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Bodycount – Review

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Veröffentlicht 8. September 2011 | 20:30 Uhr von David

Letzte Änderung 29. Februar 2012

Bodycount

Bodycount – Für deine tägliche Dosis „Hau-drauf-Action“

Bodycount… ist das nicht diese britische Trash-Metal Band aus den 90ern? Nein, so lautet der Name des neuesten Titel der Guildford Studios, welche schon den (geistigen) Vorgänger zu Bodycount erschaffen haben und zwar den Ego-Shooter Black. Black war damals ein sehr erfolgreiches Stück Software, gelobt wurden vor allem die Grafik sowie die zerstörbare Umgebung, durch welche eine kleine, wenn auch feine, taktische Komponente ins Spiel kam sowie die Gegner-KI. Haben es die Guildford Studios erneut geschafft und uns einen Hit herbei gezaubert? Oder war früher eben wirklich alles besser?

Worum ging’s noch mal?

Eines vorweg, die Geschichte in Bodycount ist irrelevant. Irrelevant für das gesamte Spielerlebnis. Wer auf der Suche nach einer tiefgründigen, dramatischen und mitfühlenden Geschichte ist, wird – wie könnte es im Shooter-Genre auch anders sein – enttäuscht werden. Obwohl, wer hatte große Stücke auf die Geschichte von Bodycount gelegt? Hand hoch… dachte ich es mir. Bodycount ist ein Shooter von der Sparte Shooter, wo man einfach keine große Story braucht um Spaß auf den Bildschirm zu bringen. Um es auf den Punkt zu bringen; ihr seid Jackson, ein ehemaliger Soldat der Armee. Dieser wurde von der Terrorbekämpfungseinheit „The Network“ rekrutiert um auf dem Globus für Frieden und Freiheit zu kämpfen. Ihr operiert in geheimen Missionen, außerhalb der Reichweite der UN. Bei eurem Flug über Afrika werdet ihr hinterrucks von einem Raketenwerfer abgeschossen und müsst eine harte Bruchlandung hinnehmen. Nur schade, dass um euch herum ein Konflikt zwischen der afrikanischen Miliz und dem U.S. Militär entfacht ist und ihr seid mittendrin. Und da keiner der beiden Fraktionen über euren Aufenthalt informiert ist, seid ihr gefundenes Fressen für die schießwütige KI. Glücklicher Weise, tauchen plötzlich weitere „Soldaten“ auf, welche überraschender Weise nicht nur euch ans Leder wollen, sondern auch den G.I.s sowie der Miliz, sie nennen sich selbst „Target“. Gott sei Dank, sonst wäre wohl in den unfassbar langen fünf Stunden an Spielzeit, der Spielspaß und das Interesse wohl komplett im Keim erstickt worden. Ach ja, neben bei darf man sich auch auf einen kleinen Aufenthalt in China freuen, welcher aber ähnlich unfreundlich ausfällt, wie der vorherige. Klingt unspektakulär, ist es auch. In den mageren 5 Stunden Spielzeit an der Kampagne erlebten wir nie das besondere Gefühl etwas Tolles geleistet zu haben, außer dem erhöhten Gamerscore auf unserem Konto.


Technisch tatsächlich „Back to Black“

Der (geistige) Vorgänger zu Bodycount konnte damals auf der Playstation 2 und auf der Xbox vor allem im grafischen Bereich vollends überzeugen. Jedoch haben die Entwickler die Wörter Nachfolger beziehungsweise Vorgänger etwas zu ernst genommen, denn grafisch hat sich der Titel kaum weiterentwickelt. Natürlich wirkt es Anfangs imposant, wenn man mit einem Luftschlag ein dutzend Gegner auf einmal ausradiert und dabei sämtliche Deckung und ganze Häuserwände dem Erdboden gleichgemacht werden, doch wenn man um die rosarote Action-Brille abnimmt, merkt man erst die ganzen technischen Macken, mit denen Bodycount zu kämpfen hat. Tearing und Treppcheneffekte prägen nicht allzu selten das Bild, von Clipping, Bugs sowie den Gegnern aus der Klonfabrik ganz zu schweigen. Man merkt, dass die Entwickler nicht sehr viel wert, auf die Technik gesetzt haben, denn da wäre deutlich mehr drin gewesen. Dennoch muss ich zugeben, gerade die oben genannten Momente konnten durchaus beeindrucken, die Zwischensequenzen sind ebenfalls sehr gut gemacht, das Waffen- und Menüdesign sind ordentlich und auch die Licht- und Partikeleffekte sorgen für ein stimmiges Gesamtbild. Die dynamische, zerstörbare Umgebung steuert da natürlich einen positiven Eindruck bei. Ebenfalls ordentlich ist das Sound-Design gelungen. Kräftige Waffensounds klingen aus den Boxen und auch die Explosionen überliefern das richtige Gefühl. Leider, leider, leider gibt es auch beim Sound etwas zu meckern und zwar die deutsche Synchronisation. Unsynchron zu den Lippenbewegungen der Charaktere und demotivierte Sprecher. Einzig allein die nette Stimme eurer Kollegin über Funk ist ein Lichtblick. Zusehen bekommt ihr sie allerdings nicht.

Schießen, schießen und schießen…

Bodycount ist ein reinrassiger Ego-Shooter, und das merkt man auch. Ein feines Waffenarsenal von (nur) zehn Waffen steht euch zur Verfügung, angefangen bei der schallgedämpften Pistole bis hin zum großen Maschinengewehr. Natürlich seid ihr auch mit ausreichend Sprengstoff ausgestattet. Maximal sechs Granaten und Minen passen in eure virtuellen Taschen. Um etwas „anderes“ ins Spiel einzubauen haben die kreativen Köpfe hinter Bodycount besondere Fähigkeiten eingebaut. Storybedingt schaltet ihr Anfangs eine Adrenalin-Spritze frei, mit welcher ihr euch im Falle des Beschusses eurer Widersacher schneller entkommen könnt. Dann gibt es noch spezielle Munition zur Auswahl, diese lässt Gegner gegebenenfalls auch explodieren und dringen besser durch Deckung hindurch. Weiter geht es mit einem Radar, mit welchem ihr alle Gegner in eurer Umgebung ausmachen könnt. Zu guter Letzt steht euch noch ein Luftschlag zur Verfügung. Einfach ein Ziel markieren und die angepeilten Ziele sind schneller Weg als hier „Auf Wiedersehen und schönen Flug“ sagen könnt. Jede Fähigkeit kann ganz einfach mit einem Druck der jeweiligen Tasten des D-Pads aktiviert werden. Natürlich ist nichts umsonst, wo wären wir denn dann? Jede eurer Fähigkeiten kostet blaue Kügelchen, welche euch eure Gegner nach ihrem Ableben hinterlassen. Wirklich nötig sind die Fähigkeiten nicht, da die KI der Widersacher sowieso unterste Schublade ist. Um euch die Ballerorgie etwas zu versüßen werden euch auf eurer rund fünfstündigen Reise durch das sonnige Afrika und verregnete China einige Bossgegner über den Weg laufen, welche es selbstverständlich zu bekämpfen gilt. Diese stellen im Gegensatz zum Rest der virtuellen Bevölkerung tatsächlich eine Herausforderung dar, welche besonders auf den höheren Schwierigkeitsgraden extra knackig werden. Wenn wir schon bei den Gegnern sind, neben den Standart-Gegnern aus der Klon-Fabrik gibt es noch toughere Gegner aus der Klon-Fabrik welche euch beispielsweise mit einem ganz großen Maschinengewehr an die Pelle rücken. Dann gibt es noch sogenannte Aufklärer, was diese so besonders macht haben wir am Ende des Spiels auch nicht verstanden, Selbstmordattentäter – mit welchen wir alledings nur im Koop-Modus Verwandschaft schließen – und Scharfschützen. Ebenso werdet ihr von einem Skillshot-System (ähnlich dem aus Bulletstorm) “profitieren”. Für besondere Tötungen bekommt ihr oben links am Bildschirm einen Counter. Der Counter läuft immer weiter, vorausgesetzt ihr tötet gut weiter. Gefüttert wird der Counter mit Kopftreffern, Kills mit der letzten Kugel im Magazin, Granatentreffern oder auch wenn ihr durch eine Deckung schießt. Allzu viel Können verlangen diese besonderen Kills jedoch nicht, da die Physik in Bodycount sowie etwas… fragwürdig ist.

Wann geht endlich das verdammte Spiel los?!

Nach dem mageren und enttäuschenden Einzelspieler-Abschnitt ist euer Hunger nach pausenloser Action bestimmt nicht gestillt, das wussten die Entwickler natürlich und haben deswegen auch einen Multiplayer eingebaut. Zur Verfügung stehen euch allerdings nur die Modi Deathmatch und Team-Deathmatch. Worum es in den jeweiligen Modi geht, muss wohl nicht erklärt werden. Der Multiplayer wird stellenweise sogar ziemlich spaßig und dann können schon mal vier, fünf oder sechs Partien vorbei sein, vorausgesetzt es findet sich eine passende Lobby. Denn das Matchmaking-System – oder wie die Entwickler es auch immer nennen wollen – ist wirklich miserabel. Mal findet sich eine Lobby, dann wieder nicht. Manchmal kann es sein, dass ihr in einer Lobby wartet und wartet und wartet und sich immernoch nichts tut. Da wäre ein Patch erforderlich. Zum krönenden Abschluss steht euch noch ein Koop-Modus zur Verfügung. In diesem Koop-Modus dürft ihr entweder mit einem Freund oder mit zufälligen Leuten aus aller Welt gegen insgesamt 20 Wellen von Gegnern platt machen. Leider ist die Anzahl an Maps rar gesät, nur auf vier verschiedenen Maps darf ums nackte Überleben gekämpft werden. Was noch schlimmer ist, die Karten kennt man allesamt bereits aus dem Einzelspielerpart, was den Koop-Modus vielleicht uninteressant macht. Somit habt ihr Backtracking nicht nur in der Kampagne, sondern auch im Multiplayer- und Koop-Modus.

 

Unser Fazit

50 %

Schon nach den ersten Trailern hat Bodycount unser Interesse geweckt. Die Idee mit dem Netzwerk und den Targets wäre ein guter Teig gewesen um eine ordentliche Story zu backen. Leider erwartet euch im Single-Player nicht mehr als ein uninspirierter und langweiliger Plot, 08/15 Schießbuden-KI, Widersacher welche anscheinend 1.000 Zwillingsbrüder haben und dauerndes Backtracking. Die einzigen Locations, die ihr zu Gesicht bekommen werdet sind Afrikas Innenstädte, eine „Piratenbucht“, eine verregnete Stadt in China und die Sci-Fi mäßig designten Gebäude der Target-Organisation. Ebenso enttäuschend ist der Multiplayer- sowie der Koop-Part von Bodycount. Vier magere Maps, welche ihr allein schon in der Kampagne mehr als einmal besichtigt habt. Da wurde deutlich Potenzial verschenkt und Bodycount alleine schon als geistigen Nachfolger zu Black zu bezeichnen ist eine Beleidung an den großartigen Shooter Black. Für ein nettes Wochenende um die 1000 Gamerscore bzw. Platin zu holen reicht es, länger wird euch der Titel wohl nicht begeistern können.

Pro

  • viel Action
  • typisches "Es-ist-rot-also-schieß-drauf" Gefühl a lá Bad Company
  • Zerstörung macht viel Spaß
  • stylisches Menüdesign
  • kurzweilig unterhaltsam

Kontra

  • belanglose und langweilige Story
  • keinerlei Informationen über den Protagonisten etc.
  • Backtracking
  • saublöde KI
  • Multiplayer mit (viel) Schwächen
  • zahlreiche Bugs im Multiplayer
  • geringes Waffenportfolio
  • technisch von Vorgestern
  • deutsche Sprachausgabe mittelmaß
  • keine Langzeitmotivation
  • magere Auswahl an Maps im Multiplayer
  • schlechtes Preis- Leistungsverhältnis
  • anspruchsloser Endkampf
  • fragwürdiges Lobby-System
  • Physik bei Granaten sehr undurchdacht
  • Zielmodus gewöhnungsbedürftig
  • oft unübersichtlich
  • schwaches Ende
  • komische Trefferkolission (Messerstich = Kopftreffer?)
  • Mischung aus "Skillshots" und wilden Ballerein nicht gelungen
  • undurchdachtes Checkpointsystem

Unsere Bewertung

Grafik
 
60 %
Sound
 
60 %
Steuerung
 
50 %
Gameplay
 
60 %
Multiplayer
 
50 %
Spielspaß
 
60 %

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