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Brothers: A Tale of Two Sons – Xbox One Test / Review

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Veröffentlicht 18. August 2015 | 19:20 Uhr von Alexander Winkel

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Starbreez Studios sorgte vor gut zwei Jahren mit dem Abenteuer Brothers: A Tale of Two Sons für einen grandiosen Überraschungserfolg, der gleichermaßen Spieler wie auch Redaktionen begeistern konnte. Zwei Brüder, die für ihren todkranken Vater ihr Leben riskieren. Ein Geschichte, die auf außergewöhnlicher Weise das Herz berührt. Mittlerweile wurde das Spiel für die aktuelle Generation Playstation 4 und Xbox One veröffentlicht. Für Kenner stellt sich natürlich die Frage, ob sich ein erneuter Kauf lohnen würde.

Rückblick auf einen ungewöhnlichen Titel

Wer seinerzeit nicht an Seite der Brüder die wundervolle Geschichte erlebt hat, sollte gar nicht lange überlegen. In den Worten der Inside Games Kollegin gesprochen, ist „Brothers ein Abenteuerspiel, das in allen Bereichen schlichtweg überzeugt“. Alles beginnt trotz schwermütiger Thematik noch ganz idyllisch in der Heimat der beiden. Der Dorfarzt schickt die Gebrüder aus, ein wundersames Wasser zu holen. Dieses befindet sich weit weg, an einer verborgenen Quelle, der wohl mystische Kräfte innewohnen. Obwohl die Brüder nicht unterschiedlicher sein könnten, der Große eher der ruhige und bedachte, der Kleine dann doch der aufmüpfige Spaßvogel, raufen sie sich zusammen und machen sich auf in ein halsbrecherisches Abenteuer. Dieses führt uns durch eine mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitete Fantasy-Welt, in der uns gutmütige Trolle helfen, wilde Hunde hetzen und Schlachtfelder von Riesen verstören.

Aushängeschild von Brothers ist unter anderem die malerische Optik einer fantasiereichen Welt. Auf der Bank sitzend werden wundervolle Panoramen über Wälder, Berge hinweg bis ans Meer genossen, da möchte man stunden verweilen und ein gutes Buch lesen. Ein weiterer Faktor ist die Art und Weise wie Starbreez die Geschichte präsentiert. Trotz einer unverständlichen Sprache, sorgen Tonfall und Gestiken bereits dafür, dass wir verstehen. Ganz witzig kommt die Unterschiede der beiden rüber. Während der große Bruder Erwachsene antippt und nach dem Weg fragt, wirft das junge Kerlchen durchaus auch mal kaltes Wasser auf einen schnarchenden Wächter. Interaktionen mit der Umgebung sind vielerorts möglich und offenbaren viel über die beiden Brüder. Ob man nun die Katze streichelt, einen Ball in den Brunnen wirft oder Vögel befreit, das alles hat nichts mit dem Spiel an sich zu tun, macht die beiden aber unglaublich sympathisch.

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Der letzte große Clou bei Brothers ist das kooperative Gameplay für nur einen Spieler. Auch wenn alles nach einem Spiel für mindestens zwei Freunde vor der heimischen Konsole aussieht, ist der Titel für nur einen Spieler erdacht. Am Gamepad werden die beiden Brüder je mit einem Stick gesteuert und die Schultertasten dienen als Aktionstasten. Das Konzept zieht sich durch alle Gebiete hindurch und offenbart viele Geschicklichkeitsübungen, an die man sich erst gewöhnen muss. Der große Bruder macht eine Räuberleiter, damit der kleine Bruder auf den Vorsprung kommt und das Seil herunter lassen kann, beide schwingen sich von Abgrund zu Abgrund und auch Kisten werden gemeinsam angehoben und getragen. Auch nach zwei weiteren Jahren ist ein solches Dual-Stick-Abenteuer recht ungewöhnlich. Die daraus resultierende Rätsel an sich sind nicht wirklich schwer zu knacken und auch die Spielzeit ist mit etwa vier Stunden knapp bemessen, doch entschädigt wird man mit einem tollen, atmosphärisch stimmigen und herzzerreißenden Abenteuer und einigen Action-Szenen.

Wer mehr darüber erfahren möchte, sollte einen Blick in den Test zur Xbox 360 Variante werfen. Dort gehen wir noch stärker auf das Spiel ein.

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Was gibt es neues?

Eine große Frage bleibt natürlich bisher offen: Lohnt sich der Kauf von Brothers, sofern man bereits das Spiel genossen hat? Technisch basiert die Umsetzung auf der PC-Version und bietet daher minimale, aber kaum merkliche Verbesserungen in Sachen Grafik. Auch spielerisch hat sich nicht wirklich etwas getan. Die Steuerung ist nach wie vor gewöhnungsbedürftig, aber zu hundert Prozent präzise. Wer also nur das Spiel genießen möchte, muss nicht noch einmal in die Tasche greifen, es sei denn er möchte neue Erfolge auf dem Konto gut geschrieben bekommen.

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Etwas Bonusmaterial liefert uns Starbreez dennoch. Neben Bilder ist vor allem der wundervolle Soundtrack ein nettes Extra, aber leider nur aus dem Spiel heraus zu genießen. Fans der Brüder dürfen sich auf ein interessantes Video freuen, in dem Regisseur Josef Fares sein eigenes Werk durchspielt und dabei Anekdoten zur Entwicklung und den einzelnen Szenen von sich gibt. Es ist wirklich spannend und interessant, welche Leidenschaft die Entwickler in die kleinsten Details gesteckt haben. Man lernt, woran sich die Sprache orientiert, bekommt hinweise auf kleine Details, die Erlebnisse der Entwickler offenbaren und erfährt viel darüber, was einzelne Szenen tatsächlich aussagen sollen. Das sind wirklich sehenswerte Einblicke, allerdings sollte man Brothers unbedingt vorher durchgespielt haben, um sich nicht den Spaß an der Story zu versauen. Trotz des tollen Bonusmaterials sollte man sich den Kauf aber überlegen, da der Titel fünf Euro mehr kostet, als auf den alten Konsolen. Das muss es einem dann schon wert sein!

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Unser Fazit

88 %

Ich kann mich Sandra nur anschließen. Brothers ist ein wirklich tolles Abenteuer dass ich nicht missen möchte. Starbreeze schafft allein mit dem wundervollen, seichten Soundtrack, der unverständlichen Sprache aber bildlichen Mimik wie auch der liebevollen Präsentation einer fantastischen Welt, mich voll in den Bann zu ziehen. Wer bis dato nicht mit den Brüdern unterwegs war, sollte sich einen Ruck geben und die gefahrvolle Reise angehen. Wirklich komplex wird der Titel aber nicht, sieht man von der ungewohnten Steuerung ab, die uns durchaus Kopfzerbrechen bereiten kann. Auch ist das Abenteuer nach nur wenigen Stunden beendet, doch weder fühlt es sich zu kurz an, noch würde man all zu viel bemängeln. Auf der Xbox One und und PS4 bekommen wir mit Bildern, dem Soundtrack und vor allem dem speziell mit Kommentaren des Regisseurs Josef Fares unterlegten Video einiges geboten und vor allem einen tiefen Einblick in den Werdegang des Spieles. Dafür nun aber einen erhöhten Preis zu bezahlen, vor allem wenn man Brothers bereits erlebt hat, ist dann doch eher fraglich.

Pro

  • + neues Bonusmaterial mit grandiosen Soundtrack und Entwicklervideo
  • + fesselnde und gut inszenierte Geschichte
  • + sympathisches Brüderpaar
  • + abwechslungsreiche Reaktionen der Brüder auf die Umwelt
  • + tolles Single“Koop“Gameplay
  • + sehr gut funktionierende Steuerung
  • + liebe- und fantasievoll gestaltete Spiele-Welten
  • + abwechslungsreiche Szenarien
  • + stets gut lösbare Rätsel- und Klettereinlagen
  • + interessante „Sprache“ sinnig & stimmig mit Animationen verbunden
  • + schöne als auch passende Musikuntermalung
  • + fair gesetzte Checkpoints

Kontra

  • - … das die Spielzeit gesamt für einige zu kurz sein könnte
  • - erhöhter Preis für die Xbox One und PS4 Fassung
  • - keinerlei Erweiterungen neben dem Bonusmaterial

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
88 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
90 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
90 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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