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Cities Skylines: Xbox One Edition – Test / Review

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Veröffentlicht 12. Juni 2017 | 15:40 Uhr von Alexander Winkel

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Skeptische Blicke erntete Microsoft zurecht, als Cities Skylines als Xbox One Edition auf der E3 angekündigt wurde. Aufbau-Simulationen auf Konsolen haben es immer schwer, da vor allem die fehlende Maus und Tastatur nur kaum durch ein Gamepad zu ersetzen ist. Dementsprechend zurückhaltend sind wir an den Test des SimCity Klons gegangen und wurden doch sehr positiv überrascht. Entwickler Tantalus Media hat sämtliche Dinge für einen gelungen Konsolen-Port bedacht und liefert somit denselben Spielspaß der ursprünglichen Fassung auch auf der Xbox One ab!

Es war sicherlich keine leichte Aufgabe für die Australier, das renommierte Aufbau-Spiel Cities Skylines an die Gegebenheiten einer Konsole anzupassen. Bei einem solchen Port sind durchaus einige Dinge zu beachten, die so mancher Entwickler zum Ärgernis des Gamers gerne unter den Tisch fallen lässt. Das beginnt bereits bei der Schriftgröße, die gern mal winzige Ausmaße annimmt. In Cities Skylines wird der angehende Bürgermeister zahlreiche Hilfstexte lesen, Statistiken wälzen und vor allem in zahlreichen Menüs Einstellungen zu Steuern, Ausgaben und Gesetzen vornehmen müssen. Im Gegensatz zum PC sitzen die Spieler zudem deutlich weiter weg vom Bildschirm und vor allem bei kleineren HD-TVs sorgen die oft filigranen Schriften für Kopfschmerzen. Cities Skylines kommt jedoch mit angenehm großer Schrift daher, ohne dass man die Augen zusammenkneifen muss.

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Lesbarkeit ist das eine, die Bedienbarkeit eine weitere Hürde, die es zu meistern gilt. Die Menüleiste am unteren Rand ist aber ebenso optimal umgesetzt und nach anfänglicher Eingewöhnung recht flott zu bedienen. Die verschiedenen Kategorien wie Straßenbau, Hausbau und Sondergebäude sind schnell erreicht und zusätzliche Hilfstexte informieren den Städtearchitekten über Hürden und Stolpersteine und was zu beachten ist. Anfänglich arbeitet man sich durch ein Straßennetz. Die zahlreichen Varianten von einfachen Schotterpisten bis zu mehrspurigen Einbahnstraßen lassen sich dank der automatisierten Rasterung schnell platzieren. Kurven bietet Cities Skylines ebenso mit einem Automatismus an und selbst unter die Erde kommt man schnell. Auch die Wasser- und Stromversorgung für die zukünftige Metropole ist schnell verlegt.

Die Arbeiten in der Xbox One Edition gehen erstaunlich schnell von der Hand und dank mancher Shortcuts vollführen Profi-Bürgermeister nahezu unglaubliche Strategien. Cities Skylines macht es dem Entwickler aber auch einfach, denn der Aufbau einer eigenen Stadt ist intuitiv und recht einfach gehalten. Zuerst kümmert wir uns um die Infrastruktur, damit Autos von den Autobahnen in die Vorstadt und zu den Fabriken können. Sind entsprechende Straßen verlegt, können angrenzende Gebiete schnell in Wohn- (grün), Gewerbe- (blau) oder Industrie-Zonen (gelb) eingeteilt werden und die Bauarbeiter schaffen von selbst das nötige Material an, um Häuser und Fabriken zu erreichten. Alsbald erreichen die ersten Siedler die neue Stadt und bevölkern mit ihren kleinen Fahrzeugen bereits die Straßen.

Die Bedürfnisse der einfachen Einwohner steigen jedoch recht schnell an und zusätzliche Schulen, Feuerwehr, Polizei, Krankenhäuser und zahlreiche weitere Institute müssen errichtet werden. Wiederum unterstützt Cities Skylines den Architekten der Metropole und liefert farblich optimalen Überblick über die Reichweite und Abdeckung der jeweiligen Einrichtungen. Damit kann optimal geplant werden. Ähnlich komfortabel lassen sich später erhältliche Buslinien und Taxi-Routen oder ähnliches planen. Das Spiel unterstützt den Bürgermeister mit zahlreichen und nur selten fehl leitenden Automatismen, um ein möglichst komfortables Erlebnis vor dem TV-Screen zu haben. Dies war bereits in der PC-Version schon sehr gelungen und wurde optimal auf das Gamepad angepasst und fehlerfrei auf der Xbox One umgesetzt.

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All dies wird uns aber erst nach und nach zugänglich gemacht, in dem Moment auch optimal erläutert und auf Neuigkeiten hingewiesen, so dass der Hobby-Bürgermeister niemals überfordert wird und selbst nach vielen Stunden immer wieder etwas Neues auf den Plan kommt. Der kleine Ort wird mit weiteren Bereichen der Karte erweitert, so dass eine Millionen-Metropole auf ca. 30 Quadratkilometer kein Problem mehr darstellt. Schiffe, Flugzeuge, diverse Monumente und zahlreiche weitere Extras stehen an, um die Bürger zu beglücken und diverse Probleme in einem solchen Moloch zu lösen.

Cities Skylines macht aber hier noch nicht halt, denn wer Abseits des Baubooms sämtliche weiteren Menüs durchforstest, wird nicht nur auf zahlreiche Statistiken mit reichlich Zusatzinfos treffen, sondern auch viele Menüs, um die Stadt zu verwalten. Immerhin muss man sich selbst um solche Kleinigkeiten wie die Müllabfuhr und das Recycling von Waren kümmern. Da wundert es nicht, dass mit wenigen Handgriffen Teile der Stadt in Bezirke eingeteilt werden können. Jeder einzelne lässt sich wiederum individuell verwalten. Sollen die Bewohner eher auf Räder umsteigen, so investieren wir in mehr Radwege. Wir können bestimmen, dass Bezirke raucherfreie Zonen sein sollen oder dass die Bewohner bewusst auf Mülltrennung achten müssen. Auch Sparsamkeit kann man ihnen auferlegen und so den einen oder anderen Euro selber in die Tasche wirtschaften. Aber auch an der Steuer kann man Schrauben, um die Metropole attraktiver zu gestalten bzw. das Konto zu befüllen.

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Einige Probleme tauchen jedoch auch in der Xbox One Edition auf, die meisten bereits aus dem Original geerbt. Insgesamt ist Cities Skylines nicht sonderlich schwer. Es mag äußerst komplex wirken und bietet tatsächlich unglaublich viele Möglichkeiten vor allem in den Einstellungen, jedoch ist es nicht sonderlich schwer, positive Zahlen zu schreiben. Sobald man die ersten anfänglichen Hürden überwunden hat, dürften diese im grünen Bereich liegen. Manche Dinge erfordern dennoch Geduld und manchmal muss man den Gürtel auch etwas enger schnallen, um Ziele zu erreichen. Da hilft es dann die Spielgeschwindigkeit in eine von drei Stufen einzustellen. Katastrophen gibt es jedoch keine, die unverhofft ein riesiges Loch in den Geldbeutel schlagen würden. Jedoch stößt man auf alltägliche Probleme. Plötzliche Seuche lassen die Bewohner erkranken oder die Müllberge in den Deponien quellen über bzw. die Plätze auf den Friedhöfen gehen zu neige. Immer wieder gibt es eine kurze kleine Krise, die im Allgemeinen jedoch schnell behoben ist.

Weitere Probleme liegen in manchen vorgegebenen Automatismen. Die Bewohner gehen ihrem üblichen Alltag nach. So tummeln sich vor allem morgens und abends zahlreiche Autos auf den Straßen und häufig kommt es auch dank manch dubioser Verkehrsregel zu riesigen Staus. Eigene Buslinien oder ähnliches behindern den Verkehr bzw. auch die Müllwagen, die keine alternative Routen planen. Umso größer die Metropole wird, umso eher kommt die mittlerweile ein paar Jahre alte Hardware der Xbox One dann auch noch ins Schwitzen. Anfänglich läuft Cities Skylines flüssig und selbst wenn die Kamera bis in die Straßen hinein gezoomt wird, lässt sich der Titel nichts anmerken. Hat die Stadt aber eine gewisse Größe erreicht, so kommt es gelegentlich dann doch zu Performance-Einbrüchen. Aber auch kein Wunder, denn die Details sind recht hoch und als Bürgermeister kann man schon recht stolz auf diesen Wald an Betonbauten blicken. Es ist eine wahre Freude, Screenshots der Metropole zu machen, vor allem wenn dank Sonnenuntergang das Licht eine diffuse Farbe annimmt und die Lichter der Häuser, Straßenlaternen und Autos angehen.

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Unser Fazit

85 %

Cities Skylines: Xbox One Edition ist tatsächlich ein hervorragendes Aufbau-Spiel für die Xbox One geworden, welches sich prima steuern lässt und auch nicht an winzigen Schriften kränkelt. Letzteres kommt leider in letzter Zeit häufiger vor und umso erfreulicher, dass wir bei Cities Skylines keine Kopfschmerzen bekommen bzw. keine Lupe brauchen. Der Städtebau ist zudem äußert intuitiv dank zahlreicher Automatismen. Zu viel nimmt uns der Titel aber dann doch nicht ab. Es wirkt dank auch zahlreicher zusätzlicher Dinge wie Institutionen und den vielen Einstellungen doch angenehm komplex. Zudem weiß der Titel den Hobby-Bürgermeister bei der Laune zu halten, da immer wieder kleine Häppchen hinzukommen. Neue Gebäude, neue Spielmöglichkeiten, neue Einstellungen. So bleibt immer etwas zu tun und das langanhaltend und motivierend. Letztendlich ist es nur der Schwierigkeitsgrad, der tendenziell zu niedrig ausfällt und so manch technisches Problem, was sich vor allem bei größeren Städten dann doch noch äußert. Dies trübt den Spielspaß aber nur minimal. Daher eine klare Kaufempfehlung für alle Aufbau-Fans, die abseits des PCs auch gerne mal im Wohnzimmer Hand anlegen möchten.

Pro

  • + Steuerungstechnisch hervorragend auf das Xbox One Gamepad angepasst.
  • + Unglaublich intuitiver Einstieg in ein doch angenehm komplexes Aufbau-Vergnügen.
  • + Riesige Städte möglich, die auch optisch noch einiges her machen.
  • + Neben üblichen Bauvorhaben gibt es zahlreiche zusätzliche Dinge wie U-Bahn, Müllabfuhr und andere Dinge, um die man sich kümmern muss.
  • + Zahlreiche Statistiken und zusätzliche Optionen zum Beispiel in Steuer, Marketing und ähnlichem.
  • + Motivierendes Belohnungssystem liefert immer wieder neue Möglichkeiten für den Ausbau der Metropole.
  • + Herrlich entspannendes Spiel auch dank angenehmer Hintergrundmusik.

Kontra

  • - Eine grüne finanzielle Bilanz am Jahresende ist keine wirkliche Kunst.
  • - Kaum wirklich große Herausforderungen wie Katastrophen oder ähnliches, die plötzlich ein Loch in die Stadtplanung reißen können.
  • - Verkehrsfluss ist nicht immer optimal zu regeln und den Automatismen fehlen zudem Alternative Lösungen.
  • - Umso größer die Stadt wird, umso mehr bringt der Titel die Hardware ins Schwitzen, was sich durchaus in der Performance bemerkbar macht.

Unsere Bewertung

Grafik
 
80 %
Sound
 
75 %
Steuerung
 
85 %
Gameplay
 
85 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
85 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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