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Blackguards 2 – Evolutionärer Rachefeldzug

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Veröffentlicht 4. Februar 2015 | 17:04 Uhr von eJUNKI3

Blackguards-2-Screenshot

Für läppische 20 Euro bietet Blackguards 2 einen Abenteuerurlaub in Aventurien, welcher bei einer Spielzeit von runden 50 Stunden ein durchaus faires Preis-Leistungsverhältnis darstellt. Knappe zehn Monate nach der Veröffentlichung von Das Schwarze Auge: Blackguards, möchte Daedalic Entertainment mit einem verbesserten Kampfsystem und etwas Feintuning überzeugen. Ob Blackguards 2 diesen Preis wert ist und sich die Investition der Freizeit darin lohnt, möchten wir in diesem kurzen Review klären.

Cassia Corapia – Insane Within

Die Geschichte von Blackguards 2 spielt drei Jahre nach den Ereignissen um Graf Urias. Die Bezwinger der Neun Horden gehen längst getrennte Wege, doch die Geschichte in Aventurien steht nicht still. Der Spieler schlüpft in die Rolle der Cassia, welche zu Beginn ihr Dasein in einem düstren Kerker fristet. Der Kyros Marwan warf Cassia ins Kittchen, höchstwahrscheinlich gefrustet von den vielen haltlosen Beteuerungen, welche sie scheinbar nicht nur ihm gegenüber machte. Über viele Jahre lungert Cassia in dem Loch. Ihre einzigen Gesprächspartner sind neben der Wache die Corapien. Das sind Spinnentiere, deren Gift dafür bekannt ist, einem Menschen entweder das Leben oder die Sinne zu rauben. Die Zeit der Einsamkeit und die vielen Spinnenbisse hinterlassen ihre Spuren. Cassias Gesicht ist vom Gift der Corapien entstellt. Die Spinnentiere haben sich inzwischen an Cassias Anwesenheit gewöhnt. Im Laufe der Jahre, wurden die Corapien für Cassia so was wie Schwestern.

Jeder Mensch braucht einen Grund zum Leben. Diesen Grund fand Cassia im Wunsch nach dem Thron. Herrschen, herrschen und wenn es nur einmal über alles und jeden ist! Dieser Wunsch spornt Cassia an, doch dazu muss sie einen Weg durch die Katakomben des Kerkers finden und den Kyros Marwan vom Thron stoßen. Das Marwan eine ganze Armee um sich geschart hat, scheint der inzwischen geisteskranken Cassia dabei entgangen zu sein.

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Nicht neu, aber angenehm

Blackguards 2 ist eine bekömmliche Mischung aus Taktik und Rollenspiel. Die ersten Missionen im Kerker dienen als Tutorial und sollen den Spieler in das Regelwerk des bekannten Pen and Paper Klassikers Das Schwarze Auge einführen. Erfreulicherweise waren die Entwickler diesbezüglich keine Formalisten und lehnten das Reglement lediglich an die Vorgabe von DSA an. Was für Stift und Papier ideal sein mag, funktioniert nicht unbedingt in einer digitalen Spielwelt und auch nicht mit jedem Typus von Gamer. Im Gegensatz zum Vorgänger wirkt Blackguards 2 in puncto RPG abgespeckt, was aber nicht zwingend etwas Schlechtes zu bedeuten hat.

Bis zu einem Feindkontakt spielt sich Blackguards 2 in Echtzeit ab. Der Radius, in dem wir agieren können, unterteilt sich in zwei Bereiche und wird uns durch farblich vorgehobene Hex-Felder angezeigt. Nachdem alle Aktionspunkte aufgebraucht sind, wird die Runde automatische beendet und die nächste beginnt ohne Umschweif. Sobald ein Kontrahent in Erscheinung tritt, wechselt das Geschehen in den rundenbasierten Modus. In geläufiger Manier anderer Vertreter selbigen Genres wechseln sich dann die Spielzüge unter den aufgestellten Charakteren ab. Das ist nicht unbedingt neu, spielt sich dennoch sehr angenehm und erinnert an Titel wie z.B. XCOM.

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Viele Wege führen zum Thron

Nachdem wir die Einführung in Form des Kerker-Intermezzos hinter uns gelassen haben, benötigt Cassia treue Gefolgsleute. Sie macht sich auf den Weg, um Takate, Zurbaran und Naurim für sich zu gewinnen, welche bereits aus dem Vorgänger bekannt sind. Diese Helden haben durchweg einiges auf dem Kerbholz und im ersten Augenblick scheint es so, als könne nur eine Mutter diese Typen lieben. Nachdem wir auch Zwerg Naurim für unsere Sache gewinnen können, scheint das Quartett der Antihelden komplett zu sein. Zugegeben, man möchte sich zunächst nicht gerne mit diesen Charakteren identifizieren. Das Spiel jedoch gewinnt schnell an Fahrt und man möchte diese Truppe im Feldzug gegen Marwan nicht missen.

Im Vorgänger hangelte sich der Spieler noch linear durch die Story, welche lediglich durch einige Abstecher in Nebenquests für Abwechslung sorgte. Nun kann der Spieler frei wählen, mit welcher Aktion er weiter in Richtung Thron marschieren möchte. Auf einer strategischen Karte drängen wir Marwans Armee Stück für Stück zurück, indem wir seine Stützpunkte und Stellungen erobern. Jede Eroberung belohnt uns mit diversen Boni, allem voran mit besserem Equipment, welches unsere Truppen für den Kampf rüstet.

Aufgestockt wird das Quartett der Antihelden, mit bis zu neun Söldnern, welche wir teilweise durch das Absolvieren von Nebenquests anwerben können. Im Verlauf des Spiels, nehmen Söldner einen maßgeblichen Stellenwert ein. Der Verlust dieser Knechte ist leider vollkommen unerheblich. Es gibt keine Boni für Erfahrung oder so was wie einen Veteranen-Status, der Nachschub an Kanonenfutter scheint unendlich zu sein. Dennoch bilden gut gerüstete Söldner das Rückgrat unserer Operation. Nachdem Cassia die ersten Städte erobert und dem Kyros unmissverständlich zu verstehen gibt, dass sie heiß auf den Thron ist, bläst dieser zum Gegenangriff. In Verteidigungsmissionen müssen wir die erkämpften Stellungen halten, um unsere Position gegenüber Marwan zu festigen.

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Kleine Verbesserungen, große Wirkung

Insgesamt scheint Daedalic Entertainment sich den Rufen der Community angenommen zu haben. Es gibt einiges an Verbesserungen, welche aber nicht unbedingt auf dem ersten Blick ersichtlich scheinen. Neu ist z.B. die Möglichkeit, seine Recken vor einem Kampf auf dem Schlachtfeld platzieren zu können. Dies scheint eine nichtige Neuerung zu sein, kann aber in manchen Missionen den Ausgang einer Schlacht entscheidend beeinflussen. Die Tiefe des taktischen Systems und der knackige Schwierigkeitsgrad haben sich nicht geändert. Aufgrund dessen sind selbst solch scheinbar marginale Änderungen aus strategischer Sicht Gold wert. Hinzu kommt, dass auch das Deckungssystem überarbeitet wurde. Es ist jetzt möglich, sich hinter Ecken und festen Gegenständen wie Fässern und Kisten zu verschanzen. Dadurch reduziert sich das Risiko deutlich, sich von gegnerischen Fernkämpfern aufs Korn nehmen zu lassen und einen Treffer zu kassieren.

Neben der astralen Energie für Magie wurde Blackguards 2 um ein Ausdauer-System erweitert. Im Gegensatz zum Vorgänger ist es nun nicht mehr möglich, diverse Manöver und Angriffe durchgehend einsetzen zu können. Durch diese Einschränkung sind Kampfhandlungen nun wesentlich ausbalancierter. Etwas zwiespältig scheint der Schritt zu sein, sich bezüglich des Kampfes nicht mehr sklavisch an die Vorgabe des Pen and Paper Klassikers zu halten. Dank überarbeiteten Interface werden Trefferchancen nun wesentlich besser dargestellt und die generierten Werte dazu, scheinen plausibler zu sein. Was den durchschnittlichen Spieler erfreut, ärgert auf der anderen Seite einige Verfechter des DSA-Systems.

Weitere Neuerungen wie z.B. die vergleichenden Tooltips im Inventar sind zwar durchaus eine feine Sache, verbessern die Handhabung von Blackguards 2 aber nicht maßgeblich. Es wäre schön gewesen, wenn jemand die lausigen Menüs überarbeitet hätte, welche sich nach wie vor unübersichtlich und unstrukturiert präsentieren.

Unser Fazit

83 %

Für manch einen Kenner des Vorgängers scheint Blackguards 2 aufgrund der geringen Neuerungen ein teures Add-On zu sein. Der Umfang des Spiels bei dem vergleichsweise niedrigen Preis sollte diesen bitteren Beigeschmack aber mühelos runterspülen können. Für Spieler, die sich durch taktische Tiefe mit RPG Einschlag gut unterhalten fühlen, stellt Blackguards 2 einen lohnenden Ausflug nach Aventurien dar. In Anbetracht der Tatsache, dass viele Vollpreisspiele einen erheblich geringeren Umfang bieten, können wir diesbezüglich eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Wer schon den Vorgänger mochte, macht mit dem Kauf von Blackguards 2 absolut nichts falsch.

Pro

  • + Wirkungsvolle Verbesserungen
  • + Übersichtliche Strategiekarte
  • + Schöne Lichteffekte
  • + Professionelle Sprecher
  • + Spielverlauf frei wählbar
  • + Spannende Story
  • + Enormer Umfang
  • + DSA-Feeling

Kontra

  • - Langweilig gestaltete Einführung
  • - Öde, unübersichtliche Menüs
  • - Teilweise langweilige Charaktere
  • - Sich oft ähnelnde Einsätze

Unsere Bewertung

Grafik
 
73 %
Sound
 
92 %
Steuerung
 
79 %
Gameplay
 
83 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
89 %

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