Bloodforge - Test / Review - insidegames
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Bloodforge – Test / Review

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Veröffentlicht 29. April 2012 | 17:32 Uhr von Sandra

Letzte Änderung 8. Mai 2012

Bloodforge

Blut spritzt, Knochen knacken, Gedärme fliegen – Spieler lacht! Vielleicht einmal, vielleicht zweimal, eventuell noch dreimal … aber wenn sich der gefühlt ein Millionste Troll ähnliche Gegner virtuell dank Schwert, Großaxt oder Hammer in blutige Einzelteile auflöst, nützt die dezent verstörende, durchaus geniale Optik leider auch nichts mehr. Fehlende Abwechslung kann durch Aussehen und viel Blut nicht kompensiert werden.

Die Mähr von der Geschichte

In der Rolle eines ehedem mächtigen Kriegers führt euch der Weg quer durch unwirkliche Landschaften, in der bedrohlich von allen Seiten Gegner einstürmen und euch nach dem Leben trachten. Wetzt die Messer, poliert die Pompfe und gebt den teuflischen Schergen Saures.

Soweit, so gut – klingt nach simpler, kurzweiliger Unterhaltung aus dem Segment Hack’n Slay, garniert mit viel Blut und fliegenden Körperteilen ohne viel Story-Brimborium – warum auch, Storys werden schlicht überbewertet. Auf den ersten Blick und für die ersten zwei bis drei Stunden macht das Ganze auch Spaß – so irgendwie. Aber spätestens dann klafft die gähnende innere Leere auf und verlangt nach Inhalt, Füllung und einem kleinen bisschen Anspruch. Alternativ lechzt das persönliche Intelligenz-Zentrum nach einem Fitzelchen Geschichte, eventuell auch nach möglicher Handlung. Doch auch davon ist weit und breit nichts zu sehen, keine Spur aufzunehmen. Ergo versucht man, sozusagen als letzten Ausweg, niedersten Instinkte anzusprechen und sich darauf zu besinnen, dass viel Blut und fliegende Körperteile wahsinnig unterhaltsam sind.

Abwechslungsreiche Kampf-Optionen

Okay, holen wir die Kirche ins Dorf zurück und stellen der Richtigkeit halber den Titelhelden vor: Gestatten, Crom, ein Krieger keltischer Abstammung, der sich nach zig Kampfeinsätzen mit seiner Frau zur Ruhe gesetzt hat. Doch dann kommt die schreckliche Vision, die Prophezeiung, die alles verändert. Ungutes liegt in der Luft und ist förmlich sichtbar. Um der Lage wieder Herr zu werden, muss Crom erneut auf blutigen Kriegspfaden wandeln. Ihr trefft auf ein Bollwerk von Gegnern und Ausgeburten der Hölle trachten euch nach dem virtuellen Leben. Und wenigstens hier kommt ein wenig – sagen wir – so etwas wie Optionsspiel dazu. Crom wurde mit einem guten Kampf-System ausgestattet. Einfache und kombinierte Angriffe lassen sich ebenso ausführen wie Melee-Attacken und auch das gebotene Waffenarsenal weiß zu überzeugen, erscheint recht vielfältig. Jede Waffe bietet die Möglichkeit, dass Schläge zu individuellen Kombos vereint werden können, so dass dem Gegner Hören und Sehen vergeht.

Das in scheinbar unendlichen vielen Litern vergossene Gegner-Blut ist wiederum für Crom effektiv nutzbar. Ihr sammelt dieses ein und wenn Crom genug von dem roten Elixier aufgenommen hat, könnt ihr in den Berserker-Modus wechseln. Dann heißt es für die Gegner: Rette sich wer kann. Richtig oft lässt sich der Berserker in Crom wecken, wenn ihr immer wieder große Kombos auf die Widersacher regnen lasst und dabei das gute Blut nicht verkommen lasst. Ergänzt werden eure Fähigkeiten noch durch Runen-Magie, da im Kampf kurzzeitig z.B. drei verschiedene Helfer beschworen werden können oder ihr nutzt Power-Ups, die hier und da darauf warten eingesammelt zu werden und die partiell Angriffe z.B. verstärken. Um hingegen für eine dauerhafte Verbesserung bei den Waffen zu sorgen, greift ihr vorzugsweise auf die verfügbaren Upgrades zurück.

Klingt alles richtig gut, oder?! Total vielfältig und nach jeder Menge Optionen? Auf dem Papier waren all die genannten Punkte sicher eine tolle Idee – in der Umsetzung sind all die Möglichkeiten definitiv mehr schmückendes, denn benötigendes Beiwerk, vor allem wenn dazu berücksichtigt wird, dass Crom einen Bogen mitführt, bei dem ihr euch keine Gedanken um Munition machen müsst. Außerdem hat besagter Bogen eine Auto-Aiming Funktion, die im Gegensatz zu den anderen Waffen und deren Anvisier-Funktionen über jeden Zweifel erhaben ist – immerhin etwas! Und was das Nachladen angeht, dass ist auch richtig prima, es funktioniert schnell und fast wie von Geisterhand – ihr müsst nichts machen, das macht der Bogen allein. Ergänzt werden Croms Waffen noch mit Block-Optionen, sofern sie mal benötigt werden, und wenn ihr wirklich mal das Gefühl haben solltet in der Klemme zu stecken, könnt ihr mit Crom auf Knopfdruck zur Seite rollen, gleichwohl das ein wenig geübt sein will, da es nicht immer einwandfrei von der Hand geht.

Schwarz & Weiß

Ihr seid konstant mit Crom im Kampfeinsatz und dafür braucht es eine vernünftig reagierende Steuerung. Das kann definitiv bescheinigt werden, vor allem weil die Befehle eingängig, intuitiv und logisch auf dem Joypad verteilt worden sind. Kein Grund also sich Sorgen zu machen, dass es daran scheitern könnte. Anders dagegen die Übersicht, die nicht nur wegen des vielen Blutes, das beim Gegner zerteilen den Bildschirm voll spritzt, manches Mal verloren gehen kann. Vor allem die Kamera agiert, als hätte sie ein Eigenleben spendiert bekommen – aber so ganz anders, als sie es sollte. Allzu gern verliert sich der Fokus und verändert euren Blickwinkel; Das geht partiell soweit, dass ihr fast schon im Trüben fischen müsst. Kein feiner Zug, vor allem, da ihr selten nur mit einem Gegner zu Gange seid, sondern es fast ausschließlich mit Gruppen, Horden zu tun habt. Nachjustieren kann schon mal einen fetten Gegentreffer bedeuten, der nicht selten im weiteren Spielverlauf das „Game over“ bedeuten kann.

Immerhin entschädigt die Optik für so manche technische Fehlleistung, auch wenn die Grafik auf Dauer das spielerische Manko nicht ausgleichen kann. Nichts desto weniger beweisen die eher minimalistisch ausgekleideten Umgebungen, ähnlich wie die vielen Gegner, recht schnell Wiederholungen, aber durch die Besonderheit der einfachen und doch gekonnten visuellen Darbietung, schleicht sich in diesem Segment die Ermüdung nicht so fix ein. Dicke schwarze, wie Pinselstriche wirkende Kanten liefern sich ein visuelles Duell mit verschiedenen, weißen Schattierungen und auf diese Weise eröffnet sich eine Art Pixel-Gebirge, in dem ihr euch mit Crom allerdings leider nur „straight forward“ bewegen könnt. Nichts desto weniger wurde eine optische Atmosphäre geschaffen, die sich sehen lassen kann und aufzeigt, dass opulent nicht das Maß aller Dinge ist, im Gegenteil, gekonnte Einfachheit viel mehr zu bewirken weiß. Dazu passen die ungelenken Animationen des Helden Crom nicht so recht ins Bild; Okay, Crom wirkt massig, bullig, eben wie eine fantasievolle kriegerische Kampfmaschine. Crom in Bewegung wird euch so manches Mal aber eher vorkommen wie ein reanimierter Yeti, der zu lange im Urlaub gewesen ist. Von Geschmeidigkeit, runden Aktionen oder auch fließenden Kombos hat Crom – bzw. seine Schöpfer, noch nicht wirklich was gehört. Zumindest lässt man das euch glauben, angesichts der mitunter Kasperl-artig anmutenden Animationsabläufe von Crom.

Unser Fazit

47 %

Bloodforge hatte eigentlich sehr gute Vorzeichen: Ausgefallene, sehr ansprechende Optiken, dazu einen ins Auge stechenden Hauptcharakter sowie viel, viel Blut. Bloodforge schien wie dafür geschaffen zu sein sich hinzusetzen und sich virtuell abzufrusten und auszutoben. Die ersten ein bis zwei Stunden kann das auch funktionieren, je nachdem eben, wie lange ihr in der Lage seid Gleichheiten, keine Abwechslung und nur noch schödes, dröges Draufhauen ohne Strategie und Taktik vertragt. Selbst das Literweise Gegner-Blut in schwarz-weiß geprägte Landschaften vergossen entschädigt nicht für alles. Auf die Spielzeit hin gesehen wird das Hacken und Schnetzeln mit Crom auf die Dauer einfach langweilig. Die eigentlich gut gemeinten Gagets in Sachen Angriffs- und Waffenvielfalt sind toll, allerdings nutzlos, weil es mit beinahe sprichwörtlichem Draufhauen und gelegentlichem Konter einstecken funktioniert. Schade, einfach nur schade, dass Blodeforge die Art Hack’n Slay geworden ist, die dem Genre keinen Gefallen tut. Dumpfes Kloppen und viel Blut in interessanter Umgebung macht eben noch kein gutes Spiel, denn selbst der hartgesottenste Spieler, der viel zu ertragen in der Lage ist, freut sich gelegentlich über ein kleines bisschen Abwechslung.

Pro

  • ausgefallene, sehr ansprechende Optiken - düster verpackt in vorzugsweise schwarz & weiß
  • umfangreiches Waffen-Aresenal mit veschiedenen Optionen
  • eingängige, leichte Steuerung
  • ordentiche Soundkulisse

Kontra

  • störrische und widerborstige Kamera, die gern macht was sie will
  • wenig bis gar keine Abwechslung im Spielverlauf
  • träge Animationen, die teilweise sehr grotesk anmuten
  • dank "Über-Waffe" ist das Waffen-Angebot schön, aber unnütz
  • Gegner-Horden mit den zumeist immer gleichen Angriffsvarianten
  • beim Kassieren eines Gegner-Treffers geht die Übersicht komplett flöten
  • kein Multiplayer Modus (nur Challenges von Freunden können überboten werden)

Unsere Bewertung

Grafik
 
75 %
Sound
 
65 %
Steuerung
 
70 %
Gameplay
 
40 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
30 %

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