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Cuphead – Test / Review

Direkt zum Fazit springen

Veröffentlicht 13. Oktober 2017 | 18:53 Uhr von Fabrice

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Wer seit der Ankündigung von Cuphead vor etwas mehr als drei Jahren je einen Trailer oder einen Screenshot des Spiels gesehen hat, wird sich sehr wahrscheinlich auch daran erinnern. Cuphead ist nämlich genau dieses Spiel mit der außergewöhnlichen Ästhetik eines Cartoons der 1930er.

Geboten wird neber der atemberaubenden Optik noch viel mehr, denn als unfreiwilliger Handlanger des Teufels müssen knapp 30 Bosse besiegt werden, um deren Seelenschulden zu begleichen. Das bedeutet ballern und springen bis die Finger bluten, denn der Schwierigkeitsgrad hat es in sich! Wieso man Cuphead auf jeden Fall seine Zeit und Nerven widmen sollte, haben wir auf der Xbox One herausgefunden.

Eigentlich sollte es jeder besser wissen, aber Cuphead, der Protagonist hat einen ganz miesen Deal mit dem Teufel gemacht. Die Seelen von ihm und seinem Bruder Mugman gingen beim Würfelspiel an den Teufel, weshalb sie für ihn als Seelenjäger arbeiten müssen. Wie es sich herausstellt, haben nämlich jede Menge Kreaturen Schulden beim Teufel und es ist an der Zeit, dass diese in Form ihrer Seelen bezahlt werden.

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Cuphead erinnert spielerisch stark an Shooter aus einer (gefühlt) lange vergangenen Zeit. Wer einmal Contra oder ein ähnliches Shoot’em Up gespielt hat, wird sich sofort wohl fühlen. In einem kleineren Teil der Level läuft man von links nach rechts, ballert alle Gegner über den Haufen und sammelt dabei Münzen ein. Im grösseren Teil der Level kämpft man jedoch gegen zum Teil bildschirmfüllende Bosse, welche alle mehrere Phasen und ganz unterschiedliche Angriffe und Angriffsmuster haben.

Zur Auswahl stehen einem immer zwei Schusstypen. Vom normalen Schnellschuss, über zielsuchende Geschosse und aufladbaren Geschosse, ist alles verfügbar was man sich wünschen konnte. Dazu gibt es einen Sprung, ein Ausweichmanöver und die Möglichkeit gewisse gegnerische Projektile zu parieren. Alles was in einem hellen pink auf einen zu kommt, kann mit einem gut getimeten Druck der Sprung Taste pariert werden. Dadurch führt man einen Doppelsprung aus und fühlt zusätzlich das Meter für die Spezialangriffe auf. Jeder Schusstyp hat einen eigenen Spezialangriff und wer alle fünf Balken des Meters auffüllt, kann einen vernichtenden Superangriff ausführen.

Mit diesen Werkzeugen ausgerüstet, ist man eigentlich für das ganze Spiel vorbereitet. Die normalen Run’n’Gun Level sind dabei die eher schwächeren Abschnitte des Spiels. Man springt und ballert sich von links bis nach rechts, erledigt dabei alles was sich einem in den Weg stellt und kämpft am Ende gegen einen Miniboss. Diese Level kommen nur selten vor und obwohl sie ein wenig Abwechslung zu den deutlich stressigeren Bosskämpfen darstellen, machen sie einfach auch nicht so viel Spaß. Man lernt auswendig wo und welche Gegner und Gefahren auf einen warten, wodurch man das Level in kürzester Zeit abschließen kann.

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Die Bosskämpfe sind jedoch sowieso das Herzstück von Cuphead. Jeder Boss (oder jede Gruppe von Bossen, je nach Level) unterscheidet sich dabei komplett vom nächsten. Diese können jedoch knüppelhart sein, erfordern höchste Konzentration und auch ein großes Mass an Trial & Error. Einer der ersten Kämpfe ist gegen das Gemüsetrio Kartoffel, Zwiebel und Karotte. Jeder der drei Bosse hat ein ganz eigenes Angriffsmuster, das zuerst gelernt werden muss, um es auch richtig kontern zu können. Dies ist einer der ersten Bosskämpfe und deshalb auch einer der einfacheren Kämpfe. Wir sagen ganz bewusst einfacher und nicht einfachsten, denn einfach ist bei Cuphead gar nichts. Was sich auf der ersten der drei Inseln schon kompliziert und stressig anfühlen kann, wird später im Spiel nur noch viel extremer. Glücklicherweise ist die Steuerung erstklassig und kein Versuch wird daran scheitern, dass sich Cuphead nicht so steuert wie er sich steuern sollte. Das ist auch bitter nötig, denn ein aufs andere Mal wird einem komplett alles abverlangt. Ein Kampf gegen zwei boxende Ochsenfrösche, ein Djinni der sich in alles mögliche verwandeln kann, eine Schauspielerin auf einer sich immer verändernden Bühne oder sogar ein verzauberter Zug sind nur ein Teil der Bosse die auf einen warten. Alternativ nimmt man auch in einem Flugzeug platz, von welchem man aus weitere Bosse unter Beschuss nehmen kann. Bei diesen Kämpfen geht es weniger um gezielte Sprünge und saubere Parierungen, sondern mehr ums ausweichen von den vielen Schüssen die auf einen zu fliegen.

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Wenn man einen Boss in einem sauberen Lauf erledigt, dann kann bis auf eine oder zwei Ausnahmen jeder Level in unter zwei Minuten erledigt werden. Weil die Level sehr kurz sind, ist auch die Motivation groß, noch einen Versuch zu starten. Und noch einen. Und noch einen. Und noch einen. Es ist auf keinen Fall außergewöhnlich bei einem Level mehrere Dutzende Male an einem Boss zu scheitern. Man muss durchaus Frustresistent sein und Motivation finden, ein Level immer und immer wieder zu wiederholen bis man es endlich schafft. Diese Momente, wenn man endlich einen Boss in die Knie zwingt, fühlen sich großartig an. Leider ist nicht alles so toll, wie es sich im ersten Moment anhört. Man sieht zwar wenn man einen Gegner und trifft und ihm Schaden zufügt (er blinkt weiss auf), es gibt jedoch keine Angabe dazu wie weit man in einem Kampf gekommen ist. Es gibt zwar kein HUD, was der wunderschönen Optik zu Gute kommt, jedoch wäre es praktisch zu sehen, wie lange man bei einem Boss noch durchhalten muss. Gespielt werden kann Cuphead auch im kooperativen Modus, wo der zweite Spieler die Kontrolle über Mugman übernimmt. Einfacher wird das Spiel dadurch aber nicht, ganz im Gegenteil. Zwar kann man seinen Partner wiederbeleben, wenn dieser seinen letzten Gesundheitspunkt verliert, aber auch die Gegner haben einen deutlich grösseren Pool an Gesundheit. Zudem wird alles nur noch viel unübersichtlicher, wenn zwei Spieler gleichzeitig aus allen Rohren ballern.

Spielt man alleine, ist die Übersicht eigentlich immer gewahrt. Die tolle Grafik kann man trotzdem nicht genießen. Die Animationen sind absolut fantastisch. Die Gegner und Hintergründe mit so viel Liebe zum Detail gestaltet, dass es eine wahre Augenweide ist. Nur passiert in den Level oder Bosskämpfen so viel, dass man nie Zeit hat wirklich zu beobachten, was gerade passiert. Wirklich kritisieren kann man das Spiel dafür aber nicht. Doch nicht nur die Grafik kann überzeugen, auch der Soundtrack ist fantastisch. Jazz, Swing oder Big Bang, die einzelnen Stücke passen zum Spiel wie die Faust aufs Auge und treiben einen noch viel mehr dazu an, endlich diese Bosse ein und für alle Mal zu erledigen!

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Getestete Version: Xbox One

Unser Fazit

89 %

Cuphead ist kurz gesagt einfach nur fantastisch. Grafik und Sound sind einzigartig und völlig atemberaubend. Spielerisch ist es jedoch, so gut es auch ist, nicht für jedermann. Die Bosse sind äusserst herausfordernd und brauchen sowohl Geduld als auch Talent am Controller. Wer sich darauf einlassen kann, bekommt mit Cuphead ein außergewöhnliches und außergewöhnlich gutes Shoot'em Up mit ganz besonderem Stil geboten.

Pro

  • + Unglaublich einfallsreicher Stil
  • + Genaue Steuerung
  • + Sehr herausfordernd
  • + Hoher Wiederspielwert

Kontra

  • - Koop-Modus etwas zu unübersichtlich
  • - Zu viel Action um die Optik und den Sound zu genießen...?

Unsere Bewertung

Grafik
 
96 %
Sound
 
94 %
Steuerung
 
91 %
Gameplay
 
92 %
Multiplayer
 
73 %
Spielspaß
 
87 %

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