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Danger Zone – Test / Review

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Veröffentlicht 16. Oktober 2017 | 16:08 Uhr von Alexander Winkel

Danger_Zone_Screenshot

Erinnert sich noch jemand an die spaßigen Crash-Kreuzungen aus Burnout 2: Point of Impact oder noch besser, Burnout 3: Takedown? Entwickler Three Fields Entertainment lässt eben diese Zerstörungsorgie in Danger Zone wieder aufleben und kann uns tatsächlich das Spielgefühl der Klassiker offerieren. Kein Wunder, sitzen doch einige Macher der Burnout Serie mit im Boot und konnten somit aus erster Hand Erfahrungen einbringen. Wie spaßig ist das Explosions-Stakkato tatsächlich geworden? 

Auf dem ersten Blick wirkt Danger Zone so gar nicht wie ein Crash-Szenario der guten alten Burnout Schule, was vornehmlich an der reduzierten Optik liegt. Vermutlich wollten sich die Jungs und Mädels den immensen Aufwand real nachempfundener Kreuzungen, Highways und Straßenzügen sparen und verfrachteten daher die Aufgabe in ein virtuelles Test-Center. Leider wirken die mit witzigen Animationen generierten Szenarien eher steril und nüchtern, da umfangreiche Hintergründe wie Metropolen oder das ländliche Ambiente fehlen. Hier wird alles vom Computer in einem Grid erstellt und nicht selten wird die Sicht noch zusätzlich durch Wände und Decken in einem Tunnel und ähnlichem reduziert.

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Kaum sitzt man aber selber hinter dem Steuer und manövriert die meist etwas schwammigen Kisten auf die Kreuzung zu, kommt sehr schnell das altbekannte Spielgefühl wieder auf, welches die Entwickler durchaus einfangen konnten. Wir krachen mit Wucht in die Fahrzeuge, hören sofort das Quietschen weiterer Boliden und Busse und können kurz darauf das eigene Fahrzeug mittels Smashbreaker in die Luft jagen. Wie in Zeitlupe kann das eigene Frack letztendlich jeglicher Physik trotzend weiter bugsiert werden, um noch weitere Fahrzeuge zu erwischen und dank Kettenreaktionen möglichst viel Schaden anzurichten. Kenner kommen sofort ins Spielgeschehen, aber auch Anfänger werden recht schnell erkennen, wie der Hase läuft.

Die über dreißig Herausforderungen stellen nicht nur simple Kreuzungen dar. Oftmals müsst ihr um die Ecke denken oder weitere, stark befahrene Streckenabschnitte erreichen. So gibt es mehrere parallele Highways oder auch riesige Kreisverkehre, auf denen mächtig viel Verkehr herrscht. Auch mehrstöckige Konstruktionen werden vom Test-Center für die Crash-Test-Fahrer simuliert. Um den den Überblick zu wahren, sorgt eine Kamerafahrt zu Beginn einer jeden Herausforderung für den optimalen Überblick und bereits hier sind die zahlreichen Extras zusätzlich zu erkennen. Denn ähnlich Burnout könnt ihr weitere Smashbreaker sowie zusätzliches Geld kassieren, indem ihr auf der Strecke liegende Icons mit einsammelt. Finden sich gar alle $-Symbole, winkt ein ordentlich klingelnder Jackpot, der den Highscore gewaltig anheben kann.

danger-zone-screenshot-02

So herrlich der Nostalgiefaktor für alle Burnout-Fans sein mag, so ernüchternd zeigt sich leider aber auch der Spielverlauf. Die Karriere ist simpel gehalten. Bei jeder Herausforderung gilt es mindestens die Bronzemedaille zu kassieren, sprich einen Rekord zu brechen, um die nächste Kreuzung freizuschalten. Leider fallen sämtliche Herausforderungen sehr simpel aus. Sprungschanzen, aber vor allem auch die Sammelicons und Smashbreaker liefern einen imaginären jedoch vorgegebene roten Faden, auch wenn dieser unsichtbar ist. Folgt ihr diesem, steht dem Sieg meist wenig im Weg. In etwa vier Stunden ist Danger Zone daher bereits erledigt und selbst weniger erfahrene Spieler werden dabei nicht selten die Platinauszeichnung kassiert haben.

Den Crash-Kreuzungen mangelt es schlichtweg an Raffinesse. Klar gibt es hier und da die versteckten Bereiche mit zum Beispiel lukrativen Tanklastern, jedoch muss man sich kaum Gedanken darüber machen, wie die Herausforderung angegangen wird. Vom Start weg das Gaspedal durchdrücken, der Nase folgen und mit möglichst viel Tempo in den Verkehr Rauschen. Beim Smashbreaker dann kurz schauen, wo die nächsten Icons liegen und sich dorthin bewegen. Damit ist des Rätsels Lösung meist bereits gegeben. Schade, denn etwas mehr könnten uns die Crash-Simulationen durchaus fordern. So fehlt auch jeglicher Stolz auf Highscores, da einem alles bereits in die Wiege gelegt wird. Wieso sollte ich dann noch versuchen, meine Position in der Weltrangliste zu verbessern?

Darüber hinaus sorgt die schlecht platzierte Kamera gerne mal für Frust. Diese ist zu tief und nah hinter dem Fahrzeug platziert, so dass oftmals die Übersicht flöten geht. Vielleicht aber ganz gut so, da Danger Zone dadurch schwieriger zu meistern wird. Technisch ist auch zu wenig geboten. Die Fahrzeuge brennen zwar aus und Reifen kullern über die Piste, letztendlich verformen sich die Kisten in den Karambolagen aber nur kaum und das Explosions-Stakkato könnte ebenso um einiges spektakulärer ausfallen. Mitunter zeig die Kamera auch völlig sinnlose Nahansichten der Fracks, vermutlich weil diese ungünstig vor die Linse gedonnert sind. So flimmern eher mäßige Massenkarambolagen über den Bildschirm, obwohl man sich ganz sicher nicht über die Menge an Kollateralschäden beschweren kann.

danger-zone-screenshot-04

 

Getestete Version: Xbox One

Unser Fazit

60 %

Als alter Burnout-Hase war ich natürlich gespannt, wie Danger Zone nun tatsächlich rüber kommt. Das Flair der kultigen Crash-Karambolagen ist auf jeden Fall vorhanden und dank ähnlicher Mechanik mit Smashbreaker (anstatt Crashbreaker) und der Manipulation der Physik in Zeitlupe fühlt man sich schnell heimisch und erfreut sich am Gameplay. Leider haben die Entwickler es jedoch versäumt, ein wenig Raffinesse in die Crash-Kreuzungen zu packen. So düst man schlicht vom Start ins Chaos und manövriert sich am unsichtbaren, jedoch vorhandenen roten Faden entlang, um jede Herausforderung in nur wenigen Versuchen zu meistern. Es gibt kaum Überraschungen bzw. Möglichkeiten, hier vom Protokoll abzuweichen und das führt schlicht dazu, dass selbst die Platinmedaille sich nicht überragend anfühlt. Die Aufgaben werden am Stück herunter gerattert, ohne Vorplanung und gewiefte Tricks. So ist Danger Zone ein kurzweiliger Zeitvertreib geworden, mehr aber leider auch nicht.

Pro

  • + Kann das Burnout-Flair durchaus einfangen.
  • + Mit Smashbreaker und $-Items wird das Gameplay erweitert.
  • + Einige sehr abgedrehte Herausforderungen.

Kontra

  • - Schwammige Steuerung der Boliden.
  • - Crash-Kreuzungen erfordern keinerlei Planung, einfach rein und Medaille kassieren.
  • - Spiel ist daher in nur vier Stunden erledigt, Wiederspielwert gegen null.
  • - Optisch eher mau gehalten, auch Die Karambolagen könnten wuchtiger sein.
  • - Kaum Soundunterstützung, sieht man vom Geheule der Sirenen mal ab.

Unsere Bewertung

Grafik
 
50 %
Sound
 
30 %
Steuerung
 
65 %
Gameplay
 
60 %
Multiplayer
 
00 %
Spielspaß
 
60 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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