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Dark Souls 2: Scholar of the First Sin – PS4/Xbox One Test / Review

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Veröffentlicht 4. Juni 2015 | 18:16 Uhr von Alexander Winkel

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Wenn die Entwicklerschmiede From Software ihr gewaltiges Biest namens Dark Souls 2 los lässt, bittet Gevatter Tod nicht zweimal um den Tanz. Die Sense im Nacken, die Haare aufstellend, sorgt die Scholar of the First Sin Edition erneut für eine provokanten Herausforderung. Wir haben uns die neue Version auf der Xbox One als auch Playstation 4 genauer angeschaut. Seinem Ruf wird Dark Souls 2: Scholar of the First Sin auf jeden Fall wieder gerecht. Der Tod steht hinter jeder Ecke und wer noch nicht hat, sollte endlich zugreifen!

Pulsierendes Adrenalin. Jede Ecke und Nische eine Gefahr. Die Angst beständig wütend im Kopf. Das ist Dark Souls 2. Die Scholar of the First Sin Edition liefert uns das grandiose Abenteuer inklusive zahlreicher Extras und Veränderungen. Der Grundstoff dieses Mammutwerks ist aber derselbe: Im Angesicht des Todes verblasst die Hintergrundgeschichte, welche sich zu Beginn durch die mysteriösen Alten auftut. Es bleibt nach wie vor viel Spielraum zu Interpretation, auch wenn hier und da nun ein paar Details mehr offenbart werden und somit die Story etwas mehr Feingefühl bekommt. Vielen wird diese dennoch nur am Rande interessieren, denn was Dark Souls 2 ausmacht, ist sein grandios ausgefeiltes, aber dennoch tödliches Gameplay. Der unerbittliche Klingentanz mit gewaltigen Feinden. Die Helden erlegen riesigen Drachen, kreuzen die Klingen mit pompösen Rittern in schillernden Rüstungen und zertrümmern gewaltige Steintrolle. Mit schwitzenden Händen keimt nach solchen Begegnungen der Stolz des Siegers auf, sofern man nicht in die ewigen Abgründe eintaucht!

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Dark Souls 2 erstrahlt im neuen Glanz

All dass erstrahlt zumindest auf der neuen Konsolengeneration in einem auf Hochglanz poliertem Glanz. Die Qualitäten des kürzlich erschienenen Bloodborne werden natürlich nicht erreicht, dennoch verzücken vor allem die daraus entnommenen Lichteffekte. Sonnenstrahlen quetschen sich durch sämtliche Lücken und Risse der atemberaubenden Bauten oder schleichen sich unter den Armen der Statuen hindurch und umschmeicheln mit ihren schicken Farben Burgen, Täler und Gebirge. Das Licht wirft auch Schatten, die deutlich realistischer um den Helden herum tanzen, vor allem wenn man mit dem Feuer und der Fackel spielt. Dass die atemberaubende Welt nun deutlich klarer, und von den Texturen wesentlich filigraner daher kommt, darf man von einem solchen Remake ja durchaus erwarten. Erfreulich ist aber vor allem, dass auf den neuen Konsolen das Spiel wesentlich flüssiger läuft und dadurch das Timing in den Kämpfen stimmiger ausfällt.

Doch nicht nur aufgrund der Grafik kommen auch Veteranen auf ihre Kosten. Man genießt mit der Scholar of the Sin Edition unter anderem auch die drei Zusatzpakete Crown Of The Sunken King, Crown Of The Old Iron King sowie Crown Of The Ivory King. Seinerzeit entfremdete sich das Hauptspiel vom gewohnten Aufbau der Welt. Weniger verschlungen, kaum Abkürzungen und auch die Dimensionen wirkten nicht immer glaubhaft. Das Gefühl, von einem Plateau die ganze Welt in kleinen Details zu erkennen, gibt es kaum. Vom Zentralen Punkt  Majula aus verzweigen lineare Pfade wie auf einer Scheibe. Nicht so die umgesetzten DLCs, welche das ursprüngliche Flair von Demon Souls und Dark Souls wieder einfangen. Kaum in der schneeweißen Landschaft angekommen, das Tor einer mächtigen Burg passiert, überblickt der mutige Recke ein üppiges Areal mit verschlungenen Wegen, Treppen und Pfaden. Hier wirkt alles wie aus einem Guss und birgt geheime Wege, welche geschickt wieder zurück zum Ausgangspunkt zurück führen. Nur ein Beispiel aus einem der drei Zusatzpakete.

Doch auch im Hauptspiel gibt es für Kenner die eine oder andere Überraschung. Zu den positiven Aspekten zählen sicherlich die Verlegung von Gegenständen und zusätzliche Charaktere, die man hier und dort antrifft. Man kann sich nicht mehr auf den Lösungsweg aus dem Original verlassen und muss der Welt erneut seine Geheimnisse entlocken. Bei den zahlreichen Gegenständen ist ebenfalls Vorsicht geboten. Diese wurden teils neu platziert, bekamen unter Umständen auch neue Statuswerte und deren Reparatur könnte durchaus auch einen ungewohnten Wucherpreis abverlangen. Nach wie vor kann man beim Händler auch Rüstungen und Waffen nicht mit den eigenen direkt vergleichen.

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Mehr Feinde braucht das Land?

Das was die Serie natürlich ausmacht, ist das grandiose und feinfühlig abgestimmte Kampfgetümmel. Dabei spielen einmal mehr die Charakterklassen durchaus eine Rolle. Der Zauberer und Bogenschütze kann sich zumindest kurzfristig noch in Sicherheit wähnen und aus der Ferne agieren. Die wahren Helden aber stellen sich den Gegnern auf Augenhöhe gegenüber und lassen die scharfen Klingen tanzen. Der bittere Kampf um Leben und Tod ist nach wie vor extrem aufwendig und komplex, obwohl mit Blocken, einfachen Hieben und mächtigen Schlägen bereits das gröbste Repertoire aufgefahren ist. Nur wer gelassen beobachten, geschickt parieren und bei den wenig verbleibenden Chancen selber zur Attacke über geht, dem bietet sich eine Überlebenschance. Ein Fehltritt, eine Unachtsamkeit oder ein noch so kleiner Fehler und der wagemutige Recke verliert schnell mal sein sein kostbares Leben. Selten auch, weil die Waffen teils unverständlicher Kollisionsabfrage nicht treffen oder Feinde ihrerseits ihre Attacken durch Wände hindurch bekommen.

Die Scholar of the Sin Edition rühmt sich, die bereits vorhandene Herausforderung in unermessliche Höhe zu treiben. Ein gehobener Schwierigkeitsgrad, der Gevatter Tod geradezu ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Doch der Preis ist bitter, denn From Software hat dies nicht allein durch neue Gegner oder gewiefte Angriffsroutinen bekannter Kreaturen erreicht. Oftmals stürzen sich auch einfach nur mehr Biester als gewohnt auf den Recken und machen in ihrer Übermacht natürlich deutlich mehr Schaden. Die Situation hebelt das aus, was man eigentlich an der Dark Souls Reihe so rühmt: Eine Herausforderung aufgrund der grandios agierenden Gegner und nicht nur aufgrund von schier unendlichen Massen, die es zu bewältigen gilt. Weitere Feinheiten mögen ebenfalls den Eindruck trüben. Denn oftmals steckt man nun in der Falle, da plötzlich von hinten auftauchende Gegner einen attackieren. Während man sich auf den Feind vor sich konzentrierte, schleichen die Kreaturen aus vormals ausgestorben Gegenden heran.

Wer mehr über Dark Souls 2 in Erfahrung bringen möchte, sollte sich auch unbedingt den Test zum ursprünglichen Werk anschauen. Dort werden sämtliche Feinheiten zum Grundspiel besprochen, während wir in diesem Test meist nur auf die Änderungen eingegangen sind.

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Unser Fazit

88 %

Zum Sterben gut! Dark Souls 2: Scholar of the Sin treibt den Wahnsinn auf die Spitze. Nicht nur, dass dem Gesamtpaket nun sämtliche Donwloads beiliegen und man damit nochmals länger beschäftigt ist, auch technisch hat From Software ihr grandioses Werk weitestgehend feinfühlig neu abgestimmt und abgerundet. Gerade optisch macht der Titel auf Playstation 4 und Xbox One viel mehr Spaß, auch wenn man niemals an die Qualität des kürzlich erschienenen Bloodborne heran reicht. Spieltechnisch gibt es ebenfalls viele Neuerungen, leider aber nicht alle positive. Denn ein höherer Schwierigkeitsgrad wurde oftmals nur durch mehr Gegner und manch unfairer Fallen erkauft – nicht das, was man von dieser grandiosen Reihe bisher gewohnt ist. Nichts desto weniger ist die Scholar of the Sin ein Muss für all diejenigen, die noch nicht durch die grandiose Welt von Dark Souls 2 wanderten und auch Veteranen kommen durchaus auf ihre Kosten.

Pro

  • + Inklusive den drei DLCs Crown Of The Sunken King, Crown Of The Old Iron King sowie Crown Of The Ivory King
  • + Feinfühlige Überarbeitung von States, Platzierung von Gegnern und Gegenständen und Verhalten von Waffen
  • + Optischer Natur macht es auf den neuen Konsolen mehr Spaß dank toller Lichteffekte und detaillierteren Texturen
  • + Onlinesystem scheint ordentlicher zu laufen und das obwohl nun mehr Teilnehmer möglich sind
  • + Nach wie vor ein sehr forderndes Gameplay ohne aber dabei unfair zu sein
  • + Vielseitige Möglichkeiten zur Charakterentwicklung
  • + Auch für Serienveteranen gibt es allerhand neues und altes zu entdecken
  • + Neue realistische Licht und Schatteneffekte unterstützen die grandiose Atmosphäre
  • + Vielseitige Interaktionen mit der Onlinewelt in sich einzigartig

Kontra

  • - Die grafische Aufbesserung ist deutlich zu sehen, für Xbox One und PS4 Verhältnisse dennoch etwas karg (siehe auch Vergleich mit Bloodborne)
  • - Höherer Schwierigkeitsgrad teilweise auch nur durch mehr Gegner oder unfairen Fallen erkauft
  • - Trotz Überarbeitung noch gelegentliche Kameraprobleme bei Schwenks in engen Gängen und verwinkelten Ecken
  • - Mitunter sorgt eine teils dubiose Kollisionsabfrage für Ärger. Eigene Attacken treffen ab und an nicht, Feinde wiederum durchbrechen selbst Mauern mit ihren Waffen gelegentlich
  • - Das Inventar gestaltet sich nach wie vor etwas fummelig und unübersichtlich
  • - Vergleich von Waffen und Rüstungen bei Händlern nicht möglich, nur der Weg über das eigene Inventar bietet die nötigen Informationen
  • - Einige wenige NPC-Stimmen wie die beispielsweise der Katze wirken leicht deplatziert
  • - Wer aufleveln möchte wird dabei oft auch zwei mal den Ladebildschirm sehen

Unsere Bewertung

Grafik
 
70 %
Sound
 
88 %
Steuerung
 
90 %
Gameplay
 
90 %
Multiplayer
 
95 %
Spielspaß
 
95 %

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Aufgewachsen mit der ersten Nintendo-Konsole, fühlt sich Alexander Winkel eigentlich auf allen Plattformen heimisch. Trotz seiner offensichtlichen Hingabe zur Xbox – die vielen Gamerscore Punkte erspielen sich nicht von selbst – lässt er seine Schreibwut an allen Videospielen aus, unabhängig vom System.

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