gewicht. Vor allem gegen Ende scheint die Quest-Navigation nicht mehr ganz mit den gegebenen Wegen zurechtzukommen und verliert sich im Nirgendwo oder wechselt gerne mal die Richtung. Problematisch auch, dass man auf Dauer nicht mehr weiß, wo man welche Aufgabe angenommen hat und damit die Quest beenden soll. Fehlende oder fehlerhafte Symbole auf der Minimap erschweren zudem die Orientierung in solchen Dingen.

Auch mangelhaft sind die Sprungfähigkeiten von Tom. Es gibt zahlreiche Stellen, an denen ein Fluss oder ähnliches mühselig überquert werden muss. Dank der eher bescheidenen Handhabe rutscht man gerne über die Kanten und muss frustriert erneut sein Glück versuchen. Nach ca. 8 Stunden habt ihr das Spiel jedoch bezwungen, sämtliche Geheimnisse lassen sich jedoch nicht entlocken, da mindestens eine Quest bis heute nicht erledigt werden kann. Davon sind auch Erfolge und Trophäen betroffen, die nicht komplettiert werden können. Für alle Jäger und Sammler ein Graus.

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Bild 1 von 5

Getestete Version: Xbox One

 

Unser Fazit

67 %

Beast Quest ist weder technisch noch spielerisch wirklich anspruchsvoll und richtet sich, wie auch bereits die Kinderbücher, eher ein sehr junges Publikum. Nichts desto trotz ist Toms Reise durch Avantia grundsolide und verspricht für mindestens acht Stunden actionreichen Kämpfe mit einigen Bossen und ausgiebigen Erkundungstouren durch Wälder, Berge und Schnee. Kein schlechtes, aber auch kein herausragendes Spiel.

Pro

  • + Einfaches und einsteigerfreundliches Abenteuer
  • + Bestens für Neulinge im Genre und junge Spieler geeignet
  • + 8-10 Stunden Spielzeit
  • + Interessantes Kampfsystem
  • + Deutsche Bildschirmtexte

Kontra

  • - Questnavigation hat am Ende des Spiels mächtige Probleme
  • - Sprungpassagen können sehr frustrierend werden
  • - Seichtes Spiel ohne spielerischen Tiefgang
  • - Keine wirklichen Rätsel vorhanden
  • - Sehr lineares Abenteuer

Unsere Bewertung

Grafik
 
65 %
Sound
 
70 %
Steuerung
 
65 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
65 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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