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Blues and Bullets – Episode 2 Test / Review

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Veröffentlicht 24. April 2016 | 14:25 Uhr von Alexander Winkel

Blues-and-Bullets-Episode-2-Artwork

Das lange Warten hat ein Ende, denn mit „Stich ins Bienennest“ steht nun endlich die zweite Episode zu Blues and Bullets zum Download bereit. Nach dem furiosen Auftakt waren wir mehr als gespannt darauf, wie die Geschichte um Eliot Ness und Al Capone weitergehen wird und ob uns der Inhalt nochmals derart umwerfen kann, obwohl die spielerischen und auch mechanischen Akzente ja bereits in der ersten Episode zu wünschen übrig ließen. 

Im Auftakt zu dem Episodenspiel Blues and Bullets ist so einiges geschehen und die Wartezeit auf den zweiten Akt war nun doch recht lange. Das eine oder andere geriet in Vergessenheit, so dass es wohltuend ist, eine wenn auch leider etwas schmalspurige Zusammenfassung zu Beginn des Abenteuers zu bekommen. Auch wir wollen nochmals ein wenig ausholen und den Rahmen von Blues and Bullets hier zusammentragen.

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Eliot Ness mimt in diesem Horror-Detektiv-Abenteuer den Protagonisten. Alkoholsüchtig seit Jahrzehnten und seelisch geplagt durch seine Niederlage im letzten Fall um Kindesentführungen in den dreißiger Jahren. Immerhin kann er sich rühmen, den großen Al Capone hinter Schloss und Riegel gebracht zu haben, welcher nun nach zwanzig Jahren wieder auf freiem Fuß ist. Ein Dorn im Auge vieler, die entweder auf der Seite der Unbestechlichen stehen, aber auch im Untergrund ihre kriminelle Machenschaften treiben. Geschichtlich entsprechen die Hintergründe nicht wirklich den Tatsachen, die Rahmenhandlung dient aber erstaunlich gut als weitläufige Spielwiese für Blues and Bullets.

Das Aufeinandertreffen zwischen dem Ex-Bullen und Al Capone verläuft zwar blutig, endet aber mit einem Handschlag, einem Deal, der uns am Verstand von Eliot Ness zweifeln lies. Mit einem lapidaren „für die Kleine Sofie“ ist alles erledigt und man betreibt gemeinsame Sache. Nicht ganz grundlos hegt man seine Zweifel an den Entscheidungen von Eliot, wie sich herausstellen sollte. Geistig hat der gepeinigte und unter Alkohol stehende Kerl doch so einige Wirren im Kopf und die dürfen wir auch immer wieder ausbaden. Exzessive und diabolische Träume, geplagt durch ein zweites Ich und geprägt durch das Scheitern seiner eigenen Person, tragen diese Ausflüge auch in der zweiten Episode zu einem psychedelischen Trip bei. In solchen Szenen treiben die Entwickler den prägenden und äußerst Gelungenen Art-Sytle des Spiels auf die Spitze und liefern einen wahren Horrortrip ab, der es in sich hat.

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Mit „Stich ins Bienennest“ erleben wir wieder alle Höhen und Tiefen der spielerischen Vielfalt von Blues and Bullets. Unter anderem heißt das letztendlich auch, dass es bisweilen sehr gemächlich und daher auch extrem zäh voran gehen kann. Im Schritttempo schreitet man die weihnachtlich geschmückte Hafenpromenade von Santa Esperanza ab oder folgt seinem ehemaligen Partner durch einen dunklen Wald, der dank seiner Voodoo-Vorgeschichte, aber auch geschickt platzierter Perspektivenwechsel einen kalten Schauer über den Rücken jagt. Abwechslung versprechen die bleihaltigen Schusswechsel, welche neben einigen spannenden Horrorszenen das Adrenalin ebenfalls steigern. Wie gewohnt, kann die bleihaltige Unterhaltung als ein äußerst simples Versteckspiel inklusiver minderwertiger Treffer bezeichnet werden. Frank Millers Sin City entliehener Art-Style wird hier aber gekonnt ausgenutzt und vor allem das Rot in Szene gesetzt.

Neben den aus den Telltale-Games entliehenen Dialogen, welche in allererster Linie die Story am Laufen halten, gehört eine weitere Tatortszene zu den Höhenpunkte der zweiten Episode. Im Rumpf eines Unterseebootes wird augenscheinlich illegaler Menschenhandel betrieben und die Spuren lassen auf gar grausame Ereignisse schließen, die uns letztendlich aber auch in die richtige Richtung weißen. Sämtliche Blutspuren werden untersucht, die zerstörten Objekte analysiert und Hinweise ordentlich dokumentiert. All das wird zum Schluss an einer Pinnwand wieder gekonnt rekapituliert und auch hier optisch grandios nochmals aufbereitet. Ein wahrer Augenschmaus, wenn Eliot die Ereignisse nochmals an unserem Auge vorbeifließen lässt.

Was Blues and Bullets auch in „Stich ins Bienennest“ wieder auszeichnet, ist der unglaublich gelungenen Art-Style, welcher wie bereits erwähnt Frank Millers Sin City entliehen scheint. Viele düstere Schwarztöne werden mit grauen und weißen Konturen gezeichnet und mit viel, viel roter Farbe durchzogen. All das wird grandios mit melancholischer, aber auch in die Zeit passender Hintergrundmusik untermauert und mit talentierten Synchronsprechern (nur Englisch) präsentiert. Technik mag der Titel nicht auftrumpfen, denn die Bewegungen wirken etwas hölzern und auch manche Szene eher abgehackt, das schadet der aufgebauten Spannung und prickelnden Atmosphäre aber keineswegs.

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Unser Fazit

83 %

Die zweite Episode ist wieder eine Achterbahnfahrt der Gefühle, doch letztendlich hat mich auch „Stich ins Bienennest“ wieder völlig staunend zurückgelassen. Der unglaublich stilvoll in Szene gesetzte Detektiv-Krimi rauscht mit Schockszenen und völlig abgedrehten Träumen an uns vorbei. Wieder einmal bin davon begeistert, wie der Entwickler seine Story zu erzählen vermag, auch wenn die zweite Episode doch so einige Wirren und auch wieder dubiose Pfade aufweist. Ja, auch dieses Mal wirkt so manche Charakterzeichnung schwach, ist spielerisch zu wenig bis gar nichts geboten und der Tatort viel zu simpel gelöst – doch das alles wird mir derart grandios präsentiert, so dass ich auch dieses Mal kaum mehr die nächste Episode abwarten kann.

Pro

  • + Absolut prachtvolles und kreatives Art-Design (was man auf dem ersten Blick gar nicht zu glauben vermag)
  • + Grandiose Sounduntermalung und nahezu perfekte (englische) Synchronsprecher mit viel Talent!
  • + Die Story läuft gekonnt weiter, auch wenn die frische Priese aus Episode 1 natürlich weg ist.
  • + Zahlreiche Spielideen wurden übernommen und gelungen kombiniert (Telltale-Dialoge, Shooter Sequenzen, LA Noir Detektivspiel)

Kontra

  • - Spielerisch sehr simpel gehalten und selbst die Tatortszene ist ohne Mühen schnell aufgeklärt.
  • - Wirre Sprünge in der Rahmenhandlung dank psychedelischer Träume und Rückblenden.
  • - Recht blasse Charakterzeichnung selbst für Protagonist Eliot und Erzfeind Capone.
  • - Langsamer Spielfluss vor allem in Szenen, in denen sich Eliot genauer in der Gegend umschaut.

Unsere Bewertung

Grafik
 
90 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
72 %
Gameplay
 
65 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
85 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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