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Cloudberry Kingdom – Xbox Live Arcade Test / Review

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 11. August 2013 | 20:35 Uhr von Manuel

Cloudberry Kingdom

Für 800 MS Points eine Neuerscheinung auf dem Xbox Live Marktplatz zu ergattern ist mittlerweile gar nicht mehr so einfach, aber nicht unmöglich. Gerne nutzen Indie-Entwickler die Möglichkeit mittels angenehmerem Preis ihr Spiel ansprechender aussehen lassen zu wollen. Ob das jetzt nun Eins-zu-eins bei Cloudberry Kingdom der Fall ist, wissen wir nicht, aber es sollte auch egal sein. Hinter dem Spiel versteckt sich zumindest ein mutiges Jump’n Run, über das man so sicherlich nicht mehr jeden Tag stolpert. In unserem Test erfahrt ihr, ob die Punkte, so lange es sie noch gibt, gut investiert sind oder ob man lieber die Finger von Cloudberry Kingdom lassen sollte.

Jump around!

Im Kern ist Cloudberry Kingdom genau das was man unter einem Jump’n Run versteht. Stellenweise wird es sogar mit dem “jump, jump, jump” übertrieben, aber wer das Spiel überstehen will braucht einfach ungemein schnelle Reflexe, und oft auch eine Portion Vorahnung. Alleine der Vorspann hinterlässt einen satten Eindruck darüber was die Entwickler von Pwnee für einen Trip durchlebt haben. Anfangs denkt man sich dann echt noch, dass das Intro nur eine Zusammenfassung über alle Level ist, aber das ist nicht so. Irgendwann wird es wirklich so kommen, und man fragt sich wiederholt was bei den Entwicklern für Gedanken stattgefunden haben. Den Schwierigkeitsgrad als Spielprinzip zu nutzen kennt man aber auch aus anderen Titeln wie z.B. Dark Souls oder Super Meat Boy.

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Story + Jump’n Run = Fehlanzeige?

Eine Story in einem Jump and Run unterzubringen ist nicht ganz einfach, zwar zeigen Super Mario und Co. regelmäßig wie es geht, aber bei Cloudberry Kingdom steht nicht unbedingt eine fesselnde Story im Mittelpunkt. Fast wie immer geht es um einen Bösewicht, eine Prinzessin und einen Helden der die Tante retten soll, und das wären dann mal wieder wir. Mehr gibt es dazu nicht zu erzählen. Die sehr seltenen Videos vertiefen das Thema kein bisschen, und man wird dementsprechend schnell in die Spielwelt geschmissen.

Davor steht noch eine witzige Charakterwahl im Weg, aber was heißt Charakterwahl. Viel mehr hat man die Möglichkeit seinen Charakter zu personalisieren. Entweder man wählt aus vorgegebenen Varianten, oder erstellt sich alles nach dem eigenen Geschmack. Daher kann es gern mal passieren, das man Afro mit Rauschebart mischt oder ein Hirschgeweih mit Zaubererkostüm. Die extremsten Fälle lassen dann als Kopf auch gern mal ein Gehirn oder einen brennenden Feuerball über den Bildschirm flimmern.

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Von schwerwiegenden Schwierigkeiten und nützlichen Hilfsmitteln

Wenns dann los geht, geht es auch direkt zur Sache. Während man die ersten Level noch an das Spielprinzip herangeführt wird, steigt der Schwierigkeitsgrad stetig, und vor allem enorm schnell an. Während man über Abgründe springt bieten verschwindende Blöcke die passende Landebasis, Timing ist hier alles. Danach geht es mit dem nächsten Sprung auf eine Plattform die mit Stacheln gespickt ist, um nach erfolgreichem Überstehen direkt über schwingende Stachelköpfe und drehende Feuerballketten zu springen. Es geht Schlag auf Schlag, und nicht selten stirbt man mehr Tode als einem lieb ist, bis man das richtige Timing gefunden hat. Dann muss jeder Sprung perfekt stimmen und jede Bewegung muss sitzen. Ob Ihr am Ende richtig steht, sehr ihr wenn das Licht ausgeht. Ein Level ist dann geschafft wenn man die Tür am Ende betreten kann. Um da schnell und ohne Tode hin zu kommen hilft aber auch gern mal der Zufall. Wo wir gerade beim richtigen Thema wären. Ein zufälligeres Spiel wie Cloudberry Kingdom kann es fast nicht geben. Jeder einzelne Level wird so wie man Ihn sieht eher selten wieder auftauchen. Per Zufallsgenerator wird jeder Level generiert, in Echtzeit und unendliche Male. Hat man also gedacht man weiß wie man sich bei einem Level verhalten muss, rennt und springt wie geplant, landet man immer in einer Falle oder fällt in einen Abgrund.

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Damit es nicht ganz zu schwer wird, was es aber irgendwann definitiv ist, gibt es je nach Kapitel auch kleine Hilfsmittel. Mal sind es Doppelsprünge, mal ein drehendes Rad auf dem man befestigt wird oder ein Jetpack. In allen Fällen ist dadurch aber nichts einfacher, eher noch schwieriger. Hat man sich an die geänderte Steuerung gewöhnt, kommt wieder etwas anderes, und das Spiel geht von vorne los. Oft reicht es schon wenn man die Ansicht ändert. Das eine Mal ist man weit entfernt von seinem Charakter, während man darauf nah am Geschehen ist. Plötzlich ist die Reaktion ganz anders, man rennt regelmäßig in Abgründe oder knutscht die Gegner in Massen. Es ist eben alles nicht so einfach. Etwas verwunderlich: Trotz der unendlich vielen Tode die man stirbt verliert das Spiel nicht an Fahrt. Hat man irgendwann einen schweren Level gemeistert, will man unbedingt den nächsten versuchen. Das ist daneben aber auch der einwandfreien und fairen Steuerung zu verdanken, Steuerkreuz und A Button sind die besten Freunde, mehr braucht es nicht zum glücklich sein. Man hat also zu jeder Zeit die volle Kontrolle über alles, egal ob am Boden oder in der Luft. Auf jede noch so kleine Bewegung folgt die passende Reaktion im Spiel. Das ist sehr wichtig, ein Jump’n Run mit verhunzter Steuerung wäre ein absolutes No Go!

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Nicht gerade viel Abwechslung

Die Kampagne als Abenteuer getarnt steht aber nicht alleine da. Minispiele und das Freie Spiel erweitern das Spielerlebnis aber nur gering. Dahinter verstecken sich die selben Level nur in anderem Umfeld oder in anderer Spielweise. Man kann mehr selbst darüber entscheiden welche Art von Level und Spielhilfen man haben will. Der Spaß kommt erst dann auf wenn man mit der maximalen Spieleranzahl in die Vollen geht. Zusammen mit drei Freunden wird aus dem bockschweren Cloudberry Kingdom dann eine gepflegte Abendunterhaltung mit teilweise krassen Lachexzessen.

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Grafisch frisch und bunt, akustisch ein Traum

Am positivsten am ganzen Spiel fällt sicherlich die Grafik auf. Wenn auch nicht auf dem Stand der Zeit erzeugt der Comic Look eine angenehme Stimmung, satte Farben und hohe Kontraste schicken zumindest viel Abwechslung auf den heimischen Schirm. Noch besser passt dann der Soundtrack, der sich stark aus der Ecke des Drum n Bass bedient, aber komischerweise passt genau dieser Sound wie die Faust aufs Auge. Ich möchte nicht wissen wie viele Tode ich schon gestorben bin, nur um das gerade trällernde Lied fertig hören zu können. Als wenn durch die Musik unterschwellige Botschaften verbreitet werden, dass man dieses Spiel weiterspielen muss…muss weiterspielen…wer weiß?!

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Unser Fazit

75 %

Dem kleinen aber mutigen Entwicklerstudio Pwnee ist mit Cloudberry Kingodm zwar nicht der große Wurf gelungen, aber man sorgt dafür das man in Erinnerung bleibt. Die flippige Optik, der geniale Soundtrack und ein eingängiges Spielprinzip würden auf jeden Fall viel aus dem Spiel machen. Aber dann steht da eben die Sache mit dem Schwierigkeitsgrad wie ein Berg dazwischen, und daran lässt sich leider nichts rütteln. Hätte man hier die Schraube nicht gar so extrem angezogen, wäre das Spiel sicherlich für ein größeres Publikum gemacht. Aber so sollten sich wirklich nur die unter uns dafür entscheiden, die die Frustresistenz täglich mit dem Löffel essen. Alle anderen sollte die Möglichkeit nutzen und sich erstmal nur die Demo herunterladen.

Pro

  • + Flippige, bunte Optik
  • + Perfekt passender Soundtrack
  • + Eingängige, präzise Steuerung
  • + Einfaches Spielprinzip
  • + Eigenwillige, mutige Ideen

Kontra

  • - Extrem unfairer Schwierigkeitsgrad (voll auf die Fresse)
  • - Schwierigkeit steigt schnell an
  • - Multiplayer leider nur lokal
  • - Nicht gerade frustfrei zu durchleben

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
90 %
Steuerung
 
80 %
Gameplay
 
70 %
Multiplayer
 
60 %
Spielspaß
 
75 %

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