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Coffin Dodgers – Test / Review

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Veröffentlicht 19. Mai 2016 | 16:48 Uhr von Alexander Winkel

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Fun-Racer müssen nicht immer einfallslos daher kommen, wie Milky Tea Studios mit Coffin Dodgers unter Beweis stellen. Denn Gevatter Tod höchst persönlich tritt am Senioren-Scooter-Rennen Teil und schickt all diejenigen in die ewige faulige Rente, also liegend im Sarg, die nicht rechtzeitig die Ziellinie passieren. Bitter schwarzer Humor der Engländer löst ein süffisantes Lächeln bei uns aus, doch reicht dies allein um ein unterhaltsames Rennspiel daraus zu machen?

Die Idee zu Coffin Dodgers ist wirklich witzig. Damit die alten Herrn und Damen dem Sensenmann ein Schnippchen schlagen können und dadurch der ewigen Ruhe im Sarg entkommen, planen diese ein Rennen durch das Senioren-Dorf. Ein Turnier, in dem ermittelt wird, wer nun als nächstes ins Gras beißen muss. Gevatter Tod sieht es mit Humor, denn irgendwann findet sich sicherlich die Chance, auch den letzten senilen Greis unter die Erde zu bringen. Kaum ist die Idee geboren, setzten sich die Greise auch schon in die Garage um ihre maroden Scooter nochmals zu pimpen und das letzte aus den Motoren zu holen. Und sollten diese zu schwach sein, so kann man sich auch gut mit dem Gehstock und der Krücke noch zur Wehr setzen. So ausgerüstet, stellen sich die alten Herrn und Damen siegessicher an der Startgeraden auf und fahren ein Rennen ums andere, um als Sieger und damit sicherer Überlebender aus dem Turnier zu kommen.

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Es geht durch das Dorf, die umliegenden Höfe der Bauern und letztendlich durch ganz abgefahrene Welten, die Gevatter Tod höchstpersönlich noch mit ins Rennen schmeißt. Spitze Kurven, nervige Autofahrer und Polizisten, doofe Viecher auf der Piste als auch Zombies sind nur einige der Probleme, die sich im Laufe der Raserei auftun. Auch die Außerirdischen scheinen Gefallen an dem bizarren Rennen zu haben und senden ihren Strahl mitten ins Geschehen. Es gibt allerhand zu tun, doch die greisen Nachbarn sind die Hauptkonkurrenz, denn diese nutzen jegliches Mittel, um selber lebend über die Ziellinie zu kommen. Da wird geprügelt und mit dem Baseballschläger geohrfeigt, aber auch, typisch für einen Fun-Racer, mit diversen Power-Ups um sich geworfen. Raketen, Öllachen, Schutzschild und manch andere Dinge sollen helfen, um sich die Nachbarn und die Konkurrenz vom Leib zu halten, oder gegen deren Angriffe sich zu wehren.

So witzig sich das Ganze nun auch anhört, auf der Piste zeigt sich Coffin Dodgers von seiner gewaltigen Schattenseite – und damit ist nicht der schwarze Humor gemeint, der uns durch die Bank weg durchaus gefallen hat. Die kleinen Scooter sind extrem agil, lassen sich aber meist nur sehr hektisch und dadurch äußerst unpräzise steuern. Auch aufrüsten der Maschinen bringt kein allzu besseres Fahrgefühl mit sich. Außerdem taugt die Bewaffnung kaum etwas. Den Baseballschläger kann man um sich hauen, oder gar mit einem kräftigen Schlag den Nachbarn komplett vom Scooter schlagen, doch muss man dazu nah genug heran und begibt sich in die Schlagreichweite der anderen Fahrer. Die Power-Ups dagegen kann man auch aus sicherer Entfernung einsetzen, aber auch hier darf die Distanz nicht zu weit sein, ansonsten wirken diese nicht mehr. Fällt man im Rennen zurück, weil man 2-3 Mal eine auf die Fresse bekommen hat, so gibt es kaum mehr eine Chance auf den Sieg. Schafft man es dagegen sich an die Spitze zu setzen, wird der erste Platz kein Problem mehr sein. Kurzum, die Power-Ups zeigen sich wirkungslos und eine KI ist letztendlich auch nicht wirklich vorhanden. Von Beginn an fehlt der Spaß und damit die Motivation, sein leidliches Leben auf diesen Scootern zu verteidigen.

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Weniger einfallsreich zeigt sich die Möglichkeit, Rundenrekorde aufzustellen, ganz ohne die Konkurrenz der nervigen Senioren-Nachbarn. Etwas mehr Stress wiederum bietet die offene Welt, in der es kleine Herausforderungen gibt, die uns aber nicht wirklich unterhalten konnten. Wesentlich attraktiver ist da schon die Möglichkeit, gemeinsam mit einigen Freunden ein Rennen zu bestreiten. Dies geht lokal, per Splittscreen und mit bis zu vier Greisen, die mit ihren Scootern um das Dorf kreisen. Auch hier verdirbt das mäßig durchdachte Power-Up System mehr oder weniger den Spaß am Fun-Racer und auch die Technik kommt immer mehr ins Wanken. Während der Solomodus ja noch passabel läuft, gerät das Geschehen bei mehreren Teilnehmern öfters dann mal ins stocken. Ärgerlich vor allem deshalb, weil Coffin Dodgers extrem simpel und nicht gerade opulent daher kommt. Das Dorf, die Farm und alles was man sonst zu Gesicht bekommt, ist mit altbackenen Modellen und Texturen überzogen und liefert kein wirkliches Effektfeuerwerk. Auch die monotone Melodien mit Wiederholungsgarantie sorgen nicht gerade für hohen Unterhaltungswert.

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Unser Fazit

48 %

Dieser Fun-Racer lässt sich recht knapp zusammenfassen: Hektisches und unpräzises Fahrgefühl, nahezu nutzloses Power-Up System und ein nicht wirklich vorhandener Schwierigkeitsgrad bzw. undurchsichtige Senioren-KI – das alles ummantelt in absolut bescheidener Optik. Die witzige Idee von Coffin Dodgers, die Senioren um ihr Leben rennen zu lassen, verkümmert. Letztendlich kommt dadurch nur kaum Spielspaß auf. Simple Erfolge bieten die einzige Entlohnung für das ausgegebene Geld, wobei dieses in Alternativen wie Beach Buggy Racing besser aufgehoben wäre. Schade, denn der Tanz mit Gevatter Tod war wirklich eine witzige Idee.

Pro

  • + Aberwitzige Idee, ein Ausscheidungsturnier für die Überlebensgarantie eines Greisen abzuhalten
  • + Mehrspielermodus für das Wohnzimmer
  • + Extrem einfache Erfolge/Trophäen

Kontra

  • - Extrem hektische und unpräzise Steuerung der Scooter
  • - Wirkungsloses Power-Up System.
  • - Dubiose und wohl nicht vorhandene Senioren-KI
  • - Extrem simple optische und akustische Aufmachung

Unsere Bewertung

Grafik
 
45 %
Sound
 
45 %
Steuerung
 
60 %
Gameplay
 
60 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
45 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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