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Bravely Default – Test / Review

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Veröffentlicht 21. Januar 2014 | 17:33 Uhr von Sandra

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Irgendwie zumeist knuddelige Buben-Figuren und dazu weibliche Charaktere, die optisch zwischen Kumpel und Lolita angesiedelt sind, müssen sich nicht selten in fantasievollen Welten mit verrückten Kreaturen, fiesen Monstern und einer dunkle Macht herum schlagen. Und warum das alles? Weil die dunkle Seite der Macht schon wieder Lust darauf hat das Gute, das Friedvolle, die Liebe und all die positiven Dinge zu verschlingen und die Menschen in Böses zu hüllen. Wie gut, dass kurz vor Untergang immer zwei, drei oder auch vier Helden wie zufällig parat stehen und das drohende Schicksal abwenden können. Hübsch verpackt mit rundenbasierten Kämpfen sowie einem durchaus inspirierenden Job-System hat Bravely Default augenscheinlich alles, was ein gutes, vorzugsweise typisches J-RPG braucht. Ob dem tatsächlich auch so ist? Wir haben uns aufgemacht und den zahlreichen Dungeons einen Besuch abgestattet.

Vestalin des Windkristalls, Königreiche und dunkle Wolken

Dem Königreich Caldisla sind keine guten Aussichten beschieden. Auch Agnès Oblige und der kleine Tiz sehen erst einmal keiner rosigen Zukunft entgegen. Während Agnès gerade so der bösen Dunkelheit entkommen ist, aber nach wie vor von den Himmelsrittern verfolgt wird, hat Tiz einen tiefen Sturz in einen Abgrund überlebt. Zu Recht fragt er sich, was mit seinem Bruder Til ist – und wie es ihm wohl geht?

Tiz bittet den König von Caldisla, im Übrigen Tiz Lebensretter, den Krater, in den er abgestürzt ist und der nun den Platz einnimmt und früher sein Zuhause war untersuchen zu dürfen. Am Krater treffen Tiz und Agnès das erste Mal aufeinander. Von Agnès erfährt der junge Schafhirte, was es mit einer Vestalin des Windkristalls auf sich hat und vor allem was in der letzten Zeit alles passiert ist. Tiz will seine Heimatstadt Norendes wieder aufbauen und ebenfalls helfen den Schutz der Windkristalle wieder herzustellen. Aber bekanntlich kommt es, erstens, immer anders und, zweitens, als man denkt.

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Vom Königreich aus in die ganze Welt

Anfänglich seid ihr mit zwei Charakteren unterwegs: Tiz und Angès. Im weiteren Verlauf werden sich noch Ringabel und Edea Lee eurer Gruppe anschließen. Ringabel hat seine Erinnerungen verloren und Edea Lee ist die Tochter eines hochrangigen Militärs, die ein Stück weit ihre ganz eigenen Ziele verfolgt.

Euer Abenteuer mit Tiz und den anderen beginnt in der Stadt des Königreichs Caldisla. Gut umschauen, mit allen Leuten sprechen, auch mal unscheinbare Winkle abklappern und natürlich in die stets einladend offen stehenden Türen der Herbergen durchschreiten steht zunächst auf dem Programm. Und euer Schaden soll das nicht sein, denn auf diese Weise lassen sich – ganz RPG klassisch – wichtige Items, Objekte und dergleichen mehr finden und in den Herbergen werden Heil- und Magiepunkte regeneriert. Ebenfalls gibt es ein gutes Angebot an Waffen-, Magie- und Rüstungs-Shops, da ihr euch selbst sowie eure Party regelmäßig auch mit neusten Errungenschaften ausstatten könnt. Diese Optionen stehen euch in jeder Stadt zur Verfügung. Nutzt sie gut, nutzt sie weise.

Außerhalb der Städte findet ihr euch auf einer Landkarte wieder, auf der ihr euch frei bewegen könnt. Zufallsgenerierte Kämpfe können an jeder Ecke lauern und sollten auch von euch in jedem Fall ausgetragen werden. Sie helfen eure Charaktere aufzubauen und zu stärken. Auch wenn die Drop-Rate im Ganzen als spartanisch beschrieben werden kann, so gibt es am Ende doch immer wieder gute und brauchbare Objekte, die ihr einsammeln könnt.

Am einfachsten ist es, der Hauptstory zu folgen. Dabei werden sich recht schnell nicht nur für die Geschichte wichtige Aufgaben ergeben, die ihr erledigen müsst, sondern auch einige Nebenquests. Sämtliche Quests sind auf der Karte markiert bzw. können durch Drücken der Steuerkreuztaste nach rechts bzw. auch Touchscreen angezeigt werden können. Vor allem bei den Nebenaufgaben handelt es sich in aller Regel um die „üblichen Verdächtigen“ wie beispielsweise eine bestimmte Anzahl an Gegner zu eliminieren oder Sammelaufgaben sowie Hol- und Bring-Dienste zu erledigen. Das Schöne dabei ist, dass die Sidequests gut ins Hauptgeschehen integriert sind und das eine oder andere zusätzliche Detail preis geben. Manches Mal nützlich, manches Mal schmückendes Beiwerk.

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Rundbasiertes „Bravely Default“

Kämpfen müsst ihr recht viel, wobei es gewisse Möglichkeiten gibt, da ihr das als Spieler beeinflussen könnt. Auch entscheidet ihr, wie ihr in den Kampf ziehen wollt – nämlich „brave“ (zu dt. mutig) oder „default“ (zu dt. zurückhaltend). Wie zeigt sich das in der Praxis? Spielt ihr „default“, geht es für euch eher Defensiv zu. Die Verteidigung wird erhöht und es gibt einen BP (Battle-Point). Die gesammelten BPs ermöglichen es auch dann wiederum in der nächsten Runde, einen zusätzlichen Angriff auszuführen. Spielt ihr mit der Option „brave“, bekommt ihr gleich zu Beginn des Aufeinandertreffens einen Extrazug hinzu. Angriffe sind bis zu Mal-4 stapelbar. Klingt gut, hat aber seine Tücken, denn wenn ihr eure maximal vier Angriffe ausgeführt habt, hat der Widersache genau die gleiche Anzahl an Aktionen frei. Es ist ein wenig taxieren gefragt und natürlich gilt es die Gegner entsprechend einzuschätzen. Mit der Zeit jedoch und vor allem anfänglich noch, wenn die Gegner eher kleinerer Statur sind, könnt ihr gut mit den gegebenen Möglichkeiten jonglieren und euch vor allem damit vorbereiten auf die stärkeren Fieslinge, die zweifelsfrei und in nicht zu knapper Anzahl auftauchen werden.

Für die Kämpfe ebenfalls wichtig können die sogenannte SPs (Schlafpunkte) sein. Diese bekommt man allerdings sehr selten und auch nur dann für lau, wenn man den DS acht Stunden in den Standby-Modus gelassen hat. Je nach Punktekonto können die SPs das Kampfgeschehen für eine gewisse Anzahl an Aktionen einfrieren. Das ist vor allem dann ein durchaus probates Mittel, wenn man auf höherem Schwierigkeitsgrad spielt. Nachteilig ist, dass die SPs wahlweise nur, wie beschrieben, über Standby-Modus oder gegen echt Währung (Mikrotransaktion) zu bekommen sind.

Ob ein Kampf Aussichten auf Erfolg hat oder nicht hängt auch mit eurer Level-Stufe zusammen. Als kleine Nummer sollte man sich mächtigen Gegner eher nicht in den Weg stellen. Aber das kann im Zweifel auch abgebogen werden, wenn ihr die Option nutzt die Häufigkeit der Zufallskämpfe einzustellen. Setzt ihr den Wert auf Null („0“), dann könnt ihr beispielsweise Dungeons ganz in Ruhe nach Schätzen und wertvollen Items abgrasen. Mit diesen als auch eurer Ausrüstung, die ihr am besten stetig und wann immer es möglich ist, verbessern solltet, sind wichtige Eckpfeiler euer Level ebenfalls nach oben zu schrauben.

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Lehrjahre sind keine Herrenjahre …

… sagt der Volksmund und ja, irgendwie hat er damit auch Recht. Auch unsere Heldengruppe kann verschiedene Jobs erlernen. Dabei spielt es keine Rolle, für welche Laufbahn ihr euch entscheidet: Mönch, Ritter, Dieb, Schwarz-, Weiß oder Rot-Magier, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Gut gelöst ist, dass ihr jederzeit zwischen den benötigen Klassen switchen könnt. Auf diese Weise sind dann beispielsweise in Kämpfen die jeweiligen Fähigkeiten, die mit einem Job verbunden sind, verfügbar. Ob und wie neue Fertigkeiten erlernt werden können, ist nicht nur vom Job an sich abhängig, sondern auch von der jeweiligen Stufe. Höhere Stufe bedeutet nicht selten, dass ihr neue Möglichkeiten zur Verfügung habt. Somit könnt ihre eure Charakter und die ganze Gruppe in sich optimal aufeinander abstimmen. Lasst sie lernen, lasst sie üben und die Monster werden nichts zu lachen haben.

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Kleiner Mann ganz groß

Bravely Default setzt, wie viele seiner Rollenspiel-Kollegen, nicht nur auf eine betonte Erzählweise sowie Raffinessen im Kampf- und Job-System, auch die Optik spielt dabei eine wichtige Rolle. Grafisch bietet der 3DS alles auf was er hat und die Entwickler wussten die Gegebenheiten gut zu nutzen. Im Ganzen ist Tiz‘ Abenteuer wunderschön inszeniert und besticht mit einem liebevoll-charmanten Design. Dazu tragen auch die Charaktere selbst bei, die so typisch-untypisch anmuten und sehr gut animiert sind. Die wie handgezeichnet wirkenden Städte-Areale sind gelungen, atmosphärisch und laden überdies zum Erkunden ein. Abgerundet wird der visuelle Eindruck durch immer wieder zumeist gut platzierte Zwischen- und Dialog-Sequenzen.  An der Sprachausgabe gibt es generell nichts zu meckern, die Akteure sind mit Leib und Seele bei der Sache – allerdings nur in Englisch. Wer damit seine Probleme hat, aktiviert die verfügbaren deutschen Untertitel.

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Street-Pass-Option

Bravely Default erlaubt Spielern, dass sie Kämpfe nicht alleine bestreiten müssen. Dafür nutzt das Spiel Nintendos Street-Pass. Natürlich braucht es dafür auch eine Internetverbindung. Habt ihr beides aktiviert, könnt ihr wahlweise Freund und/oder Spieler in der Nähe eures Standorts ausmachen und sollten diese auch das Rollenspiel spielen, könnt ihr gemeinsam los ziehen. Außerdem lassen sich via Street-Pass Bewohner für den Wiederaufbau von Norende rekrutieren. Selbst einfach mal so vorbei kommende Spieler, z.B. in der S-Bahn, etc., können von Nutzen sein, wenn sie das Game als auch über einen aktivierten Street-Pass verfügen.

Unser Fazit

82 %

Bravely Default ist ein zauberhaftes Rollenspiel geworden, dass durchaus klassisch japanisch anmutet, aber dennoch so designt wurde, dass auch eher „westlich angehauchte RPG’ler“ damit ihre Freude haben werden. Der Umfang stimmt, ebenso die Präsentation und vor allem die Möglichkeiten machen den Titel aus. Kampf- als auch Job-System wissen zu überzeugen und bieten zudem eine ganze Reihe an taktischen Möglichkeiten. Dass man – sollen wir sagen „typischerweise“ – oftmals auch grinden muss, damit es weiter geht, vor allem wenn man es vorzieht alleine zu spielen, gehört dann „wie gehabt“ dazu. Dank Street-Pass-Feature kann es schneller gehen und in sich wurde die Option gut integriert. Weniger gefällt uns dagegen, dass man mit Bravely Second Mikrotransaktionen anbietet, da man sich im Kampf gern mal den Sieg erkaufen kann. Wir sind der Meinung, dass das Dinge sind, die die RPG-Spiele nicht brauchen. Schuster, bleibt bei euren Leisten und sorgt dafür, dass ein gut austariertes Job-, Kampf- und Crafting-System enthalten ist. Abgesehen davon ist Bravely Default ein schönes Stück Software, die man sich als (J)-Rollenspiel-Fan nicht entgehen lassen sollte.

Pro

  • + schönes Figuren-Design
  • + ordentlicher Umfang
  • + sinniges Job-System
  • + durchaus taktisches Kampf-System
  • + stimmige, atmosphärische Musikbegleitung
  • + sehr gute Steuerung
  • + liebevoll animierte Grafiken
  • + gute, intensive Sprachausgabe (leider nur Englisch)

Kontra

  • - Mikrotransaktionen
  • - Sprachausgabe nur Englisch
  • - manche Dungeons langweilig

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
83 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
70 %
Spielspaß
 
84 %

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Leben, lieben, lachen – spielen! Die Pixel und ich sind seit Anfang der 80er Jahre beste Freunde. Mit einem Schneider CPC fing alles an – der Rest ist Geschichte ^-^ Ich mag sie - fast - alle: J-RPGs, Shooter, Action, Adventure, Puzzle… Bei der Achievement/Trophy-Jagd helfe ich euch gerne, selbst sind sie mir nicht so wichtig ;-) Außerdem liebe ich Katzen, mag Action- & Horror-Filme, bin ein Netflix- /US-Serien-Addict und Musik (Metal, 80er, Dance, Oldies, etc.) ist das Nonplusultra (für mich ;-))!

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