Carrier Command: Gaea Mission - Test/Review - insidegames

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Carrier Command: Gaea Mission – Test/Review

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Veröffentlicht 30. Dezember 2012 | 22:11 Uhr von Fabrice

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Carrier Command ist eines der grossen, berühmten und ausgezeichneten Strategiespielen aus den 80er Jahren. Es hat Standards in der ganzen Industrie gesetzt und wer damals in den Genuss des Spiels kam schwärmt wahrscheinlich heute noch von der Tiefe, den Möglichkeiten und dem Gameplay des Spiels. Dieses Jahr wurde mit Carrier Command: Gaea Mission eine Neuauflage des Spiels auf den Markt gebracht, welche auch auf der PS3 und der Xbox 360 erschienen ist.

X-Com Enemy Unknown hat bereits eindrucksvoll gezeigt das Strategie auch auf der Konsole absolut machbar ist und enormes Suchtpotential verbreiten kann. Phillip hat der Konsolenversion in unserem Test hervorragende 88% bescheinigt und das macht Hoffnung das in Zukunft auch Konsoleros vielleicht vermehrt in den Genuss dieses Genres kommen können. Carrier Command: Gaea Mission ist zwar spielerisch nicht wirklich mit X-Com vergleichbar, doch zumindest grob geht es in die selbe Richtung. Qualitativ schlägt es jedoch eine komplett andere Richtung ein und macht eine Crashlandung sondergleichen. Wir haben uns an der Xbox 360 Version versucht und können nur von Frust, Frust und noch viel mehr Frust berichten!

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Auf zu neuen Welten

In einer düsteren Zukunft hat die gute alte Erde schon bessere Zeiten gesehen. Die UEC, United Earth Coalition, und die APA, die Asian Pacific Alliance, liefern sich heftige Schlachten und besonders das Trinkwasser geht zur Neige. Glücklicherweise wurde in den Weiten des Alls der Mond Taurus gefunden. Eine wunderschöne, florierende Umgebung auf welcher es genau das gibt was die Menschen brauchen: neue, frische Ressourcen. Da die UEC auf der Erde langsam die Luft ausgeht, muss sie Taurus vor der APA erobern und für sich beanspruchen, denn sonst sieht es für die Menschen unter der Koalition ganz düster aus.

Man hat das Gefühl die Geschichte schon etwa hundert mal gehört zu haben? So fühlt es sich auch an! Es ist ein wildes Durcheinander von gesichts- und charakterlosen Figuren für welche man sich einfach nicht begeistern kann. Es ist Krieg, zwei Fraktionen bekämpfen sich und das wars eigentlich auch schon. Die Geschichte ist lahm, uninteressant und selbst wenn man ihr folgen möchte, ist das sehr schwer machbar.

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Trägerkommandanten angetreten

Nur weil die Geschichte nicht wirklich interessant ist, heisst das ja noch lange nicht das es spieltechnisch auch flach fällt? Das ist zwar wahr, doch Carrier Command: Gaea Mission wählt mit der Eröffnungssequenz wohl den unpassendsten Start in ein Videospiel in der letzten Dekade. Obwohl man es generell mit einem Strategiespiel zu tun hat, wird man in eine Ego-Shooter Sequenz geworfen. Und diese ist weder gut gemacht noch spielt sie sich anständig. Die Steuerung ist unbeschreiblich schlecht und es fühlt sich an als würde die Spielfigur über den Boden gleiten, nicht laufen. Wieso man sich dazu entschieden hat diese schreckliche Szene an den Beginn des Spiels zu setzten ist absolut schleierhaft, hat sie doch rein gar nichts mit dem eigentlichen Kern des Spiels zu tun. Ob nun Kenner des Originals oder Neueinsteiger, so ein Mist kann einfach niemandem Spass machen.

Hat man diese Monstrosität endlich hinter sich gelassen, wird man endlich in das eigentliche Spiel eingeführt. Als Kommandant eines Trägers (der titelgebende Carrier) muss man auf einem Archipel das mehr als 30 Inseln umfasst die Gegner bezwingen, Ressourcen sammeln, Dinge herstellen und schlussendlich den feindlichen Carrier versenken. Das macht man mit bis zu acht Einheiten welche auf dem Carrier Platz finden. Einerseits gibt es den Walrus, einen amphibischen Panzer und andererseits den Mantis, eine fliegende Angriffseinheit. Von jedem Typ kann man bis zu vier Einheiten haben und mit diesen Missionen auf den Inseln erledigen. Dort muss man oft kleinere Basen zerlegen, feindlichen Versorgungslinien zerstören und schlussendlich das Kommandozentrum hacken um die Inseln für sich zu beanspruchen. Diese Missionen sind zwar abwechslungsreich gestaltet, spielerisch sind sie aber fast schon unspielbar.

Carrier Command hat seinen Wurzeln als Strategiespiel und als solches möchte auch Carrier Command: Gaea Mission angesehen werden. Auf einer taktischen Karte kann man seinen Einheiten Befehle geben, Wegpunkte setzten und sollte sich entspannt zurücklehnen können wenn man denn alles richtig plant. Das ist aber ganz und gar nicht der Fall. Das wohl grösste und offensichtlichste Problem ist die fürchterliche künstliche Intelligenz der eigenen Einheiten. Diese sind nicht in der Lage den gesetzten Wegpunkten zu folgen. Mal bleiben sie einfach stehen und machen gar nichts (gerne auch wenn sie unter feindlichem Beschuss von allen Seiten stehen), sie bleiben an winzigen Erhöhungen hängen oder schaffen es nicht von alleine einem Baum auszuweichen wodurch sie minutenlang immer wieder in diesen hinein fahren. Glücklicherweise kann man jeweils die direkte Kontrolle über eine der Einheiten übernehmen, was aber oft auch nicht wirklich hilfreich ist. Die Steuerung der Fahrzeuge ist nämlich auch unterirdisch und die Kämpfe, ob nun zu Land, zu Wasser oder in der Luft, machen einfach keinen Spass. Man hat nicht das Gefühl einen Panzer oder einen Jet zu steuern, sondern fühlt sich in den Sandkasten zurückversetzt wo man mit Plastikfiguren gespielt hat.

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Unglaublicher Tiefgang

Es ist extrem schade das das Gameplay an sich so unterirdisch ist, denn unter der Haube bekommt man einiges geboten. Hat man erst einmal ins Spiel gefunden, einige Inseln erobert und angefangen Ressourcen zu sammeln, bekommt man nämlich richtig viel geboten. Auf dem Carrier können neue Sachen produziert werden, wodurch die eigenen Einheiten mit neuen Waffen, besserer Panzerung oder neuen Fähigkeiten ausgestattet werden können. Ressourcen müssen jedoch zuerst transportiert, dann gelagert und natürlich auch verarbeitet werden. Es bietet viel Tiefgang und Möglichkeiten zu experimentieren, doch viele Leute werden diesen Aspekt des Spiels wohl gar nie zu Gesicht bekommen da sie sich nicht so lange mit dem Spiel herum schlagen wollen.

Glücklicherweise hat man die Wahl zwischen zwei Spielmodi: der Kampagne und dem Strategiemodus. Die Kampagne ist im Prinzip nicht viel mehr als ein viel zu langatmiges Tutorial das einen mit allen Feinheiten vertraut macht, wobei es viel zu lange dauert bis man zu interessanten Dingen kommt. Verbunden mit der schnöden und doofen Geschichte ist die Kampagne eher Frust als Spass. Der Strategiemodus macht da vieles besser. Nachdem man grundlegende Einstellungen wie Anzahl der Inseln, verfügbare Einheiten und Stärke der Gegner bestimmt hat, wird man direkt auf seinen Carrier geworfen und muss versuchen den Feind zu besiegen in dem man entweder alle Inseln einnimmt oder dessen Träger versenkt. Jede Insel bietet andere Vorteile und Ressourcen, es scheint fast so etwas wie Brillanz durch die Oberfläche des Spiels. Doch dann kommt man leider wieder an das Gameplay an sich und nervt sich unglaublich an der selten dämlichen K.I. der eigenen Einheiten die zu doof wären eine riesige Wand aus zwei Metern Distanz zu treffen.

Unverständlicherweise wurde zudem komplett auf einen Mehrspielermodus verzichtet. Man kann weder gemeinsam noch gegeneinander spielen, was einfach keinen Sinn macht. Es wäre so schön gewesen zusammen Missionen zu erledigen, könnte man doch auf diese Weise die strunzdumme K.I. umgehen und direkt in den Kampf ziehen. Auch ein fröhliches Gegeneinander ist nicht möglich. Wieso? Das können wohl nur die Entwickler beantworten.

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Doof, doof, doof

Grafisch wird einem etwa das geboten was man nach dem Rest des bereits geschriebenen erwarten darf: matschige Texturen, billige Effekte wie Explosionen von vor 5 Jahren und häufige Pop-Ups wohin das Auge reicht. Eigentlich schade denn die Flora der verschiedenen Inseln wurde eigentlich hübsch gestaltet und auch das Design der Einheiten ist gar nicht mal so schlecht. Ein Tag- und Nachtwechsel und tolle Wetter- und Wassereffekte sind auch akzeptabel anzusehen. Zudem sind die Zwischensequenzen der Kampagne gar nicht schön anzusehen und von den Charaktermodellen der Menschen wollen wir erst gar nicht anfangen. Erinnert ihr euch noch an den anfangs erwähnten Ego-Shooter Teil? Nein? Ok, nicht weiter verwunderlich aber dieser sieht auch noch miserabel aus! Ständige Ruckler, unsichtbare Wände an jeder Ecke und das Gefühl man hat es mit einem Spiel aus der letzten Konsolengeneration rauben sämtlichen Spielspass. Die Sprachausgabe ist mittelmässig und ohne Seele, genauso wie die Musik und alles andere was aus Lautsprechern oder Kopfhörern auf einen nieder prasselt. Oft werden Missionsziele falsch oder nicht gut genug erklärt, wodurch man erst ewig ausprobieren muss was es zu tun gibt. Und haben wir schon erwähnt das die künstliche Intelligenz der Einheiten so schlecht ist das wir uns gar nicht an etwas vergleichbares auf dieser Konsole erinnern können? Eigentlich schon, wir wollten es einfach nur noch einmal erwähnen.

Unser Fazit

33 %

Ganz tief in den Innereien von Carrier Command: Gaea Mission steckt Tiefe und ein durchdachtes Strategiespiel. Doch aufgetürmt auf diesen coolen, interessanten und netten Ideen türmen sich Fehler, Frust und schlechtes Design auf. Alleine die fürchterliche, schreckliche und unterirdische künstliche Intelligenz schafft es den Spass aus den Spiel zu saugen wie ein Vampir der seit Jahrtausenden kein Blut mehr bekommen hat. Verbunden mit einer doofen Story in der Kampagne, einem fehlenden Mehrspielermodus und dem wohl schlechtesten Start in einer ganzen Dekade von Videospielen haben wir es hier mit einem Fehlschlag und einem Schlag ins Gesicht für alle Liebhaber des Originals zu tun.

Pro

  • Eigentlich vorhandene Tiefe
  • Schönes Design
  • Strategiemodus

Kontra

  • Furchtbare, unterirdische künstliche Intelligenz
  • Doofe Story
  • Kampagne = Überlanges Tutorial
  • KEIN Mehrspielermodus
  • Mässige Grafik
  • Miese Sprachausgabe
  • Haben wir die künstliche Intelligenz schon erwähnt?
  • Ego-Shooter Abschnitte eine Schande
  • Künstliche Intelligenz!

Unsere Bewertung

Grafik
 
56 %
Sound
 
39 %
Steuerung
 
41 %
Gameplay
 
29 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
24 %

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