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Brink im Test

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Veröffentlicht 22. Mai 2011 | 16:04 Uhr von Daniel

Letzte Änderung 29. Februar 2012

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Der Multiplayer ist in Shootern zur heutigen Zeit kaum noch wegzudenken. Ob Call of Duty oder Battlefield, die Konkurrenz schläft nicht und dass unter den jährlichen Bestsellern auch mal kleine Perlen mit Mehrspieler-Aspekt das Licht der Welt erblicken, verschläft man aufgrund von Mainstream-Shootern leicht. Wir haben heute einen Multiplayer-Shooter namens Brink für euch im Test, für den sich Entwickler Splash Damage zwei Jahre ins Zeug gelegt hat. Ob Brink nun zu der Art Spiele gehört, die ihr besser unter der Masse begraben lassen solltet oder ob sich ein Kauf lohnt, lest ihr in unserem Review zum möglicherweise interessantesten Mehrspielertitel des Jahres.

Die letzte Bastion der Menschheit mitten im Bürgerkrieg…

In Brink geht buchstäblich die Welt unter. Im Jahre 2034 ist durch die globale Erwärmung der Meeresspiegel auf ein bedrohendes Level gestiegen und die Wassermassen haben bereits Großteile der gesamten Welt unter sich begraben. Die Ark wurde ursprünglich als Forschungsstation errichtet, fand dann aufgrund der Apokalypse eher den Nutzen eines Asyls für die Flüchtlinge dieser Welt. Ohne Preis durfte man jedoch nicht ins Paradies eintreten. Die Flüchtlinge werden als eine Art “Zweite Klasse” angesehen und haben kaum etwas zu melden, während sich die “Oberschicht” mit genügend Wasser zum Leben den Bauch vollschlägt. Das reicht den Sklaven dann und schließlich bildet sich dann der Widerstand aus denjenigen, die noch für das, was sie haben zu kämpfen bereit sind – ihr Leben und ihre Würde. Währenddessen rüstet sich die Security der Ark von der Sicherheitsgarde für VIPs oder zum Ruhigstellen kleinerer Aufstände zur Anti-Terror-Einheit auf. Von ganz oben erfolgte auch der Befehl, gegen jegliche Widersacher tödliche Gewalt einzusetzen. Denn nach ihren Ansichten, ist das Retten der Arche das einzige, noch existente Ziel in dieser letzten Zuflucht der Menschheit. Nun steht man als Spieler vor der Wahl, ob man für die Ark oder gegen sie und die hohen Tiere das Gewehr erhebt. Von Armut geplagt startet der Widerstand einen Bürgerkrieg und bläst zur Schlacht.

Pimp your Char!

Ein besonderer Aspekt von Brink ist das Charakter-Customizing. Je nachdem ob ihr für oder gegen die Ark kämpft, könnt ihr euer virtuelles alter Ego mit verschiedenen Styles ausstatten und für das eigene Auge schmücken. Hier kann zuerst zwischen dem Grundgerüst gewählt werden. Die Kopfform, eure allgemeinen Gesichtszüge und eure Körperstatur sind zu allererst an der Reihe. Dann gestaltet ihr mehrere Einzelheiten nach euren Wünschen. Lange Haare, kurze Harre, Irokese, narbige Visage oder auch Tattoos können frei gewählt werden. Jedoch Obacht. Einmal verwendete Körperzeichnungen oder Narben sind nicht mehr zu entfernen oder auszutauschen, wie etwa der Style eurer Tolle.
Hierbei ist entscheidend, mit welcher Fraktion ihr das Bündnis eingegangen seid. Während die Rebellen mehr den Punk- oder Bettler-Look haben, wirken die Sicherheitsleute viel edler und sind mit mehr Panzerung bedacht, die jedoch keinen Einfluss auf eure Gesundheit haben, auch wenn es optisch danach aussieht. Zu guter Letzt noch die Kleidung ausgewählt und schon geht es ab ins Scharmützel. Ebenfalls muss gesagt werden, dass die Optik nicht jedermann ansprechen wird. Besonders die Gesichter und Köpfe der Figuren wirken arg überzeichnet, wie in einem Comic. Den ein oder anderen mag das vielleicht ansprechen, den anderen vielleicht sprich dieses Art-Design dann wider rum nicht an.

Anfangs mag die Auswahl an Möglichkeiten der Personalisierung noch recht spärlich und überschaubar wirken, mit dem Aufsteigen im Level jedoch öffnet sich einem ein umfangreiches Repertoire an unzähligen Objekten. Auch für eure Schießeisen lassen sich Attachments erwerben, wenn ihr jedoch bestimmte Ziele erfüllt. So lassen sich diverse Laservisiere auf euer Gewehr schrauben oder auch Schalldämpfer sowie erweiterte Magazine anbringen.

Eine Klasse für jeden von euch!

Hat man sich für sein Äußeres entschieden, sind die inneren Werte dran. Aus insgesamt vier Klassen dürft ihr wählen und euren Helden einteilen. Ihr habt die Wahl zwischen dem Soldaten der auf dem Schlachtfeld Munition verteilen kann, dem Sanitäter der eure Kameraden mit Spritzen wieder auf die Beine hilft, dem Techniker der euren Mitstreitern den zugefügten Schaden bufft – sprich: er teilt einen Boost aus – und dem Agenten, der feindliche Kommandoposten hackt und sich das Aussehen von gefallenen Feinden ‘ausleihen’ kann um sich perfekt getarnt hinter feindlichen Linien aufhalten zu können ohne direkt ins Speerfeuer zu geraten. Beim Klassenbalancing hat Splash Damage ebenfalls souveräne Arbeit geleistet. Dank den Kommandoposten könnt eure Klasse jederzeit nach Belieben ändern, ebenso wie eure Waffen, sollte euch die ein oder andere nicht liegen.

Die Technik

Brink lässt einem viel Freiraum beim Gestalten seines virtuellen Ichs, das wissen wir. Aber wie sieht es nun auf technischer Seite aus? Hier zeigt sich Brink nicht selbstsicher und muss sich in Angesicht andere Shooter der heutigen Zeit geschlagen geben. Die Farben sowie die Texturen wirken matt und auch die Animationen sind nicht das Gelbe vom Ei. Hie und da hängen NPCs in der Luft oder bleiben auch mal gerne an Ecken hängen oder blockieren den Weg. Hier zeigt sich die dunkle Seite des Spiels, denn auch gelegentliche Ruckler oder gar komplette Abstürze sind keine Seltenheit. Publisher Bethesda hat einige Tipps zum Eindämmen solcher Freezes gegeben, wie etwa die Sprachausgabe auszuschalten, bis der nächste Patch kommt. Kein Aspekt den man gerne vor sich hat, schließlich entschied man sich im Endspurt das Spiel sogar vor dem eigentlichen Release zu veröffentlichen. Auch an Details hat man sich sehr zurückgehalten. Alles wirkt etwas grob und relativ verschwommen, was letztendlich in der Hitze des Gefechts gar nicht auffällt, wenn man hier her slidet am Boden und dort herunterspringt.

Die deutsche Sprachausgabe ist ebenfalls nicht das wahre. Unmotivierte und ziemlich leise Sprecher trüben den stimmigen Soundtrack.

Einsam oder gemeinsam?

Das Brink ein eher auf mehrere Spieler getrimmter Ego-Shooter ist, dürfte wohl keinem Spieler entgangen sein. So ist es auch nicht verwunderlich, dass eine Gruppe Spieler wesentlich mehr Erfolg hat, als ein einzelner. Die Kampagne ist in verschiedene Missionen aufgeteilt. Startet ihr eine Mission ist alles gegliedert, wie in einer Multiplayer-Lobby. Die Charakternamen, deren Klassen und sonstige Details sind hier zu finden und klassischer Weise öffnet sich beim Beitritt ein Pop-Up mit der Inschrift “Sitzung beitreten”. Die Aufträge an sich wirken auf den ersten Blick wie Mehrspieler-Modi als Ersatz für eine richtig gegliederte Kampagne. Meistens heißt es beschütze dies, beschütze das, halte diesen Posten, zerstöre jenen Posten. Der rote Faden benötigt seine Zeit, bis die Missionen einen richtig packen. Anfangs noch recht monoton offenbaren sie dann ihr ganzes Potenzial, wenn ihr zu acht in einem Team unter Freunden seid, dann ist dem Spaß keine Grenze gesetzt, Solisten jedoch müssen mit einer teilweise strunz dummen künstlichen Intelligenz klar kommen. Ganz klar ist der Schwerpunkt in Brink auf das gemeinsame Spielen gefallen, aber heutzutage hat eben nicht jeder eine Internet-Anbindung für die Konsole. Auf eine richtige Kampagne mit ordentlich gegliederten Missionen und einer übersichtlich strukturieren Handlung hat man leider verzichtet. Spielt ihr mit Freunden habt ihr perfekte Absprache und erreicht somit das Ziel ohne diverse Hürden, die euch durch eure künstlichen Mitspieler behindern würden.

Get S.M.A.R.T.!

Klar ist Brink ein ungewöhnlicher Ego-Shooter, jedoch nicht nur dem etwas anderen Multiplayer sei Dank. Auch bei der Spielmechanik tanzt Splash Damages Zugpferd aus der Reihe. Das Gameplay wirkt flott und sehr bei DICE’s Mirror’s Edge inspiriert. Das System mit dem dann ganze in Brink abläuft nennt sich SMART und das hat nichts mit dem gleichnamigen Wagen zu tun. SMART steht für nichts anderes als Smooth Movement Across Random Terrain. Dieses System ermöglich dem Spieler nicht bloß eine Variante einen Ausgangspunkt zu erreichen. Geht ihr den konvertionellen Weg über die Stufen oder hoppt ihr auf eine Kante und rennt dann die Wand hinauf bis zum Abhang? Es bleibt ganz euch überlassen. Haltet einfach die „Sprinten“-Taste gedrückt und schon läuft alles fast von alleine. Wo euch in Call of Duty und Konsorten jegliche Kiste und jeder Tisch ein Hindernis im Weg, welches den Ablauf im Tempo minimiert, wurde das in Brink mit dem SMART-System gut gelöst und funktioniert hervorragend. Im Laufen einfach die „Ducken“-Taste betätigt slidet ihr ganz stilvoll um die Ecke.

Zur Steuerung. Habt ihr es nicht auch satt von Ego-Shooter zu Ego-Shooter verschiedene Steuerungen erlernen zu müssen? So wirft man bei Halo zum Beispiel mit der Taste Granaten, bei Call of Duty so und in einem anderen First Person Shooter dann wieder komplett anders. Splash Damage hat sich hier eines ganz besonderen Features entledigt. Nach Belieben könnt ihr die Steuerung anpassen. „Duty calls“ ist wie der Name schon vermuten lässt ein Handling wie bei Call of Duty. Jeder Button ist genauso belegt wie beim Vorzeige-Shooter, „Zone of Killing“ orientiert sich an dem PS3-Shooter Killzone und „Zombie Hunter“ an Valves Survival-Shooter Left 4 Dead. Natürlich lässt sich die Tastenbelegung noch weiter anpassen mit einer Handvoll weiterer Möglichkeiten.

 

Unser Fazit

79 %

Brink ist nicht das, was ich mir persönlich erwartet habe. Eine schlecht strukturierte Handlung mit dem Missionsdesign einer Multiplayer-Session, veraltete Technik und gelegentliche Ruckler. Patches werden garantiert noch geboten, aber als Alternative zu Freezes das Umstellen der Sprache zu empfehlen ist nicht gerade die feine, englische Art. Trotz allem kann Brink dennoch punkten. Das innovative SMART-Feature erlaubt einem, für das Shooter-Genre, ungewöhnliche und neue Wege zu beschreiten und auch das Herzstück, der Multiplayer, ist mehr als gelungen. Im Team unter Freunden auf großen aber in der Stückzahl arg begrenzten Karten herumzuspringen hat schon was und dank der vielen Steuerungsvariationen ist auch für jeden etwas dabei. Mit ausbalancierten Klassen und guter Absprache garantiert ein Hit. Solisten haben das Nachsehen. Um es auf den Punkt zu bringen: Brink ist ein recht gelungener Team-Shooter mit viel Individualisierungsmöglichkeiten, flotter Action die leider durch gelegentliches Stocken im Tempo gebremst wird. Wer genug Zeit investiert um in die Spielewelt einzutauchen, wird es nicht bereuen, den es dauert eine Zeit bis Brink ins Rollen kommt.

Pro

  • fast perfekter Team-Shooter
  • flottes Gameplay
  • innovatives S.M.A.R.T.-System mit Parkour-Anteil
  • Steuerung für jedermann
  • zahllose Anpassungsoptionen
  • interessanter Grafikstil

Kontra

  • angestaubte Technik
  • sprödes Missionsdesign
  • für Einzelspieler eine Enttäuschung
  • keine richtige Kampagne
  • Ruckler und Freezes
  • wenig Karten
  • schwache KI
  • kurze Story

Unsere Bewertung

Grafik
 
75 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
81 %
Multiplayer
 
83 %
Spielspaß
 
75 %

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