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Carcassonne – Test / Review (Switch)

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Veröffentlicht 10. Dezember 2018 | 17:58 Uhr von Alexander Winkel

Carcassone_switch-artwork

Passend zur nass-kalten Winterzeit werden wieder die gute alte Brettspiel-Klassiker aus dem Regal gekramt und mit der ganzen Familie oder Freunden einige genüssliche Runden im warmen Wohnzimmer gespielt. Asmodee Digital liefert uns mit Carcassonne für die Nintendo Switch ein „Spiel des Jahres“-Klassiker in rein digitaler Form, was durchaus seinen Reiz hat.

Die virtuelle Version von Carcassonne steht dem gleichnamigen Brettspiel-Klassiker von Klaus-Jürgen Werde in nichts nach und wird mit denselben Grundregeln gespielt. Greift ihr zur Switch-Variante, erhaltet ihr die Basisversion des Brettspiels plus zwei kleinere Erweiterungen, die den Spielfluss ein wenig beeinflussen und die Strategien etwas komplizierter halten. Zum einen sorgt fließendes Gewässer für Planungsschwierigkeiten, da der Fluss als alternativen Start gewählt wird. Darüber hinaus kann der Abt für einige gewiefte Extrapunkte sorgen, sofern dieser richtig in den Gärten und ähnliches eingesetzt wird. Weitere Zusatzpakete wie Wirtshäuser und Kathedralen werden als gesonderter Content im Store für weitere Münzen aus der realen Börse angeboten.

Carcassonne-Test-Review

Aktuell kann Carcassonne nur offline, dort jedoch mit bis zu 6 Spielern (der Controller bzw. die Switch wird einfach reihum weitergegeben) bzw. vier separaten Controllern, dann aber nur im Vierspielermodus, gespielt werden. Alternativ schaltet ihr KI Gegner in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden hinzu. Alleine gegen den Computer kommt aber bei weitem nicht der Spielspaß auf, den Carcassonne ansonsten auch als Brettspiel liefert, denn die KI ist sehr launisch. Darüber hinaus fordert diese oft längere Denkpausen, die auf den allgemeinen Spielfluss gehen. Es fehlt zudem einfach die Interaktion mit den Spielern, wenn man sich z.B. dank ausgefeilter Strategie in die Städte anderer einschleicht oder einige Bauern vom Feld haut bzw. die Punkte nicht alleinig an einen Spieler gehen – eben das, was ein normales Brettspiel einfach mit sich bringt.

Finden sich jedoch einige Mitstreiter am virtuellen Spielbrett ein, so überwiegen manche Vorteile gegenüber dem Original. Ihr müsst die Spielkarten nicht auspacken und danach auch nicht wieder verräumen und die Switch Version kommt auch mit einigen Hilfestellungen daher. Es wird die Anzahl der Restkarten angezeigt, ihr bekommt direkt Hinweise, wo Plättchen gespielt werden können und es ist unglaublich praktisch, dass kleine Schemen direkt anzeigen, wo die eigenen Figuren platziert werden dürfen. Denn das ist, je nach Fortschritt und Spielplan, manchmal nicht mehr so einfach einzusehen. Ist eine Wiese, Straße oder Stadt bereits besetzt, so kann man sich nur mit Tricks in diese einschleichen und auf geteilte Punkte hoffen. Die Helferlein lassen sich jedoch auch abschalten, um das Gefühl des originalen Brettspiels aufkommen zu lassen.

carcassonne-switch-screenshot-05

Praktisch ist natürlich auch, dass die Vergabe von Punkten und das Zählen dieser automatisch geschieht, auch nach Beendigung des Spiels durch das Legen des letzten Plättchens. Dann werden die Restpunkte wie auch die Bauern (Wiesen) durchgegangen und der Schlussstand verkündet. Schade nur, dass es keine Möglichkeit zur Eingabe eines eigenen Spielernamens gibt, so muss man sich mit Nummern zufrieden geben. Auch ein Onlinemodus fehlt noch, welcher zumindest in der Anleitung bereits Erwähnung findet. Über das weltweite Netz würde das Spiel sicherlich auch etwas mehr Spaß machen, wobei man auch hier die Mitstreiter wieder nicht sehen oder hören können wird.

Technisch ist Carcassonne sauber umgesetzt. Die Spielkarten sind originalgetreu gehalten, dadurch fehlt dem einen oder anderen vielleicht die Varianz. Auch sind die Animationen schick und passend, jedoch nicht so aufwendig, wie in manch anderen Brettspielumsetzungen, bei denen das Brett zum Leben erwacht. Die Kamera versucht für jeden Spieler eine optimale Sicht zu liefern, ist jedoch manchmal mit ihrem Zooms und Schwenks zu hektisch. Dabei ist Carcassonne ein recht entspanntes Spiel, bei dem man einfach auch mal in die mittelalterliche Welt eintauchen kann. Wer selber Hand anlegen möchte, wechselt die Ansichten und zoomt selber an die jeweiligen Stellen heran, um den nächsten Schachzug zu vollbringen. Untermalt wird das Spiel mit eingängigen und schönen Melodien, die passend zum Thema gehalten sind und auch nach einigen Stunden nicht auf die Nerven gehen.

 

carcasonne-switch-screenshot

Bild 1 von 7

Getestete Version: Nintendo Switch

 

Unser Fazit

68 %

Gemeinsam mit einigen Freunden macht Carcassonne auch virtuell einigen Spaß und bietet reichlich Vorteile: Man muss nichts aufbauen und wegräumen, das Spiel addiert automatisiert die Punkte und es gibt weitere Hilfestellungen. Insgesamt wurde das Brettspiel sauber umgesetzt und bietet dank einiger Animationen ein paar nette Details. Für Solospieler ist Carcassonne jedoch langweilig. Gegen die KI zu spielen ist nicht sonderlich zufriedenstellend, auch weil die Interaktion mit anderen Spielern verloren geht. Einen Onlinemodus bietet der Switch-Titel darüber hinaus (noch?) nicht. Um es abschließend zu bewerten: Ob ich nun das Brettspiel daheim entstaube oder zur Bildschirmvariante greife, ist einerlei. Mir persönlich würde das Brettspiel dann jedoch eher zusagen.

Pro

  • + Carcassonne macht auch in der virtuellen Variante Spaß. Einfach, simpel zu verstehen und doch ein strategisch interessantes Brettspiel.
  • + Erübrigt das Aufbauen und Wegräumen des Brettspiels.
  • + Viele Hilfestellungen mit automatisch berechneten Punkte, oder wenn Plättchen ausgespielt bzw. Figuren gesetzt werden.
  • + Bis zu sechs menschliche Teilnehmer möglich.
  • + Technisch sauber, optisch schön und akustisch angenehm umgesetzt.

Kontra

  • - Keine Eingabe von Spielernamen. Diese werden einfach von Spieler 1 bis Spieler n durchnummeriert.
  • - Momentan fehlt noch der Onlinemodus, welcher zumindest in der Anleitung erwähnt wird.
  • - Optisch wenig Varianz und etwas lebendiger hätte das Spielfeld ausfallen können.
  • - Die Kamera ist mit ihren schnellen Zooms und Schwenks manchmal unangenehm hektisch, was man bei einem Brettspiel nicht brauchen kann.
  • - Die KI Spieler (CPU Gegner) haben teilweise lange Denkpausen, die den Spielfluss hemmen.

Unsere Bewertung

Grafik
 
65 %
Sound
 
70 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
00 %
Multiplayer
 
75 %
Spielspaß
 
60 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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