Company of Heroes 2 - Ausgiebiger PC Test / Review - insidegames

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Company of Heroes 2 – Ausgiebiger PC Test / Review

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Veröffentlicht 25. Juni 2013 | 9:12 Uhr von eJUNKI3

Company of Heroes 2

Schon im letzten Jahr waren wir von Insidegames bei THQ auf der Gamescom, um uns in einer Vorschau ein Bild von Company of Heroes 2 machen zu können. Vor rund einem Jahr wurden unsere Erwartungen mächtig geschürt, was nicht nur an den erfolgversprechenden Ausführungen der Entwickler gelegen hat. Das angekündigte Aus von THQ war für viele sicher schon fast so etwas wie ein Stich ins Gamer-Herz, doch nun wird alles gut. Wer schon 2006 den Vorgänger von Company of Heroes 2 gespielt hat, wird sich im Nachfolger zwar sehr schnell zurecht finden, aber im weiteren Verlauf des Spiels sicherlich eine ganz neue Spielerfahrung machen. Die Entwickler haben keine Notwendigkeit darin gesehen das Rad unbedingt neu zu erfinden, aber sie haben es durch dezente Verbesserungen perfektioniert.

Hunde wollt Ihr ewig leben

Wir schreiben das Jahr 1941, der Zweite Weltkrieg ist im vollen Gange. In einer der dunkelsten Stunden der Weltgeschichte übernehmen wir die Rolle eines Kommandanten der sowjetischen Roten Armee. Unsere Aufgabe ist es Mütterchen Russland von den deutschen Invasoren zu befreien und deren Angriffe zurückzuschlagen. Einst hat dieser erbitterte Kampf rund 14 Millionen Menschen das Leben gekostet und nun befinden wir uns mittendrin in diesem brutalen Frontkrieg. Schlimmer jedoch ist die Tatsache, dass unsere Geschichte mit einem Aufenthalt in Gefangenschaft zu beginnen scheint und wir uns für unsere Gräueltaten vor einem unserer Genossen rechtfertigen müssen.

Company of Heroes 2 erzählt die Geschichte von Lev Isakovich, welcher für den Schutz seiner Heimat und zur Verteidigung von Stalingrad (Volgograd) auf zweifelhafte Methoden zurückgreifen musste. Um die Schlacht gegen die taktisch und technisch überlegenen Deutschen gewinnen zu können, wurden viele tapfere Genossen im wahrsten Sinne des Wortes verheizt und zurückgelassen. Dieser Trend wird zunächst im weiteren Verlauf des Spiels fortgesetzt. Während Lev Isakovich uns seine Geschichte erzählte, spielen wir die von ihm geschilderten Einsätze nach. In Kombination mit den gut umgesetzten Zwischensequenzen können wir uns so sehr gut in die Lage von Isakovich versetzen und sie uns wahrhaft bildlich vorstellen.

Untypisch für ein RTS ist die Art, mit der manch eine Mission als erfolgreich abgeschlossen werden kann. Um geschichtliche Ereignisse nicht zu verwässern, müssen wir ab und an so gut wie möglich verlieren. Ein taktischer Rückzug und der daraus resultierende Verlust territorialer Überlegenheit erscheint zunächst gewöhnungsbedürftig, fügt sich aber sehr gut in die uns erzählte Geschichte ein. Auch verlieren will gelernt sein, denn diese Missionen sind mit Nichten anspruchslos. Unsere Genossen werden buchstäblich verheizt und in den sicheren Tod geschickt. Wir sollen die Wehrmacht aufhalten und dem Gegner nicht mehr als verbrannte Erde hinterlassen. Diese Floskel darf gerne wörtlich genommen werden, denn ausgestattet mit Flammenwerfern brennen wir bei unserem taktischen Rückzug wirklich alles nieder. Um unser Kriegsgerät nicht in Feindeshand zu wissen, werden zusätzlich die eigenen Geschütze von uns zerstört. Die Linien müssen ums Verrecken gehalten werden und ohne ausdrücklichen Befehl zum Rückzug, gibt es für uns nur die Flucht nach vorne. Diese scheinbar maßlose Verschwendung von Ressourcen wird dem Protagonisten dieser Geschichte jetzt zum Verhängnis und er muss sich erklären.

Company of Heroes 2

 

Klasse durch Masse

Es ist ein beklemmendes Gefühl und eine neue Spielerfahrung, wenn ein Rückzug der einzige Weg zum Sieg zu sein scheint. Wir kämpfen mit unerfahrenen Soldaten, mit Bauern, bewaffnet mit einfachen Gewehren, gegen die starken Panzer der Wehrmacht. Zu Beginn des Spiels sind wir für jede Einheit dankbar und bemüht, diese so lange wie möglich am Leben zu halten. Gedanklich verbucht man einen kleinen Erfolg für sich, wenn es gelingen sollte, gegnerische Waffen zu erbeuten und diese gegen die Angreifer zu richten. Im weiteren Verlauf des Spiels wird uns sehr schnell klar, dass wir nur durch den massiven Einsatz schwacher Rekruten gewinnen, welche wir schneller und kostengünstiger in den Kampf schicken können. Der einzelne Mann verliert schnell an Bedeutung. Rekruten werden oft und gerne zur Bergung gegnerischer Panzer oder Geschütze eingesetzt. Sollte es der arme Teufel tatsächlich schaffen, sind wir für einen geringen Preis an Kriegsgerät gekommen. Company of Heroes 2 schafft es sehr schnell, dem Spieler dieses russische Feingefühl beizubringen.

Doch je weiter wir in der Geschichte von Lev Isakovich vordringen, desto positiver scheint sich der Kriegsverlauf für uns abzuzeichnen. Unsere Soldaten gewinnen langsam an Erfahrung, die erbeuteten Waffen werden gegen unsere Widersacher gerichtet, wir schreiten langsam in Richtung Berlin. Insgesamt warten 15 abwechslungsreiche Missionen auf uns, welche im Vergleich zum Vorgänger mehr Spielzeit einfordern. Die Kampagne kann nur aus der Sicht der Roten Armee gespielt werden. Wer die Befehlsgewalt über die Wehrmacht an sich reißen möchte, kann sich lediglich im neuen Theater of War Modus oder online für diese Möglichkeit entscheiden.

Gelegenheitjob 4 the Win

Fast jeder Mission in Company of Heros 2 bietet optionale Nebenaufträge, welche uns meist mit einer verlockenden Belohnung ködern. So müssen wir zum Beispiel unter Feindfeuer liegende Kameraden aus ihrem Dilemma befreien, verlassene Panzer finden und sprengen oder feindliche Artilleriestellungen ausheben. Als Belohnung bekommen wir z.B. Sterne, welche wir in grundlegende Verbesserungen unserer Einheiten investieren können. Durch das Abarbeiten solcher Gelegenheitsjobs kann man sich im weiteren Verlauf des Spiels einen Vorteil verschaffen. Zusätzlich sorgen solche Kampfeinlagen dafür, dass unsere Truppen mehr Einheitenerfahrung sammeln oder wir uns mit neuem Kriegsgerät ausstatten, was einen zusätzlichen Vorteil bedeutet. Der Abschluss dieser Nebenmissionen fließt zudem in die Gesamtwertung des Abschlussberichts mit ein.

Company of Heroes 2

 

Man lernt nie aus

Wie bereits im Vorgänger 2006 steigen unsere Einheiten durch Sammeln von Kampferfahrung im Rang weiter auf. Erfahrene Einheiten verbessern z.B. ihre Treffgenauigkeit oder schalten zusätzlich nutzbare Gadgets frei. Ein taktisch wichtiges Element sind im Theater of War oder OnlineModus zusätzlich die Fähigkeiten von

einsetzbaren Kommandanten. In jeder Schlacht kann man sich für einen von drei möglichen Kommandanten entscheiden. Jeder dieser Kommandanten bietet uns andere Spezialfähigkeiten und Bonus Einheiten. So können wir z.B. eine Stuka zur Unterstützung rufen, die Option auf einen Tiger Panzer freischalten oder einen Artillerieschlag anfordern.

Im Spielverlauf können neue Kommandanten freigeschaltet werden, welche mitunter einen erheblichen, taktischen Vorteil bieten können. Doch Vorsicht! Der Einsatz von Kommandanten kostet Ressourcen, welche stets knapp zu sein scheinen. Es sollte also immer gut darüber nachgedacht werden, ob sich der Einsatz eines Kommandanten wirklich lohnt.

Als wäre das noch nicht genug, kann man sich mit drei »Perks« ausstatten, welche z.B. für eine erhöhte Trefferchance der Infanterie, Verkürzung von Bau und Rekrutierungszeiten oder mehr Lebensenergie für unsere Truppen sorgen. Diese Vielzahl an Möglichkeiten sein eigenes Spielverhalten zu optimieren, lässt Company of Heroes 2 nicht langweilig werden. Damit wird stellenweise für schwer einzuschätzende Gegner und die eine oder andere Überraschung gesorgt.

Theatre of War

Geschichte kann wirklich Spaß machen, vor allem dann, wenn man direkt an den bekanntesten Schlachten aus dem Jahre 1941 teilnehmen kann. Diese Möglichkeit wird dem Spieler durch den neuen Modus Theater of War geboten. In der Rolle eines Kommandanten der Roten Armee, oder der eines deutschen Befehlshabers, kann sich der Spieler wahlweise in einem Koop-Szenario, einer Solo-Challenge oder einem KI-Skirmish in historischen Missionen entlang der Ostfront beweisen. Beide Fraktionen werden zum Release des Spiels mit jeweils neun Missionen versorgt. Vorbesteller von Company of Heroes 2 erhalten zusätzlich die Theatre of War mini Kampagne dazu. Der neue Spielmodus ist für den traditionellen Solo-Spieler eine gute Möglichkeit, sich an ein gemeinsames Gameplay zu gewöhnen und auf OnlineSchlachten vorzubereiten. Das Entwicklerteam möchte die Spieler dieses neuen Spielmodus künftig mit weiteren Aufträgen versorgen, was für einen gewissen Wiederspielwert und spielerischen Nachschub spricht.

Company of Heroes 2

 

Krieg ist die Hölle

Company of Heroes 2 strotzt nicht nur geschichtlich vor grausigen Details, sondern setzt die Grausamkeiten des Krieges auch optisch in Szene. Schon vor dem Release wurden Stimmen laut, welche sich über die Darstellung umherfliegender Gliedmaße oder brennender Soldaten mokierten was auch stellenweise verständlich ist. In Sequenzen bekommen wir Szenen zu sehen, in denen z.B. deutsche Soldaten um Ihr Leben flehen oder die eigenen Kameraden durch unsere MG-Stellungen zersägt werden. Diese Darstellung ist alles andere als makaber, eher historisch korrekt. Krieg ist und bleibt einfach die Hölle! Es ist aber gerade solchen Details zu verdanken, das wir als Spieler vollkommen in die grausige Welt von Company of Heroes 2 eintauchen können und den Verlust erfahrener Einheiten tatsächlich bedauern.

Im Osten nichts Neues?

Oberflächlich betrachtet mögen die Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger lediglich marginal erscheinen, doch sie sind wohldosiert und werten das taktische Repertoire dieses Strategiemonsters enorm auf. Alleine das True-Sight-System in Kombination mit dem Cold-Tech-System, welches für den dynamischen Wetterwechsel verantwortlich ist und den grauen Winter Russlands zum Leben erweckt, sorgen für eine ungemein taktische und authentische Spieltiefe. Die Essence Engine 3.0 unterstützt DirectX 11. Sie ist das i-Tüpfelchen von Company of Heroes 2 und stellt das bitterböse Kriegsszenario extrem detailreich da. Zusammen mit der bombastischen Soundkulisse wird der Spieler direkt an die Ostfront versetzt. Company of Heroes 2 kann nur über Steam bezogen werden. Das Spiel wird mit dem Steam-Account verbunden und kann danach nicht weiter verkauft werden. Auch die Möglichkeit sich gegenseitig im LAN zu bekriegen, wir nicht mehr geboten. Wer sich an anderen Spielern messen möchte, kann dies nur noch online tun.

Unser Fazit

90 %

Wir finden das Relic Entertaiment, da insgesamt ein spielerisches Meisterwerk gezaubert hat. Die erstklassigen und abwechslungsreichen Szenarios der Kampagne bieten aufgrund der Verschachtelten Missionsziele und Nebenaufträge viele Stunden Spannung und puren Spielspaß. Der neue Spielmodus Theatre of War verspricht auch zukünftig ausreichend Stoff für den nimmersatten Frontsoldaten. Wem die computergesteuerten Gegner zu lasch sind, dem können wir nur raten, ein gepflegtes Online-­Match aufzusuchen. Zu empfehlen ist Company of Heroes 2 für fortgeschrittene und professionelle Feldherren. Wer bereits den Vorgänger gespielt und sich an dessen Spieltiefe erfreut hat, wird in der Fortsetzung einen würdigen Nachfolger finden. Zum Glück hat uns die THQ­Insolvenz diesen Titel nicht genommen. Wir können allen Strategen und Taktikern unter Euch eine uneingeschränkte Kaufempfehlung aussprechen.

Pro

  • + Sehr gute Balancierung
  • + Opulenter Sound
  • + Detaillierte Darstellung
  • + Fesselndes Missionsdesign
  • + Gelungene Atmosphäre
  • + Starke bzw. gute KI

Kontra

  • - Steuerung nicht konfigurierbar
  • - Abschreckende Kriegsdetails
  • - Keine deutsche Kampagne

Unsere Bewertung

Grafik
 
93 %
Sound
 
93 %
Steuerung
 
82 %
Gameplay
 
92 %
Multiplayer
 
95 %
Spielspaß
 
92 %

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