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Catherine – Review/Test

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Veröffentlicht 20. Februar 2012 | 8:47 Uhr von Goreminister

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In Japan und den USA ist das irrwitzige Adventure-Puzzle-Jump n ´Run Catherine bereits ein alter Hut, doch dank Publisher Deep Silver kommen nun auch die europäischen Spieler in den Genuss des ersten HD-Titels aus dem Hause Atlus. Wir haben uns das Beziehungsdrama einmal genauer für euch angesehen und sind in die albtraumhafte Welt des Protagonisten Vincent abgetaucht…

Eine unheilvolle Dreiecksgeschichte
Im Falle von Catherine bekommt es der Spieler wahrlich nicht mit dem üblichen Videospiele-Einheitsbrei zu tun. Das wird schon kurz nach dem Vorspann und der Einleitung klar, die gleich zu Beginn auf eine sehr krude Geschichte schließen lässt. Dabei kommen die Entwickler ohne Action, übertriebene Gewaltszenen oder überkandidelte Inszenierungen aus, sondern beschränken sich einfach auf eine gute, fesselnde Geschichte. Ja, auch dies gibt es heutzutage noch. Im Zentrum dieser Geschichte steht Vincent, ein 32-jähriger Büroangestellter, der ein normales, ruhiges Leben zusammen mit seiner Freundin Katherine führt. Als er in seiner Stammkneipe „Stray Sheep“ eines Abends einer mysteriösen blonden Dame begegnet, ist es mit der Idylle allerdings schlagartig vorbei. Sein Geist mag stark sein, doch das Fleisch mehr als willig und so kommt es wie es kommen muss und die beiden landen zusammen in der Kiste. Dieser Seitensprung stellt sich als gigantischer Fehler heraus, denn fortan quälen den Fremdgeher bizarre Albträume, in denen er sprichwörtlich ums Überleben kämpfen muss. Stirbt er im Traum, ist es auch in der Realität um ihn geschehen. Untermauert wird diese Theorie durch diverse Todesfälle, von denen die örtlichen Medien immer wieder berichten und die seine Hoffnungen auf Erlösung nicht gerade schüren. Als sich dann noch herausstellt, dass die unbekannte Blonde ebenfalls auf den Namen Catherine hört ist das Verwirrspiel perfekt und das Spiel nimmt seinen Lauf.

Fortan stellen sich dem Spieler eine Vielzahl an Fragen; Kann Vincent den Seitensprung vor seiner Freundin verheimlichen? Soll er ihr seinen Fehler einfach gestehen? Wie reagieren seine Freunde auf dieses Fehlverhalten? Wird er die tödlichen Albträume überleben? Oder Agiert vielleicht eine Person im Hintergrund und ist Schuld an seinem Dilemma? All diese Fragen werden gleich in den ersten Spielstunden aufgeworfen und sorgen dafür, dass der Spieler sein Joypad wohl erst dann wieder loslässt, wenn alle Fragen geklärt wurden. Catherine ist ein sehr storylastiges Spiel, doch wurde diese sehr gut in Szene gesetzt, so dass auch Puzzle-Muffel wohl nur schwerlich aufhören können, sondern unbedingt wissen möchten, welchen Ausgang das Drama nehmen wird. Dabei wird man immer wieder vor Entscheidungen gestellt, die den Ausgang der Geschichte maßgeblich beeinflussen. Welches der unterschiedlichen Enden man schlussendlich zu Gesicht bekommt, hängt viel von den Antworten ab, die man gegenüber Menschen in seiner Umgebung oder im „Beichtstuhl“ der Albtraumsequenzen tätigt. Ohne spoilern zu wollen können wir an dieser Stelle sagen, dass dieses Spiel nicht zwangsweise auf ein Happy End zusteuert und euch vielleicht sogar mit einem melancholischen Grundgefühl allein lassen wird…

Schafe zählen mal anders
Wie bereits kurz angerissen, ist das Gameplay des Spiels in zwei grundlegende Kategorien unterteilt. Zum Einen gibt es den Adventure-Teil im „Stray Sheep“, in dem es gilt mit diversen Menschen zu kommunizieren und zum Anderen gibt es den Jump ´n Run Part innerhalb von Vincents Albträumen. In Vincents Lieblingskneipe sprecht ihr mit euren besten Freunden, bestellt Getränke, könnt mit anderen Gästen kommunizieren, SMS schreiben oder das beliebte Videospiel „Rapunzel“ zocken. In erster Linie geht es aber in den Gesprächen darum, die Geschichte weiter voran zu treiben und einen Ausweg aus der Misere anzustreben. Untermalt wird dies immer wieder von diversen Zwischensequenzen die oftmals nach dem Verlassen des Stray Sheep oder am kommenden Morgen aktiviert werden.

Der wirklich wichtige Spielpart sind jedoch die Traumsequenzen in denen ihr um euer Leben klettern und große Ansammlungen von Blockgebilden überwinden müsst, wobei das Ganze ein klein wenig an den Klassiker Q-Bert erinnert. Das Spielprinzip klingt recht einfach, gestaltet sich aber oftmals durchaus knifflig. Ihr müsst stets dafür Sorge tragen, dass die verschobenen Blöcke Treppen bilden mit deren Hilfe ihr weiter nach oben in Richtung Freiheit klettern könnt. Blöd nur, dass sich die Stufen unter euch nach und nach in Luft auflösen und ihr nicht alle Zeit der Welt habt, um die Blöcke in die richtige Position zu verschieben. Rätselt ihr zu lang verliert ihr den Boden unter den Füßen und stürzt in die Tiefe. Um die Sache noch spannender zu gestalten gibt es zudem unterschiedliche Formen von Blöcken. Manche beinhalten ein Trampolin, während andere aus Eis bestehen, so dass man im schlimmsten Fall über eine Kante schliddert. Wiederum andere können nicht verschoben werden und manche lösen Explosionen aus, so dass die umliegenden Steine zerbröseln. Richtig übel wird es jedoch, wenn Vincent in den „Boss-Sequenzen“ von grässlichen Kreaturen verfolgt wird, während er die Stufen zum erlösenden Glück hinaufklettert. Mal wird er von einem ungeborenen Baby, manchmal sogar von seiner Liebsten verfolgt und muss noch schneller und effektiver Klettern um nicht den Halt zu verlieren, was in mitunter hektischen Situationen endet. Dabei ist das grundlegende Spielprinzip so simpel wie genial und macht förmlich süchtig, auch wenn man des Öfteren ins Gras beißt. Viele Spieler werden sicherlich vom Ehrgeiz gepackt und wollen jede noch so schwierige Stufe erklimmen, damit man dem Verlauf der Geschichte weiter folgen kann.

Gehörte Anime-Schafe
Optisch bietet sich dem geneigten Spieler eine schicke Anime-Optik, die zum skurrilen, japanischen Gameplay des Titels passt. Während man im „Stray Sheep“ eine detaillierte Umgebung und hübsche Animationen aller Protagonisten geboten bekommt, gestaltet sich die Grafik im Jump ´n Run Teil eher pragmatisch. Das soll ganz und gar nicht abwertend klingen, da die Übersicht somit stets gewährt ist und es zu keinerlei Aussetzern in der Bildrate, Pop Ups oder sonstigen Grafikfehlern kommt. Ruckler während der „blockigen“ Action wären gar unverzeihlich gewesen, doch wird der Spieler davon zu 100% verschont. Unterm Strich wird der Grafikstil der obskuren Spielidee und dem gelungenen Charakterdesign mehr als gerecht und sollte den Fans japanischer Spielkunst zusagen. Vor allem weil die Zwischensequenzen mitunter sehr lang ausfallen und immer filmreif in Szene gesetzt wurden, so dass sicherlich keine Langeweile aufkommt.

Musikalisch hingegen dümpelt Catherine ein wenig vor sich dahin. Anstelle von pompösen Musikstücken, schallen Easy Listening Klänge aus den Lautsprechern, die sich aber keine Blöße geben. Doch möchte man ein solches Spiel auch mit einem 120-köpfigen Orchester untermalen? Das würde dann doch etwas zu übertrieben wirken. Von daher passt der Soundtrack in seiner Form durchaus zum Geschehen, auch wenn er sich vornehm zurückhält und mehr Raum für die Protagonisten und deren Gespräche bietet. Dieser Raum ist auch von Nöten, denn schließlich bekommen wir eine Menge an Dialogen zu Ohren , die allesamt gut, interessant und vor allem spannend geschrieben wurden. Eine deutsche Synchronisation ist zwar nicht vorhanden, doch wurde alles mit entsprechenden Untertiteln versehen.

Unser Fazit

87 %

Catherine ist eine erfrischende Abwechslung vom actionreichen Videospielalttag und bietet euch ein Beziehungsdrama, dass ihr so schnell nicht vergessen werdet. Wer sich auf die eher ungewöhnliche und vor allem mutige Spielidee einlässt, wird dafür mit einer spannenden Geschichte inklusive diverser Wendungen, authentischen Charakteren und einem süchtig machenden Gameplay belohnt. Wer jedoch Action, Gewalt und Zerstörung erwartet wird in Catherine sicherlich nicht fündig, da der frivole Adventure-Jump ´n Run-Titel eher leise Töne anspricht. Diese zurückhaltenden Töne wurden jedoch hervorragend inszeniert und mit einer Prise Erotik garniert, die zu keiner Zeit plump in Szene gesetzt wird, sondern die grundlegende Seitensprungthematik gekonnt zu stützen weiß. Wer also den Mut besitzt und einmal ein etwas anderes Videospiel erleben möchte, der kann getrost zugreifen, da sich hinter Catherine eine erfrischend neue Kombination zweier Genres verbirgt.

Pro

  • Frische Spielidee
  • Schicke Anime-Grafik
  • Fesselnde Geschichte
  • Mehrere Endsequenzen
  • Interessante Charaktere
  • Gute, englische Synchronisation
  • Filmreif inszenierte Zwischensequenzen
  • Lange Spieldauer von rund 10-12 Stunden

Kontra

  • Nur zwei Handlungsspielorte
  • Keine deutsche Synchro
  • Teilweise sehr schwer
  • Lange Ladezeiten

Unsere Bewertung

Grafik
 
79 %
Sound
 
80 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
87 %
Multiplayer
 
%
Spielspaß
 
87 %

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