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Commander Cherry’s Puzzled Journey – Xbox One Review / Test

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Veröffentlicht 24. August 2015 | 16:52 Uhr von Alexander Winkel

Commander-Cherrys-Puzzled-Journey

Ein saftiger Schinken fällt vom Himmel und strandet in einer kunterbunten Welt. Aus dem Schinken, das Raumschiff, steigt Commander Cherry und springt, hüpft und schießt sich durch allerlei Gefahren. Dies gelingt aber nur, wenn wir parallel zum Action-Plattformer auch fleißig unsere Yogaübungen vor Kinect ausführen. Skurril? Verrückt? Abgedreht? Keine Frage, das auf jeden Fall. Kann Commander Cherry’s Puzzled Journey aber auch überzeugen?

Eine leicht erkennbare Wampe (dicklicher Bauch), eine Kirsche als Kopf und das grüne Blatt segelnd im Wind: Dies ist der Protagonist in des Spiel! Die Figuren in diesem Abenteuer sind herrlich abgedreht. Das gilt auch für die beiden Freaks – ein Seehund und ein Flauschknäulchen – die parallel immer wieder Tipps auf Lager haben oder auch ab und an neue Spielelemente erläutern. In aller erster Linie übernimmt man die Rolle des Commander. Durch gebirgige Höhlen, über Felsen & Gesteine hinweg springt und hüpft man geschickt durch die zweidimensionale Gegend. Abgründe müssen gemieden werden, sowie die schrecklich tödliche Augenpflanzen, welche ihre gierigen Fühler sofort nach dem Astronauten ausstrecken. Ist die erste Anspannung überwunden, sind die ersten Abschnitte erfolgreich gemeistert, packt der Commander auch mal seinen Laser aus. Damit werden nicht nur die Gegner gebraten, sondern auch Passagen in den Fels gehauen.

Kreativität ist also gefragt, wenn man in diesem mehr oder weniger klassischen Jump & Run Hüpfpassagen meistert und mit Präzision von Fels zu Fels springt. Der anfängliche Spaziergang durch eher trostloses, einfarbiges Terrain mit Vector-Grafiken wird aber immer schwieriger, da neue Elemente Einzug halten und damit das Gameplay ordentlich aufmotzen. Gehässigere Gegner fordern ihren Tribut, aber auch gewiefte Fallen wie Laser sorgen für etwas Kopfschmerzen. Hier sind nicht nur flotte Finger am Controller gefragt, sondern auch Timing, um den Abschnitt lebend zu verlassen. Präzision, die uns das Spiel aber nicht immer gewährt. Die insgesamt acht Passagen und das Finale, sowie die anschließenden gespiegelten Herausforderungen zeihen sich leider arg in die Länge. Kleinere Welten hätten auch mehr Abwechslung bezüglich des Terrains offerieren und andere Gebiete der Alienwelt präsentieren können.

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Mach den Selfie

Ok, soweit klingt das alles wie ein klassisches Jump & Run, welches in kunterbunten aber schlichten Comic-Grafik und mit einigen verrückten Charakteren präsentiert wird. Der grandiose Clou an Commander Cherry’s Puzzled Journey ist aber die gleichzeitige Integration der Kinect Kamera. Mach ein paar Selfie-Fotos, platziere diese an gegebener Stelle und baue damit den Level so um, dass Commander Charry einerseits die kleinen gelben Orbs alle einsammeln kann (denn nur dann öffnet sich der nächste Abschnitt), andererseits die klaffenden Abgründe überwunden werden. Dabei gibt es ein paar Dinge, die es zu beachten gilt: Verrenkt den Körper so, dass sämtliche Orbs erreicht werden. Dabei darf keiner dieser grapschenden Augenpflanzen oder ähnliches berührt werden. Versperrt euch nicht selbst den Weg, es sei denn der Commander kann bereits mit seinem Laser euren Kopf weg pusten. Dann den virtualisierten Körper platzieren und los geht’s mit Cherry und dem Gamepad. Übrigens einfach nur herrlich, wie Cherry die federnden Arme als Sprungbrett nutzt und anschließend über den Rücken streicht.

Alles klar? Yoga als Wegbereiter für den Commander – nicht ganz typisch und eine Idee, auf die erst einmal die Stuttgarter von Grandé Games kommen mussten. Erstaunlich, dass es nicht schon früher einen solchen Einfall hatte. Eine Lücke, welche der Entwickler erkannt und entsprechen gehandelt hat. Nach Abschluss des normalem Abenteuer folgt dann bereits der nächste Streich: Gespiegelte Kinect-Bilder verwirren den Kopf, sorgen aber für mehr Knobelspaß mit dem Commander.

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Verknote, Kopfzerbrechen und aus

Alles ja schön und recht, aber leider klingt der Eintopf aus Jump & Run und Kinect-Yoga-Übung besser als er sich letztendlich spielt. Nicht nur, dass es manchmal regelrechte Pfriemelarbeit ist, den Astronauten durch die engen Höhlen und über die weiten Abgründe zu bekommen, ohne eine der zahlreichen Fallen zum Opfer zu fallen, denn auch Kinect kann frustrieren. Beim Foto-Shooting flackert gerne mal der Körper. Beim Auslöser kann durchaus der Arm, Fuß oder halbe Kopf fehlen und ggf. ist nachjustieren gefordert. Dies sorgt für einen Punktabzug und verhindert wiederum Achievements. Für manche Kinect-Freunde werden spätere Passagen darüber hinaus schier unmöglich, denn je nachdem wie Kinect aufgestellt und eingerichtet ist, sind bestimmte Posen einfach nicht möglich. Da steht man sich selber also im Wege bzw. hat nicht genügend Platz.

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Unser Fazit

50 %

Abgedreht und mit kunterbunter Comicgrafik untermauert, bietet Commander Cherry's Puzzled Journey ein ungewohntes Potpourri aus Plattform-Action am Gamepad und gleichzeitigen Kinect-Einlagen. Die Selfies beeinflussen den Spielablauf, liefern Bauten und Wege, um dem Ziel näher zu kommen. Das geht übrigens auch prima zu zweit und kann für chaotischen Spaß unter Freunden im heimischen Wohnzimmer führen. Die einzelnen Welten sind aber etwas langatmig ausgefallen. Kürzer und knackiger, mit etwas mehr Abwechslung und Details auch in Sachen Optik hätte es sein dürfen. Als Ersatz dann entsprechen mehr Abschnitte einbauen. Selfie-Levelarchitektonik zu fabrizieren ist anfänglich leicht, auf Dauer aber komplex und Problembehaftet. Die Auswertung des Bildes ist unpräzise und flackert, die Kamera-Position von Kinect kann geforderte Posen ggf. nicht einmal einfangen. Dann noch kleiner Macken in der Steuerung mit dem Gamepad und die Spaßbremse kommt so richtig in „Fahrt“. Es schmerzt, ein solches Fazit abgeben zu müssen, wenn man weiß, das ein kleines, junges und motiviertes Entwicklerteam sich viel Mühe gegeben hat, um aus ihrer Vision ein anständiges Spiel zu machen. Commander Cherry's Puzzled Journey ist für Kinect-Liebhaber sicherlich interessant, weil es auch mal was anderes bietet, bekehrt aber keinen normalen Spieler zur Kamera.

Pro

  • + Kunterbunte Comic-Welten und verrückt-Skurrile Charaktere.
  • + mit jedem Abschnitt kommen neue Spielelemente hinzu. Diese fordern den Spieler immer mehr.
  • + Fantastische Idee, Selfie-Fotos von der Kamera zu nutzen, um dem Commander eine Plattform zu bieten und den Level umzubauen.
  • + Grandiose Verrenkungen sind garantiert, am besten mit einem Freund spielen und viel Spaß haben.

Kontra

  • - Oft wackelt man hin und her, das Bild flackert und dadurch wird ein misslungenes Foto gemacht. Sprich, Wiederholungen sind vorprogrammiert.
  • - Spielmechanik geht nicht immer präzise von der Hand und bereitet vor allem später ein wenig Probleme.
  • - Einzelne Level sind recht langatmig. Kürzer, dafür mehr und abwechslungsreicher hätte sein sein dürfen.
  • - Die Optik ist sehr minimalistisch ausgefallen und bietet kaum Abwechslung.

Unsere Bewertung

Grafik
 
40 %
Sound
 
65 %
Steuerung
 
65 %
Gameplay
 
55 %
Multiplayer
 
52 %
Spielspaß
 
45 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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