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Call of Duty: Advanced Warfare – Test / Review

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Veröffentlicht 24. November 2014 | 15:25 Uhr von Tim Jung

Call-of-Duty-Advanced-Warfare-Screenshot

Alle Jahre wieder … doch Moment, in diesem Jahr hat sich einiges geändert. Zukunftszenario, neues Studio (Sledgehammer Games) und dazu noch Kevin Spacey! Können diese Änderungen das langsam verstaubte Image von Call of Duty aufpolieren? Kann uns der Zukunftsshooter überzeugen? Diese Fragen und alles andere rund um das vermeintlich runderneuerte Call of Duty in unserem Testbericht. 

Dass das Image von Call of Duty im Allgemeinen leider in den letzten Jahren immer mehr Staub angesetzt hat, kann man nicht zuletzt an den eher mauen Verkaufszahlen der Vorgänger ablesen. Mit einem neuen Studio versucht Activision nun frischen Wind in die Call of Duty-Reihe zu bringen. Dazu soll natürlich auch eine grafische Verbesserung in allen Bereichen gehören. Bevor wir uns jedoch näher mit den technischen Aspekten auseinandersetzen wollen, möchten wir die Eckpunkte des Spiels aufzeigen.

Kevin Spacey und die Terroristen

Im Multiplayer-Modus können sich bis zu 18 Teilnehmer duellieren. Daneben wartet ein Koop-Modus mit dem Namen Exo-Survival für bis zu vier Spieler. Für die gesamte Story-Kampagne benötigten wir, je nach vorhandenem Spieler-Skill,  gut fünf Stunden. Dabei schlüpft der Spieler in die Rolle von Jack Mitchell, einem US-Marine, und findet sich im Jahre 2050 wieder. Während der Spieler in den vorherigen Call of Duty-Teilen noch verschiedene Charaktere spielte, befasst man sich in Call of Duty: Advanced Warfare lediglich mit Mitchell. Bereits in der ersten Mission schlägt das Schicksal unbarmherzig zu und Mitchell schliesst sich schon bald der Privatorganisation Atlas an. Atlas ist die grösste Privatarmee auf dem Globus und verfügt gleichzeitig über die neusten Militärtechnologien. Wer hätte es gedacht, natürlich ist der CEO von Atlas auch gleich Jonathan Irons alias Kevin Spacey (Oscar für American Beauty). Die Auftritte von Kevin Spacey können natürlich voll überzeugen, auch wenn es dieser Jonathan Irons faustdick hinter den Ohren hat. Denn neben der Bekämpfung von – welche Überraschung – Terroristen, wird schon bald klar, dass Irons auch andere Pläne verfolgt.

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Kevin Spacey spielt seine Rolle gut, kann jedoch allein der Story nicht die nötige Tiefe und Spannung verleihen. Diese ist teilweise einfach nur glasklar vorhersehbar. Die Orientierung verliert der Spieler also sicher nicht, was sicher nicht negativ sein muss. Dennoch fehlen schlicht die Überraschungsmomente. Keine Frage, das Drehbuch, wie auch die Inszenierungen, sind solide, aber langsam reicht das einfach nicht mehr für Ansprüche der Call of Duty-Käufer. Der Spieler folgt der Story um den Globus. Shanghai, Tokio, Bulgarien, man findet sich auf verschiedenen Schauplätzen der Welt wieder. Dabei durchläuft der Spieler immer wieder dieselben Missionsstränge, wie man es halt von einem Call of Duty gewohnt ist. Zudem wird schlichtweg zu gut 80% geballert was das Zeug hält. Immerhin gibt es ab und an etwas Abwechslung. So darf der Spieler auch einmal einen Schwebepanzer fahren oder Jets fliegen. Allgemein besehen, kann das Artdesign überzeugen. Eben beispielsweise diese Schwebepanzer sind toll gestaltet und sehen cool aus. Daneben ist auch die Waffenauswahl der Zukunftsmusik angepasst worden. Lasergewehre und Schock-Schrotflinten sind zwei der vielen verfügbaren Waffengattungen. Einige Sequenzen sind dabei aber natürlich gekonnt in Szene gesetzt. Beispielsweise fällt die Golden Gate Bridge auseinander oder ein Atomkraftwerk explodiert. Auch diese Momente kennt man zwar schon aus vorherigen Teilen, dennoch, das sind einfach die Stärken eines Call of Duty. Anmerken müssen wir aber leider auch, dass andere Serienteile teilweise hier immer noch die Nase vorn hatten und haben.

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Flüssig-stabiles Exo-Skelett

Dabei hätte der Zukunftsshooter durchaus interessante Ansätze. Beispielsweise kann das Exoskelett, jenes dem Spieler übernatürliche Kräfte verleiht, durchaus positiv auffallen. Mit eben diesem Exoskelett kann der Spieler höher springen oder auch für kurze Zeit unsichtbar werden. Einige Eigenschaften kann man nach erfolgreicher Beendigung einer Mission auch aufleveln und neue Fähigkeiten hinzu gewinnen. Es ist jedoch leider in jeder Mission vorgegeben, wann wir welche Fähigkeiten benutzen dürfen. Dies finden wir ein wenig schade, da doch gerade diese technischen Neuerungen dem Spiel durchaus frischen Wind verleihen. Während die Kampagne also eher eine öde Aneinanderreihung von vorhersehbaren Abläufen ist, kann immerhin der optische Bereich etwas positiver auffallen. Hier hat sich, in kleinem Rahmen, das eine oder andere getan. Die Entwickler sind tatsächlich einmal auf die zahlreichen Feedbacks der Spieler eingegangen und haben der Optik einen etwas frischeren Look verpasst. Wir müssen uns nicht an jeder virtuellen Ecke an den Kopf fassen und uns über matschige Texturen und nicht ausgereizter Kantenglättung aufregen. Call of Duty: Advanced Warfare läuft flüssig und sieht wirklich solide bis gut aus. Aber auch hier sind Abstriche zu machen. Gegenüber dem letztjährigen Call of Duty: Ghosts ist der Schritt nach vorn schlicht zu klein. Gemessen an der Playstation 4-Version (unsere Testfassung) konnten wir keine großartigen Unterschiede zur alten Generation feststellen. Die Beleuchtung ist zwar etwas besser, an den Spezialeffekten hat sich jedoch wenig getan. Klar positiv auffallen können jedoch die Rendersequenzen, die bisher noch nie in dieser Form aufgetreten sind und schlichtweg phantastisch aussehen. Diese sind wirklich gelungen und neben Kevin Spaceys großartig eingefangener Mimik können uns auch die restlichen Charaktere und deren Handlungen überzeugen. Das Leveldesign ist bekannt, oder doch nicht? In Advanced Warfare hat der Spieler tatsächlich die Möglichkeit, verschiedene Routen in einer Mission zu gehen. Gut, übertreiben wollen wir es nicht, aber man kann durchaus die etwas “verstecktere” Route wählen. Hier kann der Spieler dank einer besseren Schussposition punkten.

Die Soundeffekte wirken gegenüber den vorherigen Teilen satter und fallen positiv auf. Das dauernde Knacken, Rumpeln, Donnern der Waffen und sonstigen Dinge sind perfekt ins Kriegsszenario eingefügt worden. Die Soundeffekte der Waffen wirken frisch und können sich nun durchaus mit einem bekannten Spiele-Kontrahenten messen. Genau solche Neuerungen wollen wir sehen, oder eben hören. Hier hat Sledgehammer Games tolle Arbeit geleistet.

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Mehrspieler-Modus der Zukunft?

Spätestens seit dem ersten Teil der Modern Warfare-Reihe wissen wir, dass das Herzstück von Call of Duty der Multiplayer-Modus ist. Doch kann dieser auch in Advanced Warfare überzeugen?

Fürs Erste muss angemerkt werden, dass man auch im Mehrspieler-Part natürlich auf die Fähigkeiten der Exoskelette zählen darf. Diese sorgen, wie auch bereits im Singleplayer, für gelungene Abwechslung und actiongeladene Runden, die flüssig ablaufen. Doppelsprünge, schnell ausweichen, ein Schild benutzen. Alle diese Fähigkeiten sorgen für nötige Abwechslungen. Wer sich zu lange am Boden befindet, verliert ziemlich schnell. Hier heisst es also auf der Hut sein! Auch umfangmässig punktet Advanced Warfare. Der Spieler darf sich zwischen elf unterschiedlichen Spielmodi entscheiden. Altbekanntes (und Bewährtes), wie zum Beispiel Herrschaft, Suchen und Zerstören oder das beliebte Team-Deathmatch sind immer noch dabei und begehrt.

Auch Hardcore-Liebhaber kommen auf ihre Kosten. Leider stehen hier nicht so viele Modi zur Verfügung wie im normalen Multiplayer (lediglich vier Spielmodi), dennoch überzeugen diese. Zwei neue Spielmodi in Advanced Warfare verleihen dem Mehrspieler zudem auch eine frische Note. Die Modi sind unter den Namen Uplink und Momentum auswählbar. In Uplink müssen die Spieler eine ballförmige Sonde in die Zone des Gegners befördern. Je nachdem, wie der „Ball“ die Zone erreicht, werden bis zu zwei Punkte verteilt. In diesem Spielmodus muss man unbedingt auf seine Mitspieler zählen können, denn alleine hat man keine Chance. Der Spielspaß ist auf jeden Fall vorhanden, vor allem mit Freunden sorgt das Prinzip immer wieder für Lacher. In Momentum müssen nacheinander mehrere Flaggen erobert werden. Moment, das kennen wir doch schon? Genau, dieser Spielmodus ist bereits schon in World at War aufgetreten. Neben dem Einnehmen der Flaggen spielen natürlich auch die Abschüsse eine wichtige Rolle. Jenes Team, das am meisten Abschüsse nacheinander aufweisen kann, erlangt das „Momentum“. Damit können die Flaggen schneller eingenommen werden. Auch dieser Modus sorgt für actiongeladene und spannende Runden. Teambasierte, spannende Abende sind hier sicherlich garantiert.

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Auftrüsten und Karten

Wie schon seit jeher bekannt darf sich der Spieler auch in Advanced Warfare waffentechnisch aufrüsten. In diesem Menü sind uns auch mehrere Neuerungen aufgefallen, beispielsweise sind die Killserien nicht mehr auf die Anzahl der Kills beschränkt, sondern basieren auf den Punkten. Neben dem Aufrüsten der Waffen kann sich der Spieler auch mit der Verbesserung des Exoskeletts beschäftigen. Sledgehammer Games hat auch ein „Beute-System“ in das Spiel eingefügt. So werden während den Runden immer wieder Kisten auf der Map verstreut, die den Spieler mit zusätzlichen Inhalten versorgen. So befinden sich beispielsweise Ausrüstungsgegenstände oder Waffen mit (lustigen) Lackierungen in diesen Kisten.

Die Kartenvielfalt ist in Advanced Warfare solide. Trotz einiger Neuerungen, wie zum Beispiel einem Tsunami, der über Teile einer Map hinwegfegt, bleiben die Karten auf gewohnten Niveau. Ein wirklicher Zukunftssprung ist hierbei aber nicht gelungen. Ach ja, und ein Zombie-Modus ist in Advanced Warfare – Überraschung – NICHT enthalten. Ja, da kann mal wohl sagen: „Des einen Leid des anderen Glück.“. Hier wurde stattdessen ein Wellen-Modus eingebaut, der vor allem durch seine Schwierigkeit punkten kann. Die Spieler müssen bis zu 50 Wellen durchhalten, was schier unmöglich scheint. Besonders aktive Kommunikation mit seinen Spielpartnern ist immens wichtig, damit man sich nicht bereits nach einer Welle wieder im Hauptmenü wiederfindet. Der Modus ist spannend und vor allem actiongeladen. Dennoch, an die bewährten Zombie-Partien der Vorgänger kommt dieser Modus nicht ran. Es würde uns alerdings interessieren, wieso dieser Modus (Zonmbie)  nicht in Advanced Warfare enthalten ist. Schade!

Unser Fazit

89 %

Call of Duty: Advanced Warfare sorgt bei uns für Kopfzerbrechen. Zum Einen ist da die eher enttäuschende Story, zum Anderen der tolle Mehrspieler-Modus. Die Kampagne sorgt für eine Achterbahnfahrt, ein stetes Auf und Ab. Während die technischen Neuerungen, beispielsweise das Exoskelett oder die Zukunftsfahrzeuge wie der Schwebepanzer, durchaus für Abwechslung sorgen, können die Missionsabläufe nicht punkten. Diese sind teilweise derart vorhersehbar, dass die Lust an der Kampagne schon einmal flöten ging. Man ballert sich belanglos durch gegnerische Horden, wobei auch die KI nicht überzeugen kann. Doch genau wenn es einmal soweit war, gewollt oder nicht, bietet Sledgehammer Games mit den technischen Neuerungen nochmals die benötigte Abwechslung. Zumal auch die Inszenierungen wirklich toll aussehen. Kevin Spacey überzeugt in seiner Rolle als CEO einer Privatarmee, kann die Story aber nicht wirklich retten. Das Drehbuch ist jedoch solide und sorgt für gelungene Popcorn-Unterhaltung. Im optischen Bereich sind grafische Sprünge gegenüber Call of Duty: Ghosts nicht wirklich zu verzeichnen. Hingegen sehen die Rendersequenzen toll aus. Diese konnten auch schon vor dem Release in Trailern bestaunt werden, und auch im Hauptspiel sorgen sie optisch für ein ansprechendes Bild. Die Soundeffekte sind toll, endlich wurde hier einmal ein benötigter Sprung nach vorne gemacht. Während wir die Kampagne also mit einem befriedigenden Urteil abstempeln müssen, kann der Mehrspieler-Modus mehr als überzeugen. Und der rockt wirklich! Dank den Exoskeletten verfällt man schon früh in eine spannende „Akrobatik-Schlacht“. Spieler, die sich über längere Zeit auf dem Boden bewegen, werden schnell eine negative Bilanz aufweisen. Die Karten sind abwechslungsreich gehalten, teilweise muss der Spieler auch auf andere „Naturgewalten“ Acht geben, und nicht nur auf die Gegner. Die verschiedenen Modi sorgen für spannende Multiplayer-Kämpfe, vor allem punkten auch die beiden neuen Modi positiv. Insgesamt spielt sich der Multiplayer eleganter und vor allem schneller. Der Charakter kann seinen Vorstellungen angepasst werden und dank des frischen Menüs auch mit Zukunftswaffen ausstatten. Call of Duty: Advanced Warfare kann vor allem dank des Mehrspieler positiv punkten. Leider müssen wir klare Abstriche an der gesamt unbefriedigenden Story vornehmen.

Pro

  • + technische Neuerungen: Exoskelett
  • + Kevin Spacey als einer der Hauptprotagonisten
  • + fantastische Klangkulisse
  • + optisch hervorragende Rendersequenzen
  • + gewohnt solide Steuerung
  • + toller Mehrspieler-Modus
  • + abwechslungsreiche Maps
  • + verschiedene, spannende Spielmodi
  • + kein Zombie-Modus

Kontra

  • - technische Neuerungen leider nicht voll ausgereift
  • - Story mit vielen Abstrichen
  • - Zukunftsfeatures stehen nicht immer zur Verfügung
  • - Missionsabläufe sind vorhersehbar
  • - keine wirklichen grafischen Sprünge
  • - KI enttäuschend
  • - kein Zombie-Modus

Unsere Bewertung

Grafik
 
74 %
Sound
 
94 %
Steuerung
 
83 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
98 %
Spielspaß
 
84 %

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Kommentare

  • dave sagt:

    Kampagne find ich ziemlich öde bzw die Story.
    Was gut an diesem Spiel finde ist diesmal der Multiplayer der ziemlich gut gelungen ist.

    Nickname: tollka

  • Dan sagt:

    naja gut, kevin spacey rettet das game nicht. kampagne is wiedermal sehr kurz, der multiplayer überzeugt mich nicht. und der kampfanzug ist zwar eine nette idee, allerdings hätte man viel mehr aus dem game machen können. definitiv nicht mein lieblingstitel in der COD serie…

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