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The Bridge – Xbox One Test / Review

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 24. August 2015 | 16:31 Uhr von Alexander Winkel

The-Bridge-Screenshot

The Bridge kehrt auf der Xbox One und Playstation 4 zurück, nachdem es bereits Anfang 2013 jeglicher Realität trotzen konnte. Querdenken ist daher wieder angesagt. Denn architektonische Welten angelehnt an Maurits Cornelis Escher perspektivischen Unmöglichkeiten gepaart mit Isaac Newtons physikalischen Gesetzen der Natur ergeben ein Knobelspaß, der seinesgleichen sucht. Grandiose Kost für alle Fans recht anspruchsvoller Puzzler.

Wer bereits alle Rätsel in The Bridge auf den älteren Konsolen bzw. PC gelöst hat, muss nicht unbedingt wieder zugreifen. Spielerisch wird nichts geboten, was es nicht auch vorher bereits zu sehen gab. So auch die insgesamt 48 knackigen Aufgaben, die uns der Titel in den Weg wirft. Immerhin sind die Trophäen/Erfolge aufgestockt und können natürlich nochmals gesammelt werden – soweit ein Wermutstropfen für alle Jäger und Sammler!

Wenn das Wasser den Berg hinauf läuft …

The Bridge ist ein recht außergewöhnliches Knobelspiel. Bereits die kunstfertige Optik in schwarz-weiß, wie mit dem Bleistift gezogen, versprühen ihren eigenen Scharm. Die Technik wurden inklusive der surrealen Architektonik der einzelnen Aufgaben den bekanntesten Werken des neuzeitlichen Künstlers Maurits Cornelis Escher entnommen. Gegen Ende der 40er und in den 50er Jahre des letzten Jahrhunderts beschäftigte sich der Holländer nach den Metamorphosen zunehmend mit perspektivischen Zeichnungen, welche jeglicher Logik und Realität trotzten. Auch wenn viele den Namen Escher vielleicht nicht unbedingt kennen, die Bilder haben sich bis heute oftmals dennoch eingeprägt. Treppenläufe, die nie enden wollen. Wasser, dass zugleich bergauf und abwärts fliest. Gebäude, deren Säulen sich quasi verknoten und völlig verkehrt wieder finden. The Bridge ahmt diesen Gedankengang in Perfektion nach und stellt sich die Frage, was wäre, wenn man tatsächlich in den Hintergrund laufen kann, obwohl die Perspektive das Auge in den Vordergrund leitet.

Die optischen Täuschungen und liebevoll gezeichneten Kunstgebilde stellen die erste Hürde und Herausforderung dar. Das Ziel ist einfach: Stets die Ausgangstür finden und öffnen, gegebenenfalls auch mal einen passenden Schlüssel dazu ergattern. Anfänglich kaum der Rede Wert. Der Protagonist, ein namenloser Wissenschaftler im Ruhestand, läuft über Plattformen dem Ausgang entgegen und bereits hier verdrehen die Entwickler unseren Kopf. Mit den Schultertasten kann die 2D Kulisse stets links herum oder rechts herum gedreht werden. Sobald der Herr den Boden unter seinen Füßen verliert, fällt er bis sich wieder ein fester Stand findet, oder das Spiel aus ist. Mit diesem Trick arbeitet man sich durch bereits knifflige Aufgaben, denn springen kann er nicht. Es geht rings herum um den Level, durch ein perspektivisches Wirrwarr hindurch und manchmal muss man auch einen Schritt zurück wagen. Sollte doch etwas schief gehen, lässt sich die Zeit zurück drehen und alles ungeschehen machen. Ein Trick, der vor allem bei den Geschicklichkeitsübungen nützlich wird.

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Mir schwirrt der Kopf, fühle mich völlig verdreht

Ganz so einfach bleibt es aber natürlich lange. Später kommen schwere Kugeln hinzu, die sich durch die verschlungenen Gänge wälzen, sobald sich die Schwerkraft durch das Drehen des Level verändert. Nur eine Berührung und es ist aus mit dem Helden. Es dauert aber nicht lange, bis The Bridge auch die Verhältnisse der Schwerkraft austrickst. Wir können auch an dieser manipulieren und damit völlig absurde Verhältnisse schaffen. Weitere Elemente werden immer und immer wieder eingeführt, wie Wurmlöcher, die alles verschlucken und nur per Tastendruck wieder frei geben oder Teleporter, die den Protagonisten bei Wechsel der Plattform in die gegensätzliche Farbe einstreichen. Dass dies natürlich auch Grund für weitere Rätsel ist, weil Schlüssel oder Türen nur auf bestimmte Farben reagirern, war vorauszuahnen. Dadurch entstehen Aufgaben, die mitunter einen weit um etliche Ecken denken lassen. Denn nur dann erfasst das Auge in den wirren, surrealen und verwinkelten Perspektiven möglicherweise des Rätsels Lösung, ein Weg zum Ausgang.

Allerdings ist nicht alles mit Denkarbeit und reiner Logik zu meistern. Vor allem spätere Level stellen zugleich Geschicklichkeitstests dar. Mit hin- und herschalten der Schultertasten werden die Kugeln geschaukelt, man muss teilweise ganz extrem gezielt sich in Lücken fallen lassen oder dabei sogar noch den Level gleichzeitig drehen und mit all diesen Dingen von Plattform zu Plattform „springen“. Dass die tödlichen Kugeln oft ein Hindernis darstellen und uns zig Versuchen abverlangen, kann durchaus ärgerlich sein. Für manche Herausforderung wird man ohne Lösung sehr viel Zeit benötigen, bis man irgendwie auch nur den richtigen Ansatz gefunden hat. Ein Schritt in die falsche Richtung und man kann sich bisweilen auch die Lösung extrem schwer machen oder gar verbauen. Dank der Rückspulfunktion kann vieles ungeschehen gemacht werden, ein Rest Frust wird aber nie ausbleiben und schmälert den Spielspaß.

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Unser Fazit

85 %

Mir persönlich hat The Bridge außerordentlich gut gefallen, doch so manche Aufgabe schießt weit über das Ziel hinaus und lässt uns ziemlich hart knobeln. Allein die Tatsache, dass Eschers unmögliche Perspektiven Pate für die Architektonik der Level standen, sorgt für unglaubliche Verrenkungen im Hirn. Gerade im späteren Verlauf, wenn viele unterschiedliche Elemente den Weg zur Türe beeinflussen, wird gewaltig der Kopf rauchen und so mancher wird dem nicht widerstehen können, sich des Rätsels Lösung in einem Video anzuschauen. Kann man niemanden wirklich verübeln. Dennoch ist The Bridge ein außergewöhnlicher Knobelspaß und führt Eschers Handschrift gekonnt weiter, wobei Newton hier gewaltig mit der Physik herum spielt und ebenfalls seinen Einfluss hinterlässt. Etwas mehr Feingefühl in der Ausarbeitung der Herausforderungen und mehr Denkspaß als Geschicklichkeit hätte uns dennoch besser gefallen und zu einer höheren Wertung geführt.

Pro

  • + Architektonisch ausgefeilte Welten angelehnt an den unmöglichen Perspektiven von Maurits Cornelis Escher
  • + Dazu passend wie mit dem Bleistift gezeichnet. Der Protagonist wird zu Beginn immer wieder neu auf das „Papier“ gebracht
  • + Äußerst gelungener Knobelspaß, der aber ziemlich knackig wird und viel Denksport abverlangt. + Nicht nur um eine Ecke denken, viele Ecken müssen für den Ausgang passiert werden
  • + Angenehmer Spielumfang, sofern man versucht, eigenständig die Aufgaben zu lösen
  • + Zahlreiche Spielelemente werden seicht eingeführt und ohne großes Tutorial erlernt man den Umgang damit

Kontra

  • - Ohne Lösungen wird The Bridge teilweise extrem schwer. Man muss zum Teil einfach um zu viele Ecken herum denken
  • - Teilweise sorgen Geschicklichkeitstests und Timing-Übungen für Frustration

Unsere Bewertung

Grafik
 
85 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
90 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
80 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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