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Burnout Paradise Remastered – Test / Review

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 10. April 2018 | 23:13 Uhr von Marc Wunder

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Ganze zehn Jahre ist es her, dass EA den für damalige Verhältnisse überragenden Funracer Burnout Paradise veröffentlichte. Im Zuge der grassierenden Remasterwelle war es nur eine Frage der Zeit, bis auch dieser Titel eine Frischzellenkur verpasst bekam. Doch wie schneidet das Game heute ab? Immer noch Vollgas, oder doch schon Altmetall?

Take me down to the Paradise City…

Kaum ist das Game (inkl. mittlerweile obligatorischem Patch) installiert, schon kann es auch los gehen. Burnout Paradise hält sich nicht lange mit Nebensächlichkeiten auf, sondern wirft uns nach einem kurzen Intro durch DJane Atomica direkt ins Geschehen. Erster Eindruck: schick sieht es aus. Nicht wie ein zehn Jahre altes Relikt. Zwar kann die Optik des Spiels nicht mit aktuellen Racern wie Forza Horizon 3 oder NfS Payback mithalten, aber hässlich ist anders! Zumal das Geschehen in fluffigen und zeitgemäßen 60FPS dargestellt wird. Aber bevor wir uns ins Geschehen werfen: was ist denn überhaupt drinnen? Zusätzlich zum gepimpten Hauptspiel erhält der geneigte Käufer nicht nur alle DLCs der damaligen Ultimate Edition, also z.B. die Tiny Cars, Motorräder oder unlizenzierte Kultfilmautos, sondern auch die Kartenerweiterung Big Surf Island. Also alle Zusatzinhalte, die es für das Original gab.

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Kaum geändert hat sich hingegen das Gameplay. Nachdem man ohne Umschweife ins Spiel geworfen wurde, kann man an fast jeder Kreuzung per namensgebenden Burnout ein Event auslösen. Diese reichen von klassischen (Zeit-)Rennen über Stuntevents bis hin zu Veranstaltungen, bei denen man möglichst in einem Stück das Ziel erreichen muss, während schwarze Limousinen versuchen, einen daran zu hindern. Zum Glück lassen sich Rennen nun jederzeit neu starten, ohne dass man aufwendig an den Startpunkt zurück fahren muss.

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…where the grass is green and the Girls are pretty.

Was sofort auffällt: ein modernes Progressionssystem existiert nicht. Geschweige denn eine Art Story oder Karriere. Das Game ist ein purer Arcaderacer. Man gewinnt so lange Events, bis man in die nächste Fahrerlizenzklasse aufsteigt. Dann werden alle Events für einen erneuten Angang mit höherer Schwierigkeit wieder frei geschalten. Ein Skillpunkte- oder Upgradesystem existiert nicht. Für damalige Verhältnisse wäre dies kein Problem, allerdings haben sich Spiele in den letzten zehn Jahren weiter entwickelt. Gamer sind anspruchsvoller geworden und erwarten zumindest etwas Ähnliches wie eine Karriere. Selbst Forza Horizon 3 mit seinem rudimentären Festivalupgrades zeigt, wie es besser geht. Auch die Spielwelt ist nach heutigen Maßstäben sehr klein. Man benötigt nicht einmal drei Minuten, um die Karte zu durchqueren. Kein Vergleich mit Forza Horizon oder einer Monstermap wie bei The Crew. Zumindest ist Paradise City abwechslungsreich gestaltet. Neben der Innenstadt und dem Hafenareal gibt es noch das Umland mit Bauernhöfen und auch Bergserpentinen. Alles gespickt mit versteckten Abkürzungen und Werbetafeln. Neue Autos gibt’s nach Erreichen neuer Lizenzen oder das Spiel macht euch darauf aufmerksam, dass ein bestimmter Wagen gerade in der Stadt unterwegs ist. nach einem Takedown könnt ihr euch den Boliden auf dem Schrottplatz abholen.

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Das Handling an sich ist dann aber über jeden Zweifel erhaben. Spielerisch mach diesem Arcaderacer keiner was vor. Man rast mit wahnwitziger Geschwindigkeit durch Häuserschluchten, Eisenbahntunnel und über Rampen, ohne auch nur einen Moment das Gefühl zu haben, die Kontrolle zu verlieren. Es macht wahnsinnig Spaß, seine Kontrahenten in den Gegenverkehr zu drängen und die fulminanten Zeitlupensequenzen ihrer Zerstörung anzusehen. Dazu ein rockiger Soundtrack, der mit Guns N´Roses, den Twistet Sisters oder Alice in Chains die guten alten Zeiten wieder aufleben lässt. Das Kernelement, also das Fahren an sich, hat nach all den Jahren nichts an seiner Intensität verloren. Man erwischt sich selbst in „normalen“ Rennen dabei, immer längere Takedown-Ketten auslösen zu wollen. Leider lässt die KI dies auch fast ohne Gegenwehr über sich ergehen. Auch so sind die Computerkollegen nicht gerade die hellsten. Während man selbst immer gewillt ist, durch Abkürzungen und wilde Sprünge möglichst schnell und spektakulär zum Ziel zu kommen, nimmt die Konkurrenz meist den einfacheren, sichereren Weg. Doch zur Not kämpft man eben Online gegen menschliche Spieler in verschiedenen Spielmodi um einen Platz auf dem Treppchen. Möglichkeiten bieten sich auch da genug.

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Getestete Version: Playstation 4

Unser Fazit

83 %

Burnout Paradise Remastered ist ein zweischneidiges Schwert. Die Optik ist ganz okay, aber nichts Besonderes. Es gibt kein Progressionssystem und die Map ist relativ klein. Das Spieldesign ist ein Relikt aus einem vergangenen Jahrzehnt. Dem gegenüber steht eine perfekte Spielbarkeit und ein wunderbar arcadiges – und mit cooler Musik unterlegtes – Gameplay. Trotz aller (Alters)Schwächen zählt es somit zurecht immer noch zu einem der besten Racinggames. Rennspielfans dürfen gerne zugreifen.

Pro

  • + perfekte Spielbarkeit
  • + toller Soundtrack
  • + Takedowns fulminant inszeniert
  • + beeindruckendes (optisches) Schadensmodell
  • + alle DLCs mit an Bord
  • + 4k-Unterstützung

Kontra

  • - kein Story-/Karrieremodus
  • - schwache KI
  • - kleine Map
  • - keine Progression

Unsere Bewertung

Grafik
 
77 %
Sound
 
87 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
88 %
Multiplayer
 
79 %
Spielspaß
 
81 %

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Hier im Forum als RONIN unterwegs. Seit über zwei Jahrzehnten leidenschaftlicher Gamer. Als Multiplattformer auf jedem System zuhause.

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