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Blood & Truth – Test / Review

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Veröffentlicht 21. Juli 2019 | 17:20 Uhr von Alexander Winkel

Blood_and_Truth-Artwork

Die Sony London Studios liefern uns mit Blood & Truth ein fulminantes Actionfeuerwerk exklusiv für die PlayStation VR. Einmal in die virtuelle Realität eingetaucht, fühlt man sich wie inmitten eines Hollywood Streifens mit Bruce Willis oder ähnlichen Actionhelden. Durchschlagskräftige Argumente verhelfen zu ausladenden Ballerorgien und mächtigen Explosionen, während die Story auch geschichtlich Tiefgang verspricht. Ein Spektakel, dass für VR Fans durchaus sehenswert ist.

Die Fahrstuhltür geht auf. Ein Blick in den Flur und die ersten bleihaltigen Argumente bohren sich pfeifend hinter uns in die Wand. Magazin zücken, Waffe laden, feuern. Die Luft ist auf dem ersten Blick nun rein. Daher schnell die Verfolgung wieder aufnehmen. Krachende Explosionen auf der einen Seite, bröckelnde Decke über uns und eine Mannschaft Anzugträger auf der anderen Seite, die mit schnellen Feuerstösen der Automatikwaffe zurückgeschleudert bzw. ins Jenseits befördert wird. Die Situation entgleist, der Flüchtige bereits verschwunden und eine Übermacht an Feinde stellt sich in den Rücken. Die einzige Möglichkeit ist die Flucht durch das Fenster. Wie in Zeitlupe fliegen wir zig Stockwerke über die Straße, mit Blick auf die winzigen Autos, einem Scherbenregen glitzernd um uns herum und vor Anstrengung und Spannung geradezu laut atmend.

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Nein, wir sitzen nicht im Kino und schauen uns Stirb Langsam den x-ten an, sondern im heimischen Wohnzimmer und genießen eine unglaublich immersive Erfahrung. Das PlayStation VR Set auf dem Kopf sowie krachende und wummernde Action in den Ohren, tauchen wir in Blood & Truth in ein fulminantes Actionfeuerwerk ein, welches jedem Actionfilm alle Ehre macht. Nach der kleinen Technikdemo „The London Heist“ liefert und das Sony London Studio ein äußerst sehenswertes Spektakel exklusiv für die PlayStation VR mit krachender Action, einer gut inszenierten Gangsterstory und jeder Menge Spielspaß komprimiert auf etwa 5-6 Spielstunden. Definitiv mehr als wir von einem Kinofilm erwarten dürfen, als Spiel sicherlich jedoch nicht so umfangreich, wie manch einer es gerne hätte.

Ihr übernehmt die Rolle von Ryan Marks, seines Zeichens Elitesoldat im Kampf gegen Terroristen und somit bestens als Tötungsmaschine geschult. Fähigkeiten, die sich nun auch in der Heimat bezahlbar machen. Denn seine Einsätze im Osten werden unverhofft unterbrochen, nachdem sein Vater verstarb und die Beerdigung in London bevorsteht. Kaum liegt der Patriarch unter der Erde, bricht das Chaos aus, denn der Erzrivale der Marks sieht im führungslosen Familienimperium die Chance, die komplette Macht der Unterwelt an sich zu reißen. Mit Gewalt und Brutalität erobert er den Firmensitz und wähnt sich als Sieger. Die Rechnung hat er nur nicht mit Ryan, seinen Geschwistern und seiner Mutter gemacht, denn der Schuss geht nach hinten los und es entsteht ein gewaltiger Bandenkrieg in der Stadt.

Die Sony London Studios sorgen für grandioses Mafiosiflair zwischen mächtigen Unterweltbossen und Handlangern, die keinen Skrupel kennen. Das ganze wird opulent präsentiert, wobei die Synchronsprecher auch auf der deutschen Tonspur hervorragende Arbeit abliefern. Jeder der Hauptcharaktere wurde glaubhaft inszeniert, wobei Ryan’s Schwester und Computergenie etwas aufgeregt ist, sein Bruder nur Vergnügen kennt und die Mutter als Witwe alles versucht, um das Imperium nicht aus der Hand zu geben. Die Geschehnisse werden zunächst in Rückblenden erzählt. Ryan sitzt in einem Verhörraum und muss sich die Tiraden eines Geheimagenten anhören. Während er von den Ereignissen erzählt, dürft ihr diese in allen einzelheiten nachspielen.

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Gut die Hälfte aller Missionen gestalten sich äußerst bleihaltig, wobei das Gameplay an simple Lightgunshooter erinnert. Ihr könnt euch nicht völlig frei bewegen, sondern nur Hotspots ansteuern und während sich Ryan von Deckung zu Deckung ackert, mit den Waffen allerhand Gegner platt wälzen. Ihr könnt zwar den normalen PlayStation Controller zur Hand nehmen, wirklich Sinn macht Blood & Truth jedoch erst mit Move-Controllern. Nicht nur fühlen sich die Waffen so deutlich besser an, auch alle anderen Aktionen gestalten sich raffiniert und gelungen. Ihr müsst zum Beispiel für frische Munition an den Brustbeutel greifen und anschließend diese in die Waffe stecken. Das mag vor allem bei der Shotgun etwas fummelig sein, die Bewegungen gehen jedoch schnell in Fleisch und Blut über und werden beim Magazinwechsel in der Hitze eines ausufernden Gefechts rasch vollzogen. Die nicht genutzten Waffen werden seitlich in den Gurt gesteckt oder, wenn es sich um größere Kaliber handelt, auch mal über die Schulter auf den Rücken gespannt. Entsprechen müsst ihr diese dann auch wieder ziehen.

Doch nicht nur bleihaltige Konversationen werden ausgetauscht, ihr müsst immer wieder auch gewiefte Klettereinlagen meistern. Jeder Handgriff muss dabei sitzen, ansonsten fällt Ryan schneller in die Tiefe, als man hoppla sagen kann. Auch Sprengsätze müssen angebracht und eingestellt werden, oder ihr arbeitet euch durch die Elektronik von Schließmechanismen, indem mit Schraubendreher und Zwicker hantiert wird. Auch Türschlösser werden geknackt, indem die Dietriche eingeführt und langsam rotiert werden, bis das erfolgreiche Klicken die nächste Passage freigibt. Zünftige Actionszenen wechseln sich mit Erkundungstouren und kleinen Miniaufgaben ab und wer dabei ein Auge offen hat, findet auch zahlreiche Sammelobjekte für das Versteck. Das alles täuscht jedoch nicht darüber hinweg, dass Blood & Truth ein eher simples Ballerspiel auf vorgegebene Pfaden ist und damit nicht sonderlich viel spielerischen Tiefgang bietet.

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Das, was Blood & Truth letztendlich jedoch ausmacht, ist die kinoreife Inszenierung des Spektakels. Im Gegensatz zum Lichtspielhaus ist man dank der Sicht aus den Augen von Ryan inmitten des Geschehens. Die Dialoge kommen dabei gut rüber, wenn ein Gegenüber uns direkt in die Augen schaut oder mit den Fingern oder gar Waffen vor der Nase herum fuchtelt. Aber vor allem die Action ist so einzigartig und erlebnisreich, wie man es nur selten erleben darf. Alles geht schnell und explosionsartig vonstatten. Man muss schnell reagieren und ballern und erlebt Szenen, die einem regelrecht den Magen lupfen. Wer ist schon mal von einem Haus zum nächsten gesprungen und hat dabei viele Stockwerke in den Abgrund geschaut? Kein alltägliches Gefühl, welches jedoch dank der VR-Immersion verdammt gut rüberkommt. Klar, die PlayStation VR ist technisch nicht das herausragendste VR-Set und optisch könnten viele Szenen mit mehr Hardwarepower grandioser sein, die Sony London Studios haben jedoch wirklich viel aus dem System geholt und ein fulminantes Feuerwerk zusammengestellt.

 

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Getestete Version: Playstation 4 / PSVR

Unser Fazit

80 %

In einem Punkt kann Blood & Truth vollkommen überzeugen: Der Titel liefert ein grandioses Actionspektakel, was durch die VR-Perspektive noch wesentlich opulenter rüberkommt. Der Titel stellt keine Revolution im Actiongenre dar, schafft es jedoch, durch eine gelungene Inszenierung zu begeistern und liefert für alle Fans bleihaltiger Unterhaltung 5-6 Stunden besten Spielspaß. Die Spielmechanik bleibt durch festgezurrte Wege eingeschränkt und prinzipiell fühlt es sich eher wie ein Reaktionstest an, doch langweilig wird es zusammen mit Ryan Marks ganz sicherlich nicht.

Pro

  • + Unkomplizierter Ballerspaß im Stil klassischer Lightgun-Shooter.
  • + Gute Integration der Move-Controller für die Waffen, dem Nachladen und in zusätzlichen Aktionen wie beim knacken von Türschlössern.
  • + Abwechslungsreiches Gameplay mit Ballerszenen, Erkundungen und Storysequenzen
  • + Grandiose und kinoreife Inszenierung, die dank VR-Perspektive unglaublich gut rüber kommt
  • + Durchaus gelungene Story, schön inszeniert und mit guten Synchronsprechern umgesetzt

Kontra

  • - Technisch sehen manche Umgebungen nicht ganz so detailliert aus
  • - Die Handhabe beim Nachladen kann manchmal fummelig sein
  • - Der allgemeine Schwierigkeitsgrad ist nicht sonderlich hoch, auch dank stupider Gegner-KI
  • - Spielmechanik ist insgesamt sehr simpel gehalten und bieten somit nicht sonderlich viel Tiefgang.
  • - Leicht offenes Spielende (was zumindest auf einen Nachfolger hoffen lässt)

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
85 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
75 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
80 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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